Einträge mit dem Tag: ALBATROS


ALBATROS [20101118]

Grafik In den letzten beiden Tagen hatte ich viel Spaß an der Arbeit mit dem Manuskript.

Donnerstag, 18. November 2010

Ich bin gut vorangekommen (grüne Felder, yeah!) und habe mich in einen Rausch hineingeschrieben und geplottet.

Gestern habe ich morgens noch ziemlich rumgetrödelt und am Nachmittag erst die Kurve gekriegt, aber ich habe den heutigen Tag gut vorbereitet: An den Anfang des Manuskripts (den ich bei MS Word zwangsläufig nach dem Öffnen als Erstes sehe) habe ich mir einen freundlichen Morgengruß geschrieben, an den ich die Arbeitsaufgabe des Tages angehängt habe. So wusste ich am Morgen sofort, dass die beiden Protas in einer Situation stecken werden, in der sie sich näher kennenlernen werden, und wie das in etwa vonstatten geht.

So motiviert habe ich natürlich am Morgen als Erstes genau das NICHT gemacht *g*, sondern von einer anderen Textstelle inspiriert, zum wiederholten Mal notiert, um was es in meiner Geschichte überhaupt geht. Und siehe da - mir sind einige Dinge klar geworden, die ich vorher noch gar nicht wusste. Mir fiel auch einer meiner älteren Arbeitstitel ein (ich erinnere daran, dass der Kern der Geschichte bereits zehn Jahre alt ist), und damit hatte ich plötzlich einen zusätzlichen Aspekt in der Story, der alles komplexer macht.

Ich weiß gar nicht, wie oft ich in diesem Projekttagebuch schon erwähnt habe (und wohl noch erwähnen werde), dass mir Dinge bewusst wurden, Zusamenhänge klarer. Aber vielleicht wird daadurch auch deutlicher, was Schreiben bedeutet, und dass es wirkliche Arbeit ist und kein einmaliger Musenkuss.

Erinnert ihr euch an die Hummeln in meinem Kopf, die da noch vor zwei Tagen nisteten und Arbeiten fast unmöglich machten? Heute war ich dagegen von meiner eigenen Konzenrationsfähigkeit fasziniert. Als dann hier das Leben tobte, habe ich seit langer Zeit sogar mal wieder mit Musik geschrieben. Am besten geht das mit ELANE. The Silver Falls hat schon viele Manuskriptseiten begleitet. Wunderbar arrangierte mystische Musik. Dark Folk, melancholic Folk, wie auch immer. Es passt zwar thematisch nicht ganz zum Genre meines Projekts, beflügelt das Schreiben aber unglaublich. Hach.

Langsam bin ich so weit in der Materie (aktuell: 67 Seiten), dass ich meine Figuren zu verstehen beginne und zwei von ihnen so gut kennengelernt habe, dass ich mir ziemlich sicher bin, welche Handlungen ihrem Naturell entsprächen und welche nicht. Ich freu emich schon auf die anderen, die bislang keine große Rolle spielen oder noch gar nicht aufgetaucht sind. Ich weiß aber schon, dass es sie gibt :-)

Ich hoffe, wenn ich mal wieder wie vernagelt am Rechner sitze, erinnere ich mich an diese Tage, in denen Schreiben einfach nur unglaublich viel Spaß macht!

ALBATROS [20101116]

Grafik Die ersten beiden NaNoWriMo-Wochen sind um und im Schreibvolk macht sich Ernüchterung breit.

Dienstag, 16. November 2010

Egal wo man hinschaut, in den NaNo-Foren raufen sich die Autoren die Haare. Ich auch, aber das liegt weniger am Wettbewerb als an mir. Ich habe diesen Monat ohnehin nur als unterstützenden Kick betrachtet mein allgegenwärtiges Schweinehundchen ein bisschen besser im Griff zu haben. Die 50.000 sind nicht mehr zu schaffen und das ist auch gar nicht mein Ziel. Ich möchte einfach eine gute Grundlage erarbeiten, anhand derer ich einen möglichst vollständigen Plot sehen und ein aussagekräftiges Exposé mit fesselnder Textprobe erstellen kann.

Ich habe also nicht ganz das Problem der anderen, die wirklich ohne ihren inneren Lektor immer weiterschreiben und sich mit den Storys treiben lassen. Ich will mich nicht treiben lassen, ich sage meinen Figuren klar, was ich von ihnen erwarte. Nach 15 Büchern kriege ich das ganz gut hin. Natürlich dürfen sie mir die Szenen vorspielen, die ich dann mitschreibe. Aber welche Szene das ist und was die Rahmenbedingungen sind, das gebe ICH vor.

Dass ich die Figuren dazu gut kennengelernt haben muss, steht auf einem anderen Blatt. Aber ich mag nicht zuschauen, wie sie einen Weg einschlagen, der meinen Vorstellungen völlig entgegensteht. Und ich will auch nicht die Allmächtige spielen, die die Herrschaften nur noch bremsen kann, indem sie ihnen eine Holzlatte vor den Kopf zimmert. Daher habe ich in den letzten Tagen ein bisschen drauf gepfiffen, dass ich im Text an sich nicht sonderlich schnell vorankam. Oder besser: gar nicht. Gut zu sehen an den knallroten Feldern auf dem NaNo-Kalender in der rechten Sidebar ;-)

Ich habe ja neulich schon die Mindmap benutzt, um Konflikte und Beziehungen herauszuarbeiten. Das ging auch schon gut, allerdings habe ich lose Enden. Ich habe ja für meine Verhältnisse relativ viel ohne zu lektorieren geschrieben und fühle mich damit nicht besonders wohl. Meine Szenen müssen perfekt sein, in den Sinn, dass ich überzeugt von der Wortwahl und dem Satzbau bin. Normalerweise schreibe ich die Szene mit, und wenn ich etwas nicht ganz genau erkennen kann, baue ich Platzhalter ein (oder wenn ich etwas dafür recherchieren muss). Wenn ich am Ende der Szene angelangt bin, wo ich erfahrungsgemäß einen ganz natürlichen Break mache, weil ich meine Gedanken erst wieder sortieren muss, nehme ich mir nochmal alles vor. Und üblicherweise sehe ich mir das, was ich an einem Tag geschrieben habe, als Einstieg am nächsten Tag an und überarbeite so lange, bis ich wirklich zufrieden bin, von Rechercheplatzhaltern vielleicht einmal abgesehen.

Das habe ich diesmal nicht gemacht. Und darunter leidet meine Konzentration auf den Text. Ich balanciere bei dieser düsteren Jahreszeit sowieso am Rande meiner Konzentrationsfähigkeit, das habe ich auch gestern in der Sprechgruppe wieder gemerkt. Also wird es Zeit mein Energy Light hervorzukramen um die Hummeln aus meinem Kopf zu vertreiben und zu meiner ureigenen Methode zurückzukehren. Sonst schreibe ich nämlich hier ein Stückchen dort ein Stückchen und dawischen noch was, nur um die Wortzahl zu erfüllen. So habe ich zwar einige Haltepunkte für den restlichen Weg kreiert, aber bis ich da ankomme, hab ich vermutlich schon wieder vergessen, dass ich mir das ausgedacht habe. Ihr wisst ja: Die Autorin ist unkonzentriert UND vergesslich ;-)

Natürlich habe ich mir auch die Haltepunkte in Storybook eingetragen (bzw. bin noch dabei es nachzutragen), aber ich habe es lieber, wenn es fließt.

Heute floss allerdings nicht viel, weil ich immer unterbrochen wurde, wenn ich dachte: so, jetzt, die Szene schreiben! Und gleich kommt das Geburtstagskind nach Hause. Ja, schon wieder eines ;-) Wir haben im November den 9. und den 16. belegt :-)

ALBATROS [20101113]

Grafik Gestern lief es sehr gut mit ALBATROS. Ich habe einen guten Trick gefunden, um problemlos in die Arbeit hineinzukommen.

Samstag, 13. November 2010

Am Mittwoch war ich bei einem Vortrag an der Uni. Zurück an meiner alten Wirkungsstätte, das war lustig. Ich habe zwar Stadt- und Regionalplanung studiert, aber im Mathegebäude, wo der Vortrag stattfand (wäh, Mathe *g*), waren wir öfter in der Mensa essen ;-)

Die Diplom-Pädagogin Kajsa Johansson (klar, Schwedin) hat über Hirnforschung gesprochen, insbesondere über das Thema Denken, Lernen, Vergessen.

Im Vergessen bin ich echt gut, aber ich wollte auch etwas über den Rest lernen. Unter anderem ging es auch um Motivation, und das fehlt mir ja gelegentlich. Regelmäßige Blogleser wissen, dass vor allem das tägliche Anfangen eine große Hürde für mich darstellt. Nicht direkt beim Vortrag, aber bei der Recherche danach, habe ich etwas Interessantes dazu gelernt: Man neigt ja dazu, beim Arbeiten (seien es Hausaufgaben oder eben die Arbeit an einem Manuskript), immer das Schweirigste zuerst machen zu wollen. Beliebtest Argument dafür: "Dann habe ich es hinter mir!"

Das kollidiert jedoch mit der Tatsache, dass in den ersten 15 Minuten noch gar nicht die volle Konzentrationsfähigkeit da ist. Man sollte also auch nicht das Wichtigste ausgerechnet am Anfang einer Unterrichtsstunde verkünden, weil es dann unter Umständen nicht richtig ankommt.

Nun habe ich ja gestern über mein Mindmapping-Programm berichtet. Ich habe mich also nicht sofort an mein Manuskript gesetzt, sondern die Mindmap neu geordnet (mein altes System war Blödsinn, weil ich nicht gerade eine Expertin im Kategorisieren bin) und ergänzt. Mit neuen Zweigen, Ideen, Bildern, Verknüpfungen, Anmerkungen. Das hatte den Vorteil, dass ich a) besser wieder in den Stoff hineinkam und klarer wurde, was ich danach schreiben würde, und dass ich b) die Zeit der schlechteren Konzentrationsfähigkeit so elegant überbrückt habe, dass ich hinterher im Bereich oberhalb der Schläfen beidseitig ein warmes Kribbelgefühl spürte. Hirn-Experten vor - was sitzt denn da genau? Dass es beidseitig war, spricht für die gute Zusammenarbeit beider Hirnhälften, was beim Mindmapping ja auch Sinn der Sache ist. Was die Hirnaktivität zusätzlich ankurbelt: Ich rede beim Mindmappen laut mit mir selbst. Deshalb tu ich das auch nur, wenn ich alleine bin ;-)

Dann war ich völlig auf das Projekt fokussiert.

Später flatterte mir ein Prospekt ins Haus, dessen Überschriften mich inspirierten. Daraufhin habe ich alle möglichen Begriffe aus dem Heft aufgeschnitten und auf eine Seite meines Notizblocks geklebt. Vielleicht hilft es mir, wenn ich mal wieder irgendwo festhänge.

Irgendwann habe ich dann aber leider die #einbuchstabedanebentiere auf Twitter entdeckt und konnte mich leider nicht mehr auf meine Arbeit konzentrieren. Zu lustig!

ALBATROS [20101112]

Grafik Ihr fragt euch sicher, wie es dem ALBATROS-Buchprojekt geht, weil ich dazu ja seit dem NaNoWriMo-Start nichts mehr geschrieben habe.

Freitag, 12. November 2010

Die Rohfassung ist mittlerweile auf knapp 50 Seiten angewachsen. Es gab zwei, drei Tage, da kam ich gar nicht zum Schreiben und zwischendurch lief es mal nicht, weil mir noch einiges unklar war. Wenn ich unterbrechungsbedingt von den Figuren und der Geschichte zu weit weg bin, quäle ich mich sowieso immer mit dem Einstieg herum. Das Zaubermittel dagegen ist: Ich muss mich wieder richtig drauf einlassen. Anstatt Löcher in die Luft zu starren, knöpfe ich mir die Herrschaften vor. Gestern habe ich beispielsweise ein paar Konflikte herausgearbeitet. Eigentlich waren die Konflikte schon da, aber ich habe sie mir nicht bewusst gemacht. Wenn sie ins Bewusstsein rücken, fällt mir aber dazu prompt die nächste Sache ein.

Ich hatte mir außerdem vor längerer Zeit mal die Mindmapping-Software von Buzan zugelegt (ja, es gibt diverse kostenlose Mindmapping-Software, aber diese hatte mich damals überzeugt). Gestern habe ich die neueste Version auf den Rechner geladen und losgemappt. Dabei sind auch Beziehungen unter den Figuren deutlicher geworden. Und alles, was klar und deutlich hervortritt ist gut für den Fortgang der Handlung. Schön an Think Buzan! ist, dass ich Bildchen einfügen kann. Das sieht zwar nach Spielerei aus, aber automatisch beschäftige ich mich noch mehr mit den Figuren, wenn ich passende Bilder im Netz dazu suche. Und wenn ich die Mindmap aufrufe, sind sie gleich präsenter.

Noch ein Tool, das ich installiert habe: Storybook. Damit kann ich den Plot strukturieren, Settings und Figuren auflisten und näher beschreiben. Man kann damit unterschiedliche Erzählstränge anlegen und zeitlich strukturieren. Eine feine Ergänzung zu Papyrus Autor, das ich aber noch nicht reaktiviert habe.

Erst habe ich ja befürchtet, ich würde mich mit der Software-Spielerei nur vor dem Schreiben drücken wollen, aber es hat dann doch eher dazu geführt, dass ich damit weiter vorangekommen bin.

Bloß eines ärgert mich immer noch: Dass es mir nicht gelingt bis zum Ende durchzuplotten, ohne gleichzeitig am Manuskript zu schreiben. Vermutlich ist das Vorhaben zu komplex; daran muss ich mich erst noch gewöhnen. Ich habe mir vom Umfang her doppelt so viel vorgenommen wie bisher, nämlich 450 Seiten. Die wollen auch sinnvoll gefüllt werden. Also schreibe ich so lange weiter, bis alle wesentlichen Fragen geklärt sind und mache eben erst DANN ein anständiges Plotgerüst.

Rohfassung bedeutet ja auch, dass Etliches wieder gestrichen oder geändert weden kann, wenn es nicht passt. NaNoWriMo ist ja ein gutes Mittel dafür, erstmal alles aufzuschreiben, was einem in den Sinn kommt,und den inneren Zensor in dieser Zeit in den Urlaub zu schicken. Das bringt eine Menge Rohmaterial, mit dem ich dann arbeiten kann. Das ist einerseits schön, andererseits ist imir dadurch aber erstmals bewusst geworden, dass ich normalerweise wirklich so schreibe, dass es mir gleich gefällt. Ich schreibe die Szene, wie sie sich auf meiner Hirnleinwand abspielt, aber wenn ich dabei direkt auf einen verqueren Satzbau stoße, ändere ich es sofort, oder spätestens dann, wenn die darauffolgenden Gedanken erstmal auf dem Bildschirm festgehalten sind. Dann gehe ich zurück und biege sie Stelle gerade. Das soll man bei NaNoWriMo ja extra nicht tun, denn das Ziel sind 50.000 Wörter. Ich versuche mich auch grob dran zu halten, auch wenn keiner mit der Peitsche neben mir steht, einfach, weil ich sehen will, wie weit ich damit komme. Aber ganz offensichtlich fühle ich mich nicht ganz so wohl damit.

Was soll's - dann überarbeite ich alles eben im Dezember. Halt, da war doch was? Achja, besinnliche Adventszeit hatte ich mir für 2010 vorgenommen, weil ich die nämlich jahrelang nicht hatte. Deadlines am 31.12. waren nämlich an der Tagesordnung. Schaun mer mal. Kein Zwang also, aber wenn ich den DRANG habe zu schreiiben, hält mich das auch nicht auf ;-)

So, und nun - Tippeditipp!

ALBATROS [20101101] und NaNoWriMo-Start

Grafik Pünktlich zum NaNoWriMo-Start sind alle andern Schreibaufträge erledigt und ein nagelneuer Rechner startklar :-)

Montag, 01. November 2010

Dass ich in diesem Jahr nochmal einen Versuch starte am NaNoWriMo teilzunehmen, hatte ich ja schon berichtet.

Natürlich nutze ich diesen Monat, um mein ALBATROS-Projekt voranzutreiben. dazu setze ich die bis insgesamt 31.10. geschriebenen 3.263 Wörter sozusagen auf Null, d.h. ich ziehe die jedesmal von der Gesamtwörterzahl ab, bevor ich den aktuellen Stand auf der NaNo-Seite eingebe.

Ich gehe das ganz entspannt an. Für mich ist das Ganze im Prinzip nichts weiter als eine Disiplinierungsmaßnahme ;-) Ich arbeite wieder mit meinem Timerle (ja, auch ewnn es nicht auf der Seite steht - es läuft auch unter Windows 7) und der 45-Minuten-Methode.

Ich habe also in der letzten Dreiviertelstunde sämtliche Social Networks ausgeknipst und in der Zeit 3 Seiten geschrieben. Das sind 847 Wörter und somit gut die Hälfte des empfohlenen täglichen Pensums von 1.667 Wörtern.

Ich weiß, dass das nicht jeden Tag so laufen wird. Mittwoch bin ich z.B. wieder mal im Atelier bei Susanne und Andreas. Und da der Plot, entgegen dem, was ich mir vorgenommen hatte, doch noch nicht fertig ausgearbeitet ist, werde ich mit Sicherheit auch irgendwo hängenbleiben. Aber da macht nichts, Hauptsache es geht anständig vorwärts. Schließlich, und das sollte man dabei nie vergessen, handelt es sich um eine absolute Rohfassung. man ist angehalten kein einziges Wort zu streichen (ich streiche das höchstens in der Software durch) und ohne den inneren Lektor zu schreiben. Das funktioniert unter diesen Bedingungen bei mir gut - sonst feile ich immer schon während des Schreibens an den Sätzen herum.

Mal schauen, wie es weitergeht.

Heute:
Arbeitsphase 1 : 847 Wörter. Kurze Pause, bisschen was trinken, bisschen bewegen, dann läute ich die nächste Arbeitsphase ein.
Arbeitsphase 2: 1.026 Wörter. Kumuliert sind das 1.873 Wörter für heute. Pensum also schon erfüllt. Ich habe noch Termine, mal sehen, ob ich trotzdem noch mehr schaffe. Ich würde das dann nochmal updaten.

Also: In anderthalb Stunden konzentrierter Arbeit kann man durchaus sieben Seiten schaffen. Wenn ich das doch öfter mal täte...

ALBATROS [20101025]

Grafik Drei Manuskriptseiten gestern!

Dienstag, 26. Oktober 2010

So langsam kommt alles in Gang.

Gestern habe ich erst meine Wörterliste vervollständigt weitergeschrieben. Dabei habe ich auch Orte (allgemein, sowas wie "Schule", "Kaufhaus", "Hundefrisör") aufgeschrieben, oder Tätigkeiten wie "Insekten erschlagen". Manchmal braucht man ja Ideen, wo die Figuren sich befinden könnten, und dann fällt einem nicht das Passende ein. Also schreibe ich doch sowas lieber vorher auf und wähle dann aus, Ebenso wie die Tätigkeiten, die Elisabeth George "Geschwätz-Vermeidungs-Strategien" (GVS) nennt. Das sind die Dinge, die man während eines Dialogs tut, damit da nicht nur steht:

„Ok, was soll das? Was willst du wirklich von mir?“
„Genau das, was ich sagte. Ich muss mehr über jemanden herausfinden. Und ich glaube, dass du die Person bist, die mir am besten dabei helfen kann.“
„Hast du mich ausspioniert?“
„Sagen wir: Ein ganz kleines Bisschen vielleicht.“
„Ich verpetze keine Freunde, das kannst du vergessen!“

Das klingt ziemlich blöd, weil dabei nur diffuse Bilder im Kopf entstehen. Wenn es nicht vorher im Erzähltext erwähnt wird, weiß man nicht beispielsweise nicht, ob die Szene im Keller oder an der frischen Luft spielt oder wie viel Zeit zwischen den einzelnen Antworten vergeht. Das kann wichtig sein, um die Figuren selbst besser kennenzulernen. Denken Sie nach, bevor sie antworten? Stecken sie sich in aller Ruhe eine Zigarette an, um das Gegenüber zappeln zu lassen? Ist eine der Figuren in Eile? Impulsiv? Oder müde?

Natürlich sollte man es nicht übertreiben. Es muss nicht nach jedem Satz eine ausschweifende Handlung erfolgen. Mitunter kann man Teilbereiche von Dialogen tatsächlich einfach so stehen lassen, oder bestenfalls mal ein "sagte er" einfügen (davon bin ich so gar kein Fan, aber das ist wohl eine Geschmacks- und Stilfrage). Aber ein bisschen Atmosphäre sollte man schon schaffen, damit es eben nicht zu bloßem Geschwätz ausartet, was man dem Leser zumutet. Die Szene sollte wie aus einem Guss zu lesen sein.

Normalerweise fallen mir solche Tätigkeiten automatisch ein, weil sie sich oft genug direkt aus der Handlung ergeben. Aber mitunter bin ich eben doch auf der Suche, und dann ist es wie mit den Orten: Schön, wenn man so eine Liste hat, um der Muse auf die Sprünge zu helfen.

Natürlich habe ich erst danach zufällig auf einem alten Rechner drei alphabetisch sortierte Listen für Settings, Charaktere und Events gefunden ... Doch das regt mich jetzt nicht weiter auf, denn gelegentlich funktionieren unsortierte Listen besser, wenn es um Kreativität geht. Ich hatte sogar schon überlegt die Worte auszuschneiden und in einen Lostopf zu werfen ;-) Wenn ich einen Begriff ziehe, muss ich dann, auch wenn es überhaupt nicht zum Manuskript passt, eine Möglichkeit ersinnen, wie ich das einbauen könnte. Die dabei entstehenden Assoziationen können mich dann den entscheidenden Schritt weiterbringen. Alles schon erlebt.

Vielleicht probiert ihr es ja mal aus und berichtet, ob und we es gewirkt hat. Ich bin auf eure Rückmeldungen gespannt!

Ich war gestern zwar irgendwie abgelenkt, aber es ist mir trotz allem gelungen, das ALBATROS-Manuskript um drei Seiten zu verlängern. Es hat nun zwölf Seiten. Dazu kommen noch einmal vier Seiten, die in einem anderen Dokument stecken, weil ich noch nicht sicher bin, ob ich das dort auch unterbringe oder es nur als Hintergrundinformation für mich selbst behalten will.

Die Inhaltsangabe macht auch Fortschritte, und ich bin sicher, dass ich einen bestimmten Punkt, den ich gedanklich noch nicht überschritten habe, sehr bald klarer sehe und darüber hinaus weiterdenken kann, sobald ich auch im Manuskript noch ein Stück weiter bin. Ich lerne die Figuren dabei nämlich noch besser kennen, und das hilft mir dann wieder beim Plotten.

Das Manuskript ist in dieser Form noch als Rohfassung zu verstehen, auch wenn ich manche Passagen sprachlich schon überarbeitet habe. Es kann immer noch sein, dass die geschriebenen Szenen später wegfallen oder an anderer Stelle auftauchen - eben weil der Plot noch nicht steht.

Das zeigt aber auch, dass Schreiben ein dynamischer Prozess ist, den alle Autoren unterschiedlich angehen. Manche Kollegen schreiben von Anfang an aus dem Bauch heraus auf ein bestimmtes Ziel hin. Oder sie haben gar kein Ziel und schauen, wohin die Reise geht. Andere schreiben keine einzige Manuskriptzeile, bevor nicht das gesamte Plotgerüst Szene für Szene steht. Ich benutze eine Mischform, weil sich das bei jedem Projekt wieder bewährt, auch wenn ich am liebsten erst nur am Plot arbeiten und die Figuren gestalten würde. Aber die muss ich eben erst näher kennenlernen und dazu brauche ich die direkte Konfrontation. Obwohl ich ihnen natürlich schon auch Fragen stelle, die unabhängig von der Geschichte sind.

ALBATROS [20101024]

Grafik Ich bin wieder ein Stück mit dem Plot und dem Text vorangekommen.

Montag, 25. Oktober 2010

Ich benutze für meine Exposés sowas wie eine Formatvorlage. Gestern habe ich mir die geschnappt und angefangen das Exposé für ALBATROS zu schreiben. Totale Rohfassung, aber diese "offizielle" Form zwingt mich dazu, genau aufzuschreiben worum es geht.

Da ich auch die Inhaltsangabe geschrieben habe, war ich so im Fluss, dass mir Ideen kamen, die über das hinaus gingen, was bisher im Manuskript steht. Anschließend habe ich die ersten Ideen im Manuskript verewigt, aber da gibt es natürlich noch reichlich zu tun.

Nebenbei lief der Fernseher und einige Worte drangen mir ins Bewusstsein. Die habe ich auf einer Liste verewigt, die ich hervorkramen werde, wenn es im Plot und / oder Manuskript mal wieder hakt. Vielleicht helfen einige der Begriffe der Muse dann auf die Sprünge.

Mir ist bei der Arbeit aufgefallen, dass ich zwar die Grundidee weiterhin im Hinterkopf habe und darauf hinarbeite, dass die Story jedoch fast nichts mehr mit dem gemein hat, was ich mir zu Beginn der Arbeit dazu dachte. Mit der Ursprungsstory aus dem Jahr 2000 sowieso nicht. Es bleibt also spannend. Mal sehen, wohin meine Figuren mich führen werden, bis der Plot endgültig steht.

Was die am Samstag spontan (d.h. auch ohne telefonische Vorwarnung) ausgesendeten Exposés angeht, so kam eben (Montagmorgen, Viertel vor neun) direkt die Rückmeldung, dass sie angekommen seien und sich die Lektorin gemeinsam mit ihren Kollegen darum kümmern würde. So eine schnelle und freundliche Rückmeldung ist beileibe nicht selbstverständlich und versüßt mir den Wochenstart. Bin gespannt.

ALBATROS [20101023]

GrafikWie immer nach einer Unterbrechung (in diesem Fall: der Zürich-Trip) dauert es einige Zeit, bis ich mich in mein Projekt wieder hineingewurschtelt habe.

Samstag, 23. Oktober 2010

Lustigerweise machen meine Figuren gerade ohne mich weiter. Ich habe einen Kerl unterschwellig viel näher kennengelernt, als wenn ich an der Figur bewusst herumgebrütet hätte. Jetzt muss ich das nur mal aufschreiben ;-)

Der Anruf einer Lektorin brachte mir außerdem in Erinnerung, dass ich diverse Kinderbuch-Exposés in der Schublade habe. Kurz nachdem diese fertig waren, flatterten diverse andere Buchverträge ins Haus, so dass ich die Exposés gar nicht mehr abgeschickt hatte. Und da ich so vergesslich bin ...

Jetzt habe ich sie jedenfalls nochmal angeschaut, an kleinen Stellen überarbeitet und in die weite Welt hinaus geschickt. Und prompt habe ich weitere Ideen... Aber neenee, ALBATROS hat Vorrang vor neuen Einfällen.

Ich werde jetzt noch ein bisschen was dazu notieren.


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Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

 

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