Einträge mit dem Tag: Blogparade


Blogparade: Meine Schreibzimmer - Wo schreibe ich?

Toni Scott von little-edition.de hat mich nochmal an die Schreibzimmerblogparade von Ricarda Howes schreibsuechtig.de erinnert, die ich beinahe vergessen hätte. Und nachdem Toni offenbar auch schon diverse Schreibplätze hatte, will ich euch mal von meinen erzählen:

Montag, 24. Juli 2017

Mein Arbeitsplatz am Küchentisch 2017

Mein Arbeitsplatz am Küchentisch 2017

Mein Schreiben begann an einem weißen Schreibtisch, den meine Großeltern mir geschenkt hatten. Dort schrieb ich in mein Tagebuch, dort schrieb ich meinen 16 Brieffreundinnen aus Finnland, Schweden, Großbritannien, Australien, USA, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Italien und Jugoslawien. Und dort entstanden auch die ersten Geschichten.

Ich war zwar auch oft mit meinen Freundinnen unterwegs, aber am liebsten war ich doch allein am Schreibtisch, eingekuschelt in Decken, weil ich Unweltschutz damals verdammt ernst nahm und die Heizung in meinem Zimmer nicht einschaltete.

Erster Umzug

Als ich mit 18 zu meinem zukünftigen-und-heute-noch-Mann zog, habe ich nicht viel mehr geschrieben, als die Aufzeichnungen für meine Uni, die mal an Michas Schreibtisch, mal am Couchtisch und mal im Hochbett entstanden. Doch halt - nachdem ich ein modernes Märchenbuch gelesen hatte, schrieb ich ein Märchen auf der alten Olympia-Schreibmaschine meiner Mutter. Die stand auf dem weißen Schreibtisch, der irgendwann mit eingezogen war. Damit wurde es eng, da wir in einer 1-Zimmer-Wohnung lebten. Fünfeinhalb Jahre lang. Ich tippte am weißen Schreibtisch Michas Diplomarbeit auf einer geborgten Kugelkopfmaschine und seine Doktorarbeit auf unserem Atari, den wir uns extra dafür gekauft hatten.

Zweiter Umzug

Als ich schwanger wurde, zogen wir ein paar Straßen weiter in eine zweieinhalb Zimmer große Neubauwohnung. Den Schreibtisch (nicht mehr der weiße, der war zu groß) mit unserem Atari mussten wir ins Schlafzimmer quetschen, wo ich meine Diplomarbeit schrieb. Auf dem Bett sitzend, weil für einen Schreibtischstuhl kein Platz mehr war.  Die Anekdoten über unseren Sohn schrieb ich per Hand am Tisch in der Ess-Ecke des Wohnzimmers. Aber mehr habe ich nicht geschrieben.

Dritter Umzug

Nachdem unsere Tochter geboren wurde, zogen wir in ein Haus am Stadtrand, das von den Quadratmetern her zunächst nicht größer war, als unsere Zweieinhalbzimmerwohnung. In den ersten Jahren mit zwei, dann drei Kindern, war an Schreiben nicht zu denken. Trotzdem bin ich irgendwann mit unserem zweiten Sohn im Autositz zu unserer Lokalzeitung gefahren. Mit einem ausgedruckten Artikel, den ich zu einer Veranstaltung geschrieben hatte. Ich hatte nämlich langsam Angst zu verblöden. Er wurde 1:1 gedruckt und ich bekam weitere Aufträge.

Mit Kind Nr. 4, unserer zweiten Tochter, zog dann irgendwann auch unser erster PC ein und meine erste Website, die 1998 noch von jedem “Homepage” genannt wurde, entstand mit Baby an der Brust. Der Computertisch stand anfangs im Wohnzimmer.


Im Jahr 2000 zog ich mit meiner Schreibecke und Computer in den Keller, wo ich auch die ersten Schreibaufträge für Familienmagazine erhielt und die ersten Fantasybücher schrieb, die immer um die Seite 70 herum ihren Geist aufgaben ;-)

Dort hatte ich zum ersten Mal seit meiner Kindheit wieder einen Platz zum Konzentrieren und einigeln.

Meine ersten kleinen Kinderbücher sowie den Ratgeber “Mama im Job” schrieb ich dann allerdings auf dem Dachboden. Ich war aus dem stickigen, dunklen Keller ausgezogen und hatte mir ein kleines Büro auf einer Hälfte des Dachbodens eingerichtet. Obwohl wenig Platz war, stellte ich den Schreibtisch mehrmals um ;-)

Dort oben schrieb ich noch mehr Bücher, z. B. meinen Debütkrimi “Wer zuletzt lacht, lebt noch”. Die Kinder wussten, dass sie mich nicht alle zehn Minuten stören durften, und das funktionierte prima. Da oben schrieb ich überhaupt mein erstes Buch, unter das ich ENDE setzen konnte, obwohl ich es nie veröffentlicht habe. Es war an der Zeit gewesen, mal weiter als bis Seite 70 zu schreiben, und das gelang mir erst dort oben.

Als ich dann mein erstes Notebook bekam, wanderte ich durchs Haus: Mal schrieb ich am Küchentisch, mal saß ich im Korbsessel in der Bücherregal-Ecke. Und viele meiner Langenscheidt-Bücher entstanden im Bett auf dem Dachboden, da ich damals wegen starker Rückenschmerzen zeitweise nur liegend schreiben konnte.

Das Büro

2012 richtete ich mir ein Büro im Gartenhaus ein, auf das ich sehr stolz war. Nachteil: In dem Haus ist es schweinekalt, sogar im Hochsommer. Deshalb habe ich es viel seltener genutzt, als ich vorhatte. Und seit das Babytörtchen geboren wurde, kann ich mich sowieso nicht mehr dorthin verkrümeln, denn wer sollte sonst auf die Kleine aufpassen, wenn die Törtchenmama arbeitet?

Ecke in meinem Kreativzimmer

Nachdem Kind 2 ausgezogen war, übernahm ich ihr Zimmer und machte ein Kreativzimmer daraus, das ich auch sehr liebte. Ich konnte dort schreiben, nähen, was auch immer. Leider hat der komplett gestörte Ex von K4 mir dieses Zimmer mit den Möbeln zugestellt, die aus ihrem Zimmer raus sollten und das ergab dann weitere Probleme, weshalb ich nur noch sehr selten in dem Zimmer bin. Unter anderem aber eben auch wegen der Kleinen, genau wie beim Gartenhaus.

Das Ende vom Lied: Ich sitze entweder mit Laptop im Sessel oder mit Mac am Küchentisch. Und dass ich überhaupt noch zum Bloggen komme, grenzt an ein Wunder. Ans Bücherschreiben ist mit der Süßen absolut nicht zu denken, weil ich fürs Plotten Ruhe brauche, und die habe ich mit ihr einfach nicht. Außerdem ist es wenig hilfreich, wenn ich nichts liegen lassen kann. Plotkärtchen müssen immer wieder weggeräumt werden, und so kann ich einfach keine Handlung entwerfen. Wenn ich mal ne halbe Stunde Ruhe habe, würde ich schon mindestens die doppelte Zeit brauchen, um mich wieder in das Buchprojekt einzuarbeiten. Also belasse ich es bei gelegentlichen Notizen, die ich vielleicht irgendwann einmal verwenden kann.

Ganz, ganz selten, schreibe ich mal ein einem Café, wie das schon Natalie Goldberg empfahl. Und es wird noch seltener, weil ich ja praktisch nie mehr alleine unterwegs bin. Dabei bin ich in Cafés immer sehr produktiv. Ich mag die Atmosphäre, und die kriege ich auch nicht mit noch so viel Coffitvity-Sound hin.

Ein eigenes Schreibzimmer - und vor allem ungestörte Zeit, es zu benutzen - ist also auch für mich sehr wichtig, um etwas Vorzeigbares zustande zu bringen. Aber ich will gar nicht meckern, denn ich genieße die Zeit mit der Kleinen - sie wird sowieso viel zu schnell groß.

Liebe Grüße

Petra

 

Buchtipp: Neues aus Geocaching von Bernhard Hoëcker

Schon wieder ist es ein Promi-Buch, das ich euch im Rahmen der Blogparade 12 Bücher in 12 Monaten vorstelle. Und wenn ich so meinen SUB betrachte, wird das in den folgenden Monaten noch häufiger geschehen. Wieso auch nicht? Heute handelt es sich um Neues aus Geocaching* von Comedian Bernhard Hoëcker

Mittwoch, 12. März 2014

Buchtipp: Bernhard Hoëcker: Neues aus Geocaching

Bernhard Hoëcker bemerkte ich zum ersten Mal in der Spielshow Genial daneben, wo er durch witzige Klugscheißerei und nicht ernst gemeintem Dauerbattle mit dem Spielleiter Hugo Egon Balder auffiel.

2008 fiel mir dann Aufzeichnungen eines Schnitzeljägers: Mit Gëocaching zurück zur Natur* in die Hand, das auch aus Hoëckers Feder stammt. Wer dabei eine Anleitung zum Geocachen erwartet, wird enttäuscht sein, aber für mich war es pure Inspiration: Ich habe mich direkt danach bei geocaching.com angemeldet, der Cacher-Plattform, an der man nicht vorbeikommt, wenn man dieses Hobby betreiben möchte.

War das erste Buch schon nur für Menschen geeignet, die Hoëckers Art mögen und nicht als Aleitung zum Geocaching zu verstehen, so ist Neues aus Geocaching nur noch als Erlebnisbericht zu lesen. Abwechselnd berichten Bernhard Hoëcker und sein Freund Tobias Zimmermann von Cache-Ausflügen, die zwischen riskant und gewagt anzusiedeln sind. Ein Cache in 52 Metern auf einem Baum oder einer in einem Militärlager im afghanischen Kunduz seien als Beispiele genannt. In Fußnoten ergänzen (bzw. veräppeln) die beiden sich gegenseitig. Zwischendrin sind Berichte von anderen Cachern eingestreut. Ich fand das Buch recht kurzweilig, aber ich mag diese Art von Humor auch. Geocaching-Anfänger haben möglicherweise auch ihren Spaß, werden jedoch aufgrund der vielen, nicht erklärten Abkürzungen öfter mal ratlos zurückgelassen. Doch das ist ja auch nicht die Zielgruppe.

Im Gegensatz zu meinem letzten besprochenen Blogparaden-Buch ist dies auch keine olle Kamelle, sondern gerade erst erschienen.

Wer also mit Geocaching grundsätzlich etwas anfangen kann, skurrile Reisebrichte und Bücher von Comedians mag, für den ist das Buch die richtige Wahl. Alle anderen werden enttäuscht sein.

Wer gerne ein paar Grundlagen haben möchte und trotzdem ein paar “Berichte aus der Wildnis” mag, könnte mit Oh nee Papa, nicht schon wieder Geocachen: Geocaching - Die verrückte Suche nach Dosen* ganz gut bedient sein. Auf jeden Fall findet ihr dort eine ausführliche Begriffserklärung. Und wer noch einem Comedian beim Cachen über die Schulter schauen möchte, muss bis Juni 2014 warten, denn dann wird im Heyne Verlag Jäger des versteckten Schatzes: Alles über Geocaching* von Ingo Oschmann erscheinen.

Und ich gehe jetzt auf dem Weg zur Apotheke (ich bin krank! Bedauert mich! *g*) mal wieder einen Cache einsammeln. Einen von denen, die ganz einfach sind, weil ich mich danach ganz schnell wieder aufs Sofa begebe und Ingwertee trinke. Aber wenn ich sowas lese, muss ich einfach losziehen ;-)

Sind eigentlich Geocacher unter meinen Lesern? Verratet es mir in den Kommentaren - ich bin neugierig!

Liebe Grüße

Petra
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Das Januar-Buch: Aldous Huxley: Schöne neue Welt
Das Februar-Buch: Wigald Boning: Bekenntnisse eines Nachtsportlers
Das März-Buch: Bernhard Hoëcker: Neues aus Geocaching - Geschichten von draußen

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Wir danken euch von Herzen
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Buchtipp: Bekenntnisse eines Nachtsportlers von Wigald Boning

Heute habe ich mal wieder einen Buchtipp für euch, der eigentlich am 12. Februar im Rahmen der Blogparade 12 Bücher in 12 Monaten erscheinen sollte. Nun kommt es halt mit Verspätung. Taufrisch ist das Buch zwar nicht (2007 erschienen), aber ich habe Bekenntnisse eines Nachtsportlers* erst kürzlich gekauft und gelesen..

Sonntag, 23. Februar 2014

GrafikIch scheine eine heimliche Leidenschaft für Bücher zu besitzen, die Promis zum Thema Sport schreiben. Mein guilty pleasure also ;-) Ich hatte ja bereits Wer abnimmt hat mehr Platz im Leben von Bernd Stelter vorgestellt. Ferner besitze ich Aufzeichnungen eines Schnitzeljägers: Mit Geocaching zurück zur Natur* von Bernhard Hoëcker, das in der gleichen Reihe erschien, wie Wigald Bonings Buch.

Gerade merke ich: ich muss den Satz zum guilty pleasure ändern: nicht Promis, sondern genauer: Comedians muss es wohl heißen. Und entsprechend unterhaltsam lesen sich diese Bücher auch.

Wigald Boning ist mir seit RTL Samstag Nacht bekannt. Wir haben Mitte der 90er auch Die Doofen (Lieder, die die Welt nicht braucht*) rauf und runter gehört. Auch bei Clever - Die Show, die Wissen schafft macht Wigald Boning eine gute Figur.  Dass die aber nicht von ungefähr kommt, habe ich erst in diesem Buch erfahren.

Ebenfalls Mitte der 90er hatte der Comedian nämlich dank Heike Drechsler ein Aha-Erlebnis und begann sich mehr zu bewegen. Zu Fuß, auf dem Fahrrad, ja er bestritt sogar sehr einsam auf einem benachbarten See seinen persönlichen Tretboot-Marathon. Begann er anfangs noch mit leichtem Laufen, wurde der Sport mit der Zeit immer intensiver und abwechslungsreicher, zumal er durch andere Menschen Input für andere Sportarten bekam.

Er berichtet sehr kurzweilig von all diesen und weiteren Unternehmungen und wie es dazu kam. Extreme Distanzen, wie die 100 km von Biel, 24-Stunden-Mountainbike-Rennen, die Alpenüberquerung zu Fuß nach Italien, tägliche mehrstündige Fahrten mit dem Fahrrad zur Arbeit und Training, das öfter mal nachts stattfindet, um Familie, Beruf und Sport unter einen Hut zu bringen. Und die Erkenntnis, dass man sich auch mächtig in Gefahr bringen kann, wenn man nicht richtig vorbereitet ist.

Zwischendurch werden immer wie Anekdoten eingestreut, die mit Bonings beruflichem Alltag zu tun haben, sowie den Überlegungen, wie man auch auf Reisen fit bleibt. Hättet ihr gedacht, dass es Menschen gibt, die Hotel-Treppenhäuser zum nächtlichenn Treppenjogging benutzen? Nee? ich auch nicht, aber Wigald Boning tut das und hat auch schon andere Leute dabei ertappt.

Wenn ihr gerne ungewöhnliche Ratgeber lest (denn obwohl es sich ausschließlich um Erfahrungsberichte handelt, habe ich einiges für mich davon mitnehmen können), die auch noch gewissen Unterhaltungswert bieten, dann kann ich dieses Buch sehr empfehlen.

Und auch hier wieder die Erkenntnis: Bewegung tut gut und ist wichtig. Und es ist (ab einem gewissen Alter) die einzige Möglichkeit abzunehmen ohne zu darben. Dass regelmäßige intensive Bewegung das Hirn und den Körper fit hält und wohl die einzige Möglichkeit ist, lange gesund zu bleiben, ist auch Thema im aktuellen ZEIT WISSEN Magazin beim Dossier Wundermittel Bewegung. Gerade in einer Zeit, in der wir praktisch den ganzen tag vor dem Rechner sitzen, sollten wir die Tipps ernst nehmen und täglich mindestens 30 min. sportliche Betätigung in unseren Tagesablauf integrieren. Vielleicht kann Bekenntnisse eines Nachtsportlers* dazu beitragen, dass auch Sportmuffel Lust an der wirklich notwendigen Bewegung bekommen.

Wie haltet ihr es mit dem Sport?

Liebe Grüße

Petra
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Das Januar-Buch: Aldous Huxley: Schöne neue Welt

Das Februar-Buch: Wigald Boning: Bekenntnisse eines Nachtsportlers

Das März-Buch: Bernhard Hoëcker: Neues aus Geocaching - Geschichten von draußen

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BuchBlogParade 12 Bücher in 12 Monaten: Schöne neue Welt

Ich habe die Einladung zur BuchBlogparade 12 Bücher in 12 Monaten von Eva-Maria Nielsen gerne angenommen - und fange direkt mal mit Verspätung an. Denn eigentlich sollen die Beiträge am 12. jeden Monats erscheinen. Das kollidiert jedoch mit dem Fotoprojekt 12 von 12, das eben auch an jedem 12. stattfindet. Es ist ziemlich arbeitsintensiv, und wer mag, kann sich meine12 von 12 im Januar gerne anschauen. Lange Rede, kurzer Sinn: Für Januar bespreche ich zwei Tage zu spät Schöne neue Welt von Aldous Huxley.

Dienstag, 14. Januar 2014

Huxley's Neue Welt

Aldous Huxley
Schöne neue Welt. Ein Roman der Zukunft
Fischer Taschenbuch

So ne olle Kamelle?

Die Frage ist berechtigt, denn das Buch ist im Original 1932 veröffentlicht worden. Und genau deshalb ist es so faszinierend. “Ein Roman der Zukunft” lautet der Untertitel. Und natürlich ist es kein Abbild der Zukunft, wie wir sie heute kennen, aber es HÄTTE so kommen können. Und wer weiß - vielleicht steht es uns ja noch bevor.

Warum ist es mein Buch des Monats?

Weil es das einzige ist, das ich in letzter Zeit gelesen habe ;-)

Ich habe mir das Buch bereits Ende 2011 gekauft, weil ich fand, ich müsste mal wieder einen Klassiker lesen. Gelesen habe ich ihn aber erst im Dezember 2013. Und warum? Das war wieder so typisch Petra: Ich war im November auf dem Thees Uhlmann Konzert. Location (wie auch schon bei den Toten Hosen im August): Huxley’s Neue Welt in der Neuköllner Hasenheide.

Ich stehe in der Schlange auf dem Bürgersteig. Schaue auf den Schriftzug “Neue Welt”.

Neue Welt? Huxley’s? Huxley’s Neue Welt? Schöne neue Welt von Aldous Huxley! Ach DESHALB heißt das so!

Mann, Mann, Mann. Da bin ich in dieser Stadt geboren, lebe seit immer hier und der Groschen fällt mikropfennigweise. Nun ist Neukölln so gar nicht nicht meine Hood, da am anderen Ende Berlins gelegen, aber “Huxley’s Neue Welt in der Hasenheide” ist einfach mal ein feststehender Begriff. Willkommen im Club der Napfsülzen, Frau Bauer ;-) Jedenfalls habe ich danach das Buch wieder hervorgekramt und angefangen zu lesen.

Wovon handelt das Buch?

Es ist eine Utopie (eigentlich mehr eine Dystopie, aber ich bin nicht sicher, ob es diesen Begriff damals schon gab). Wir lernen die Welt im Jahre 632 nach Ford kennen. “Mutter”, “Vater” und “Eltern” sind Schimpfworte, weil Kinder nicht natürlich geboren sondern in Flaschen gezüchtet und entkorkt werden. Dabei achtet man von Anfang an darauf, die Embryonen in verschiedene Kasten einzuteilen, die von Alpha bis Epsilon gehen. Die Alphas sind intelligent (und deshalb für das Weltgefüge potenziell gefährlich), die Epsilons strunzdumm. Unter anderem deshalb, weil man die diese Embryonen mit extra wenig Sauerstoff versorgt. Überdies hat man ein Verfahren entwickelt, mit dem man aus einer einzelnen Eizelle hundertfache Klone erzeugen kann. Perfekte Arbeiter, die nie aufmucken.

Zusätzlich werden alle Babys / Kleinkinder Nacht für Nacht mit den immergleichen Sätzen aus der “Schlafschule” berieselt. Sie werden darin bestärkt in ihrer Kaste zufrieden zu sein und man bringt ihnen bei, evtl. aufkommende Sorgen mit “Soma” zu bekämpfen. Tabletten, die immer für gute Laune sorgen. Staatlich verordneter Drogenmissbrauch. Denn auch den Herrschern ist klar, dass diese Gesellschaftsform ein fragiles Gebilde ist.

Siegmund, einer der Alphas, legt denn auch keinen Wert darauf, sich mit Soma die Sorgen wegzuschlucken. Er macht sich viel zu viele gefährliche Gedanken. Eines Tages fährt er mit dem Mädchen Lenina in eine Reservation in der die sog. “Wilden” leben. Der Schilderung nach, so etwas, wie ein Indianerstamm. Dort lernen sie Filine und ihren Sohn Michel kennen, die aus der Ford-Welt dort gestrandet sind. Als Siegmund die beiden mit in die Zivilisation nimmt, gerät die mühsam geschaffene Ordnung ins Wanken.

Mein Fazit

Einerseits finde ich die Überlegungen vor dem geschichtlichen Hintergrund faszinierend. Ich kam jedoch schwierig in das Buch hinein. Das Vorwort habe ich nicht ganz gelesen, weil es eindeutig zu überladen war. Und der Stil ist nicht wirklich meiner. Am Anfang wird es (wenn ich das richtig in Erinnerung habe) manieristisch geschrieben. Das ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Ich mag es halt nicht. Aber dann wird schnell klar, dass es nicht auf die Handlung ankommt, sondern auf die Beschreibung der neuen Welt.

Die Szenen im Reservat waren für meinen Geschmack viel zu lang. Aber damals war es vielleicht noch wichtig zu schildern, wie sog. “Wilde” leben. Ich wäre bei dem Teil jedenfalls fast ausgestiegen, habe mich letztlich aber doch hindurchgequält. Der dritte Teil ist dann wieder interessanter, zumal einer der Herrscher am Ende sehr genau erklärt, weshalb es so gefährlich ist, zu viele Fragen zu stellen. Dazu hätte ich jetzt gerne ein Zitat gebracht, habe das Buch aber vorhin meinem Ältesten gegeben. Also muss es ohne Zitat gehen.

Das Ende hat mich dann überhaupt nicht überzeugt. Ich hätte tatsächlich mehr erwartet, aber dann hätte das Buch deutlich dicker sein und letztlich eine komplette Revolution schildern müssen.

Letztlich empfehle ich es als geschichtliches Dokument zu lesen. Als die Utopie, die es war, vor dem gesellschaftlichen Hintergrund des Jahres 2014. Dann bietet es eine Menge Diskussionsstoff.
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Das Januar-Buch: Aldous Huxley: Schöne neue Welt
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T-Shirt-Parade 2012 - Shirt 5, Woche 10

GrafikMein heutiges T-Shirt zur T-Shirt-Blogparade aus Chaosweibs Chaosblog habe ich vor einigen Jahren auf der Leipziger Buchmesse erstanden.

Dienstag, 28. Februar 2012

Am Stand des Jugendmagazins SPIESSER lasen damals die Ohrbooten (cooooool!) aus Heinz Strunks Fleisch ist mein Gemüse. Hinterher gab es T-Shirts mit Standard-Elternsprüchen :-D Wir haben zwei und eines davon zeige ich euch heute.

Spiesser-Shirt-300

SpiesserLogo-500

Ich liebe es ;-) Garantiert habt ihr das als Kind auch mal gehört und / oder redet heute mit euren Kindern so. Aus der Reihe: Ich wollte niemals so werden wie meine Eltern *g*

Ich wünsche euch einen schönen Wochenstart!
Liebe Grüße

Grafik

Meine anderen T-Shirts:

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Aus meinen anderen Blogs:

 

 

 

T-Shirt-Parade 2012 - Shirt #2, Woche 7

GrafikHeute kommt mein zweiter Beitrag zur T-Shirt-Blogparade aus Chaosweibs Chaosblog, wo ich heute ganz lieb begrüßt wurde.

Montag, 13. Februar 2012

Ihr wisst ja vielleicht vom letzten Posting zur Parade, dass ich später eingestiegen bin und mich außerdem nicht entscheiden konnte,  ob ich mit dem Autorenblog, dem Gartenblog oder dem Twitterblog an der Parade teilnehme, mache ich es eben in allen Blogs. Wenn schon Parade, dann aber richtig :-)

Und weil die Parade heute im Autorenblog stattfindet, hat das Shirt auch etwas mit Autoren zu tun:

Grafik

Ich mag das Logo :-) Das Shirt selbst ist ziemlich unspektakulär (und ungebügelt *g*):

Grafik

Ich habe das Shirt direkt auf der Buchmesse gekauft, weiß aber nicht mehr in welchem Jahr. Ich fahre seit 2003 im Schnitt alle 2 Jahre nach Frankfurt und jedesmal ist der Messetrubel sehr beeindruckend. Ich fühle mich sehr wohl zwischen den ganzen Büchern und Menschen :-)

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Hoch lebe die Mittagspause! [Gastbeitrag]

Grafik Kürzlich habe ich hier im Blog vom Großen Textinen Blogwichteln berichtet. Es ist so weit - ich freue mich, heute als Gast im Autorenblog meine liebe Autorenkollegin Andrea Behnke begrüßen zu dürfen:

Samstag, 03. Dezember 2011

Danke, liebe Petra, dass ich hier dein Gast sein darf!

Hoch lebe die Mittagspause!

Einen Schluck Milchkaffee – und dann traue ich mich, mich zu outen. Denn ich trinke diesen Kaffee nicht, wie es sich für eine Freiberuflerin gehört, hektisch vorm Bildschirm, sondern unterwegs in meiner Mittagspause. Ja genau: Ich arbeite frei – und mache glatt eine Mittagspause. Jeden Tag. Und noch schlimmer: Ich liebe sie!

Mittags verlasse ich mein Büro und gehe „eine Runde um den Block“. Zügigen Schrittes. Genieße Sonne oder Regen, einerlei, Hauptsache, ich kann Luft schnappen. Dann esse ich eine Kleinigkeit. Besonders gerne in der Bochumer Butterbrotbar. Das ist ein ganz kleines Café, in dem es – anders als der Name vermuten lässt – nicht nur Stullen, sondern täglich ein frischgekochtes, warmes Gericht gibt. Immer gesund und lecker und schnell auf dem langen Tisch, um den herum viele Kreative aus dem Viertel sitzen.

Diese Pause ist mein Luxus. Ein Luxus, mit dem ich mich sogar besteche: „Andrea, wenn du das und das geschafft hast, darfst du rausgehen“. Diese Vorfreude ist ein Ansporn. Wenn es soweit ist, stelle ich selbstbewusst meine elektronische Sekretärin an. Spätestens in einer halben Stunde werde ich zurückrufen. Mit freiem Kopf, der mir einmal durchgepustet wurde. Dann telefoniert es sich auch wieder leichter.

Früher habe ich gezögert, Kunden zu sagen, dass ich in der Mittagspause war. Das ist inzwischen anders – und zwar nicht nur, weil in diesem Jahr etliche Studien auf den Markt gekommen sind, die meiner Pause sogar noch eine wissenschaftliche Daseinsberechtigung geben.

Oft kommen mir in meinem Päuschen sogar die besten Ideen – fernab vom Schreibtisch. Umschalten, abschalten, um dann wieder auf vollen Touren laufen zu können. Natürlich lag auch die Idee zu diesem Blog-Beitrag plötzlich mittags auf meinem Löffel, als ich mir „Oma Mollis Nudelauflauf“ schmecken ließ.

In diesem Sinne: Guten Appetit!


Grafik Andrea Behnke arbeitet als freie Journalistin und Autorin für Kinder-, Jugend- und Bildungsmedien in Bochum. Und sie bloggt: www.andreabehnke.de/kladde
Ihr Motto ist „Spaß am Wort“.

 

 

Das große Textinen Blogwichteln

Grafik Am Anfang stand die Erkenntnis: Blogs werden zunehmend vernachlässigt. Nicht nur bei den Textinen vom Texttreff meinem schon oft erwähnten Texterinnen-Netzwerk, sondern in ganz Klein-Bloggersdorf. Als Textine Julia Dombrowski das traurige Dahinvegetieren in ihrem RSS-Feed beobachtete, entstand aus einer Schnapsidee das Große TV Total Textinen Blogwichteln.

Freitag, 25. November 2011

Da Julia (und nicht nur sie) die Erfahrung gemacht hat, dass es oft leichter fällt für andere zu schreiben, als für sich selbst, warf sie die Idee in die Runde, auf diese Weise gegenseitig die brachliegenden Blogs wiederzubeleben und stieß auf große Resonanz: 44 Textinen beteiligen sich mit insgesamt 54 Blogs an der Aktion. Darunter Blogs, in denen seit Monaten kein neuer Beitrag stand (mal eben in Facebook etwas posten geht eben doch schneller), ganz frisch aufgesetzte Blogs, aber auch Blogs die durchaus regelmäßig befüllt werden, aber trotzdem in den Genuss einer Gastbloggerin kommen wollten.

Die teilnehmenden Blogs decken ein breites Spektrum ab: Von Sprachblogs über Marketing- und Hundeblog bis hin zum Fußballblog. Es geht um Nachhaltigkeit, Unternehmenskommunikation und Motorradfahren. Alles dabei. Obwohl - Strick- und Kochblogs fehlen, wenn ich das recht überblicke ;-)

Die Glücksfee hat die Teilnehmerinnen heute einander zugelost und ich freue mich schon sehr auf die drei Blogs, für die ich Gastbeiträge bloggen darf, sowie auf meine drei Gastbloggerinnen. Ihr seht also, ich nehme mit allen drei Blogs an der Aktion teil. Mit der Bauerngartenfee, Treffpunkt Twitter und dem Autorenblog, wo ihr gerade seid.

Die Liste der teilnehmenden Blogs findet ihr im Texttreff-Blogdort werdet ihr auch über alle neuen Wichtelbeiträge informiert.

Die Aktion wird bestimmt sehr lustig, zumindest sind alle Teilnehmerinnen voller Vorfreude. Ich verrate noch nicht, wo ich blogge, und wer bei mir wichtelt, erfahrt ihr auch, wenn es so weit ist :-) Überraschung muss schließlich sein.

Hach, ick freu mir ;-)


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Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

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