Meine Karriere - wat nu?

Der letzte Eintrag stammt von der Leipziger Buchmesse, und wenn es euch interessiert, dann könnt ihr nebenan lesen, weshalb es hier so lange ruhig war. Aber das ist nicht der einzige Grund:

Meine Karriere - wat nu? Foto: Petra A. Bauer 2015

Neben all dem bevorstehenden Babychaos und der bereits erfolgten Möbelräum- und Aufbauaktion, war ich kürzlich auch beim jährlichen Workshopwochenende mit meinen geliebten Textinen. Diese intensiven Wochenenden (ich habe seit 2005 an allen teilgenommen, von damals 25 Teilnehmerinnen zu heute 123 Frauen), bringen nicht nur jedes Mal einen enormen Kreativitätsschub, sondern werfen manchmal auch existenzielle Fragen auf. Zum Beispiel:

WIE GEHT ES WEITER?

Ich habe diverse Workshops besucht, z.B. zu den Themen “Potenziale deiner unternehmerischen Persönlichkeit”, Selfpublishing, Evernote und Fotografie. Und habe viele andere tolle Workshops verpasst, weil Zerteilen nicht zu meinen Kernkompetenzen gehört.

Gerade bei den unternehmerischen Potenzialen bin ich wieder in die Falle getappt, die man Hochstaplersyndrom nennt (hier habe ich Tipps zusammengestellt, wie man das Hochstaplersyndrom überwinden kann). Ich habe meine erreichten Ziele kleingeredet, und bei der Aufgabe, zwanzig Gründe zu finden, weshalb ich eine gute Unternehmerin bin, wäre es mir leichter gefallen, 50 zu finden, weshalb ich es nicht bin.
Dü-dümmmm ....

Was mich am meisten ärgert: Das ist dieses scheiß Frauending. Männer stellen sich einfach hin und sagen:

ICH BIN GROSSARTIG!

Das bin ich auch, aber ich vergesse es immer wieder. Ich habe im Leben schon so viel erreicht, aber da ich dazu neige, alles in Heller und Pfennig zu messen, ist mein Ego ständig am ducken.

Und dass ich ein Entscheidungsfindungsproblem habe (Prioritäten setzen fällt mir ADS-bedingt wahnsinnig schwer), steht definitiv fest und macht mich zunehmend unglücklicher. Es arbeitet sich nicht besonders gut, wenn ich ständig meinen Fokus verliere.

Also habe ich beschlossen, mich intensiver dem zu widmen, was ich eigentlich will. Was ich gerne mag, was ich überhaupt nicht mag. Was ich gemacht habe, was andere mögen und was ich mal vertiefen könnte. Was ich total gerne mal ausprobieren würde. Und dann habe ich von all den DIngen versucht Schnittmengen zu bilden. Das habe ich mit einer Art Sketchnotemindmapping gemacht. Ganz analog mit Stiften im Notizbuch.

MEDIUM WECHSELN

Ich habe nämlich kürzlich mal meinen Arbeitsplatz leergeräumt (ja-haaaa, das kommt vor! *g*). Und kaum hatte ich diese enorme freie Fläche, schon hatte ich das unbändige Bedürfnis zu zeichnen und mit Stiften herumzukritzeln. Das war sehr befreiend, weil ich mich oft seh eigeengt fühle, obwohl ich durch das Internet ja mit der ganzenWelt verbunden bin. Aber immer nur Tippen tötet meine Kreativität.

Ich kann aus dieser Erfahrung heraus nur empfehlen, öfter mal das Medium zu wechseln. Warum nicht mal irgendwas basteln, um den eigenen Wünschen und Bedürfnissen näherzukommen? Oder um die Schlüsselszene eines Plots auszuarbeiten? Kein Mensch zwingt euch, am Rechner sitzen zu bleiben, wenn ihr euch lieber bewegen wollt oder etwas anderes mit euren Händen tun möchtet.

Ich habe durch diese Form des Nachdenkens zwar noch kein konkretes Projekt am Start, das ich als nächstes realisieren will (einige langfristige Sachen laufen ja eh nebenher), aber ich hatte einige Aha-Effekte. Und ein paar vielversprechende Ideen, die ich weiter ausarbeiten und dann umsetzen möchte.

OMA IM JOB

Und dann fällt mir wieder ein, dass ich gar keine Ahnung habe, ob ich in nächster Zeit überhaupt etwas anderes tun kann, als ein weinendes Baby zu beruhigen, während meine Tochter in der Schule ist. Und dann werde ich ja sehen, was meine Tipps bei mama-im-job.de eigentlich wert seind ;-)  Naja, immerhin bin ich ja deutlich älter und langsamer als junge Mütter, also zählt das nicht so ganz.

Auf jeden Fall bleibt alles spannend - mein weiterer Karriereweg auf der einen Seite und das Baby-Überraschungsei auf der anderen Seite.

Stay tuned ;-)

Alles Liebe

Petra

 

 

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Kommentare:


Hat denn jemand jemals in Zweifel gestellt, dass Du großartig bist? Was für Narren ;-)

Phil  am  28. Mai 2015



Danke Phil, das ist lieb :-)

Schön von dir zu hören! Ich hoffe, es geht dir gut :-)

Petra  am  28. Mai 2015



Ha! Mir ging es nie besser! Ganz im Gegenteil ^^

Wenn man auch so manches Mal unter der gefühlten Last des Alltag und des vermeintlichen Schicksalsschläge den Kopf ein wenig oder gar ganz sinken lässt, so liegt ein guter Teil des persönlichen Glücks(empfinden) imho in drei Dingen begründet:
1. Dem Vergleich mit den Mitmenschen, sind diese glücklicher tut man sich keinen Gefallen
2. Der Grundhaltung, Optimismus hilft, Pessimismus nicht.
3. Den zwei zutiefst menschlichen Eigenschaften Fehler zu gehen und zu vergessen. Zu vergessen, das es ein Fehler war, zu vergessen was zu einem Fehler geführt hat und überhaupt… habe ich vergessen.
Wer sich beschwert, das er im Lotto nur 1 Million, sein Nachbar oder Schwager aber 2+ Millionen gewonnen hat… dem ist nicht mehr zu helfen, auch dann nicht, wenn man ihn an die drei anderen Gewinnscheine auf dem Schreibtisch erinnert.

Insofern hoffe ich, das Du nicht vergesslich bist wünsche ich Dir folgendes:
Vergesse nicht, das Du aussiehst, wie eine zwanzig Jahre jüngere Frau. Vergesse nicht, was Du schon alles erreicht hast und wenn es gar nicht mehr geht: Schau einfach in die Gesichter der Familie… die sind, soweit ich mich recht entsinne auch das Ergebnis der Anstrengung von Dir und Deinem Mann.

Ach ja: ich habe einen Zettel im Geldbeutel, auf dem steht “Ich bin der König der Welt”, das hilft mir in solchen Momenten…

Phil  am  29. Mai 2015



Liebe Petra. Das ist ein sehr toller Beitrag. Kann das sein, dass du noch einen anderen Blog hast, oder irre ich mich da? Meine dein Foto schon einmal gesehen zu haben im Netz. Ich durchstöbere gerne Blogs und dein freundliches Gesicht ist mir da einfach im Gedächtnis geblieben. Ich wünsche dir alles Liebe für die Zukunft.

Viele Grüße

Frederike  am  16. Juni 2015



Lieber Phil,
was für wunderbare Komplimente :-)
Vielen lieben Dank!
Deine Einstellung ist sehr sinnvoll und glüücklicherweise bin ichohnehin eher Optimistin. Das wird alles schon, da bin ich sicher.

Und die Idee mit deinem Geldbeutel-Zettel werde ich mir klauen ;-)
Lass es dir gut gehen!

Petra  am  22. Juni 2015



Liebe Frederike,
freut mich, wenn dir der Beitrag gefällt.

Ich habe nicht nur ein anderes Blog ;-) Aber das gleiche Foto habe ich beispielsewise bei bauerngartenfee.de. Vieleicht kommt es dir deshalb bekannt vor.

LG
Petra

Petra  am  22. Juni 2015



Hallo Petra,

habe gerade mit Begeisterung deinen Beitrag gelesen.
Und es stimmt, man macht sich oft viel kleiner, als man eigentlich ist. Vielleicht weil man auch schlecht mit Neidern umgehen kann, dabei ist Neid ja eigentlich die höchste Form der Anerkennung ;)!
Wenn einem etwas gut tut, sollte man die Mitmenschen oft ausschalten. Ein Perspektivenwechsel tut dabei sehr gut.
Auch sollte man keine Angst vor Veränderungen haben, sei es jobmäßig oder privat, denn genau solche Dinge bringen einen oft weiter im Leben und erweitern den Horizont.
Finde deine Einstellung wirklich klasse und mit dem Beitrag machst du auch anderen Mut, sich mal etwas mehr zu reflektieren.

Ich wünsche dir alles Gute.

LG Marina

Marina  am  02. Juli 2015



Toi toi toi für deine Zukunft! Ich kann auch nur sagen: DU BIST TOLL!!!! Lese gerne deine Beiträge hier!

Nele  am  21. Juli 2015



Hallo Liebe Petra. Dein Beitrag ist wieder mal Klasse! Ich besuche deine Seite fast regelmäßig und finde deine Beiträge sehr Lesenswert. Ich hoffe Du kannst Dir wieder mehr Zeit für diesen Blog nehemn und wünsche Dir alles Gute für die Zukunft.

Frankfurt Schlüsseldienst  am  30. Juli 2015



Zurück zu den Wurzeln, eine sehr gute Entscheidung. Abwechslung gibt’s sehr wohl auch außerhalb des Internets - Insofern finde ich den Wandel absolut OK. Alles gute Petra

Jemand  am  09. Oktober 2015



Hallo Petra
Hab so eben deinen Beitrag gelesen und quasi in meinen inneren Spiegel geschaut. Ich schlendere total verplant durch s Leben bin caotisch und meistens unentschlossen. Zudem liege ich mit meinen Selbstzweifel oft Nächte lang wach. Doch dann passiert meistens etwas was mich wieder motiviert und mir DAS GUTE GEFÜHL verpasst. Kurz gesagt ich finde deinen Bericht grosse Klasse.

Katrin Krug  am  07. November 2015



Hallo Petra
den Arbeitsplatz aufräumen ist machmal echt eine Tortur.
Was sich manchmal alles so findet.
Mir gefällt deine Arbeit sehr gut. Sehr erfrischend.

Liebe Grüße Milan

Milan  am  20. November 2015



Hallo Petra, ich teile eine Deiner Sorgen. Auch mir macht das Prioritäten setzen oft Schwierigkeiten und oft vermute auch ich eine Art ADS hinter meinem Problem. Dennoch finde ich, dass Du hier wirklich gut ablieferst. Mach weiter so.

Ute  am  30. November 2015




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