2. Dezember

Am zweiten Dezembertag entführte ich euch bei klirrender Kälte zweisprachig auf eine Kreuzfahrt ins MIttelmeer :-) Der Gewinner erhält ein Exemplar der Neuauflage mit dem schicken Cover.

Ich wäre jetzt auch gerne auf einer Kreuzfahrt im Mittelmeer. Stattdessen musste ich heute erstmals Schnee schippen - und das gleich reichlich. Dazu passte die heutige Gewinnaufgabe:

Ich wollte von euch vier Zeilen (oder mindestens 40 Wörter!) lesen. Thema:

Was mir heute beim Schneeschippen passiert ist

Das konnte tatsächlich geschehen sein oder ausgedacht. Witzig, traurig, skurril, Prosa oder Lyrik. Die Hauptsache war, dass hier nichts doppelt ankam.

Grafik

Ich war so begeistert von all den schönen Einsendungen (von denen ihr einige weiter unten lesen könnt), dass ich froh war, dass meine Glücksfee die Auswahl per Los treffen konnte.

Und das Los fiel auf Petra Henneberg
Herzlichen Glückwunsch!

Wie gesagt, ich habe so viele schöne Beiträge zum Thema "Schneeschippen" bekommen, dass ich sie hier mit euch teilen möchte. Bei manchen musste ich laut lachen, einige stimmen nachdenklich. Sehr viel kreatives Potenzial habe ich bei meinen Bloglesern entdeckt:

Heute morgen erfüllt es mich gleich mit Graus,
nach einem kurzen Blick aus dem Fenster raus,
Frau Holle hat viel Schnee übers Land gejagt,
da ist natürlich Schneeschippen angesagt.

Nach dem 2. Blick bin ich schon nicht mehr so sauer,
denn er fällt auf den Kalender von Petra Bauer,
denn um einen schönen Buchpreis zu gewinnen,
soll ich mich beim Schneeschippen auf ein paar Zeilen besinnen.

Fieberhaft überleg ich bei der Arbeit, um mich nicht zu blamieren,
was könnte mir denn heute beim Schippen passieren?
Ich schippe mich von links nach rechts durch den Schnee,
mir fällt immer noch nichts gescheites ein, oh weh.

Nach einer Stunde immer noch nix, ich fange an zu trödeln,
der Nachbar auf Gassigang ist schon am blödeln,
doch als er weg ist, ist endlich was aufregendes passiert,
sein Hund Paula hat gelben Schnee produziert! ;-)

Begeistert renne ich ins Haus,
da mach ich jetzt ein Gedichtchen raus,
denn was besseres als die gelben Schneewehen,
wird heute beim Schippen wohl nicht mehr geschehen.

(A. H.)

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Ich hatte beim Schneeschaufeln ein leicht melancholisches Erlebnis. Als ich morgens die Schneeschaufel aus dem Schuppen holen wollte, entdeckte ich dahinter ein Tagpfauenauge, das sich ausgerechnet diesen Platz zur Winterruhe ausgesucht hatte. Natürlich hatte ich ihn gestört und der arme Schmetterling hat ein paarmal mit den Flügeln geschlagen. Ich fürchte, er hat bald danach sein Leben ausgehaucht, da man sie ja unter gar keinen Umständen stören darf. Er hat mir richtig Leid getan, denn gerade nach dem letzten strengen Winter gab es im Frühling sehr viel weniger Schmetterlinge. Und der Frühling ist doch das Schönste am WInter: Die Gewissheit, dass irgendwann der Schnee schmilzt und die Krokusse aus dem Boden gucken. Und wenn es dann wärmer wird, gehören Schmetterlinge einfach dazu.

(Yvonne de Buhr)

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Heute morgen in der Früh
fiel der Schnee, ach Du herrje!
Wo ist der Schieber?
dacht ich mir -
Bett wär mir lieber
doch nützt nix, los, raus vor die Tür!

(N.F.)

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Der Junge wäre lieber mit seinen Freunden rodeln gegangen, aber natürlich hatte seine Mutter die dämliche Idee gehabt, dass er den Hausvorplatz vom Schnee befreien sollte.
Knurrend nahm er die Schaufel und machte sich ans Werk.
Er war noch nicht weit gekommen, als er beobachtete, wie die alte Frau Hoppe, die Nachbarin von nebenan vor dem Gartenzaun ausglitt und – Zetermordio schreiend - auf dem Hintern an ihm vorbei den steilen Weg hinunter rutschte. Der Junge krümmte sich vor Lachen. Frau Hoppe knallte 50 Meter weiter unten gegen eine Straßenlaterne und rappelte sich schimpfend auf.

Immer noch glucksend vor Schadenfreude schaute der Junge auf die Schaufel. Ja, das war doch DIE Idee! «Besser als Quidditch!» Er nahm sein Werkzeug, stapfte durch den Schnee zur Straße, schaute kurz nach oben und unten und dann hopp! Seine Hände klammerten sich an den Stiel, seine Füße standen auf dem Schaufelblatt. Die humpelnde Frau Hoppe traf fast der Schlag, als der Junge an ihr vorbei sauste. Bei Haus Nummer 13 näherte er sich allerdings bedrohlich einem geparkten Lieferwagen. Erst jetzt wurde dem Jungen blitzartig bewusst, dass Schaufeln keine Bremsen hatten.

Zeit zum Überlegen hatte er keine. Er sprang ab und landete Kopf voran im Schneehaufen vor Schmadtkes Haus, während die Schaufel in den Lieferwagen krachte. Die erschreckte Frau Hoppe war inzwischen herangehumpelt. Als sie sah, dass der Junge sich offenbar unverletzt aus dem nassen Schnee wühlte, sagte sie nicht ohne hämischen Unterton: „Na, mein Jungchen, da bist du dem Tod wohl gerade noch einmal von der Schippe gehüpft.“

(Daniel Krieg)

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Schnee, Schnee, wohin man blickt,
es ist aber auch wieder wie verflixt.
Schneeschippen ist doch was für Männer,
zum Beispiel für den Nachbarn Brenner.

Heute Morgen schon ganz früh,
kroch er raus mit aller Müh‘.
Ich sah ihn, wie er Schnee schippte,
dabei aber plötzlich kippte.

Es schneite dann den ganzen Tag,
während er so in der Einfahrt lag.
Inzwischen ist er wohl erfroren,
und die Welt hat ihn verloren.
(Daniela Krämer)

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Heute Nacht hat es fleißig geschneit,
was bin ich doch gescheit,
da hilft nur der Schneeschieber,
was für ein Schneegestöber,
Flink eins zwei drei,
ist der Weg wieder frei.

(Andrea W.)

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Heute beim Schneeschippen!

Der Wecker rappelte um Sieben Uhr Vier.
Da lag der Schnee schon vor der Tür.

Den Schnee dann schnell mal weg gebracht
damit sich niemand lang macht.

Doch kurz vor Ende es dann geschah,
ein falscher Tritt und ich lag da.

Auahhh!!!

(Thomas Kemna)
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Auf der Straße liegt der Schnee,
mir tun jetzt schon die Knochen weh,
doch ich muss raus, die Schippe mit und
fleissig auch der Besen wippt.
Bis alles sauber, ordentlich,
danach kann auch erholen ich.

(Iris Gasper)

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Als ich heute schippte Schnee,
kam zur mir die gute Fee.
Ließ den Schnee ganz schnell verschwinden,
so musst ich mich nicht weiter schinden.

(V.K.)
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SCHNEESCHIPPEN
Leise rieselt der Schnee -
ich denke nur oweh oweh,
schippen musst du nun feste,
damit sich keiner wehtut vor dem Feste !

(S.K.)

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Was mir heute beim Schneeschippen passierte:

Frohen Mutes ergriff ich gegen halb Neun die Schneeschaufel, um meine Einfahrt und den Gehweg von der weißen Pracht zu befreien. Ich schippte die Einfahrt frei, gegen die Kälte vermummt, innerlich ein fröhliches Liedchen vor mich hin summend, während fröhlich die Flöckchen um mich herum niedersegelten. Danach nahm ich den Gehweg in Angriff und befreite auch diesen - so weit meine schwachen Fähigkeiten es zuließen - von der Schnee- und Eisschicht. Danach kehrte ich zurück, um mich wieder in die Wärme des Hauses zu begeben. Doch siehe: Die Einfahrt war bereits wieder zugeschneit...

(Inken Weiand)

------------- Was mir heute beim Schneeschippen passiert ist.

Als ich die Haustür öffnete, sah ich es sofort: Es hatte über Nacht weitergeschneit.
Durch den Neuschnee sauste der Lustige Lumpi auf mich zu, um mir als Erster zu sagen: Schau mal. Es hat noch mehr geschneit. - Braver Lumpi.

Der Lustige Lumpi stammt aus der Karibik und besteht folglich darauf, immer draussen zu übernachten. Eine dicke Lage Heu in seiner Hütte ist allerdings ok. Um mir zu zeigen, wo ungefähr der Eingang zu räumen ist, hat er die Ecken schon mal gelb markiert. Und: wäre es nicht bald Zeit Gassi zu gehen?

Noch nicht. Denn jetzt haben mich die Kohlmeisen gesehen. Sie setzen sich auf die Futterhäuschen und zetern, dass ihres zuerst gefüllt werden muss. Weil sie Hunger haben, denn schliesslich hat es ja wieder geschneit. Unterstützt werden sie nach und nach von den Blaumeisen, den Weidenmeisen und dem Kleiber.

Dann kommt die Renate, sie zetert nicht, sie ist dick eingemummt und bringt uns die Zeitung. Und sie hat eine grosse Neuigkeit: Es hat wieder geschneit. Ich sage zu ihr: Ich habe gehofft, du kommst endlich mal im Bikini. Das freut sie, denn sie ist schon über 60. Dann rätseln wir ein bisschen, ob's weiterschneit und wie kalt es ungefähr ist.

Inzwischen sind auch die Spatzen, Grün- und Distelfinken, Dompfaffen und Rotkehlchen eingetroffen, machen einen Heidenlärm und schreien (sinngemäss): He, heut hat's doch wieder geschneit. Futter her, und zwar subito!

Jetzt schaut die Dani raus. Oh, es hat noch mehr geschneit. Wenn du mit dem Schneeschippen fertig bist, steht der Kaffee auf dem Tisch.

(Schaufel, schaufel, schipp,schipp, Einfahrt frei, kratz, kratz, Gehsteig frei, schnauf, schnauf … fertig. Alles geräumt!)

Dann kommt der Helmut auf dem Schneepflug mit Blinklicht und Schmackes um die Kurve gekratzt. Er winkt und blinkt mir durch das Schneegestöber, das er verursacht, zu. Man kennt sich - Stammtisch, Feuerwehr, Biergarten.

Als er vier Häuser weiter ist und der Schneestaub sich wieder gesetzt hat, sind Einfahrt und Gehsteig einen halben Meter zugehäuft.

Ohne dass es wieder geschneit hätte.

(Reinhard Häpp)

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Heute morgen blendete mich strahlendes Weiß beim öffnen der Fenster, obwohl es noch dunkel und grau ringsherum war.
Es war an der Zeit wieder die Schneeschaufel hervorzuholen, was ich auch missmutig tat, doch alles hat seine guten Seiten.
Während ich so vor mich hinschaufelte kam meine Nachbarin auch vor die Tür, mit derselben Mission, die auch mich morgens bei Minusgraden noch vor dem ersten Kaffee nach draußen trieb.
Wir kamen ins Gespräch, es war nett, denn durch alle Hektik des Alltags passiert es kaum noch, dass man miteinander reden kann, doch wir redeten und somit hat es sich gelohnt rauszugehen, denn ein gutes Gespräch ist gut für die Seele.

(Petra Henneberg)

» » ALBATROS [20101202]

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Kommentare:


Ich schippe hier so vor mich hin,
was kommt mir da gleich in den Sinn?
Eine Schar von helfenden Wichteln wünsch’ ich mir her,
dann wär’ das Schippen nicht so schwer!

Cornelia Brannaschke  am  02. Dezember 2010



nachtrag zum meiner schippengeschichte (damit sich auch bei mir was reimt):

Merke:
kippe
niemals von der schippe
und stoppe
schon gar nicht bei frau hoppe!

Daniel Krieg  am  02. Dezember 2010



Das ist toll, danke vielmals! Ich freu mich :)

Petra Henneberg  am  03. Dezember 2010




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