Element of Crime in Berlin - Konzertbericht und so

Als wäre es in den letzten Nächten nicht schon spät genug gewesen, haben wir uns also gestern auf den Weg zu -> Element of Crime gemacht.
Schließlich hatten wir die Karten ja schon seit Januar oder so, und sowas lässt man ja, trotz leichter Verschleißerscheinungen *g* nicht einfach sausen.
Zuvor den Liebsten von einem Meeting aus dem Holiday Inn abgeholt. Sollte es mir zu denken geben, dass auf dem Weg dorthin neben mir ein Auto hielt, in dem zwei Kerle saßen, die mich fragten, wo ich denn hinwolle? Ähem.
Genialen Parkplatz an der Arena gefunden (ja, das ist durchaus erwähnenswert in dieser Stadt!), und Einlass war auch schon, allerdings war in der riesigen Halle fast noch niemand drin, sodass wir wunschgemäß wieder in der ersten Reihe stehen konnten.
Apropos riesig, das Foto entstand nach dem Konzert, nur damit Ihr mal einen kleinen Eindruck davon bekommt, was wir nicht gesehen hätten, hätten wir hinten gestanden:
Element of crime, 27.3.2006, Arena Berlin Die Vorgruppe war Home of the Lame, das hab ich mir gemerkt, nachdem der Sänger es mindestens fünfmal erwähnt hatte ;-) Englische Texte von einer deutschen Band, solider Rock, von der Art ganz gut zu EOC passend, aber nix Aufregendes, für meinen Geschmack. Ich stehe derzeit ohnehin mehr auf deutsche Texte. Auch als EOC die englischen Lieder sag, kam mir das so austauschbar vor. Deutsch kann man eindringlicher singen, finde ich, aber wie gesagt, das ist halt alles nur meine Meinung.
Element of crime, 27.3.2006, Arena Berlin Jau, und dann kamen sie und legten auch gleich mit Straßenbahn des Todes los, das Lied, bei dem ich diese Zeile liebe (wo er in der Straßenbahn steht): Und wenn du einsteigst bin ich lang schon eng befreundet mit den Leuten, die auf meinen Füßen steh´n. Sven Regener, Element of crime, 27.3.2006, Arena Berlin Das nächste Foto mag ich besonders, weil die Meute der Fotografen vor meiner Nase die Atmosphäre gut rüberbringt. Element of crime, 27.3.2006, Arena Berlin Element of crime, 27.3.2006, Arena Berlin Und mein Eindruck? Das Herbstgefühl, dass bei EOC in den Liedern steckt, kam live nicht so rüber, was auch an dem Frühlingswetter liegen könnte, das draußen herrschte ;-) Sven Regener redete auch entschieden mehr, als ich es nach dem Kommentar in der ZITTY gedacht hätte. Alles in allem wirkte EOC jedoch sehr zurückhaltend und emotionslos. Aber dat sind ja auch halbe Fischköppe (nojo, der Bassist stammt aus London, aber vielleicht ticken die ähnlich), und obwohl die Nordlichter bei weitem nicht alle so sind, scheint es hier doch zumindest zu passen ;-)
Sehr schön und sehr sauber: Sven Regener an der Trompete: Element of crime, 27.3.2006, Arena Berlin Ich kenne ja nur die neueste CD -> Mittelpunkt der Welt (die liebe ich echt), sowie einige Songs, die bei Radio Eins hin und wieder gespielt werden, aber das tat der Sache keinen Abbruch. So hatte ich auch genügend Zeit, mir mal das Miteinander der Band anzusehen und durfte feststellen: Es gab keines. Da standen vier Einzelmusiker auf der Bühne, praktisch ohne jeden Blickkontakt untereinander. Das hat uns ziemlich irritiert, ebenso wie die Tatsache, dass Sven Regener die Bandmitglieder nicht vorstellte, wie das ja sonst so üblich ist, u.a. damit man den einzelnen Leuten auch mal die Chance auf ein fulminates Solo gibt.
Nojo. David Young am Bass konnte z.B. nie so richtig zeigen, was er draufhat: Element of crime, 27.3.2006, Arena Berlin Aber vielleicht lag es ja auch daran, dass es das letzte Konzert der Tour war. David Young schreibt in seinem Tourtagebuch: "At the beginning of the tour we were young and fresh, but didn't know how to play the music properly. Now, at the end of the tour, we know how to play the music, but are too old and tired to do so." Das könnte sicher ein Argument sein. What a pity!
Was ich schmerzlich vermisst habe, waren die Streicher, die gerade beim Titellied der CD, Mittelpunkt der Welt, diese besondere Stimmung zaubern. Der Part wurde dann auf der Gitarre von Jakob Ilja übernommen, aber diese schwebende melancholische Leichtigkeit, die den Song ausmacht, war ein wenig perdu. Schade.
Nach ca. anderthalb Stunden verschwanden EOC von der Bühne und spielten das übliche Spiel: Bittet uns raus, damit wir auch noch die restlichen Lieder von der Setlist spielen können, kurz Zugabe genannt ;-)
Im zweiten Zugabeblock haben sie dann auch endlich Die letzte U-Bahn geht später gesugen, eigentlich mein Lieblingslied auf der CD. Und du bist immer noch da Die letzte Zugabe war Across the Universe von den Beatles. Am Ende sang Sven Regener: Nothing ´s gonna change my world. Einmal, zweimal, dreimal, neunmal, dreizehnmal…. Ich hab leider nicht mitgezählt, aber so nach zwanzigmal wurde die Menge deutlich unruhig. Nach vielleicht vierzigmal hatten alle begriffen, dass das vermutlich bis zum nächsten Tag so weitergehen würde und sangen wieder kräftig mit. Nach gefühlten hundertmal Nothing´s gonna change my world, als der Schlagzeuger Richard Pappik kurz vorm Kollabieren war *g*, war dann Schluss.
Und kaum waren EOC von der Bühne, als man mir auch schon das Zaunelement unter den Füßen wegriss, an das ich mich angelehnt hatte, weil nach der ewigen Steherei Füße, Knie und Rücken schlappgemacht hatten. In Windeseile wurde geputzt und abgebaut, so hatte ich das bislang nur bei Robbie Williams erlebt, nur dass der keine Zugaben gegeben hatte…
Immerhin hat mir ein freundlicher Mensch noch eine Setlist geschenkt. Er fiel dabei fast von der Bühne und ich hab mir dabei was am Arm gezerrt *g*
Element of crime, 27.3.2006, Arena Berlin Fazit: Ich weiß nicht, ob ich das live nochmal haben muss. Da kaufe ich mir doch lieber die -> Psycho, von der einige Lieder gespielt wurden, und von der mir die 16jährige Judith vorschwärmte, die neben mir stand und gar nicht wie 16 aussah und überhaupt viel zielstrebiger war, als ich das von meinem Sechzehnjährigen so kenne.
Trotz allem ein wunderbarer Abend.
Auf dem Rückweg sind wir noch halbverhungert bei Burger King eingefallen, weil es jetzt eh schon fast eins war, da kam es auch nicht mehr drauf an. Heute geh ich mal früh ins Bett.
Oder?

» » Das Wirtschaftsblatt

« « Please don´t say forgive me



Kommentare:


Hallo Petra!
Wie so oft schleiche ich auch heute Nachmittag so durch das Internet, diesmal auf der Suche nach einem Foto, der Firma ihr-foto.de die vor dem EOC Konzert großzügigst jeden fotografierten, die Fotos dann aber anscheinend nicht in das Internet stellten. Meine Suchbegriffe bei Google beschränkten sich auf “Arena Element of Crime” und wie es de Zufall wollte, war es dein Gesicht, was mich bei dem ersten Treffer anlächelte. Jetzt fragst du dich sicherlich, wer ich denn nun bin, und warum ich dir schreibe. Nun, das ist damit zu erklären, dass ich deinen (sehr guten) Text durchgelesen habe, und sowohl erstaunt als auch neugierig auf den Namen Judith stoß. Nun bin ich also die kleine unscheinbare Person mit Brille die sie zum Konzi begleitete=) bestätigt wurde das dann auch noch durch meine Anwesenheit auf dem leider etwas unscharfem ersten Foto.
So, lange Rede kurzer Sinn, schöner Artikel, schönes Konzert und:

Nothings gonna change my World!;-)
Mit freundlichen Grüßen
Tim

Tim Gansleweit  am  13. Mai 2006



Hi Tim,
aus irgendeinem Grund sehe ich deinen Kommentar erst jetzt. Ja, klar, ich weiß, wer du bist (also, von wegen klein und unscheinbar!). Nett, das du vorbeigeschaut hast!

Lieben Gruß

Petra

petra.bauer  am  14. Januar 2008




Kommentieren in diesem Channel-Eintrag nicht möglich

Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

 

über 10 Jahre writingwomans Autorenblog

Flattr this Mit flattr mal für writingwomans Autorenblog spenden,
als kleines Dankeschön für die Inhalte.
Wie es geht, steht hier.

Themenspecial: Wie schreibe ich ein Buch?

Grafik

 

Q & A - Verlag finden

Empfehlungen

...

Follow Me on Pinterest

 

 

Grafik

 

MEIN TWITTER-BLOG: Treffpunkt Twitter

Grafik

Blogverzeichnisse Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blogverzeichnis