Zahlen und lose Enden

Dienstag, 13. November 2012

Beim NaNoWriMo die ersten 10.000 Wörter geschrieben, 4.500 Follower auf Twitter erreicht und dann noch eine ganz besondere Autorenfreude, die ich soeben auf meiner Facebook-Autorenseite kundgetan habe:

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Ja, lustig, irgendwie habe ich den NaNoWriMo in diesem Jahr erst gar nicht richtig ernst genommen. Ich schreibe ja ohnehin. Aber ich merke immer wieder, wie anspornend es ist, die Summe der Wörter immer höher zu treiben und zuzuschauen, wie das Stück vom 50.000er-Kuchen immer größer wird.
Grafik Weil ich so ein Spielkind bin, trage ich alle paar Absätze die neue Zahl in das Feld auf der NaNoWriMo-Seite ein und freue mir einen Keks :-) Auch wenn ich im Moment darauf sieben Seiten des Manuskripts lösche, die ich vor November geschrieben habe (ja, ich schreibe entgegen der Regeln einfach an meinem bestehenden Manuskript weiter. So what?) und bei denen ich schon beim Schreiben vor Langeweile fast vom Stuhl gefallen wäre. Wie soll es da erst den Lesern gehen?

Früher klebte ich immer an meinen Ideen, aber mittlerweile bin ich ziemlich brutal damit, wenn es um dieses Kill your darlings geht. Ich habe weiß Gott schon einige Darlings gekillt bei diesem Projekt. Oder besser: Sie liegen im Koma. Ich habe eine Datei namens: Aussortiert. Da packe ich solche Abschnitte hinein. Nur für den Fall, dass ich sie doch nochmal brauche. Brauche ich nie. Aber wenn ich sie einfach nur löschen würde, dann ganz sicher. Man kennt das ja.

An den Wochenenden schreibe ich meist nicht, v.a. wo meine Söhne ja im November Geburstag haben. Das Mauerfallkind hatte letzten Freitag, K3 nächsten Freitag. Also hab ich gestern wieder voll losgelegt und heute - wie üblich - den Text vom Vortag überarbeitet und erweitert und anschließend weitergeschrieben. Das Weiterschreiben ging gut, denn ich wusste ungefähr was passieren sollte und habe diesen Gedanken mit in die Dusche genommen. Das mache ich manchmal, und wenn die Idee schön sauber geschrubbt ist, fällt mir schlagartig eine ganze Szene dazu ein. Platsch :-)

Nach Ende dieser Szene habe ich noch einen Dialog geschrieben. Der wird mit Sicherheit nicht so stehehbleiben, es war mehr so das, was ich einen Verlegenheitsdialog nenne. Ein Übergang zur nächsten Szene. Da hing ich irgendwann und aktualisierte den Wörterbestand: über 10.000! Da habe ich mich erstmal ne RUnde gefreut und dann wieder “laut gedacht”. Ich habe ja schon öfter mal erzählt, dass ich dann im .doc herumgrüble, was ich denn jetz tmit dem und dem Problem anfange oder wie ich von A nach B komme. Und plötzlich, ohne einen besonderen Grund*, knallte mir tatsächlich die Lösung all meiner Probleme vor die Füße! Nein, keine dicke 42. Sondern die Idee, wie ich die historische Ebene ganz einfach mit der heutigen verknüpfe. Also, verknüpft waren die Ebenen ohnehin, aber noch nicht so schön und plausibel wie jetzt.

Ernsthaft, ich errschrecke mich immer ein bisschen, wenn so etwas passiert. Jeder Autor kennt diese Momente, wo alles plötzlich logisch wird und die losen Enden mit einem Schlag wissen, wo sie hingeknotet werden müssen. Aber ich könnte beim besten Willen nicht sagen, weshalb mir das gerade in diesem Moment eingefallen ist. Ich war gerade unter Zeitdruck und wollte nur noch diesen einen etzten “laut-Denken-Satz” aufschrieben, und das nächste, was ich schrieb war: HA! Und dann der Einfall, den ich in diesem Moment hatte und den ich euch leider nicht verraten kann.

Jetzt verratet mir nur noch, weshalb das passiert, nachdem ich das Exposé rausgeschickt habe?

Jessas.

Und was die oben erwähnten Follower auf Twitter angeht: Ich musste vorhin ein bisschen grinsen. Die ersten 3.500 Follower hatte ich bis 2009 oder so zusammen (ich bin ja seit April 2007 dabei). Eine hohe Followerzahl ist nichts, wofür ich jetzt einen Bonbon geschenkt bekäme oder so, es hatte sich nur einfach ergeben. Als Twitter dann “Mainstream” wurde (naja, nicht wirklich, aber es wurden ziemlich plötzlich ziemlich viele User), war natürlich die Auswahl auch größer, wem man denn folgen möchte. Anfangs waren wir ja nur ein paar hundert Pappnasen in Deutschland. In der Zeit habe ich auch nicht besonders viel getwittert und so haben die letzten 1.000 Follower etwa so lange zu mir gebraucht, wie die ersten 3.500. Wie gesagt, kein Bonbon, kein Keks, aber runde Zahlen haben mich schon immer fasziniert. Und das sind die einzigen (Mathe = 5).

Für heute hab ich hier genug rumgeschwurbelt, ich weiß auch nicht, irgendwie hat mir dieses Lose-Enden-Verknüpfen überschüssige Energie geschenkt.
Ich wünsche euch ebensolchen kreativen Input oder was ihr euch sonst gerade wünscht.

Liebe Grüße

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*Ja, ich liebe Forrest Gump ;-)

# Petra A. Bauer am 13. November 2012 um 14:37 Uhr
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Petra A. Bauer, Berlin - www.writingwoman.de