Einträge mit dem Tag: Projekttagebuch


Ein echter Szenenplan

Wie bereits im vorherigen Projekttagebuch-Eintrag gesagt, habe ich mich gestern dem Szenenplan von ALBATROS gewidmet. Was mich umso mehr erstaunt, als ich bislang davon überzeugt war, dass ich nicht in der Lage sei, einen solchen zu schreiben.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Lange hatte ich immer wieder wieder versucht ein Szenengerüst zu schreiben, an dem ich mich entlanghangeln könnte, wenn ich das Manuskript dann tatsächlich schreibe. Stammleser wissen, wie ich daran verzweifelt bin. Irgendwann dachte ich, ich könne bestenfalls parallel am Manuskript schreiben und ein bisschen zeitversetzt die nächsten Szenen entwerfen.

Als ich die Arbeit an ALBATROS jetzt wieder aufnahm und vieles Vorhandene einfach rauswarf (Stichwort: Kill your darlings!), beschäftigte ich mich intensiver mit den (Haupt-)Figuren, ihren Beziehungen und Motiven. Und plötzlich schrieb ich nicht am Manuskript weiter, sondern notierte lediglich die Szenen, die auf meine neue (ausformulierte) Einstiegsszene folgen sollten. Und dann folgten (unsortiert) viele weitere Szenen, immer nur ein Satz oder zwei, von denen ich weiß, dass sie für die Handlung wichtig werden. Drei Seiten voll habe ich heute in kurzer Zeit geschrieben und sie zum großen Teil auch in einem zweiten Word-Dokument in die richtige Reihenfolge gebracht. Selbst wenn sie weiter hinten im Manuskript erst auftauchen sollten.

Niemand war überraschter als ich, dass dies so einfach geht und mit einem Mal wie die einzig mögliche Variante erscheint.

Bei dieser Gelegenheit tauchten auch zwei nagelneue Figuren auf. Eine sollte eigentlich nur illustrieren, an welchem Ort sich meine Protagonistin befindet. DIe zweite kam beinahe zwangsläufig dazu, obwohl ich sie gar nicht darum gebeten hatte. Und dann kristallisierten sich beide als ziemlich wichtig für die weitere Handlung heraus - weil sie nämlich Probleme lösen werden, die meine Protagonistin noch bekommen wird. Das sind die Momente, die mich zum Grinsen bringen.

Bei der heutigen Arbeit wurde mir aber auch bewusst, was für ein dickes Stück Kuchen ich mir da auf den Teller gelegt habe: Ich habe eine Trilogie von dreimal rd. 450 Seiten geplant, und die wollen gefüllt werden. Die Protagonisten werden sich auch durch die Gegend bewegen, und das müssen sie möglichst spannend tun, damit meine Leser nicht dabei einschlafen und ich auch selbst beim Schreiben nicht das Interesse daran verliere. Es wird also viele Begegnungen geben und viele Nebenfiguren werden auftauchen. Das ist eine tolle Herausforderung, und ich nehme sie mit Freuden an!

Erinnert mich mal daran, wenn ich später hier herumjammern werde, was ich mir bei dem Projekt eigentlich gedacht habe ;-)

Liebe Grüße

Grafik

Der Plot kommt in die Pötte

Das Switchen zwischen unterschiedlichen Buchprojekten bringt die beiden Haupt-Projekte merklich voran. Da ich das eine überarbeite, während ich ALBATROS weiterhin konzeptioniere und schreibe, kann ich mir die Dinger je nach Stimmung vornehmen.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Solange ich mir alle anderen Manuskripte versagte, tat ich mich relativ schwer mit der komplexen ALBATROS-Plotstruktur. Seit ich gleichzeitig den Krimi überarbeite, kommen mir dabei sogar Ideen für das Fantasyprojekt, die mich weiter voranbringen.

Außerdem habe ich spaßeshalber mal meine alten Schreibratgeber wieder hervorgekramt und dabei festgestellt, dass diese wunderbar als Inspirationsquelle dienen. Ich kann das nur empfehlen, zumal manche Tipps ja im Laufe eines Autorenlebens auch wieder in Vergessenheit geraten.

Jedenfalls habe ich die Erzählstränge inzwischen schon ganz gut ausgearbeitet. Lange Zeit habe ich mit der Struktur gehadert. Ich hatte einen - wie meine Testleser und ich fanden - schönen Anfang. Doch ich habe mich entschieden, die dortigen Ereignisse sowohl den Lesern als auch meiner Protagonistin erst häppchenweise im Laufe der Geschichte zu verraten. Sonst hätte ich da nämlich einen Prolog stehen, und ich habe festgestellt, dass mich Prologe zunehmend nerven. Obwohl - oder weil *g* - ich in meinen Krimis immer einen geschrieben habe. Ich möchte aber die Leser in die Geschichte hineinziehen und nichts erzählen, was sie auch später erfahren können. Nämlich zu einem Zeitpunkt, an dem das viel spannender ist. Denn ich hätte bei der alten Variante tatsächlich schon viel zu viel verraten.

So puzzle ich stattdessen herum, wann und wie ich diese Informationshäppchen streuen kann. Und das macht eine Menge Spaß! Und ist das nicht die Hauptsache am Schreiben? Ich bin der Meinung, dass auch Leser merken, ob der Autor Spaß an seiner eigenen Geschichte hat oder ob er nur ein Soll erfüllt.

Wer neu in meinem Blog ist, wird sich vielleicht wundern. Ich erwähne ja gerne mal, dass ich bereits fünfzehn Bücher geschrieben und veröffentlicht habe, und was ich gerade blogge, klingt ein wenig so, als stünde ich völlig am Anfang. Die bisherigen Veröffentlichungen hatten jedoch maximal 230 Buchseiten Umfang, und da ist es nicht möglich eine solch komplexe Plotstruktur unterzubringen, wie sie auf rd. 1.200 Seiten funktioniert. Daher ist dies in gewisser Weise auch Neuland für mich.

Ich denke, ich kann auch langsam verraten, dass es kein reiner Fantasyroman werden soll und schon gar keine High-Fantasy. Die Liebhaber dieses speziellen Genres mögen mir verzeihen, aber ich habe Probleme damit, wenn ich erst eine völlig neue Sprache lernen oder mich zumindest durch höchst ungewöhnliche Namen mit vielen Bindestrichen, Apostrophen oder sonstigen Lese-Erschwernissen kämpfen muss. Und auch völlig erfundene Welten reizen mich nicht.

Klar, auch ich habe meinen Tolkien gelesen. Und zwar war das Anfang der 80er, Der kleine Hobbit und Herr der Ringe noch in der alten Fassung. Und so weit ich mich erinnere, hatte ich auch meinen Spaß daran. Ein guter Freund hatte mich darauf gebracht, wir tauschten uns darüber aus und ich mochte es. Als Jahrzehnte später die Verfilmungen im Fernsehen liefen, wusste ich nicht einmal mehr, wer da alles mitspielte, und um was es eigentlich ging. Um den Ring, klar, aber die restliche Geschichte war völlig aus meinem Gedächtnis verschwunden. Vermutlich, weil es nichts "Reales" gab, an das ich mich klammern konnte. Denn es gibt diverse Bücher, bei denen ich auch nach zwanzig Jahren noch genau weiß, was da los war.

Also keine High Fantasy bei ALBATROS. Eher Urban Fantasy bzw. Magischer Realismus, allerdings mit einer historischen Ebene, die mir besonders viel Freude bereitet.

Magischer Realismus in der Literatur, das charakterisiert Wikipedia folgendermaßen:

Der magische Realismus vermischt die Grenzen zwischen Realität und Phantasie. Volkskultur, Mythologie, Religion, Geschichte und Geographie verschmelzen in den Texten und sind immer erkennbar. Er kombiniert zwei Konzepte, die in den Industrienationen als gegensätzlich gelten: Realität und Mythologie/Phantasie/Magie – doch der Gedanke ist, dass diese beiden im Sinne eines Balanceakts sehr wohl nebeneinander existieren können und nicht zwangsweise im Konflikt stehen.

Und ich denke, das trifft ALBATROS ziemlich genau.

Jetzt wisst ihr also schon wieder ein bisschen mehr über ALBATROS und ich widme mich jetzt weiterhin meinem Szenenplan :-)

Liebe Grüße

Grafik

ALBATROS [20111026] Weiter geht’s!

Grafik Die Stammleser unter euch haben sich möglicherweise gefragt, weshalb ich länger nichts zu ALBATROS geschrieben habe, und die neuen Leser werden sich fragen: ALBATROS? Hä? Wat'n dat fürn komischer Vogel?

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Also, für die Neuen: ALBATROS ist der Arbeitstitel eines Buchprojekts, in dem bisher kein einziger Vogel vorkommt ;-) Aber irgendwie wollte ich das Projekt-Tagebuch hier im Blog benennen, ohne zu viel vorab zu verraten. Und für die Stammleser: Es gab nichts zu schreiben, weil die Arbeit an ALBATROS für andere Projekte zurückgestellt werden musste. Leider. Denn als ich die Arbeit kürzlich wieder aufnahm, las ich die vorhandenen 90 Seiten, als hätte sie jemand anders geschrieben.

Nun ist es durchaus sinnvoll, ein Manuskript für einige Wochen liegen zu lassen, um tatsächlich eine gewisse Distanz zum Text zu erreichen. Allerdings handelte es sich hierbei um mehr als nur ein paar Wochen, und wenn man meine notorische Vergesslichkeit zugrunde legt, kann sich jeder vorstellen, dasss ich mich nun komplett neu einarbeiten muss.

Die Schlüsselszenen, die mich z.T. seit elf Jahren begleiten (denn so alt ist die Kernidee schon), habe ich natürlich noch gut im Kopf. Aber einige der neuen Figuren mussten sich mir nochmal neu vorstellen. Dabei ergaben sich allerdings überraschende Aspekte, die mich wieder ein Stück vorangebracht haben. Überdies ermöglicht mir der Abstand eine ganz andere SIchtweise auf den vorhandenen Plot, und ich werde wohl einiges wieder umwerfen, bevor ich mit dem Grundgerüst zufrieden bin.

Ich hatte hier im Blog bereits erwähnt, dass meine Herangehensweise eine Mischung aus Bauchschreiben und Gerüstschreiben ist. Das bedeutet, ich muss eine Weile am Text mehr oder weniger drauflosschreiben, nur mit einer Idee im Hinterkopf. Währenddessen wird mir klarer, wo ich eigentlich hin will und DANN entsteht das Gerüst für das Exposé. Die Schwierigkeit bei ALBATROS liegt v.a. darin, dass ich das Projekt als Trilogie konzipiere. D.h., ich muss die Spannungsbögen nicht nur für ein Buch anlegen, sondern, zumindest grob, für drei Bücher.

Bisher kam das noch nicht vor, denn meine drei Girls in Love-Bände waren ja ursprünglich als Einzelbände konzipiert. Ich hatte zwar grob skizziert, wie ich mir das weiter vorstellen könnte, aber beim Schreiben von Band eins spielte das weitere Schicksal der Protagonistinnen keine Rolle, da die Bände ohnehin in sich abgeschlossen zu lesen sein mussten, ebenso wie die Kinderkrimis oder die Kappe-Krimis, obwohl auch diese zu einer Reihe gehören.

Diesmal also eine Trilogie.

Es ist ziemlich spannend für mich, nun wieder in diese Welt abzutauchen, und ich kann es kaum erwarten diesem "Baby", das nun schon so lange als Idee in meinem Kopf herumspukt, zum Krabbeln zu verhelfen.

Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

 

über 10 Jahre writingwomans Autorenblog

Flattr this Mit flattr mal für writingwomans Autorenblog spenden,
als kleines Dankeschön für die Inhalte.
Wie es geht, steht hier.

Themenspecial: Wie schreibe ich ein Buch?

Grafik

 

Q & A - Verlag finden

Empfehlungen

...

Follow Me on Pinterest

 

 

Grafik

 

MEIN TWITTER-BLOG: Treffpunkt Twitter

Grafik

Blogverzeichnisse Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blogverzeichnis