Einträge mit dem Tag: Grammatik


Grammatik ist Glückssache

Auch in der deutschen Sprache gibt es unregelmäßige Verben. Und die sollte man kennen. Ganz besonders, wenn man Journalist in einem bekannten Musikmagazin ist.

Samstag, 17. Mai 2014

Was ist das Präteritum von

Ich wundere mich über gar nichts mehr. Und ich bin auch nicht sicher, wie viele meiner Leser das Präteritum von “erringen” kennen. Aber eins ist klar: Bei der miesen Honorargestaltung in der deutschen Medienlandschaft, muss sich niemand mehr wundern, wenn Heino erringte anstatt errang.

Ich vermute, dasss der Journalist (der Name steht nicht beim Artikel, nur der Name der Zeitungsredaktion) sehr wohl weiß, wie die richtige Wortform lautet, und ihm mache ich auch keinen Vorwurf. Der Vorwurf geht an die Geiz-ist-geil-Mentalität unserer Gesellschaft, wo Dienstleistungen nich tmehr nach Qualität ausgesucht werden, sondern danach, wer sie am billigsten anbieten kann.

Obendrauf kommt der Druck. Gerade wo durch das Internet alles immer schneller fertig werden muss und jede Meldung online steht, sobald das jeweilige Statement den Mund des Zitierten verlassen hat. Uns allen unterlaufen Fehler. Auch mal peinliche, wie der im Foto - obwohl wir es besser wissen. Aber unter Zeitdruck entdeckt man das nicht. Und die Schlussredaktion hat heute auch keine Zeit mehr, nochmal alles in Ruhe nachzuprüfen.

Aktualität zu Lasten von Quälität kann also nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

 

Als oder wie - oder was?

Neulich habe ich an dieser Stelle über die korrekte Verwendung von anscheinend und scheinbar geklugscheißert. Heute fallen mir als und wie zum Opfer. Eigentlich sehr irritierend, dass man da überhaupt etwas erklären muss, aber es gibt unzählige deutsche Muttersprachler, denen das Wörtchen als offenbar noch nie begegnet ist.

Montag, 06. Februar 2012

Petra_sw_mitMützeundiPhoneIch zucke jedenfalls zum Thema Als oder wie - was ist richtig? immer heftig zusammen, wenn ich unterwegs bin. Eigentlich komme ich nie ohne mindestens ein falsches wie nach Hause, meist ist es gleich ein ganzes Bündel.

Beispielsweise im Klamottenladen, wenn eine Frau zur anderen sagt: “Ich würde die rosane Bluse nehmen. Die sieht besser aus, wie die grüne.”
Ich unterstelle mal ganz dreist, dass Verwender(innen) von wie anstelle von als auch nicht wüssten, dass es rosafarbene Bluse heißt, aber das sollte ja gar nicht Thema sein ...

Auch nicht, dass eine der Frauen (oder Männer, die können das auch ganz prima) irgendwann zur anderen sagen würde: “Ich geh mal rüber zu die Pullis. Kannst ja nachkommen, wenn du bei die Blusen fertig bist.”

Ihr könnt jetzt gerne überlegen, was an den beiden Sätzen falsch war ;-) Ich mache derweil mit als und wie weiter und möchte noch einmal darauf hinweisen, dass ich auch Fehler mache, keine Lektorin bin und auch nicht Germanistik studiert habe. Ich habe nur Lieblings-Grusel-Wörter. Und es macht Spaß darüber zu schreiben :-)

Ich stelle mir schon beinahe zwanghaft jedes Mal die Frage, ob die Wie-Sager eigentlich in der Grundschule keinen Matheunterricht hatten. Dritte Klasse oder noch früher. Als wir Gleichungen bzw. Ungleichungen gelernt und dabei diese kryptischen Zeichen verwendet haben:
(>) und (<)

(ich muss die spitzen Klammern nochmal in Klammern setzen, weil sie mir sonst die Formatierung zerhacken)

Wie hing es mir zu den Ohren heraus, immer wieder den Lehrer “größer als ...” und “kleiner als ...” sagen zu hören. Das KONNTE ich gar nicht nicht vergessen. Ich bin echt kein Mathegenie und normalerweise wirklich ziemlich vergesslich. Aber ich bin mir hundertprozentig sicher, dass die Lehrer NIEMALS gesagt haben:

“Acht ist größer wie fünf, aber kleiner wie zehn.”

*schüttel*

Ich renne hier vermutlich offene Türen ein, aber wenn ich schon mal dabei bin, erkläre ich es einfach nochmal ganz langsam zum Mitschreiben:

Wenn etwas anders ist, also größer, kleiner, höher, breiter, bunter, fieser, liebreizender, wasweißichnochalles, wird das Wörtchen ALS verwendet. Immer. Ohne Ausnahme.

Also:

Horst ist hässlicher als Harald.
Hermine ist schlauer als Ron.
Meine Villa ist größer als deine.

Nienienie, verwenden wir dabei WIE!

Wenn man aber zwei gleiche Dinge hat, dann darf, nein, MUSS (!) ein wie in den Satz:

Das Wetter auf Hawaii ist genau so schön wie das Wetter auf Tahiti.
Von den blauen Bergen kommen wir, unsere Lehrer sind genau so doof wie wir.
Kunigunde schielt genau so stark wie Adelheid.

(Merkt ihr was? Da kommt genau so drin vor, pssst!)

Übrigens: Es hilft auch nicht, zur Sicherheit immer als wie zu sagen. Das ist nämlich noch schlimmer als

wie

wie alleine.

Amen ;-)

.
.
Das könnte euch auch interessieren:

Aus meinen anderen Blogs:

 

Anscheinend oder scheinbar?

Anscheinend oder scheinbar? Wie heißt es richtig? In welchem Zusammenhang müsst ihr anscheinend benutzen und wann kommt scheinbar zur Anwendung? Ich bin sicher, dass einige Leser zum ersten Mal hören, dass es das Wort anscheinend überhaupt gibt ;-)

Sonntag, 29. Januar 2012

Petra_sw_mitMützeundiPhoneAnscheinend ist es sehr schwierig die beiden Begriffe auseinanderzuhalten. Sehr viele Menschen kennen das Wort anscheinend anscheinend gar nicht oder haben noch nie über die Benutzung nachgedacht. Denn zu 90% wird der andere Begriff benutzt: scheinbar. Der ist jedoch in 90% aller Fälle nur scheinbar richtig.

Habe ich euch jetzt so richtig verwirrt? Haltet ihr mich jetzt für einen Klugscheißer? Mir auch recht :-) Unsere Kinder wollten neulich den Unterschied erklärt bekommen. Und da es in der Tat nicht ganz einfach ist, habe ich mir überlegt, dass euch alle daran teilhaben lasse:

Die Anwendung von anscheinend und scheinbar an einem Beispiel

Stellt euch mal einen Klassenraum vor: Tische, Stühle, das Lehrerpult, Schränke - und definitiv kein Mensch ist drin. Der Klassenlehrer betritt mit einem Kollegen das Klassenzimmer, stutzt und sagt:  “Oh, es ist anscheinend niemand da!”

So, jetzt stellt euch bitte denselben Klassenraum vor, doch es sind Schüler unter den Tischen und im Schrank versteckt. Der Zopf einer Schülerin ist in der Schranktür eingeklemmt und schaut heraus, und einige Schüler haben ihre Füße nicht richtig unter den Tischen verborgen. Wieder kommt der Klassenlehrer mit seinem Kollegen herein und sagt: “Nanu? Niemand da?” Doch der Kollege deutet auf den Zopf und die Füße und korrigiert den Klassenlehrer: “Sieh mal - es ist nur scheinbar niemand da. Die Scherzkekse haben sich versteckt!”

Alles klar?

Ist anscheinend nur ein Füllwort?

Ich bin keine Sprachwissenschaftlerin, nur eine Sprach-Anwenderin. Doch ich liege sicher nicht falsch, wenn ich sage, dass die erste Variante, also der Begriff anscheinend anscheinend immer dann vorkommt, wenn etwas eigentlich eine Tatsache ist und nur eine ganz leichte Unsicherheit besteht, ob dem wirklich so ist. Im zweiten Fall haben wir es mit der Vorspiegelung falscher Tatsachen zu tun. Irgendetwas sieht nur so aus wie etwas oder jemand tut nur so als ob (...). Was glücklicherweise im echten Leben weitaus seltener vorkommt, als die häufige Verwendung von scheinbar vermuten lässt.

Wenn weiterhin Zweifel über die richtige Verwendung von anscheinend und scheinbar bestehen, solltet ihr das Füllwort lieber ganz weglassen. Das ist in jedem Fall richtiger als der gehäufte Gebrauch von scheinbar.

.

.

Das könnte euch auch interessieren:

Aus meinen anderen Blogs:

Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

über 10 Jahre writingwomans Autorenblog

Flattr this Mit flattr mal für writingwomans Autorenblog spenden, als kleines Dankeschön für die Inhalte.
Wie es geht, steht hier.

Themenspecial:
Wie schreibe ich ein Buch?

Grafik


Q & A - Verlag finden

Empfehlungen

...

Follow Me on Pinterest

Grafik

MEIN TWITTER-BLOG:
Treffpunkt Twitter

Grafik



Blogverzeichnisse
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blogverzeichnis blogwolke.de - Das Blog-Verzeichnis