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Wie gehe ich mit Plotbunnys um?

Und was zur Hölle IST ein Plotbunny eigentlich?

Samstag, 27. April 2019

#CATC2 Status: 27.4.2019, 215.093 Zeichen = 120 Normseiten

Plotbunny. Foto: © drubig-photo

Foto: © drubig-photo, fotolia.de

Früher nannte man es wohl "Story-Idee, die der Autorin nicht mehr aus dem Kopf geht, bis sie sie aufgeschrieben hat."

Viel zu lang, oder? Da finde ich es sehr praktisch, dass sich für dieses Konstrukt im Schreibuniversum seit einiger Zeit der Anglizismus PLOTBUNNY durchgesetzt hat. Der Ursprung ist nicht ganz klar. Vielleicht ist es dieser Spruch hier:

„Ideen sind wie Kaninchen. Sie erhalten ein paar und lernen mit ihnen umzugehen, und schon bald haben Sie ein Dutzend.“ (John Steinbeck)

Hier kommen derzeit jedenfalls etliche dieser Kaninchen angehoppelt, mit lauter hübschen Ideen in ihren Körbchen, die sagen "Schreib mich auf!"

Ich finde den Begriff "Plotbunny" jedenfalls sehr griffig. "Idee für eine Story" ist auch noch zu lang und im Grunde auch zu ungenau, weil es ja mitunter nur ein LitBit ist, was uns da anspringt. Also ein einzelner Satz oder eine Situation.

 

WAS MACHE ICH NUN MIT DEN PLOTBUNNYS?

 

Üblicherweise schreibe ich solche Ideenfetzen in ein Notizbuch oder versenke sie via Braintoss in Evernote, wo ich sie auf jeden Fall wiederfinde. Aber da ich gerade mitten in einem Buchserienuniversum stecke, und die Ideen sinnvollerweise gleich unterschiedlichen Büchern zuordnen sollte, habe ich nun eine andere Methode dafür.

 

LIEBLINGSTOOL: SCRIVENER

 

Früher habe ich immer nur in Word geschrieben - da ginge meine Methode auch, aber nicht so komfortabel. Inzwischen nutze ich Scrivener und bin sehr begeistert über die Möglichkeiten, von denen ich ich täglich neue entdecke. Ich habe vor Jahren auch Papyrus Autor ausprobiert, aber da ich damals noch ständig mit Verlagsdeadlines zu kämpfen hatte, fehlte mir die Geduld, mich mit dieser - zugegebenermaßen großartigen - Software auseinanderzusetzen. Aber egal, welche Software ihr benutzt, das Prinzip ist eigentlich sehr simpel:

Ich schreibe aktuell an Band 2 meiner CRIME AND THE CITY-Serie, habe aber auch längst Titel und Kern-Idee für Band 3, sowie ein übergeordnetes Thema für Band 4. Überdies plane ich schon länger ein Spinoff der Serie. Ich liebe Spinoffs und bin auch im TV immer höchst begeistert, wenn mir lieb gewonnene Figuren aus anderen Serien dort begegnen. Ich glaube, das habe ich zum ersten Mal bei Grey's Anatomy -> Private Practice erlebt (Ach nein: Dallas und Knots Landing, hihi, wobei ich Knots Landing nicht sonderlich mochte).

 

DIE VORGEHENSWEISE

 

Ich hatte also mein Scrivener-Dokument für Band 2 offen - da kam mir beim Schreiben eine Idee, die perfekt zu Band 3 passt. Daraufhin habe ich einfach ein neues Dokument für Band 3 begonnen und die Protagonisten aus Band 2 rüberkopiert (das geht, indem man den Character-Ordner (oder auch nur einzelne Charaktere) rechts anklickt und "Copy to Project" -> PROJEKTNAME auswählt. Dasselbe habe ich mit den Settings getan, da ich einige dort auch verwenden werde. Um nicht schon alles zu verraten, habe ich die Protagonisten jetzt der Einfachheit halber Figur A, B, C genannt.

Scrivener Screenshot

Für dieses und alle anderen neuen Dokumente habe ich zuvor ein Template erstellt, und zwar mit den Beat Sheets von Blake Snyder aus seinem großartigen Buch Rette die Katze. Die wichtigsten Infos für jeden Beat stehen in meinem Template, damit ich einen Anhaltspunkt habe, falls ich mal irgendwo im Plot massiv hänge. Wobei ich die Plotpoints etc. normalerweise intuitiv setze und mich nicht an Seitenzahlen klammere. Aber umwerfen kann ich dieses Gerüst ja trotzdem jederzeit.

Im Grunde war das schon alles an Vorbereitung. Wann immer ich jetzt eine Idee zu Band 3 habe, schreibe ich es direkt in das entsprechende Scrivener Dokument. Teilweise kommen Ideen unsortiert auf eine Seite bzw. in die Notizen dort, oder aber ich schreibe sie direkt in den "Beat" zu dem es am besten passen könnte. So geht kein Einfall verloren und ist genau dort, wo er hin soll.

Da es nur eine Frage der Zeit war, bis eine Plotbunnyfamilie zum Spinoff mich beinahe plattgehoppelt hätte, habe ich natürlich auch dafür ein Scrivener-Dokument angelegt, mit dem ich genauso verfahre wie oben beschrieben. Und Figuren aus dem Spinoff kopiere ich in den Character-Ordner von Band 2, da ich ja dort bereits die Keime für den Ableger anlege. So habe ich am Ende ein verwobenes Serienuniversum und mir macht das sehr viel Freude, weil ich nicht mehr in irgendwelchen losen Notizen nach meinen Ideen suchen muss.

So macht mir das Entwerfen der Serien jedenfalls gleich noch viel mehr Spaß :-)

War dieser Tipp hilfreich für euch oder wie geht ihr dabei vor?

Liebe Grüße

Petra

Und jetzt zum Wetter.

In den letzten Tagen bin ich gut vorangekommen mit ALBATROS. Nix Aufregendes ist passiert, daher habe ich mich dazu auch nicht gemeldet.

Dienstag, 23. Oktober 2012

Ich habe den Szenenplan vorangebracht, aber gestern war mir viel mehr nach Schreiben. Das ist bei Schriftstellern so - manchmal müssen sie einfach schreiben :-) Da hilft kein Recherchieren und kein Plotten, da wollen Wörter auf den Bildschirm. Und im besten Fall führt das wieder zu neuen Plot-Ideen.

Fünf Seiten habe ich gestern geschrieben, weitere fünf überarbeitet. Dabei habe ich ziemlich viel gestrichen und verschoben, was dem Text eindeutig gut getan hat. Eine nagelneue Figur ist auch aufgetaucht, die der Geschichte mehr Tiefe verleiht. Und irgendwie gehörte sie auch einfach da hin.

Heute habe ich zwischendrin wieder geswitcht und ein weiteres Krimikapitel überarbeitet, da ich die Überarbeitung ja doch langsam fertig haben will. Und jetzt hänge ich ein bisschen in der Luft.

Kennt ihr das, wenn ihr von der ganzen Welt genervt seid obwohl überhaupt niemand da ist? Und obwohl es gar keinen Grund dafür gibt? Ich schiebe das jetzt mal ganz dreist aufs Wetter.

Bei "Wetter" fällt mir ein, das ist ja auch so ein Element, das eine Geschichte rund und stimmig machen kann. Man muss ja nicht das gesamte Buch dem Wetterthema unterordnen, wie es beispielsweise Wolf Haas tat, bei Das Wetter vor 15 Jahren. Kann ich übrigens sehr empfehlen, das Buch. Aber die meisten Storys gewinnen, wenn man das Gefühl hat, alles ist, wie im echten Leben. Da bewegen wir uns ja auch nicht im luftleeren Raum. Außerdem bekommen die Figuren etwas zu tun. Sie frösteln, sie spannen einen Schirm auf oder sie spannen extra keinen auf, weil sie denken "Ich bin doch nicht aus Zucker!" Oder das Wetter beeinflusst die gesamte Handlung. Beispielsweise, wenn ein Schneesturm einen Flugzeugstart verhindert oder eine Gruppe von Wanderen dazu zwingt sich irgendwo in der Eiseskälte einen Unterschlupf zu suchen, damit sie nicht erfrieren. Und selbst wenn es keine dramatischen Auswirkungen auf die Protagonisten hat, so macht es einen Text doch lebendig.

Ihr könnt euch ja mal den Spaß machen, euch beispielsweise einen Wallander-Krimi ohne die Wetter-Elemente vorzustellen. Dann wäre die Stimmung schlagartig nicht so niedergedrückt. Oder nehmt euch ein anderes Buch, überprüft es auf Wetterverhältnisse und stellt euch vor, wie der Text ohne diese Passagen wirken würde. Oder wieviel Wetter überhaupt so in Büchern vorkommt und auf welche Weise es mit em Text verwoben ist. Und welche Autoren wetter-affiner sind als andere.

Bücher-Analyse kann wirklich Spaß machen, auch wenn man andere Aspekte untersucht. Allerdings empfehle ich Bücher zu verwenden, die ihr schon einmal gelesen habt. Schließlich wollt ihr euch ja zuallererst von der Geschichte mitreißen lassen. Danach könnt ihr das Buch (oder Teile davon) unter verschiedenen Aspekten nocheinmal durchforsten. Lehrreich ist es allemal.

Und ich schau jetzt mal, dass ich heute noch was gebacken kriege.

Liebe Grüße

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Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

 

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