6. Dezember

Nikolausi ... Ich weiß ja nicht, was euer Nikolausi (oder doch der Osterhasi?) euch in den Stiefel getan hat, aber ich tu einmal den Kinderkrimi World Campions - Weltmeister hinein!

Bevor ich zur heutigen Aufgabenstellung komme, möchte ich mich ganz herzlich für all die Besserungswünsche bedanken, die mich heute (na, eigentlich gestern, also am 2. Advent) erreicht haben. Ich fand es wirklich sehr lieb, und es scheint schon geholfen zu haben. Ganz weg sind die Zahnschmerzen nicht, aber es ist schon viel besser als gestern und vor allem viel besser als in der letzten Nacht...

Für alle diejenigen, die "World Champions" gewinnen wollen, sei gesagt, dass ich das Buch extra für das WM-Jahr 2010 geschrieben habe. Es erschien bereits im Januar und hat mir eine halsbrecherische Deadline-Schlacht beschert ;-) Das ist längst Vergangenheit, genau wie die WM selbst, wo wieder viele Tränen geflossen sind, als uns Paul, die Krake, aus dem Wettbewerb gekickt hat. Oder waren es doch die Spanier? ;-)

Ich habe ja bis zum Schluss geglaubt, dass wir nun endlich wieder Weltmeister werden, und die ganzen Spiele waren echt nix für meine Nerven ;-)

Bei dem Schnee, der sich draußen stapelt, möchte ich euch jetzt einfach mal gedanklich in die beiden tollsten Sommer der letzten Jahre entführen: 2006 und 2010.

Ich gestehe, dass ich mir manchmal noch die Sommermärchen-DVD anschaue...
Und dann denke ich daran, wie wir im Garten von Freunden viele Spiele verfolgten.
Wie ich mit einer lieben Kollegin nach dem 3:0 gegen Portugal, beim Spiel um Platz drei, barfuß "Unter den Linden" zu den Klängen einer Argentinischen Straßenband tanzte.
Wie ich beim Argentinien-Spiel eine Lesung hatte und vorm Elfmeterschießen Haus und Fernseher verlassen musste, um dann die Siegesböller zu hören, als ich im Buchladen ankam und mich bei Menschen, die auf einem Balkon feierten, vergewisserte, dass es wirklich Deutschland war, das gewonnen hatte.
Ich erinnere mich auch an die Fassungslosigkeit aller Menschen, die mit uns gemeinsam am Zollpackhof die Niederlage gegen Italien erlebten.
An den Sieg 2010 gegen England denke ich auch und an die leise (liebevolle) Häme bei der Rache für das Wembley-Tor. Und wie 2010 ein paar Deutschland-"Fans" die Spanier nach ihrem Sieg so lange provozierten, bis die auch unter der Gürtellinie zurückschossen.
Tolle Momente, wehmütige Erinnerungen. Noch viele, viele mehr.

Und weil es so schön war: Was war euer intensivstes Erlebnis während der Weltmeisterschaften 2006 oder 2010?

UPDATE:

Sehr viele Fußballfans habe ich ja nicht unter meinen Lesern ;-) wie man an den Geschichten weiter unten erkennen kann. Macht aber nix, eine Gewinnerin haben wir trotzdem, nämlich Anja William! Herzlichen Glückwunsch!

Worldchampions[20091209]

Und hier wieder eure Beiträge:

Naja… dass wir Österreicher bei der WM 2010 wieder einmal nicht dabei waren (war wahrscheinlich auch besser so, so haben wir uns eine weitere peinliche Blamage erspart), hat meiner Begeisterung als „Sport-im-Tv-schauen“-Fan (Fanatiker wäre wahrscheinlich noch passender) keinen Abbruch getan! Ich hab mir natürlich die komplette WM angeguckt und kann mich dabei eigentlich am besten an das Viertelfinalspiel Deutschland gegen Argentinien erinnern! Zu dem Zeitpunkt machte ich mit meiner Familie nämlich gerade Urlaub in einem Kinderhotel in Kärnten und da in Österreich damals die Sommerferien noch nicht begonnen hatten, befanden sich in dem Hotel natürlich vorwiegend Deutsche. Im Wintergarten des Gebäudes hatten sich aufgrund des Fußballspieles natürlich so gut wie fast alle deutschen Gäste eingefunden! Den Jubel nach jedem Tor der deutschen Nationalmannschaft konnte man klarerweise im ganzen Hotel (und auch sonst noch meilenweit) hören… und zu feiern gabs natürlich einiges nach dem tollen 4:0 Erfolg! Glücklicherweise ist das Spiel damals zugunsten der Deutschen ausgegangen, sonst hätten wir wahrscheinlich den Rest unseres Urlaubes in viele mürrische Gesichter gucken müssen! J

Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist mir außerdem auch noch der riesengroße Andrang bei den Tauschbörsen – bezüglich des WM-Sticker-Albums von Panini – in einem Salzburger Einkaufszentrum. Unmengen von Menschen fanden sich dort jeden Freitag ein und ja, was soll ich sagen, wir waren mittendrin! J Es war wirklich toll und hat sich absolut gelohnt… innerhalb kürzester Zeit waren wir im Besitz aller Sticker und haben uns eine Menge Geld gespart (unser Album besteht zu ca. 50 % aus getauschten Bildern).

(Verena Kluppenecker)
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2006 wurden die Fußballspiele immer Nachmittags übertragen. Mein Sohn hatte im Jahn-Sport-Park in Mitte, dort wo die Max Schmeling Halle ist, Training, genau zu der Zeit, wo Deutschland spielte.
Zu der Zeit hatte fast jede Kneipe in Mitte einen Beamer und so ging ich mit Nicole, der damaligen Freundin meines Kollegen Andreas, während mein Sohn trainierte in solch eine Kneipe. Es war proppenvoll und wir bekamen nur noch hinter einem Pfeiler Platz und mußten entweder links oder rechts vorbei schauen und bei den spannenden Szenen aufstehen. Es war einfach eine super Stimmung und es machte Spaß mit völlig Fremden Leuten aufzuspringen und "Tor" zu brüllen!

(Susanne Haun)

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Mein intensivstes Erlebnis während der WM 2010 hatte absolut nichts mit Fußball zu tun, dafür war es eine Begegnung fürs Herz:
Es war an dem Geburtstag meines (leider kurz zuvor verstorbenen) Opas. Ich musste von zuhause raus, weil ichs irgendwie nicht ausgehalten hätte und habe mein Zelt und Schlafsack eingepackt und bin an einen Bergsee gefahren. Ich wollte Ruhe und Zeit zum Nachdenken. Schon auf der Hinfahrt habe ich Stress bekommen dass ichs alleine womöglich gar nicht aushalten werde und habe einem lieben Freund geschrieben wo ich hinfahre. Am Abend war er dann da und er hat sich Zeit für mich genommen. Es tat gut zu wissen dass da noch jemand ist, für den Fall dass man jemanden zum Anlehnen braucht. Jemand der sich aber nicht aufdrängt und mich mit Fragen löchert.

(Julia)

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Leise knarrt das Seil der Hängematte am Baum. Ein Lufthäuchlein streicht über mich hinweg, ganz weit droben segeln weisse Wolken über den blauen Himmel und verschwinden hinter dem Apfelbaum. Eine Amsel hüpft durchs Gras auf der Suche nach Würmern.

Ein Schmetterling segelt über die Wiese heran. Welche Blüte wird er sich aussuchen: Den Löwenzahn oder den Wiesenklee, die Glockenblume oder den Hahnenfuss, die Margerite oder den Wiesenkerbel? Er gaukelt unschlüssig umher - und setzt sich dann auf meinen grossen Zeh.

Es ist eine gute Wahl, denn das ist das erste Tagpfauenauge, das auf meinem Zeh landet. Gut gemacht, Schmetterling, denke ich noch, dann fallen mir die Augen zu.

Weit drunten im Tal tröten zwei Vuvuzelas und ein paar Autos hupen. Anscheinend hat jemand gewonnen.

[Reinhard Häpp)

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Ich will ehrlich sein: normalerweise kann ich mit Fussball nicht viel anfangen. Aber bei einer WM packt es mich ab dem Achtelfinale dann meist doch und ich verfolge die Spiele der Deutschen. An das Achtelfinale 2006 kann ich mich noch gut erinnern: ich war bei einer Freundin eingeladen, um das Spiel bei ihr zuhause mit ihrer Familie zu schauen. Wir saßen zu fünft auf einer Couch, geschmückt mit schwarz-rot-gold-farbenen Halsgirlanden, Perücken und Fähnchen und die Stimmung war klasse. Vom Spiel weiß ich nicht mehr viel, aber dass die Atmosphäre vor dem Fernsehschirm klasse war, das weiß ich noch! ;)

(Anja William)

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WM 2006, irgendein Spiel Deutschland gegen schießmichtot…ich hab’s vergessen. Fußballfreak in der Familie ist eindeutig mein Mann. Liebe lebt unter anderem von gemeinsamen Unternehmungen. Ich liebe meinen Mann, also sahen wir das Spiel gemeinsam. Und ich liebe Rotwein.

Während wir auf dem Sofa saßen, nippelte ich an einem guten Toskaner: dunkel, tanninbetont, eine intensive Aromabombe, ein wahres Geschenk an den Gaumen…wenn ich daran roch, tauchten ganz automatisch Bilder von zypressengesäumten Feldwegen und schattigen Olivenhainen auf. Leider vergaß ich darüber die Bilder auf dem Fernsehschirm, sonst hätte ich vielleicht gemerkt, in welch heikler Lage sich die deutsche Mannschaft befand, und ich hätte Schlimmeres verhindert. Der Fußballgott war den Deutschen gnädig, die fiebrige Anspannung entlud sich bei meinem Mann in einem spontanen Auseinanderreißen der Arme (begleitet von einem lauten „Jaaaa!!“) und…patsch…im nächsten Moment befand sich mein Wein nicht mehr im Glas, sondern zu großen Teilen auf meiner weißen Sommerbluse. Dort sind sie immer noch.

Der Wein war wirklich von erstklassiger Qualität, so farbintensiv, dass die Flecken nicht mehr ganz zu entfernen waren. Für den Preis einer Bluse habe ich Wertvolles gelernt: Nie wieder beim gemeinsamen Fußballgucken Rotwein zu trinken und wenn doch, dann nur schwarz gekleidet.

(Marion Penzkofer)

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Was war euer intensivstes Erlebnis während der Weltmeisterschaften 2006 oder 2010?

Das "intensivste" war definitiv jedes einzelne Spiel, an dem Deutschland teilnahm. Ich hatte ausgerechnet zur WM Prüfungsphase und mein Zimmer liegt direkt neben dem WG-Balkon. Während alle lautstark bei jedem Tor jubelten, habe ich mit Ohrenstöpseln und Ventilator auf volle Pulle Mikrobiologie gepaukt. Nicht gerade die besten Voraussetzungen…

Allerdings fand ich es klasse, dass auf einmal ganz Deutschland fest zusammengeschweisst war. Überall begegnete man feiernden und jubelnden Menschen, Autos mit deutschen Fahnen und alle hatten gute Laune. Alleine dafür hatte sich das Krach ertragen gelohnt ;). Ich bin zwar kein Fan und auch nicht zum Public Viewing gegangen, aber die Grundstimmung des Sommermärchens war fantastisch und ich hätte nichts gegen eine erneute WM oder auch Olympiade in "Schlaaaaaaaand"- aber bitte nach meinem Studium :D.

(Yvonne de Buhr)

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Im Jahr 2006 erlebte ich die erste Fußball Weltmeisterschafft zusammen mit meinem Mann, und zum ersten Mal entdeckte ich wieviel Fußball-Leidenschaft auch in mir steckte. Das erste Mal habe ich mutgezittert, gelacht, geweint, war im freudentaumel oder fassungslos... Es war der pure Wahnsinn. Die WM im eigenen Land hat die Menschen einander näher gebracht und hier in Dortmund konnten wir an den Spieltagen soviel Gemeinschaft erleben wie selten zuvor, denn alle waren Freunde, egal welcher Nation man entstammte. Zudem war es mein erster Fußball-Sommer als Mutter und natürlich wurde Papas Sohn auch in Landesfarben ge (ver) kleidet ^^ In diesem Jahr war ich auch schwanger mit meiner Tochter, sicher auch ein Emotionsverstärker, aber es war ein so intensiver Sommer wie ich ihn vorher nie erlebt habe.
2010 hatte ich nun schon zwei "große" Kinder hier sitzen und die ganze Familie feuerte an, rief "Toooooooooooor" und sang natürlich "Schland oh Schland". Ein besonders tolles Erlebnis war das "Public Viewing in unserer Kirche, mit vielen lieben Menschen und weder Wind noch Regen konnten jemandem die gute Laune verderben.

(Petra Henneberg)

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Das Aufregendeste, was mir vermutlich passiert ist, als vermutlich die Fußball-WM stattfand, war, dass eine Horde Schnecken über meinen Salat herfiel, meine Tochter nachts eine Mücke totschlug und mein Sohn Ärger von seiner Lehrerin bekam, weil er nicht wusste, wer die Krake Paul war - man sieht, wir besitzen keinen Fernseher.

(I.W.)

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2006 war ich schwanger. Mit Zwillingen. Kurz vor Ostern musste ich dann ins Krankenhaus. Wegen vorzeitigen Wehen in der 24. Schwangerschaftswoche. Ich musste liegen und hatte noch 16 Wochen vor mir. Ich bekam einen Tropf, einen Ring, eine Notcerclage und nichts half. Am 10.05 mussten meine Kinder mit einem Notkaiserschnitt 12,5 Wochen zu früh auf die Welt geholt werden. Die beiden waren 38 cm groß und 1050 bzw. 1070 Gramm schwer. Also nicht größer bzw. schwerer als jeweils ein Liter Milch. Und niemand konnte meinem Mann und mir sagen, ob die beiden es schaffen würden. Und wenn ja, was würde die beiden für Folgeschäden zurückbehalten. Würden sie ganz gesund sein … würden sie sich „normal“ entwickeln usw. Alles offene Fragen. Während der Fußball-WM lagen meine Kinder also in einem Inkubator auf der Frühchen-Intensivstation der Kinderklinik. Mein Mann und ich waren täglich zweimal dort um mit den Kindern zu reden und mit den beiden zu kuscheln (kanguruhen). Während der Zeit der Fußball-WM (und ganz speziell während der Deutschland-Spiele) waren wir die einzigen Eltern dort. Allen anderen Eltern waren die Fußball-Spiele offenbar wichtiger als ihre eigenen Kinder. Oft war nicht mal ein Arzt dort und eine einzige Krankenschwester tat ihren Dienst für eine ganze Station. Meinem Mann und mir waren unsere Kinder viel wichtiger als jedes Fußballspiel dieser Welt. Inzwischen sind 4 Jahre vergangen und es war wieder Fußball-WM. Meine Zwillinge (übrigens 2 Jungs und eineiig) haben alles aufgeholt und sind zu ganz „normalen“ Vierjährigen herangewachsen. OHNE Folgeschäden! Und so sind die beiden dann bei dem letzten Deutschland-Spiel, das wir am PC sehen mussten (ein schweres Gewitter machte den Fernsehempfang unmöglich) laut TOOOOOOOR brüllend eine Etage tiefer zum Fußballbegeisterten Opa gerannt und haben „Bescheid“ gegeben..

(Silke Köcher)

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Z. B. 2006 bei der WM im eigenen Land und wir beim Spiel Brasilien - Japan
hier in Dortmund in der City waren. Wir standen vor dem Hauptbahnhof und
es war irgendwie ein richtig tolles Gefühl, zu wissen, daß sich hier gerade
Fans von insgesamt 3 Kontinenten befinden, die alle zusammen feiern. Ich
hab mir eine große Brasilien-Flagge gekauft und mich drin eingewickelt.

Im letzten Jahr haben wir alle Deutschland-Spiele sowie dann die restlichen Spiele bei Freunden geschaut, die ihre Terrasse extra in ein WM-Lager umgebaut hatten, wir haben jedes Spiel richtig zelebriert und mit vielen Leuten geschaut. Da wir nicht immer grillen wollten, haben wir uns zu jedem Spiel was ausgedacht, z. B. Fingerfood-Buffet, Kuchen-Buffet zum Nachmittagsspiel, Pizza-Buffet usw., jeder hat sich immer beteiligt und was mitgebracht. Zum Finalspiel Niederlande gegen Spanien haben wir was spezielles für die Länder gesucht, für Holland gab es dann Frikandeln und für Spanien............hm na ja, fieserweise haben wir Calamari in der Friteuse auf der Terrasse frittiert, sozusagen als kleine Rache an Pulpo Paul, weil er unsere Niederlage im Halbfinale vorhergesagt hat......... ;-) Fies, ne?

(Astrid Honikel)

Ich bin nicht wirklich Fußballfan, und habe nicht ein einziges Spiel der letzten Fußball WM gesehen. Ich hatte eher meinen Spaß daran, aus der Geräuschkulisse der Nachbarschaft (Jubelrufe, Vuvuzela, etc) den derzeitigen Stand des Spieles zu erraten. Mein eindrücklichstes Erlebnis war, als wir in der Schule einen Test geschrieben haben, ausgerechnet an einem Tag, an dem Deutschland gespielt hat, alle geschminkt kamen und Vuvuzelas dabei hatten. Was für mich und meine Klasse bedeutete, dass wir versuchen mussten, uns während des unbändigen Getrötes zu konzentrieren, und weswegen ich Vuvuzelas immer noch ein bisschen mit Physikformeln verbinde. Und vielleicht mit der Tatsache, dass ich, trotz redlicher Bemühungen seitens meiner Freundinnen mich zu belehren, es bis zum Schluss nicht geschafft habe, aus den Dingern auch nur einen Ton heraus zu bekommen.

(R.W.)

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