Akquise für Autoren II - Wie angle ich mir einen Verlag?

Mein zweiter Beitrag zum Business Blog Karneval Dass Akqise durchaus auch für Autoren ein Thema ist, und dass Akquise sich in diesem Fall in vielfältiger Gestalt präsentiert, habe ich bereits in meinem ersten Blogkarneval-Beitrag angerissen. Autoren müssen Verlage davon überzeugen, ein Buchprojekt mit ihnen zu realisieren. Das ist der erste Schritt auf unserem Akquiseweg, und letztlich die Basis für alles andere.
Dass ein Autor vor diesem Schritt lange genug schreibt, um Lektoren und Verlage durch Qualität überzeugen zu können, setze ich jetzt einfach mal voraus.
Ferner setze ich voraus, dass der Jungautor sein fertiges Manuskript nicht unbekümmert durch die Verlagswelt senden will, wie das leider viele seiner Kollegen tun.
Er hat ein aussagekräftiges Exposé gefertigt - das m.E. wichtigste Akquisemittel überhaupt - und sollte von Anfang an dafür sorgen, dass sein "Baby", an dem er viele Monate oder gar Jahre geschrieben hat, gleich in die richtigen Händen gelangt. Und dafür muss er das tun, was vielen Autoren den Angstschweiß auf die Stirn treibt: Der Anruf im Lektorat Wer sich davor zu drücken versucht, verspielt eine wesentliche Möglichkeit, sich Zugang in die heiligen Hallen des Buchmarktes zu verschaffen. Manuskripte, die unverlangt bei den Verlagen eintreffen, und bei denen der Begleitbrief mit "Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr…" beginnt, werden häufig schon von Praktikanten aussortiert, in einen anderen Umschlag gesteckt und mit einer Standardabsage zurückgeschickt.
Das Leben ist kurz - wir wollen nicht monatelang auf abgelehnte, nicht gelesene Manuskripte warten, also greifen wir beherzt zum Hörer.
Angst?
Dann sollte sich der Jungautor ganz ehrlich die Frage stellen, was das Schlimmste ist, was dabei passieren kann.
Psst, ich hab die Antwort: Das Schlimmste ist, dass der Lektor sagt: "Tut mir leid, wir nehmen derzeit überhaupt keine Manuskripte an." Und? Hat es weh getan?
Los, den nächsten Verlag anrufen, sich in der Zentrale den Namen der zuständigen Lektorin geben lassen und dieser dann mitteilen, dass man wisse, wie beschäftigt sie sei. Ob sie trotz allem drei Minuten Zeit hätte? Achtung: Vorher den eigenen Namen (!) aufschreiben, den Kurzinhalt des Buches , das Genre, noch besser, die Reihe für die man das Buch im Idealfall konzipiert hat, und was das Werk besonders passend für eben diesen Verlag macht. Denn in der Aufregung gibt es gelegentlich ein Totalblackout.
Es kann sein, dass das Lektorat sagt, ach, schicken Sie das MS doch einfach - und dann trotzdem einen Standardabsage folgt. Findet die Lektorin oder der Lektor des Autors Buchidee jedoch schon am Telefon spannend, steigen die Chancen, dass es wohlwollend gelesen wird.
Man kann auch den anderen Weg gehen und im Lektorat anrufen, bevor auch nur ein einziges Wort auf dem Bildschirm steht. Dafür sollte man das jeweilige Verlagsprogramm noch besser kennen (das ist ohnehin die Voraussetzung für einen Kontakt). Dann weiß der Autor, an welcher Reihe er sich gerne beteiligen würde und kann fragen:
"Welche Themen können Sie denn in nächster Zeit gebrauchen?"
Wenn nicht die schlimmste Antwort (s.o.) folgt, kann man im besten Fall schon ein grobes Brainstorming am Telefon machen (ich sagte: im besten Fall! Ich hatte das Glück, aber das ist vermutlich die Ausnahme).
Wichtig auch: Nach den Parametern fragen, wie Seitenzahl des gedruckten Buches, bzw. erforderliche MS-Seitenzahl.
U.U. kann auch die Zeichenzahl pro Seite wichtig sein; v.a. bei Bilderbüchern, wo oft nur wenig Platz für Text vorhanden ist und eine Illustration passend zu den Textabschnitten gezeichnet wird.
Auch wenn der Autor jetzt zunächst nur ein Exposé nebst Textprobe erstellt, sollte er über den Gesamtumfang des Buches informiert sein, damit er die Konzeption im Exposé schon möglichst treffend charakterisieren kann.
Ein Lektor sollte aufgrund des Exposés erkennen können, dass er nicht die Katze im Sack kauft, sondern genau weiß, was ihn erwartet.
Wenn sich das Exposé und der Stil der Textprobe mit dem deckt, was der Lektor sich für ein solches Buch wünscht, dann stehen die Chancen gut, dass dieses Buchprojekt auch realisiert wird. Und dann war dieser erste - wichtigste - Akquiseschritt erfolgreich und ein echter Grund dem Autor oder der Autorin zu gratulieren!
Die Agentenakquise erfolgt übrigens nach dem gleichen Prinzip.
Lesungen, Presse und Leser aquirieren - dazu mehr in den nächsten Blog-Karneval-Beiträgen.
° Teil I: Akquise - Ein Tema für Buchautoren? ° Teil III: Wie finde ich Veranstalter für eine Lesung?

» » Das sieht man gern :-)

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Kommentare:


Danke für diesen lesenswerten Artikel. :)

Knutsen  am  06. November 2006



Gerne :-)

——-

petra.bauer  am  07. November 2006




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