Weihnachtskantate für junge Leute - Das Jubiläumskonzert

Sonntag, 01. Dezember 2013

GrafikEs begab sich aber zu jener Zeit vor rd. 33 Jahren, dass ich im Schulchor sang, und unsere Chorleiterin nicht nur den "Messias" von Händel, sondern auch eine 40minütige Weihnachtskantate mit uns einstudierte und aufführte. Niemand von uns Sängern der Bertha-von-Suttner-Oberschule hätte damals zu sagen gewusst, dass ein wackeres Häufchen von uns, sich vier Jahrzehnte nach Uraufführung jener Kantate, mit rund einhundert anderen ehemaligen Schulchor-Sängern aus Berlin, Potsdam, Babelsberg und Braunschweig zusammen Im Großen Sendesaal des RBB zusammenfinden würde, um die Weihnachtskantate für junge Leute erneut zu Gehör zu bringen. Und doch geschah es: am 1. Advent anno 2013.

Keine Angst, ich bin noch gesund ;-)

Ich komme nur gerade von der Aufführung, und da ein Teil der Kantate eben im Jahre null spielt, hat mich die Sprachschwurbelei gepackt ;-)

GrafikDer “Witz” an der Kantate ist, dass der Komponist Klaus Wüsthoff (der inzwischen 91 Jahre alt ist und dessen Tochter Sabine den Chor heute leitete) den Chor in drei Gruppen geteilt hat: Links stehen die Zweifler (ich würde ja eher sagen: die Atheisten), in der Mitte die “Verkündiger” (Engel, etc.) und rechts die Hirten. Wir “Linken” verspotten das Weihnachtsfest (“Nun geht’s wieder los, mit dem Weihnachtsrummel ...”), sind genervt von “Stille Nacht, heilige Nacht” und können nicht so richtig glauben, dass ein kleines Baby die Welt retten soll. Und der Rest fährt natürlich voll drauf ab. Das ist eine arg kurze Zusammenfassung, aber auf jeden Fall ist die Kantate sehr hörenswert. Ich hab die komplette Familie zwangsverdonnert sich im Publikum einzufinden, und sogar die Jungs, bei denen ich befürchtet hatte, dass ich ihnen da echt was zumute (es ist stellenweise schon sehr kirchenliedgott-lobpreisungslastig und wir sind ja alle Atheisten), fanden es gut. Der Liebste meinte, wenn es nicht schon Jahre früher geschrieben wäre, würde er sagen, der Komponist hat Anleihen bei Mike Oldfield gemacht.

Ich weiß nur, dass unser Chor (und da speziell unsere Klasse, denn die Chorleiterin war die Musiklehrerin in unserer 7. Klasse und hat uns sofort geschlossen in den Chor geholt), ständig Stücke aus der Kantate vor sich in geträllert hat. Ein wirklich schönes Stück und damals haben wir alle alles gesungen, also ohne die oben erwähnte Dreiteilung. Als wir nun alle per Mail zusammengetrommelt wurden, wurden wir gefragt, ob wir im Chor, links, rechts oder in der Mitte gestanden hätten, und ich sagte links, weil bei uns die Soprane immer links standen und mir nicht bewusst war, dass man normalerweise hätte alles anders aufteilen sollen. So kam ich also eher per Zufall in die Gruppe der Zweifler, was mir von der Aussage her natürlich sehr entgegenkam. Die gesanglich schöneren Stellen (und vor allem mehr) wurden allerdings in der Mitte und rechts performt.

Das tat allerdings dem Spaß keinen Abbruch. Ich fühlte mich dreieinhalb Jahrzehnte zurückgebeamt. K2 hat Fotos gemacht, die ich jedoch noch nicht habe. Also gibt es erstmal ein Schulchorfoto, das Anfang der 80er entstand (dreimal dürft ihr raten, wer da eingekringelt ist *g* ). Mehr dann hoffentlich bald.

Grafik

# Petra A. Bauer am 01. Dezember 2013 um 21:35 Uhr
MUSIKVeranstaltungenWeihnachten


Ausdruck von: http://autorenblog.writingwoman.de/index.php/blog/blogging/weihnachtskantate-fuer-junge-leute-das-jubilaeumskonzert
Petra A. Bauer, Berlin - www.writingwoman.de