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Alles fällt an seinen Platz

Neben ALBATROS recherchiere ich derzeit für ein weiteres Projekt - ich will es hier im Blog mal WILLIAM nennen. Heute verrate ich, wie ich darauf kam und auch einiges zu meiner Arbeitsweise.

Donnerstag, 12. April 2012

Die Idee zu WILLIAM entstand bei der Überarbeitung eines älteren Exposés. Eigentlich mag ich die Idee, und ich hatte auch schon viel Recherchezeit und -material investiert. Die Reihe, für die ich es ursprünglich angeboten hatte, überlebte leider nicht bis mein Manuskript "dran" gewesen wäre, und so dachte ich darüber nach, was ich stattdessen damit anfangen könnte.

Ursprünglich wäre es ein relativ kurzes Buch geworden - es hätte ja bestimmte Reihenparamenter erfüllen müssen. Da ich darauf nun keine Rücksicht mehr nehmen muss, ließ ich meine Gedanken schweifen. Wie könnte ich es anstellen, die "kleine" Story in eine "große" Geschichte einzubetten? Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich mag dicke Bücher lieber als dünne und Trilogien / Reihen lieber als Einzeltitel. Je länger man die liebgewonnenen Figuren begleiten darf, umso besser. Also folgte noch mehr Recherche, die mir neue Zusammenhänge offenbarte und den Plot in eine Richtung führte, mit der ich vorher nicht gerechnet hätte.

Auch heute bin ich nach stundenlangem Bücherwälzen und Webseitenschmökern wieder mit Riesenschritten vorangekommen und freue mich sehr, wie sich auch hier die Puzzleteile wieder wunderbar zusammenfügen. Wie ich in der Überschrift schon schrieb: Alles fällt an seinen Platz, und ich habe den Eindruck, als wäre die Geschichte vorher schon da gewesen und hat nur darauf gewartet, dass ich endlich darauf komme, wie die Einzelteile zusammengehören.

Ich habe das Rad nicht neu erfunden - aber das ist bei der Vielzahl der Bücher und Geschichten auch nicht mehr möglich. V.a. weil ich mythologische Elemente zugrunde lege, kam es vor, dass ich dachte, ach, das gab es doch da und da auch schon so ähnlich. Würde ich mich davon beeinflussen lassen, könnte ich auch auf der Stelle meinen Beruf an den Nagel hängen. Letztlich habe ich aber meine eigene Erzählstimme und meine eigenen Figuren und darauf kommt es an. Und darauf, dasss ich den Eindruck habe, dass es stimmig ist. Eine Geschichte, wie aus einem Guss. Und ich habe das Gefühl, dass es mir diesmal auch gelingen wird, den Plot vorab so zu erstellen, dass er von Anfang an ein Schreibgerüst für mich wird, und nicht erst, nachdem ich die Hälfte des Buches geschrieben habe.

Bei der heutigen Recherche sind mir sogar einige Dinge untergekommen, die ich für ALBATROS verwenden werde.

Meine Sammlung wächst und wächst, und wen es interessiert, WIE ich das Zeug sammle, dem sei es hier verraten: Mit meinem Lieblingstool Evernote. Evernote ist seit 2009 mein meistgenutztes Programm. Alles, was ich interessant finde und / oder mir irgendwie merken muss, wird als Evernote-Notiz vermerkt. Ich kann vom Laptop, iPhone oder iPad Ideen, Fotos, etc. eingeben, die ständig untereinander synchronisiert werden. Mit vorher festgelegten Tags strukturiere ich das Ganze. Ich habe extra Notizbücher für meine Buchprojekte, sowie eine eigene Tag-Struktur. So kann ich festlegen, ob die Notiz z.B. unter

  • Figuren
  • Settings
  • Konflikte
  • Plot
  • Brainstorming
  • Recherche
oder unter einen anderen Begriff fällt. Auf diese Weise finde ich alles rasch wieder.

Außerdem habe ich eine "Schreibtagebuch"-Notiz, in die ich alles hineinschreibe, worüber ich mir beim Schreibprozess Gedanken mache. So eine Art General-Brainstorming. Dort bin ich schon häufig auf die besten Ideen gekommen - gerade erst vorgestern wieder im Flieger von Zürich nach Berlin.

Ferner habe ich eine Excel-Arbeitsmappe angelegt, wo ich ebenfalls Ideen notiere bzw. in Form bringe. Auf Seite 1 befindet sich der Szenenplan, wo ich alle Ideen eintrage und jederzeit durch Umherschieben die Reihenfolge verändern kann, wenn es für den Plot nötig wird.

Auf Seite 2 habe ich die Figuren gelistet, damit ich in meinem Evernote-Notizenwust nicht irgendwann eine Figur übersehe. Ich notiere den Namen, und auch ob sie tendenziell eher gut oder eher böse angelegt ist (niemand ist ja nur gut und nur böse - das wäre ziemlich langweilig).
In der dritten Spalte schreibe ich auf, wo der Leser der Figur begegnen wird. In Spalte vier gibt es Stichworte, die die Funktion der Figur beschreiben, die sie für die Story haben wird.

Ich fülle keine Fragebögen zu den Figuren aus - ich lerne sie so gut kennen, dass ich nach und nach weiß, wie sie ticken. Natülich notiere ich ein paar Stichworte, aber ich beantworte keine Fragen á la: Was hat deine Figur für Hobbys? Wovor fürchtet sie sich am meisten? Das weiß ich intuitiv und muss es auch nicht auswendig lernen. Ein paar wichtige Stichpunkte zum Erinnern kommen dann lediglich auf eine Karteikarte - die brauche ich zum Herumschieben, wenn ich mal überlegen muss, welche Konfrontation stattfinden soll.

Auf Seite 3 liste ich die Settings auf, die vorkommen sollen und werden. Die weden zwar auch im Szenenplan jeweils kurz angemerkt, ausführlichere Stichworte dazu finden sich jedoch in der speziellen Setting-Liste. Anmerkungen notiere ich jeweils in Kommentarfeldern zu den jeweiligen Zellen, weil ich dort keiiner Platzbeschränkung unterliege.

Dies alles könnte ich auch in Papyrus Autor machen. Ich besitze es auch und habe Unschuldsengel damit geschrieben. Seither sind vier neue Papyrus-Versionen erschienen und ich müsste mich total neu einarbeiten. Also arbeite ich mit den Tools, die ich ohnehin täglich nutze und fahre sehr gut damit.

Mit welchen Tools sammelt und sortiert ihr euer Recherchematerial?

ALBATROS [20101025]

Grafik Drei Manuskriptseiten gestern!

Dienstag, 26. Oktober 2010

So langsam kommt alles in Gang.

Gestern habe ich erst meine Wörterliste vervollständigt weitergeschrieben. Dabei habe ich auch Orte (allgemein, sowas wie "Schule", "Kaufhaus", "Hundefrisör") aufgeschrieben, oder Tätigkeiten wie "Insekten erschlagen". Manchmal braucht man ja Ideen, wo die Figuren sich befinden könnten, und dann fällt einem nicht das Passende ein. Also schreibe ich doch sowas lieber vorher auf und wähle dann aus, Ebenso wie die Tätigkeiten, die Elisabeth George "Geschwätz-Vermeidungs-Strategien" (GVS) nennt. Das sind die Dinge, die man während eines Dialogs tut, damit da nicht nur steht:

„Ok, was soll das? Was willst du wirklich von mir?“
„Genau das, was ich sagte. Ich muss mehr über jemanden herausfinden. Und ich glaube, dass du die Person bist, die mir am besten dabei helfen kann.“
„Hast du mich ausspioniert?“
„Sagen wir: Ein ganz kleines Bisschen vielleicht.“
„Ich verpetze keine Freunde, das kannst du vergessen!“

Das klingt ziemlich blöd, weil dabei nur diffuse Bilder im Kopf entstehen. Wenn es nicht vorher im Erzähltext erwähnt wird, weiß man nicht beispielsweise nicht, ob die Szene im Keller oder an der frischen Luft spielt oder wie viel Zeit zwischen den einzelnen Antworten vergeht. Das kann wichtig sein, um die Figuren selbst besser kennenzulernen. Denken Sie nach, bevor sie antworten? Stecken sie sich in aller Ruhe eine Zigarette an, um das Gegenüber zappeln zu lassen? Ist eine der Figuren in Eile? Impulsiv? Oder müde?

Natürlich sollte man es nicht übertreiben. Es muss nicht nach jedem Satz eine ausschweifende Handlung erfolgen. Mitunter kann man Teilbereiche von Dialogen tatsächlich einfach so stehen lassen, oder bestenfalls mal ein "sagte er" einfügen (davon bin ich so gar kein Fan, aber das ist wohl eine Geschmacks- und Stilfrage). Aber ein bisschen Atmosphäre sollte man schon schaffen, damit es eben nicht zu bloßem Geschwätz ausartet, was man dem Leser zumutet. Die Szene sollte wie aus einem Guss zu lesen sein.

Normalerweise fallen mir solche Tätigkeiten automatisch ein, weil sie sich oft genug direkt aus der Handlung ergeben. Aber mitunter bin ich eben doch auf der Suche, und dann ist es wie mit den Orten: Schön, wenn man so eine Liste hat, um der Muse auf die Sprünge zu helfen.

Natürlich habe ich erst danach zufällig auf einem alten Rechner drei alphabetisch sortierte Listen für Settings, Charaktere und Events gefunden ... Doch das regt mich jetzt nicht weiter auf, denn gelegentlich funktionieren unsortierte Listen besser, wenn es um Kreativität geht. Ich hatte sogar schon überlegt die Worte auszuschneiden und in einen Lostopf zu werfen ;-) Wenn ich einen Begriff ziehe, muss ich dann, auch wenn es überhaupt nicht zum Manuskript passt, eine Möglichkeit ersinnen, wie ich das einbauen könnte. Die dabei entstehenden Assoziationen können mich dann den entscheidenden Schritt weiterbringen. Alles schon erlebt.

Vielleicht probiert ihr es ja mal aus und berichtet, ob und we es gewirkt hat. Ich bin auf eure Rückmeldungen gespannt!

Ich war gestern zwar irgendwie abgelenkt, aber es ist mir trotz allem gelungen, das ALBATROS-Manuskript um drei Seiten zu verlängern. Es hat nun zwölf Seiten. Dazu kommen noch einmal vier Seiten, die in einem anderen Dokument stecken, weil ich noch nicht sicher bin, ob ich das dort auch unterbringe oder es nur als Hintergrundinformation für mich selbst behalten will.

Die Inhaltsangabe macht auch Fortschritte, und ich bin sicher, dass ich einen bestimmten Punkt, den ich gedanklich noch nicht überschritten habe, sehr bald klarer sehe und darüber hinaus weiterdenken kann, sobald ich auch im Manuskript noch ein Stück weiter bin. Ich lerne die Figuren dabei nämlich noch besser kennen, und das hilft mir dann wieder beim Plotten.

Das Manuskript ist in dieser Form noch als Rohfassung zu verstehen, auch wenn ich manche Passagen sprachlich schon überarbeitet habe. Es kann immer noch sein, dass die geschriebenen Szenen später wegfallen oder an anderer Stelle auftauchen - eben weil der Plot noch nicht steht.

Das zeigt aber auch, dass Schreiben ein dynamischer Prozess ist, den alle Autoren unterschiedlich angehen. Manche Kollegen schreiben von Anfang an aus dem Bauch heraus auf ein bestimmtes Ziel hin. Oder sie haben gar kein Ziel und schauen, wohin die Reise geht. Andere schreiben keine einzige Manuskriptzeile, bevor nicht das gesamte Plotgerüst Szene für Szene steht. Ich benutze eine Mischform, weil sich das bei jedem Projekt wieder bewährt, auch wenn ich am liebsten erst nur am Plot arbeiten und die Figuren gestalten würde. Aber die muss ich eben erst näher kennenlernen und dazu brauche ich die direkte Konfrontation. Obwohl ich ihnen natürlich schon auch Fragen stelle, die unabhängig von der Geschichte sind.

ALBATROS [20101024]

Grafik Ich bin wieder ein Stück mit dem Plot und dem Text vorangekommen.

Montag, 25. Oktober 2010

Ich benutze für meine Exposés sowas wie eine Formatvorlage. Gestern habe ich mir die geschnappt und angefangen das Exposé für ALBATROS zu schreiben. Totale Rohfassung, aber diese "offizielle" Form zwingt mich dazu, genau aufzuschreiben worum es geht.

Da ich auch die Inhaltsangabe geschrieben habe, war ich so im Fluss, dass mir Ideen kamen, die über das hinaus gingen, was bisher im Manuskript steht. Anschließend habe ich die ersten Ideen im Manuskript verewigt, aber da gibt es natürlich noch reichlich zu tun.

Nebenbei lief der Fernseher und einige Worte drangen mir ins Bewusstsein. Die habe ich auf einer Liste verewigt, die ich hervorkramen werde, wenn es im Plot und / oder Manuskript mal wieder hakt. Vielleicht helfen einige der Begriffe der Muse dann auf die Sprünge.

Mir ist bei der Arbeit aufgefallen, dass ich zwar die Grundidee weiterhin im Hinterkopf habe und darauf hinarbeite, dass die Story jedoch fast nichts mehr mit dem gemein hat, was ich mir zu Beginn der Arbeit dazu dachte. Mit der Ursprungsstory aus dem Jahr 2000 sowieso nicht. Es bleibt also spannend. Mal sehen, wohin meine Figuren mich führen werden, bis der Plot endgültig steht.

Was die am Samstag spontan (d.h. auch ohne telefonische Vorwarnung) ausgesendeten Exposés angeht, so kam eben (Montagmorgen, Viertel vor neun) direkt die Rückmeldung, dass sie angekommen seien und sich die Lektorin gemeinsam mit ihren Kollegen darum kümmern würde. So eine schnelle und freundliche Rückmeldung ist beileibe nicht selbstverständlich und versüßt mir den Wochenstart. Bin gespannt.

ALBATROS [20101023]

GrafikWie immer nach einer Unterbrechung (in diesem Fall: der Zürich-Trip) dauert es einige Zeit, bis ich mich in mein Projekt wieder hineingewurschtelt habe.

Samstag, 23. Oktober 2010

Lustigerweise machen meine Figuren gerade ohne mich weiter. Ich habe einen Kerl unterschwellig viel näher kennengelernt, als wenn ich an der Figur bewusst herumgebrütet hätte. Jetzt muss ich das nur mal aufschreiben ;-)

Der Anruf einer Lektorin brachte mir außerdem in Erinnerung, dass ich diverse Kinderbuch-Exposés in der Schublade habe. Kurz nachdem diese fertig waren, flatterten diverse andere Buchverträge ins Haus, so dass ich die Exposés gar nicht mehr abgeschickt hatte. Und da ich so vergesslich bin ...

Jetzt habe ich sie jedenfalls nochmal angeschaut, an kleinen Stellen überarbeitet und in die weite Welt hinaus geschickt. Und prompt habe ich weitere Ideen... Aber neenee, ALBATROS hat Vorrang vor neuen Einfällen.

Ich werde jetzt noch ein bisschen was dazu notieren.

ALBATROS [20101012]

Grafik Gestern habe ich die Geschichte einige Seiten vorantreiben können.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Und heute zerbreche ich mir den Kopf darüber, ob das alles so bleiben kann.

Ich habe nämlich einige wichtige Informationen bekommen, die es wohl erforderlich machen, dass ich die Erzählzeit wechsle, und am besten auch gleich den Ort.

Grundsätzlich habe ich damit kein Problem; allerdings passten sowohl Zeit als auch Ort ursprünglich wunderbar und ich frage mich, wie ich dieses Element trotzdem einbauen kann. Oder ob ich mich komplett davon lösen sollte, frei nach dem Motto Kill your darlings, das man ja in jedem Drehbuchseminar eingetrichtert bekommt. Also Kill your settings, kill your century.

Ich bin sicher, wenn ich noch eine Weile drüber nachgrüble, komme ich drauf, aber momentan schwebt ein großes Fragezeichen über meinem Kopf. Ich hoffe, es erschlägt mich nicht, bevor ich die Lösung habe.

ALBATROS [20101010]

Grafik Schönes Datum heute. Der 10.10.10. Da haben sicher wieder viele Leute geheiratet, aber darüber will ich ja gar nicht reden, sondern über meine heutige Arbeit am ALBATROS-Projekt.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Gestern waren liebe Freunde zu Besuch, die heute mittag wieder gefahren sind. Es war wie immer schön, aber danach war es hier sehr ruhig, weil auch aus meiner Familie außer dem eifrig (schul)arbeitenden Kind 2 alle ausgeflogen waren, Richtung Skatehalle bzw. Golfplatz.

So habe ich also wieder Recherche betrieben, mich ein wenig mit Kollegen über die Buchmesse ausgetauscht, einige Geistesblitze notiert und im Laufe der Zeit den Eindruck bekommen, dass ich platze, wenn ich nicht endlich weiter etwas zur Geschichte aufschreibe.

Nach dem Münster-Tatort habe ich mich also wieder an den Rechner gesetzt und in einem Rutsch fünf Seiten aus der Perspektive der Hauptperson geschrieben, wie sie sich mir vorstellt. Einfach so, damit ich sie kennenlerne. Ihren Namen kannte ich längst, aber das Aussehen hat sie mir heute offenbart. Und sie hat mir gesagt, dass mit ihr etwas nicht stimmt. ICH wusste auch das schon lange, aber sie hat sich nur immer gewundert, weshalb die Menschen so seltsam mit ihr umgingen. Doch nun weiß sie auch Bescheid. Auch über ihre Familienverhältnisse, die nämlich nicht ganz einfach sind. Mir wächst sie schon langsam ans Herz, aber da gibt es wohl noch jemanden, dem etwas an ihr liegt. Ich hoffe, die anderen erzählen mir auch ein bisschen mehr über sich und über sie.

Heute Morgen bin ich schon mit dem Gedanken an die Geschichte wach geworden, aber nun hat sich meine Hauptfigur selbst direkt in meinen Hirnwindungen festgesetzt. Der Punkt ist nah, wo ich kaum noch an etwas anderes denken kann, als an diese Geschichte und ihre Mitspieler. Deshalb schreibe ich so gene Exposés, weil es spannend und schön ist, wenn sich vieles entwickelt. Ich bin Herrin der Story, aber ich arbeite eng mit den Figuren zusammen, die mir ihre eigene Sichtweise schildern. Und da wir in einer Demokratie leben, bin ich auch gelegentlich willens, ihren Vorschlägen zu folgen.

Nun wird der Schreibprozess wieder magisch.

ALBATROS [20101008]

Grafik Ich war nicht untätig in den letzten Tagen, auch wenn ich nicht über ALBATROS gebloggt habe.

Freitag, 08. Oktober 2010

Am Mittwoch habe ich tatsächlich nicht viel daran gearbeitet, weil ich wieder bei Susanne und Andreas im Atelier war.

Das Malen ging bei mir allerdings völlig in die Hose. Zum einen haben wir für die Strecke wegen Megastau zwei Stunden gebraucht (da wäre ich auch schon im Hamburg gewesen!) und zum anderen bin ich derzeit eher im Schreib- als im Malmodus. Ja, auch sowas gibt es ;-)

Heute war ich auch unterwegs und hab noch offline zu tun, aber ganz offensichtlich lasst ihr mich ohne zu Bloggen nicht davonkommen :-)

Grafik

Dann will ich dich mal nicht länger warten lassen, LilEli, und euch andere auch nicht:

Also, der Feind hat sich mir noch nicht gestellt, das finde ich aber auch nicht mehr so schlimm, weil er das sicher bald tut. Außerdem hat der Austausch mit Kollegen ergeben, dass viele zwar recht detailliert plotten, der Antagonist sich ihnen aber manchmal erst auf Seite 200 offenbart. Darüber muss ich mir also keine Sorgen machen. Außerdem bekam ich den Tipp, den Antagonisten einfach mal über den Protagonisten nachdenken zu lassen. Das mache ich nach dem Wochenende; vorher werde ich nicht dazu kommen. Ich habe ja einige potenzielle Bösewichte zur Auswahl und muss das Szenario also mit mehreren Figuren durchspielen, bis ich die finde, die das stärkste Motiv hat. Aber die Idee ist auf jeden Fall gut.

Dann habe ich weitergeschrieben, bzw. den Prolog nochmal völlig umgestrickt. Auch sprachlich, weil er ja Teil der Textprobe sein wird, und da möchte ich die Tonalität schon genau treffen, in der das Buch geschrieben wird. Dabei bin ich den beiden agierenden Figuren und einer Gruppe von Nebenfiguren auch schon viel näher gekommen. Und ein Mittendrin-Satz hat sich als perfekter erster Satz entpuppt. Außerdem sind mir weitere Elemente für den Plot dabei eingefallen. Dinge, die ich gerne unterbringen möchte, und die mich auch dem potenziellen Antagonisten näherbringen.

Gestern Abend habe ich dann intensiv über den Ort des Geschehens recherchiert. Auch die Recherche-Ergebnisse haben neue Zündfunken für die Geschichte ergeben und ich bin mit dem Vorankommen eigentlich ganz zufrieden. Momentan gärt es im Hinterkopf, und es passiert, dass ich während des Spiegelputzens den Lappen fallen lasse und rasch was in mein Plotgerüst hineinschreibe. Die Stelle ist (noch) verhältnismäßig egal, das wird dann in noch in die passende Reihenfolge gebracht.

Außerdem habe ich farbiges Papier in Streifen geschnitten. Rot sind die Figuren, rosa Nebenfiguren, auch wenn ich schon gemerkt habe, dass das eigentlich dämlich ist, weil manche Figur, die eigentlich eine Nebenrolle spielen soll, mitunter doch einiges mehr an Wichtigkeit erlangt. Grün sind Orte an denen die Geschichte spielen wird und Ereignisse habe ich auf blauem Papier festgehalten. Sowas könnte ein Fest sein, ein Mord, ein Erdbeben, wasweißich, jedenfalls etwas, von dem ich möchte, das es vorkommt. So kann ich es nicht vergessen und die bunten Zettel kann ich gut hin und her schieben und das Ganze dabei besser visualisieren.

Macht jedenfalls Spaß und ich bin zuversichtlich, dass es eine schöne Geschichte wird.

ALBATROS [20101004] Vom Beamen und im Trüben Fischen

Grafik In den letzten beiden Tagen habe ich mir ziemlich die Haare gerauft. Kurz: Es ging um den Antagonisten.

Dienstag, 05. Oktober 2010

Grob weiß ich ja, wer es sein soll. Einer aus einer bestimmten Gruppe von Ähnlichen. Und das ist das Problem. Ich kann den Kerl oder die Frau (auch das ist beides noch möglich) einfach nicht visualisieren oder besser noch: Er materialisiert sich einfach nicht! Das sieht ungefähr so aus, wie in den uralten Enterprise-Folgen, wenn Scotty jemanden aufs Schiff beamt. Während des Beamvorgangs ist der Mensch (oder Klingone, whatever) kaum zu erkennen, bis er sich endgültig materialisiert hat.

Und so sehe ich gerade meinen Antagonisten oder besser gesagt, ich sehe ihn nicht. Das macht das Plotten ungemein schwierig. Gegen wen und gegen was muss meine Hauptfigur kämpfen? Wer durchkreuzt ihre Wünsche?

Ich kann natürlich erst einmal in die grobe Richtung auf die Antagonistengruppe plotten, aber ich fühle mich damit nicht wohl. Ich möchte ein kleinteiliges Gerüst erstellen, und dazu brauche ich Infos.

Vermutlich bin ich auch zu ungeduldig. Das nullte Kapitel hatte mich ja ein Stück vorangebracht, aber eben nicht in diese Beziehung.

Ich habe dann versucht, die Schneeflockenmethode zu benutzen:

Erst in einem Satz den gesamten Plot umreißen, dann diesen Satz in 5 Sätze unterteilen, je einen für Anfange, Wendepunkte und Schluss. Aus diesen Sätzen jeweils Absätze á 5 Sätzen bilden, und so weiter. Jutta hatte mich auf diese Idee gebracht. Leider ist es mir nicht gelungen damit das große Ganze zu gliedern. Statt dessen ist der Anfang jetzt sehr detailliert durchdacht... Das ist ja auch schön, war aber nicht Sinn der Sache.

Letztlich brauche ich auch für die großzügige Planung eben einen Antagonisten quasi aus Fleisch und Blut.

Ich werde jetzt also so lange parallel Schreiben und Plotten, bis mir der Bösewicht deutlich vor Augen steht. Dann bastle ich mein Gerüst weiter und fülle es hinterher auf - idealerweise während des NaNoWriMo ;-)


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Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

 

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