Lebenslanges Lernen

Habe ich eigentlich mal erwähnt, wieso ich meinen Job so liebe?
Abgesehen, von Reichtum, Ruhm und Ehre? *just kidding*
Klar, ich schreibe grundsätzlich gerne, fabuliere, lasse mit meinen Gedanken Figuren und Welten entstehen - das ist schonmal sehr schön. Auch wenn es so manches Mal nicht meine eigenen Gedanken zu sein scheinen, die wie von Zauberhand auf dem Bildschirm auftauchen. Ich lasse mich - in den Grenzen des Plots; soviel Figurenerziehung muss sein! - gerne überraschen, was meinen Protagonisten mal wieder einfällt. Das macht Spaß und ist manchmal gruselig, auf jeden Fall wird es nicht langweilig.
Was ich aber besonders schätze, ist das quasi wissenschaftliche Arbeiten, das ich ja schon von der Uni her kenne.
Es ist jedesmal eine neue Herausforderung, wenn ich mich in neue Themen einarbeiten kann. Das beschränkt sich ja nicht auf non-fiction; auch im Fiction-Bereich gibt es genügend Gebiete, auf denen ich mich fortbilden kann. Z.B. Geschichte und Geografie. Das glaubt einem natürlich kein Mensch, der womöglich noch die Schulbank drückt, und vor Langeweile unter den Tisch rutscht, wenn der Geschi-Lehrer wieder was überaus "Spannendes" über irgendwelche Merowinger oder Karolinger oder Bolschewiken oder Karl den Kahlen erzählt.
Das ist auch völlig natürlich, weil diese Begebenheiten keine emotionale Verknüpfung bieten. Ob es Karl den Großen jemals gegeben hat, oder - wie eine andere Theorie besagt - dieser mitsamt 300 Jahren Mittelalter vom Klerus einfach so erfunden wurde, das ist mir zunächst mal völlig wurscht. Schlechtes Beispiel, das gebe ich zu, weil diese Dazuerfindungsgeschichte schon recht spannend auf mich wirkte, aber grundsätzlich ist es mir egal, warum irgendein Mensch, der vor vielen hundert oder tausend Jahren lebte, irgendetwas gemacht hat.
Nicht mehr als eine Randnotiz im Lauf der Zeit.
Wenn ich mir aber einen Ort oder eine Zeit herauspicke, und versuche ein einzelnes Schicksal mit Leben zu füllen, dann bin ich irgendwann emotional berührt. Dann will ich wissen, wie sah er aus? Was hat er gerne gegessen? Hatte er eine Familie, eine Geliebte, oder gar mehrere? Hatte er einen wunden Punkt, eine Schwachstelle? Das gilt natürlich auch für historische weibliche Persönlichkeiten. Was hat sie gedacht, wenn sie sich morgens ihr Haar gekämmt hat? Wen hat sie im Spiegel gesehen? Was waren ihre Abgründe?
Dabei ist es unerheblich, ob man wirklich Fakten zu den Charakterzügen findet. Man kann aber aus dem vorhandenen Wissen Schlüsse ziehen. Wenn zu wenig über eine Person bekannt ist, dann kann die dichterische Freiheit auch noch weiter gehen. Dann strickt man sich den Grund für das Waterloo eben selbst. Dadurch werden die Figuren lebendig, ich erkenne geschichtliche Zusammenhänge, und - oh Wunder! - kann sie mir dann auch MERKEN.
Und ganz nebenbei frische ich auch meine Schreibkenntnisse weiter auf. Jeder Autor lernt im Laufe seines Schreiblebens weiter dazu, verfeinert Techniken, wendet andere Stilmittel an. Dies alles macht den Beruf des Autors zu einem der schönsten der Welt. Geschichten erzählen, lebenslang lernen und damit Menschen erfreuen. Wie ich das tue, und wie ich mir die Arbeit einteile, liegt allein in meiner Hand.
Was will ich mehr?

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Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

 

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