Plotten mit Mindmaps und Notizbuch

Drüben bei mama-im-job.de habe ich vor nicht allzu langer Zeit noch vollmundig behauptet, dass Mindmaps nichts für mich wären, weil ich mich immer von der Form ablenken ließ, anstatt die Kreativität fließen zu lassen und mich um den Inhalt zu kümmern. Nachdem ich diesen Beitrag schrieb, habe ich mein Mindmap-Programm wieder ausgegraben und dem Ganzen nochmal ne Chance gegeben. Und nun stelle ich fest, dass ich damit auch wunderbar plotten kann!

@writingwoman bei Twitter am 26. März 2019 über Mindmaps zum Plotten.

Ich habe an sehr vielen Stellen in diesem Blog darauf hingewiesen, welche Schwierigkeiten ich mit dem Plotten habe. Ich wäre immer gerne ein Superplotter wie Kai Meyer gewesen, der sich selbst sehr ausführliche Exposées schreibt und damit im Prinzip immer weiß, was dran ist, wenn er sich morgens an den Schreibtisch setzt um weiterzuschreiben. 

Mit diesem "Ich will aber Plotter sein!"-Anspruch habe ich mir ein Bein gestellt, weil es eher meine Natur ist, einfach mal loszuschreiben und den Plot immer nur ein Stückchen vorneweg "flattern" zu lassen. Soll heißen: Ich schreibe was und plane nur ganz grob die nächsten Schritte. So habe ich immer schon geschrieben und mittlerweile hatte ich mich eigentlich auch in mein Schicksal ergeben.

Aktuell lese ich zum x-ten Mal das, was ich von #CATC2 schon habe, um diesem doch schon recht betagten Manuskriptteil gefühlsmäßig wieder näher näher zu kommen. Ich habe viel überarbeitet und auch schon einiges ergänzt, war aber nicht so kontinuierlich dran, wie ich es gebraucht hätte um das Buch nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen.

 

An dieser Stelle ein dickes Sorry an alle, die schon auf den Nachfolger von Wer zuletzt lacht, lebt noch warten. Ich hatte mein Arbeitstempo überschätzt und habe noch andere Baustellen, bin jetzt aber eifrig dran. Ich war echt ein bisschen verstört, als eine Kollegin von Kind 2 ganz fröhlich verkündete, wie sehr sie sich freut, dass der zweite Band dann jetzt ja gleich erscheint. Wie gesagt: Ich bin jetzt dran und es ist ja auch schon mehr als die Hälfte.

 

Aber zurück zum Thema: Nachdem ich beim erneuten Durchlesen des Manuskripts immer noch mit einigen Fakten durcheinander gekommen bin, habe ich mir mein Notizbuch geschnappt und Seiten für meine Protagonisten angelegt:

Mein Notizbuch für #CATC2. Foto: Petra A. Bauer 2019

Andere Autoren nutzen dafür Charakterbögen. Das habe ich auch mal versucht, und ich habe auch diverse Vorlagen auf meinem Rechner. Aber sobald ich Vorgaben lese wie: "Augenfarbe", "Familienstand", "Davor habe ich Angst", "Das mag ich", bin ich komplett blockiert. Dann fällt mir nüscht mehr ein. In mein Notizbuch schreibe ich Dinge so, wie sie mir gerade in meinen Strubbelkopf kommen. Zum Beispiel warum Robina jetzt dort wohnt, wo sie wohnt und nicht mehr in der Kastanienallee. Dazu hatte ich dann noch eine weietre Idee und ich dachte - Halt! Es wird Zeit für eine Mindmap!

Ich legte also los und plötzlich hatte ich einen Nebenstrang, der sich voraussichtlich über zwei Bände ziehen wird. Für mich ist diese Buchreihe nämlich eine Serie im doppelten Sinn. Ich mag es, wie Drehbuchautoren Serien nach dem ABC-Schema anlegen: A ist der aktuelle Fall, der in der jeweiligen Folge die Hauptrolle spielt. B ist eine Nebenhandlung, die sich über zwei oder mehr Folgen zieht. C ist die Hintergrundhandlung, die die gesamte Serie trägt. Mag sein, dass die Buchstaben auch genau andersherum waren, aber das Prinzip ist sicher klar. Und da man mir schon häufiger gesagthat, ich würde filmisch schreiben*, möchte ich mich natürlich auch bei meiner Buchserie an die Spielregeln halten. Außerdem macht es das Ganze vielschichtiger und interessanter.

*Nicht umsonst wollte eine Produktionsfirma 2007 aus WZLLN für die ARD eine Vorabendserie machen. Dass das nicht geklappt hat, liegt an Entscheidungen und Strukturen die systemimmanent sind und damit bin ich in bester Gesellschaft mit vielen anderen Autoren, die letztlich auch an den TV-Redaktionen gescheitert sind.

Ich lege also die Struktur in der Mindmap im Wechselspiel mit dem Notizbuch an und führe die Fakten im Notizbuch noch weiter aus, was mich wieder auf neue Ideen für die Mindmap bringt. So befruchtet sich das alles gegenseitig und ich komme tatsächlich voran ohne direkt im Manuskript zu schreiben. Offenbar bin ich rein zufällig mit der Notizbuch-/ Mindmap-Methode dem Dasein eines Plotters näher gekommen.

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WARUM NOTIZBUCH?

Ich habe natürlich mein Lieblingsprogramm EVERNOTE für meine Notizen. Und ich habe darin auch schon unzählige Wörter in eine Notiz mit Namen "Schreibtagebuch" getippt. Dort lasse ich meinen Gedanken zu Buchprojekten freien Lauf und habe so versucht, dem jeweiligen Plot auf die Sprünge zu helfen. Das hat nur mäßig geklappt.

Eine andere Methode, die ich schon ewig anwende, ist Folgende: Ich schreibe meine Anmerkungen direkt ins Manuskript. Jeder Anmerkung stelle ich ein XXX voran, damit ich die Stellen mit der Suchfunktion ganz leicht finden kann. Das hat mir 2005 meine damalige Lektorin als Tipp gegeben und der ist echt Gold wert. Als ich das #CATC2-Manuskript kürzlich meiner Freundin Ines zu lesen gab, fand sie meine Art zu arbeiten sehr interessant, wil sie das so noch nie gesehen hatte. Nun bekommt sie als Lektorin alledings auch selten ein halbes Manuskript in Rohfassung zu lesen, sondern fertige Texte, die von den Autoren schon zigmal überarbeitet wurden und natürlich ohne Anmerkungen verschickt werden. Aber trotzdem scheint meine Methode doch eher ungewöhnlich zu sein.

Nun sind es im aktuellen Projekt allerdings so viele Anmerkungen geworden, dass ich damit eben auch nicht mehr sonderlich effektiv arbeiten kann. Das handschriftliche Notieren hilft mir dabei, die Dinge klarer zu sehen und in Kombination mit der Mindmap Struktur hineinzubringen.

Und jetzt nutze ich aus, dass es hier immer noch ruhig ist und hüpfe zurück zum Manuskript, damit ihr nicht noch länger auf Band 2 von Crime and the City warten müsst.

Habt ihr schon das Appetithäppchen und das Texthäppchen gelesen?

Liebe Grüße

Petra

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