Wie finde ich Veranstalter für eine Lesung? (Akquise für Autoren IV)

Der erste Business-Blog-Karneval ist längst Geschichte, aber ich hatte in der Zeit damals lediglich den Anfang meiner Artikelserie zum Thema "Akquise für Buchautoren" geposted:

° Akquise - Ein Thema für Buchautoren?

° Wie angle ich mir einen Verlag? ° Wie angle ich mir einen Agenten? ° Wie finde ich Veranstalter für eine Lesung?

Optimal wäre es natürlich, wenn der Verlag sich um Lesungen kümmert. Der aufmerksame Leser bemerkt auch hier wieder den Konjunktiv: Das passiert vermutlich so häufig, wie ein Sechser im Lotto (v.a. wenn man nicht Lotto spielt). Naja, ungerecht will ich ja auch nicht sein: Es kommt durchaus vor, aber vermutlich nicht in dem Maße, wie der Autor es gerne hätte. Gerade Autoren, die keinen zusätzlichen Brotjob haben, finanzieren Miete, Pizza und Katzenfutter nämlich vor allem über Lesungen, und die sollten dann schon gut übers Jahr verteilt und möglichst häufig sein, damit il gatto auch mal Sheba ins Schüsselchen bekommen kann.
Also greift der Autor selbst zum Hörer, zur Tastatur oder spricht direkt beim Leseveranstalter der Wahl vor. Es gibt viele Möglichkeiten, die jedoch alle erfordern, dass der homo ecrivensis in Kontakt mit anderen Homos, äh, homo sapiens tritt, was vielen Exemplaren dieser Spezies nicht eben leicht fällt. Es gibt auch Lesungsagenturen, die einem diese Kontakte ersparen, aber die sind meist rappelvoll. Sollte ein Lesungsagent noch freie Kapazitäten haben, bitte bei petra.bauer at gmail.com melden. Ich schnappe mir den ersten freien Platz und gebe den Rest großzügig an die Autoren unter meinen Bloglesern weiter *ggg*

Okay, wir schicken unseren scheuen homo ecrivensis also auf Lesungen von anderen Autoren. Dort kann man beim gemütlichen Lesungsafterglow die Gelegenheit ergreifen, dem Veranstalter zu erklären, dass man daran interessiert ist, an jenem Ort sein eigenes Buch dem geneigten Publikum zu präsentieren. Über den Verlag kann man bei Bedarf Leseexemplare an die Veranstalter schicken, oder man ist ohnehin bekannt, z.B. falls es sich um eine gut sortierte Buchhandlung handelt. Bei solchen Gelegenheiten kommt eher ein neuer Termin zustande, als wenn man in der Hektik des Buchändleralltags aufkreuzt und eine Lesung anleiern will. Sich zusammentun

Was für die schüchterne Zeitgenossen auch eine gute Möglichkeit ist, Lesungsakquise zu betreiben, ist das gemeinsame Aufkreuzen mit einem Lieblingskollegen. Dann sind beide Autoren nicht so alleine und können im besten Fall zwei Lesungstermine buchen.

Kontakte kann man natürlich auch via Telefon und Email knüpfen (natürlich v.a. außerhalb seiner üblichen Reichweite), aber es ist aus zweierlei Gründen von Vorteil, direkt vor Ort selbst aufzuschlagen: U.U. kann man Sympathiepunkte beim Veranstalter sammeln, und er macht vielleicht eine Lesung, die per Mail nie zustande gekommen wäre. Zweitens kennt man den Weg zum Veranstaltungsort schon und kann am Tag X auf jeden Fall rechtzeitig losfahren.

Die passive Methode, an Lesungen zu gelangen, ist das Präsentieren von unterschiedlichen Lesungsprogrammen auf der Autorenhomepage, wo auch alle Rahmenbedingungen festgelegt werden können, unter denen der Autor das jeweilige Programm zu präsentieren bereit ist. Auch bei aktiver Akquise kann man auf diese Seiten verweisen.

Neue Wege beschreiten Wenn der homo ecrivensis jedoch von sich aus Lesungsmöglichkeiten auftun möchte / muss, ist auch ein wenig Kreativität gefragt. Buchhandlungen als Veranstaltungsorte liegen auf der Hand, bei Kinderbuchautoren drängen sich Schulen praktisch auf. Aber da es auch marketingtechnisch sinnvoll ist, sich aus der Masse abzuheben, lohnt es sich, auch einmal über skurrile Orte nachzudenken. Das bietet auch Potenzial für interessante Pressemitteilungen. Krimiautoren lesen immer häufiger in pathologischen Abteilungen von Kliniken, oder auch mal im Sarglager eines Bestattungsunternehmens. Aber hat sich jemand schon mal in ein frisch ausgehobenes Grab gesetzt und dem - in diesem Fall wirklich - geneigten Auditorium seine Gruselstories vorgetragen? Mit Hartnäckigkeit bei den Friedhofsbehörden lässt sich das garantiert arrangieren, vielleicht auch nachts… *huuuuiiii buuuuuhh*

Möglich sind auch Lesungen in den Settings des jeweiligen Buches. In der Bettenabteilung eines Möbelhauses. Auf einem Dampfer (da können die Zuhörer wenigstens nicht gehen!). Oder Minilesungen im Riesenrad. Nur Achterbahn eignet sich nicht wirklich ;-)

Lesungen in Seniorenwohnheimen, auf Ponyhöfen (ich sag nur: Pferdebücher) – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, und gerade davon haben wir Autoren ja wirklich genug. Meist fehlt nur die Traute, oder das Hinterteil ist einfach zu schwer ;-)

Für Veranstaltungen außerhalb der herkömmlichen Orte sucht man sich am besten Sponsoren. Da ist ebenfalls wieder viel Eigeninitiative gefragt, und damit könnte ich einen weiteren Beitrag füllen, und vielleicht tu ich das auch mal, aber nicht jetzt.

Was auch eine viel zu wenig beachtete Möglichkeit ist, sind Lesungen in Firmen. In vielen Firmen werden heutzutage alle möglichen Events angeboten – wieso nicht auch einmal eine Autorenlesung? Im besten Fall hat man einen Text, der perfekt zur Branche passen würde, für die man lesen möchte.

Literaturfestivals gibt es allerorten, und meist erfährt man davon, wenn man sie verpasst hat *g* Aber auf jeden Fall sollte man die Ansprechpartner herausfinden und sich für das nächste Mal bewerben. Auch Autorenvereinigungen veranstalten oft (regelmäßige) Festivals. Bei den Krimiautoren stellt beispielsweise das -> Syndikat in jedem Jahr die -> Criminale auf die Beine – immer in einer anderen Stadt. Dort lesen jeweils weit über einhundert Autoren, es gibt aber auch kleinere Literaturveranstaltungen, wie z.B. die -> Infantastica (Kinderbuchautoren). Ein bisschen im Netz zu stöbern, ist da sehr hilfreich. Nebenbei sind solche Festivals eine wunderbare Möglichkeit, nähere Kontakte zu anderen Autoren zu knüpfen.

Das ist das, wir mir momentan so einfällt, während hier auf der Terrasse der Regen aufs Dach prasselt. Wenn Euch noch andere Ideen in den Kopf purzeln, freue ich mich über eure Kommentare, und die Kollegen bestimmt auch.

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