Mach mir eine Szene!
Schreiben ist eigentlich ganz einfach.
Der Trick ist, bis an den magischen Punkt zu gelangen. Wenn ich genügend Infos beisammen habe, die aus Fakten über den Charakter der Protas bestehen können, oder die Farbe des Teppichs auf dem Gang über den der Finsterling läuft - das kann variieren und ist nie vorhersehbar - dann macht es Klick, und in meinem Kopf steht alles auf AUTO PLAY. Es läuft eine Filmszene, die ich nur noch abschreiben muss, alles was passiert, mit der gesamten Athmo.
[Mein Liebster sagt, dass könne er nicht. Nie im Leben. Also ist schreiben wohl doch nicht so einfach, zumindest nicht für jeden.]
Ein Buch besteht aus vielen Szenen, die alle miteinander verknüpft werden. Dumm ist nur, dass ich immer wieder vergesse, dass ich unterschiedlich viele Infos brauche, bis eine Szene von selber läuft.
Manchmal fehlt mir ein entscheidendes Detail, mag es noch so winzwurstelig sein. Wenn ich das nicht merke, dann quäle ich mich. Das ist dann dieser Zustand, der gerne Schreibblockade genannt wird, obwohl es eigentlich nur das Fehlen von winzigen Informationshäppchen sein kann.
Der allermagischste Moment ist jener, wenn ich Szenen schreibe, ohne zu wissen, woher die ganzen Infos plötzlich kommen.
Es gab Momente, in denen habe ich mich gegruselt, weil ich nicht wussste, wer da schreibt.
Aber sonst bin ich eigentlich ganz normal ![]()
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Kommentare:
Wenn’s so richtig läuft und die Szene wie von alleine entsteht, fühlt es sich tatsächlich magisch an, aber ich glaube, die Ursache dieser Magie ist einfach und noch nicht mal sonderlich magisch. Man denkt ja nach, während man schreibt, und zumindest ich kann meine GEdanken wesentlich besser kanalisieren udn strukturieren, während ich schreibe. Und - ganz wichtig - wenn man etwas aufschreibt, ist man auch den Zwang los, es sich merken zu müssen, und das scheint tatsächlich irgendwie Platz für etwas neues zu schaffen.
Ich habe unlängst eine Dame gecoacht, die ein Buch über ihren Vater schreiben möchte. Zu meiner Verwunderung hatte sie sich noch gar keine Notizen gemacht und hatte überhaupt keine Lust dazu (“Ich muß mir das nicht aufschreiben, ich kenn doch meinen Vater!”). Als ich sie dann dazu gebracht habe, doch probehalber mal ein paar Ideen aufzuschreiben und eine mögliche Struktur ihrer geplanten Geschichte stichwortartig aufzuschreiben, konnte sie gar nicht mehr aufhören und fing an, sich auch an längst vergessene Dinge zu erinnern. Ich glaube, man kann “Inspiration” auch herbeischreiben, wenn man’s denn zielgerichtet tut.
ChrisK am 10. September 2006
Ja. Oder so ![]()
Wichtig ist letztlich das Ergebnis.
Danke übrigens für´s Verlinken ![]()
petra.bauer am 10. September 2006
Oops! Sorry für den doppelten Eintrag! Das ist meine Wordpressinstallation beim Importieren älterer Einträge wohl Amok gelaufen, das wollte ich nicht. Bitte löschen!
ChrisK am 17. September 2006
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