Buchtipp: Mundpropaganda-Marketing

Dienstag, 16. September 2008


„Hören Sie auf, normal zu sein!"

Das ist die wichtigste Message, die ich aus dem neuen Buch von -> Bernd Röthlingshöfer mitgenommen habe. Unterhaltsam und wie immer fundiert, erklärt er auf 200 Seiten, was er damit meint und auf welche Weise der Leser dies umsetzen kann.

Auch wenn der Satz so klingt - Bernd Röthlingshöfer beschreibt in seinem Buch nicht den schnellsten Weg in die Irrenanstalt. Man kann sich das denken, wenn man weiß, dass er kein Psychiater sondern Marketing-Experte ist. Und dann wird auch klar, dass es schlicht darum geht, bei anderen Menschen im Gedächtnis zu bleiben:

Mundpropaganda-Marketing. Was Unternehmen wirklich erfolgreich macht.


Das wollte ich natürlich auch gerne wissen und habe das Buch unter dem Aspekt gelesen, was ich als Autorin eventuell davon mitnehmen kann.

Bernd Röthlingshöfer ist ein Marketingexperte der besonderen Art. Nicht die Old-School Werbung ist sein Spezialgebiet, sondern ungewöhnliche Werbeformen, die möglichst wenig Kosten verursachen, gleichzeitig jedoch große Wirkung erzielen. Mit „Mundpropaganda-Marketing" ist kürzlich sein viertes Buch zum Thema erschienen.

Mundpropaganda, das haben wir ja alle schon mal gehört.
Wikipedia meint: „Der Begriff Mundpropaganda steht für die Verbreitung von Informationen oder Empfehlungen durch mündliche Weitergabe im persönlichen Gespräch ‚von Mund zu Ohr', also in ungesteuerter, nicht flächendeckender Weise."

Der Haken an der Sache steht schon mit in der Definition: Mundpropaganda verläuft ungesteuert.

Und doch gibt es Tricks, wie man ein wenig nachhelfen kann.

Netzwerke spielen dabei natürlich eine besondere Rolle, denn wo viele Leute zusammenkommen – völlig unabhängig davon, ob das on- oder offline geschieht – da tauscht man sich aus. Und zwar über Bemerkenswertes. Und was bemerkt man? Nicht die Dinge, die sich seit Ewigkeiten nicht verändern. Aber die pinkfarbene Bushaltestelle unter lauter gelb-weißen, die fällt garantiert auf.

„Alda, hast du die rosa Haltestelle ehmt gesehen?" „Ej, krass, ist die schwul oder was?", so würden unsere lieben Pubertisten das vermutlich kommentieren und die außergewöhnlich gefärbte Haltestelle vielleicht künftig sogar als Treffpunkt nutzen, weil es schneller geht zu sagen: „Wir treffen uns an der rosa Halte", als „Wir treffen uns an der Haltestelle Niemeyerstraße Ecke Wurzelzwergweg." Also: Haltestelle fällt auf und spricht sich herum.


Das ist es, was Bernd Röthlingshöfer meint, wenn er sagt: „Hören Sie auf, normal zu sein!"


Den Kunden zu überraschen, was bei Autoren wohl in erster Linie „Leser oder Buchändler überraschen" bedeuten dürfte, ist ein wichtiger Punkt. Nicht die 1.000 Weihnachtskarte schreiben, sondern etwas Unerwartetes tun, aus der Masse herausragen.
Wenn man besonders gut ist, oder den Nerv der Zeit trifft, hat dies schon immer für Mundpropaganda gesorgt. Am ehesten ist das wohl in der Popmusik zu beobachten, weil es gerade in der oben zitierten Gruppe der 14 bis 20jährigen einfach DAS Thema ist, zu wissen, was angesagt ist und auch mal Geheimtipps auszutauschen, die dann bald keine mehr sind. Denn dann hat die Mundpropaganda den gewünschten Effekt erzeugt. Wenn man gerade nicht mehr so gut ist, helfen Skandale weiter, die ja auch eine Art Überraschung sind. Wenn man nicht mehr im Gespräch ist, lässt man sich eben betrunken ohne Slip in einem Auto ablichten, und schon steigen die Plattenverkäufe wieder.

Ich habe jetzt nicht vor, nackt durch die Straßen zu laufen, nur mit dem aufgemalten Cover meines Buches auf dem Hintern, aber hilfreich wäre es unter Umständen schon ;-)

Bei Büchern ist vielleicht eher eine gewisse Legendenbildung von Vorteil, um das Gespräch anzukurbeln. Die Story, von der allein erziehenden Mutter, die in Cafés auf Servietten ihr Buch schrieb hat sicher nicht unwesentlich zum Erfolg von Harry Potter beigetragen. Ob die Geschichte wahr oder erfunden ist, spielt hierbei keine Rolle.

Wie so etwas angestoßen werden kann, dazu gibt es diverse Beispiele in diesem Buch, und Bernd Röthlingshöfer erläutert verschiedene Strategien, wie zum Beispiel die, die Kunden zum Mitmachen zu bewegen. Man kann den Kunden einen Mehrwert bieten, sie einem erlauchten Kreis angehören lassen, etc.

Ich möchte nicht dem ganzen Inhalt vorgreifen, sondern lieber direkt zum Fazit vorstoßen:

Auch wenn ich nicht zur im Titel angesprochenen Zielgruppe gehöre: Allein beim Lesen sprudelten die Gedanken nur so, wie ich als Autorin die erläuterten Maßnahmen umsetzen könnte. Denn das geht absolut. Dass Bernd Röthlingshöfer einen sehr angenehm lockeren Schreibstil hat, ist neben den wertvollen Informationen sozusagen der Mehrwert :-)

Mein Befehl an alle, die etwas zu vermarkten haben, lautet daher: Kaufen!

Bernd Röthlingshöfer
Mundpropaganda-Marketing. Was Unternehmen wirklich erfolgreich macht.
Beck Wirtschaftsberater im dtv
ISBN: 3-423-50914-5
200 Seiten
10,00 Euro


Seite 18 von 18 Seiten insgesamt. « Erste  < 16 17 18

Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

über 10 Jahre writingwomans Autorenblog

Flattr this Mit flattr mal für writingwomans Autorenblog spenden, als kleines Dankeschön für die Inhalte.
Wie es geht, steht hier.

Themenspecial:
Wie schreibe ich ein Buch?

Grafik


Q & A - Verlag finden

Empfehlungen

...

Follow Me on Pinterest

Grafik

MEIN TWITTER-BLOG:
Treffpunkt Twitter

Grafik



Blogverzeichnisse
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blogverzeichnis blogwolke.de - Das Blog-Verzeichnis