Einträge mit dem Tag: Fernsehen


Gastbeitrag: Liebeserklärung an den Tatort

Grafik Wie schon 2011, stand auch am Jahresende 2012 wieder das Textinen-Blogwichteln an. Diesmal haben wir es jedoch wegen akuten Weihnachtsstresses mit der Deadline nicht so eng gesehen und so freue ich mich mich, heute Textine Jutta Scherer im Autorenblog begrüßen zu dürfen. Sie hat ein Thema gewählt, das bestens zu mir als Krimiautorin passt:

Montag, 07. Januar 2013

Tatort und kein Ende. Und das ist gut so!

Eine Liebeserklärung. Von Jutta Scherer

Mit dem Tatort haben wir das Alte Jahr verabschiedet, mit ihm haben wir das Neue begrüßt, gleich gestern folgte die nächste Episode. Ich war jedes Mal dabei, auch wenn mir am Neujahrstag das Wachbleiben schwer fiel… Den Tatort verpasst man eben nicht. Sonntags ist er Pflichttermin – für mich und Millionen andere.

Warum ist das so? Darüber haben sich schon viele kluge Menschen Gedanken gemacht – meist aber aus neutraler Distanz. Die habe ich nicht: Ich melde mich hier als glühende Anhängerin zu Wort. Was also macht den Tatort für mich einzigartig?

Erstens: die Erzählqualität. Wohl kaum eine andere Serie glänzt immer wieder mit so herausragenden Drehbüchern, meisterhaft umgesetzt von Top-Regisseuren und Darstellern. Regelmäßig werden gesellschaftliche Themen aufgegriffen, die unter den Nägeln brennen. (Oder brennen sollten.) Blutrausch, perverse Frauenquäler und Massenmörder – beliebte Sujets in US- und skandinavischen Krimis – bleiben beim Tatort die Ausnahme: Hier werden keine Grausamkeiten zelebriert, sondern Geschichten über Menschen erzählt. Im Vordergrund steht die Psychologie von Täter und Ermittlern, ihr soziales Umfeld. Die kleinen Tragödien des Alltags, die Emotionen, die ganz normale Menschen den Kopf verlieren lassen, die Intrigen und Eifersüchteleien hinter Deutschlands Jalousien. Kurz: Der Tatort hat etwas zu sagen. Er bietet intelligente Unterhaltung.

Zweitens: der einzigartige Mix aus Vielfalt und Kontinuität. Woche für Woche kann ich mich auf wechselnde Teams und Orte freuen – und mich dabei doch auf ein bewährtes Gesamtkonzept verlassen. Ich kenne die Grundzutaten, und dennoch wird nichts eintönig. Zumal mit den Drehorten und Darstellern auch Autoren, Regisseure und Kameraleute wechseln. Damit liefert der Tatort auch ein, wie ich finde, hervorragendes Beispiel für eine starke Marke: Wer wäre wohl nicht in der Lage, spontan ein paar unveränderliche Merkmale der Serie aufzuzählen? Und das, obwohl jedes Produktionsteam seiner Folge einen ganz eigenen Stempel aufdrückt.

Drittens: Tatort ist wie Familie. Diesen Sonntag die Hamburger? Prima, mag ich. Von Leipzig dagegen bin ich öfter mal genervt, aber zuweilen überraschen sie mich… Ja: So, wie ich in der Verwandtschaft den einen lieber trifft als die andere, so sind mir die Ermittlerteams unterschiedlich sympathisch. Und das Gute daran: Keines davon kann mir wöchentlich auf den Geist gehen. Es bleibt beim gesunden, nie ganz vorhersehbaren mehrmonatigen Rhythmus, der die Wiedersehensfreude umso mehr verstärkt. Lange waren die skurrilen Münsteraner meine Lieblinge. Wären sie aber wöchentlich über den Schirm geflackert, hätte mich das ziemlich angestrengt. Erst recht seit der Posse vom letzten Dezember. (Börne und Thiel: Ich hab euch lieb, aber ich brauch jetzt erst mal ne Pause von euch…) Andererseits – auch das ist Tatort: Wir verzeihen ihnen. Solange sie sich in der nächsten Folge wieder fangen.

Viertens: Tatort atmet regionalen Geist. Okay, okay – ich weiß, das tut er nicht immer ganz authentisch. Mein Onkel kann sich zum Beispiel sehr darüber ereifern, dass im Ludwigshafener Team nur eine Einziger – der Kriminaltechniker – wirklich Vorderpfälzisch spricht. Von den Ermittlern tut das keiner (Kopper klingt sogar nach Berlin); die Sekretärin babbelt Hessisch. Ähnliches gilt auch für andere Teams. Aber egal. Fakt bleibt: Der Tatort beleuchtet regionale Eigenheiten. Dass er von von unterschiedlichen Sendeanstalten produziert wird, hat man gekonnt zum besonderen Merkmal ausgebaut. Auch das hebt die Serie gegenüber anderen ab: Sie spiegelt die regionale Vielfalt im deutschsprachigen Raum – oft mit einem Augenzwinkern.

Die drei Tatorte zum Jahreswechsel lieferten für alles Gesagte wunderbare Beispiele: drei sehr unterschiedliche Erzählweisen, aber alle drei erste Sahne. Ich hoffe, von der Sorte bekommen wir noch viel, viel mehr zu sehen! Und freue mich schon auf Ulmen, Tschirner, Schweiger und alle anderen, die wir sonntagsabends bei ihren Ermittlungen begleiten dürfen.

***

GrafikJutta Scherer schreibt, redigiert und übersetzt für Firmenkunden verschiedener Branchen. Klarer Schwerpunkt sind Texte für interne und externe Unternehmenskommunikation – vom Geschäftsbericht bis zur Website. (Texte über Freizeitthemen schreibt sie nur gelegentlich und nur zum Vergnügen oder für liebe Kolleginnen. :-)) Mit ihrem Redaktionsbüro JS textworks ist Jutta seit 11 Jahren selbständig. Zuvor war sie lange als Communication Specialist bei einer großen Managementberatung beschäftigt. Jutta lebt und arbeitet in München.

Videotipp für Fantasy-Fans

Drei der erfolgreichsten deutschen Fantasyautoren, setzten sich im ZDF bei "Volle Kanne" an den Frühstückstisch und beantworten Fragen des Moderators und der Zuschauer.

Dienstag, 24. November 2009

Heute Morgen konnte ich das Fantasy-Frühstück mit Tanja Heitmann, Markus Heitz und Kai Meyer leider nicht sehen, aber das ZDF ist erstaunlich schnell dabei, und hat die Sendung bereits ins Archiv gestellt.

Eine wirklich interessante Sendung, vor allem natürlich für Fans, aber auch für Autoren, die am Anfang ihres Schaffens stehen, weil auch Tipps gegeben werden. Man erfährt aber auch sehr viel zum Hintergrund der drei Fantasy-Stars.

Eine halbe Stunde informative Plauderei - es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen.

Das Drehbuch-Business

Wie das Fernsehen Autoren vernichtet.
Dieser Beitrag (gefunden via Drehbuchautorenforum) passt doch gut zur Heidenreich - MRR-Debatte, zum Deutschen Fernsehpreis und zum deutschen Fensehen überhaupt.

Freitag, 24. Oktober 2008

Ich hatte mit verschiedenen Drehbuchautoren näher zu tun, und auch meine eigenen Kontakte zu Produktionsfirmen bestätigen das, was im Artikel gesagt wird.

Anfangs genügt ein falsches Wort (von dem man nicht wusste, dass man es nicht hätte sagen sollen, obwohl das gute Recht gebietet es zu sagen) um eine potenzielle Zusammenarbeit nachhaltig zu verhindern.

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Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

 

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