Schreibblockade bekämpfen - Teil 3
Fast jeder Autor kennt und hasst sie: Die Schreibblockade. Meist ist es nur ein griffiger Titel für Aufschieberitis, neudeutsch Prokrastination. Man könnte auch einfach von Disziplinlosigkeit sprechen ![]()
Wie man es auch immer nennen möchte, in dieser Artikelserie möchte ich Autoren (und mir selbst, haha) zu soviel Disziplin verhelfen, dass sie wieder in den Flow eintauchen und das wunderbare Gefühl genießen können, wenn es so richtig ‚flutscht'.
Ich habe dafür eine große Bandbreite an Tipps gesammelt, die gerne auch durch Erfahrungsberichte in den Kommentaren ergänzt werden können.
Tipp zweieinhalb: Ergänzende Gedanken zur -> 45-Minuten-Methode Viele Kreative sind Deadlinejunkies. Daher habe ich in Teil 2 die -> 45-Minuten-Methode empfohlen, mit der man künstliche Deadlines produziert. Durch den Küchenwecker oder das -> Timerle habe ich mir eine starre Zeitgrenze gesetzt. Weil der Zeitabschnitt von 45 Minuten relativ kurz ist, können längere Texte zwar nicht bis zum Ende gebracht werden, aber wenn das Manuskript nicht gerade bis gestern abgegeben werden sollte, ist so immerhin gewährleistet, dass der Autor ÜBERHAUPT daran gearbeitet hat.
-> Fil, der Berliner Comiczeichner und Erfinder von -> Didi und Stulle, hat kürzlich im -> RadioEins-Interview in der Hörbar Rust gesagt, er ist froh, dass er mehrere Berufe hat (er zeichnet, macht Comedy, etc.), weil er immer gerade das arbeiten möchte, was er gerade nicht tut. Das macht ihn in meinen Augen sehr sympathisch (wir sind ohnehin Fans von Fils Comics
und
Fils Showprogramm), denn es geht mir ganz genau so, und da draußen sind noch viele Leidensgenossen… Daher ist es wirklich nützlich, sich bei der -> 45-Minuten-Methode am Beginn eines Arbeitstages eine Liste zu machen, in welcher Reihenfolge man seine anstehenden Projekte abarbeiten möchte. Gerne darf dort auch ein 45-Minuten-Block Bügeln, Putzen oder Gartenarbeit untergebracht werden, wenn es denn dem homo ecrivensis hilft, trotz allem die profanen Dinge des Lebens erledigen zu können. Dabei empfiehlt es sich, das Schreibprojekt, das sich am meisten wehrt, an die zweite Stelle zu setzen. An die erste Stelle setzt Ihr etwas, das Ihr wirklich gerne mögt (das aber trotzdem Arbeit ist). Anschließend kommt direkt das komplizierteste Projekt. Sonst kann es nämlich dazu führen, dass – Hoppala, wie konnte denn das passieren? – der Tag zu Ende ist, ohne, dass das disziplinlose Autorilein auch nur ein einziges Wort an seinem derzeitigen Hass-Projekt geschrieben hat ![]()
Ich habe es mehrfach probiert, und es funktioniert für mich sehr gut. Die Trödelei, bis ich ‚drin' bin, kann ich mir bei dem kurzen Zeitraum einfach nicht mehr leisten, und so arbeite ich effektiver, wenn auch an verschiedenen „Baustellen", was mir jedoch sehr entgegen kommt.
Ich freue mich übrigens auch über weitere Erfahrungsberichte, wie Ihr mit dieser oder anderen Methoden klarkommt.
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Petra : Lieber Reinhard, danke für das Kompliment! Die Beispiele fallen mir manchmal...
Reinhard : Hi, Petra, Chapeau. Faszinierend wie du die Dinge auf den Punkt bringst resp....
Petra : Freut mich immer, wenn ich helfen kann :-)
Reinhard : Hi, Petra, das hast du fein herausgearbeitet. Ich benutze beide Ausdrücke,...
Petra : :-) Dann freut es mich, dass ich dich anscheinend *g* ein wenig “erleuchten”...
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