Skifoan

... weil Skifoan is dös leiwandste, wos ma si nua vorstölln kaan ;-)

Petra A. Bauer auf dem Hochzeiger im österreichischen Pitztal

Foto: Michael Bauer, 2014

Also ICH hätte mir das bis vor einer Woche nicht wirklich vorstellen können. Also, dass Skifahren das Tollste ist, was man sich vorstellen kann.

Ich stand nämlich vor 30 Jahren zum letzten Mal auf Skiern, und die Reise endete mit einer fiesen Bänderdehnung im Knie, von der ich viel Jahre etwas hatte. Außerdem stand ich jedes Mal (ich war insgesamt fünf Mal auf Skireise) oben auf dem Berg und dachte: “Wieso tust du dir das immer wieder an?” Ich hatte nämlich immer Angst. Und wie.

Huh, das wird schnell, ha, Hilfe, Rücklage und schon steckte ich wieder kopfüber im Schnee. Gerne auch mal alle paar Meter, denn mit knapp 20 hatte ich noch viel weniger Kondition als jetzt. Trotz mittlerweile zugelegtem Asthma. Klar, irgendwann hatte ich auch so etwas Ähnliches wie den Parallelschwung gelernt. Und gerade, als es mir zaghaft Spaß zu machen begann, hatte ich den Unfall. Auf dem Korvatsch im Engadin. Danach hatte ich Skifahren zu den Akten gelegt und mich nicht mehr drum gekümmert.

Bis mein Liebster vor zwei Jahren schweizbedingt damit (nach noch längerer Pause als bei mir) wieder anfing und unsere Freunde fragten, ob wir nicht vielleicht ins Pitztal mitfahren wollten. Und da ich in 2013 lauter Dinge getan hatte, die ich nie zuvor getan hätte, habe ich leichtsinnigereweise zugesagt. Mit der Option, ggf. eben NICHT Ski zu fahren, sondern mich zu sonnen, zu wandern, was weiß ich.

Klar, dass ich keine Chance hatte. Am ersten Tag lieh ich mir die Ausrüstung für den nächsten Tag und machte den Termin für einen Personal Skitrainer klar. Da war ich noch mutig. Am nächsten Morgen war ich fix und fertig und felsenfest davon überzeugt, dass ich mir auf den ersten Metern alle Knochen brechen würde. Es kostete meinen Liebsten wirklich einiges an Tröstknuddels, bis er losgehen und mich meinem Schicksal überlassen konnte.

Joe, der Skilehrer, war fantastisch. Erst war ich am Babyhang, eigentlich fast waagerecht, dann der kleine Idiotenhügel. Und fiel nicht hin. Tags drauf fuhren wir ganz nach oben, und auch da bekam er mich unbeschadet hinunter. Tja, und danach (dann ihne Skilehrer) fiel mir dann peu á peu wieder ein, was ich mal konnte. Nur, dass es mit den neuen, kurzen Carvingskiern tausend Mal einfacher ist, die Kurven zu fahren. Was man mir mal sagte, stimmt: Man muss nur DENKEN, wo man lang will, dann machen die das schon von ganz alleine.

Am Tag darauf fuhr ich sogar ins Tal ab und dann auch ohne Pause von der Berg- zur Mittelstation. Ich war teilweise schneller als mein Liebster und bei strahlendem Sonnenschein quiekte ich bei der Schussfahrt vor mich hin - weil ich so happy war.  Nicht, weil ich Angst hatte. Ich habe in diesen Tagen so viele Glücksmomente gesammelt und hatte Spaß, wie schon lange nicht mehr. Wenn ich von unten hoch auf die Berge schaue und weiß, ich bin von da ganz oben runter, und wenn ich mir dann die Tränen des ersten Morgens vor der ersten Skilehrereinheit ins Gedächtnis rufe - das hätte ich an dem Tag niemals für möglich gehalten.

Jede Menge Fotoimpressionen von diesem Urlaub gibt es übrigens bei mama-im-job.de.

Und weil mir Skifahren solchen Spaß gemacht hat, habe ich mir auch noch ein Buch gekauft, um bei der nächsten Gelegenheit noch besser die Pisten herunterzukommen: Besser Skifahren. Das Trainingsbuch.* ich bin gespannt, ob ich die Tipps umsetzen kann. Aber alleine die Fotos machen mich schon ganz kribbelig und ich bedaure es erstmals, nicht in der Nähe eines Skigebietes zu wohnen.

So kann es gehen. Just do it! ist doch der beste Spruch, den man als Motto haben kann :-)

Was habt ihr euch denn mal getraut, wovor ihr Angst hattet und hattet hinterher Spaß dabei? Ich bin neugierig, wisst ihr ja *g*

Alles Liebe

Petra

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