Hä? (and talking ‘bout TV-Series)

Mit dieser wenig literarischen Äußerung außerhalb der Klammer, möchte ich meiner Verwunderung darüber Ausdruck verleihen, dass ich jetzt nicht darniederliege und mir die Lunge aus dem Leib huste, oder ähnlich hässliche Dinge.
Ihr erinnert euch an mein vorgestriges Jammerposting mit Endzeitstimmung? Mir ging es wirklich mies, auch wenn ich nicht weiß, wie hoch das Fieber war, da mein zuvor gefiebert habender Erstgeborener nach erfolgter Genesung das Familienfieberthermometer verschlampt hat…
Am nächsten Morgen, also gestern, erwachte ich ausgeruht (geweckt von 6:00 Uhr Radiowecker), kühl und sogar ohne Halsschmerzen. Hm. Ich fuhr die Kinder zur Schule und wartete darauf, dass mir beispielsweise beim Stehen schwindelig würde. Nix.
Kurz, ich verbrachte den gesterigen Tag damit, mich mächtig darüber zu wundern, dass ich offenbar nur einen einzigen Tag krank war. Sowas ist mir noch nie untergekommen. Das kann doch unmöglich am Meditonsin-Dauerbeschuss gelegen haben? Ich weiß ja, dass mir das Zeug hilft, aber so turbomäßig?
Abends konnte ich den - glücklicherweise verschobenen - Restaurantbesuch dann auch genießen. Eine der amerikanischen Kolleginnen meines Liebsten war in der Stadt, und wir schleppten sie ins Amrit, ein angesagtes indisches Restaurant in der Oranienenburger Straße in Mitte.
Dafür dass Donnerstag war, war echt die Hölle los. Drin war absolut empty, aber neben dem Restaurant ist ein mit eckigen Sonnenschirmen komplett überdachtes Areal entstanden, das auch noch mit knapp 20 Heizpilzen kuschelig warm gehalten wird. Da hab ich auch noch nicht gesessen (bislang waren wir stets drin; das letzte Mal muss es im März gewesen sein oder so), und wir hatten Glück, überhaupt einen freien Tisch zu bekommen.
Es war ein netter Abend, und ich (jaja, so oberflächlich kann ich sein!) mag Restaurants, in denen ich schon beim Hereinkommen von den Kellnern Komplimente bekomme. Auch wenn ich es mittlerweile ein wenig unheimlich finde. Dafür musste ich also erst die vier-nuller Schallmauer durchbrechen. Hätte gerne zwanzig Jahre früher kommen können, aber ich will mich nicht beklagen *g* und genieße es jetzt doppelt.
Ich bestellte einen Martini ("No Martini - no party!"), und musste der Kollegin daraufhin erst einmal den Spot mit George Clooney schildern, denn in USA läuft er nicht [Übrigens: Ich bin vermutlich das einzige weibliche Wesen, das bei seinem Anblick kein Sauerstoffzelt benötigt].
Sie muss immer lachen, wenn sie G.C. in seinen Filmen sieht, weil sie ihn noch als winzigen Seriendarsteller kennt, und zwar VOR Emergency Room. Genau wie wir Demi Moore zuerst in General Hospital entdeckt hatten. Das führte zu einem Gespräch über amerikanische Fernsehserien. Globalization lässt grüßen ;-) Aber es ist einfach so: Deutsche Serien sind viel öder.
Geile Kamerafahrten? Fehlanzeige. Interessante Einstellungen? Haben wir ja noch nie gemacht! Lächelnde Schauspieler? Doch nicht in Jammerländ!
Könnt Ihr Euch erinnern, wie diese komische Frisörserie angekündigt wurde? Bis in die Spitzen, hieß die wohl. Bei den Trailern hatte ich den Eindruck, hey, da kommt mal was Neues! Das scheint gut gefilmt zu sein! Oje, und dann hab ich den Pilotfilm nach der Hälfte abgeschaltet, weil mir die Schauspieler auf den nicht vorhandenen Sack gegangen sind, mit ihrem dauertragischen Gesichtsausdruck.
Gefilmt war auch wieder 08/15 - kurz: Die deutschen Filmemacher haben es einfach nicht drauf oder - und davon gehe ich eigentlich aus: Die, die es drauf hätten, kommen nicht zum Zuge. Vermutlich wirkt es hierzulande zu experiementell, und irgendwelche dubiosen Umfragen mögen ergeben haben, dass der Deutsche Michel auf deutsche Fernsehhausmannskost steht, gähn.

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Kommentare:


Dass sehr viele deutsche Serien und TV-Movies mittlerweile deutlich gegen das US-TV abstinken, liegt IMHO an den unterschiedlichen Karrierewegen hierzulande und anderswo. In den USA führt der Weg zum Producer oft bis meist über einen Autorenjob. Man beginnt als Team-Writer für eine Serie, arbeitet sich hoch zum Head-Writer, und von da an ist es bis zum Producer nicht mehr weit. Wer hierzulande jedoch TV-Redakteur oder in verantwortlicher Position bei einer unabhängigen Produktion ist, hat meistens noch nie ein Drehbuch geschrieben. Die Amerikaner kennen also das Geschichtenerzählen meist aus der Praxis, wissen über Wichtigkeit und Möglichkeiten eines guten Buchs bestens Bescheid, kurz: Sie wissen, wie man eine Story professionell aufbaut und einem Publikum verkauft… Hierzulande sieht das leider meist ganz anders aus.

ChrisK  am  22. September 2006



Deutsche Filme.. deutsche Serien.. Eigentlich hat man den Eindruck das dort eine Horde Geldgeber sich um den Regiseurstuhl drängeln und der Regiseur deren Entscheidungen allenfalls abnicken darf.
Anders kann ich es mir nicht erklären das auch an sich gute Schauspieler in deutschen Filmen zu Laien-Darstellern werden, mit Gesichtszügen die in einer übertriebenen Betroffenheits-Mimik erstarrt sind.
Hölzerne Dialoge, an den Haaren herbeigezogene Plots und einfach unglaubwürdige Darstellung. Und statt ein paar gute Autoren zu engagieren, wird in den USA verfilmter Stoff _schlecht_ umgeschrieben und neu aufgegossen.
Ich muß es nicht verstehen wie man Geld für Schund zum Fenster rausschleudern kann. Kein deutscher Film der letzten Zeit in den ich mal reingeschaut habe (sie ganz zu durchleiden, da bin ich einfach nicht stark genug) war auch nur das Filmmaterial wert auf der er gedreht wurde.
Schade.

Mela  am  22. September 2006



Eine Serie hat allerdings über die Jahrzehnte meines Erachtens ihre Qualität behalten. Der Tatort (äquivalent auch Polizeiruf 110, nimmt sich nicht viel). :)  Steht und fällt allerdings auch in punkto Spannung mit dem Fall und in punkto Spaß mit dem Kommissarenduo.

Knutsen  am  28. September 2006



Stümmt ;-)

Aber trotzdem ist die Serie irgendwi, hm, klingt komisch, gediegen-deutsch. Von der Qualität her gut, früher innovativ (ich denke da an Schimanski; so einen rotzlöffeligen Kommissar gab es vorher m.E: im deutschen Fernsehen nicht), und trotzdem so völlig anders als die amerikanischen Formate. Den Tatort würde ich diesbezüglich aber auch nicht ummodeln wollen.

Die Serien, die uns täglich oder wöchentlich ins Haus schneien, könnten aber durchaus ne Generalüberholung vertragen ;-)

petra.bauer  am  28. September 2006



IMHO sind’s eher die sporadischen Ausreißer, die mittlerweile die Qualität der Serien hochhalten. Beim Tatort fällt mir die unlängst gesendete Münchner Folge mit der Todesspritze im Aufzug ein. Klasse! Und die frühen Folgen der sauerländischen Chaos-Cops (Diether Krebs im Russenpanzer!) waren absolute Spitze. Wenn ich dagegen Atzorns gesicht sehe, wie es sich vor Betroffenheit nach innen krempelt… ich weiß nicht. “Gediegen”, wie du schriebst, trifft’s gut. Jemand wie Fitz wäre ja auch im deutschen Polizeidienst nicht denkbar.:)

ChrisK  am  28. September 2006



Jo, stimme zu. Auch die Tatorts sind gediegener geworden. Wenn ich an die genialen Krug/Brockmöller-Dinger von früher denke wie “Undercover Camping”… Schimanski ist natürlich in punkto Tatort fast unerreicht. Der Serien-Aufguß danach war nur halb so gut. Batic/Leitmeyer lohnt sich auch fast immer, das mit der Spritze im Aufzug fand ich auch sehr nett. :)
In punkto Polizeiruf fand ich die “Landeier” um Siggi Möller, damals noch mit der tollen Sawatzki als “Städter”-Kommissarin, immer am Besten. ;)  Oder die frühen Hinrichs-Folgen.

——-

Knutsen  am  28. September 2006




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