Begegnungen

Wie, Sie kennen Wolfgang Schindler nicht? Der war mal bei 'Wetten dass….' und 'Außenseiter Spitzenreiter', jawohl. Und zwar, weil er jede noch so winzige Straße in Berlin mitsamt Postleitzahl kennt und beschreiben kann, wo sie liegt.
Also, nicht, dass ich ihn gekannt hätte. Ich habe ihn heute kennen gelernt. Ich wollte ihm nämlich einen Sitzplatz anbieten, dem alten Herrn, in der S-Bahn, als ich mit rd. 50 Kindern und 2 Lehrerinnen unterwegs zum 'Theater an der Parkaue' war, 'Krabat' schauen von Otfried Preussler.
Er wollte den Sitzplatz nicht. Sagte, er wolle anstatt zu sitzen lieber reden, und ob wir ihn nicht aus dem Fernsehen kennen würden.
- Nein, nicht wirklich.
Und dann folgte obige Information. Anschließend verlangte er unsere Straßennamen zu wissen und beschrieb alles minutiös und genau richtig. Keine Straße war ihm unbekannt. Währenddessen schmunzelten die Menschen in der S-Banh sich gegenseitig an. Es war eine äußerst freundlich Stimmung. Am Ende ließen sich die Kinder von Herrn Schindler Autogramme auf ihre BVG-Fahrscheine geben.
Umsteigen.
Mein jüngstes Kind war bereits in der S-Bahn und beugte sich zu einem jungen Hund hinunter. Mein Kind liebt Tiere und wollte sich offenbar in die Nähe des Hundes setzen. Der Hundebesitzer ging sofort auf sie los, schob sie weg, pöbelte sie an, woraufhin ich die Kleene natürlich verteidigte. Der Besitzer hate einen 3-Tage-Bart auf dem Kopf (vermutlich war der Glatzen-Rasierer kaputt), und hatte auch sonst alle Attribute, die das Vorurteil "rechte Ratte" in meinem Hirn aufblinken ließen. Sorry, so ist das eben, ich bin auch nur ein Mensch.
Er solle mein Kind in Ruhe lassen verlangte ich. Er pöbelte herum, er wolle nicht Schuld sein, wenn sie gebissen würde. Ich weiß nicht, weshalb das nette Hundchen dies hätte tun sollen, wenn ich ehrlich bin. Es sei denn, er hätte das Tier auf mein Kind gehetzt, und er sah aus, als hätte er genau dies eigentlich gerne getan. Ich riet ihm, den Hund dann nächstens nicht ohne Maulkorb in öffentlichen Verkehsmitteln zu transportieren. Als "Antwort" (irgendwie hatte ich jeweils Probleme, seine Erwiderungen als sinnvoll einzuordnen) bekam ich, das sei doch ein junger Hund, ob ich das nicht sehen würde.
Aha. Es gibt offentbar keine Maulkörbe in Hundekindergrößen oder was?
Er stieg dann bald aus, und das letzte, was er sagte war: "Scheiß Pädagogen!"
Tja, nur, dass er da bei mir an der falschen Stelle war, denn - was bin ich froh! - ich bin nicht für die 50 Kinder verantwortlich, sondern nur für vier. Und davon waren auch nur zwei dabei.
Wenigstens war die 'Krabat'-Inszenierung sehr schön, wenn auch das Ende ein wenig einfallslos war. Ein Kuss. Ein dramaturgisches No-No, wie ich finde. Ansonsten aber alles sehr rund und für die Kinder verständlich (mal abgesehen davon, dass sie Gevatter Tod nicht als solchen erkannt haben, wie ich auf einem Klogespräch mithören konnte).
Insgesamt ein interessanter Vormittag, der mir zum wiederholten Male bewies, dass die Dichte der Irren stetig zunimmt, je mehr man sich der Innenstadt nähert ;-)
Sei's drum.

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