Alles auf Anfang!

Vergesst alles, was ihr je über ALBATROS gehört und gelesen habt! Oder nehmt es nur zum Anlass, mal zu schauen, mit welchen Irrungen und Wirrungen Autoren gelegentlich zu kämpfen haben. Ich fange nämlich nochmal ganz von vorne an. Übrig geblieben ist nichts als die 15 Jahre alte Kern-Idee und der Name der Protagonistin.

Völliger Neubeginn

Euch dürfte ja nicht entgangen sein, dass ich seit geraumer Zeit ziemliche Probleme mit meinem Selbstverständnis als Autorin hatte. Aus diversen Gründen, die ich hier und heute nicht alle noch einmal aufzählen mag. Nur so viel: Mir war die Freude am Fabulieren unter meinen eigenen Ansprüchen verlorengegangen. Außerdem setzte ich die ganze Zeit darauf, alte Projekte neu zu beleben (woran ja erstmal nix Schlimmes ist), aber das hat mir beim Bewältigen dieses Schreib-Lochs auch nicht wirklich geholfen.

Was mir dagegen geholfen hat, war eine ausführliche Diskussion mit meinen Mädels von DeLiA beim virtuellen Autorenstammtisch. Sie haben nicht nur von ihren eigenen Erfahrungen berichtet (die teilweise sehr genau meinen gleichen), sondern mir auch liebevoll den Kopf zurecht gerückt. Ich solle doch mal den Anspruch fallen lassen, dieses eine, ganz besondere Buch schreiben zu wollen, das nicht in der Masse der Veröffentlichungen gleich wieder vergessen ist.

Das klingt vielleicht nach einem seltsamen Ratschlag, wirkte aber von null auf hundert ausgesprochen befreiend. Zusammen mit einer anderen Bemerkung, die mich sehr glücklich und zuversichtlich gemacht hat.

Und, was soll ich sagen? Ich habe mein Krampf-Projekt heute aufgelöst. Ich hatte für das ALBATROS-Projekt (in dem nie ein Vogel vorkam *g*) zwei Ideen, die ich unbedingt in einer einzigen Story verarbeiten wollte. Die Zeitebene war seltsam und die Antagonisten immer noch ein bisschen (oder ziemlich doll) unklar, obwohl ich mir das schöngeredet hatte. Ich hatte die Einstiegsszenen zigmal umgeschrieben, hatte Schwierigkeiten mit diversen Darlings, die ich alle nicht killen wollte, und mir das Leben damit super schwer gemacht. Also habe ich einfach ALLE Darlings gekillt :-)

Ich erzähle euch eine Geschichte

Ich konzentriere mich jetzt auf eine der beiden Kern-Ideen (die andere kommt eben in ein anderes Manuskript, das ist doch toll!) und darauf, einfach wieder eine Geschichte zu erzählen. Ich bin doch eine Geschichtenerzählerin und kein Perfektionsroboter! Ich werde es nie auf die Reihe kriegen, ein voll ausgereiftes Exposé zu schreiben, und wenn doch, dann ist die Story in meinem Kopf bereits erzählt - dann muss ich sie nicht mehr schreiben. Also lasse ich die Einfälle langsam kommen, schreibe mit und lasse mich (in gewissen Grenzen) überraschen. Meine Figuren sollen mir nicht auf der Nase herumtanzen, wenn ich etwas Bestimmtes mit ihnen vorhabe, aber am Anfang dürfen sie mir gerne die Richtung zeigen.

Ich habe heute bereits sehr viel geschrieben, und war verblüfft, welche Art von Geschichte sich dabei herauskristallisiert. Sogar die Gegend in der sie spielt, hat mich überrascht, aber es war plötzlich einfach da. Was nicht heißt, dass ich mich nicht noch anders entscheiden kann. Ich bin ja ganz am Anfang. Aber ich habe die Lust am Fabulieren wiedergefunden, und das ist in meinem Fall die Hauptsache.

Wollt ihr wissen, wie ich das gemacht habe?

Ich habe eine Evernote-Notiz, die “Schreibtagebuch” heißt. Dort habe ich zunächst hineingeschrieben, was mich in Bezug auf die DeLiA-Diskussion beschäftigt und weitergebracht hat. Dann habe ich “laut” darüber nachgedacht, ob ich etwas völig Neues anfange, oder zumindest eine Idee meines Herzensprojekts benutze, und wenn ja, welche. Daraufhin habe ich mir wichtige Fragen in Bezug auf Figuren und deren Fähigkeiten gestellt und so gut es ging beantwortet. Einiges habe ich stichwortartig auf Karteikarten notiert. In einer anderen Evernote-Notiz habe ich ein paar erste Sätze ausprobiert und das, was ich behalten wollte, in ein .doc kopiert.*** Zwei Seiten stehen da nun und ich habe gerade mehr Ideen als ich verkraften kann ;-)

*** .doc bzw .odt, weil mich in Papyrus Autor die ganzen Formatierungen und Datenbankanbindungen wieder nur total ablenken würden, und das kann ich gerade gar nicht brauchen.

Das Schöne ist aber, dass ich merke, ich erzähle wirklich eine Geschichte und erfülle keine Vorgaben. Ob ich dafür später einen Verlag finde, ist für mich in diesem Moment völlig unerheblich. Ich hatte mal gesagt, ich schreibe keine Zeile mehr ohne Vertrag, aber glücklicherweise kann ich meine Meinung ja ändern.

Und ich bin sicher, dass ich damit gar nicht so verkehrt liege.

Danke für eure Unterstützung, Mädels!

Liebe Grüße

Petra

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