Einträge mit dem Tag: Arbeitsweise


Einfacher, als gedacht

Draußen tobt nachmittäglicher März-Hagel mit heftigen Sturmböen - so ganz und gar nicht zu dem Foto passend, das ich heute für diesen Beitrag ausgesucht habe. Doch das macht nichts, es soll ja um den Arbeitsfortschritt an meinem ALBATROS-Manuskript gehen, und der kann sich durchaus sehen lassen.

Montag, 02. März 2015

Autorin auf Wiese. Foto: © Merlindo - fotolia.de

Foto: © Merlindo - fotolia.de

Heute Mittag habe ich angefangen mit dem Weitermachen (*g*), denn ich habe mir für den Anfang 800 Wörter pro Tag vorgenommen, um mich nicht wieder selbst zu erschrecken ;-) Wichtig ist, dass ich diesmal täglich dranbleibe, um gar keine “Löcher” mehr aufkommen zu lassen, die dazu führen, dass ich den Kontakt zu den Figuren und somit zur Story verliere. Es ist nämlich immer sehr lästig, alles immer wieder von vorne durcharbeiten zu müssen, weil ich schon wieder vergessen habe, wie ich eigentlich weitermachen wollte. So ging mir das oft, als ich durch meinen Perfektionsanspruch den Widerwillen am Manuskript entwickelt hatte. So wie es jetzt läuft, ist es viel besser.

Ich kenne dich, ich mag dich

Ich bin sehr verblüft, wie leicht mir die Umstellung auf die neue “Hülle” der Hauptprotagonistin fiel, nennen wir sie hier einmal A.

A. ist die Trägerin der Kernidee. In der allerallerersten Version aus dem Jahr 2000 hieß sie noch S. (aus Gründen, die ich euch erklären werde, wenn der Zeitpunkt gekommen ist), und war viel jünger.

Die letzte A. war im gleichen Alter wie die neue, hatte aber ein vollkommen anderes Wesen. Recht spröde, geheimnisvoll und sie wollte ganz offensichtlich zu viel auf einmal. Vermutlich ist die Story auch u.a. daran gescheitert.

Mit der neuen A. bin ich sofort warm geworden, obwohl - oder weil? - sie auch ein komplett neues Setting mitgebracht hat. A. lebt jetzt, hat eine Bürde mitgebracht und ist mir alles in allem sehr sympathisch.

Zu viel Druck? Nö, Ansporn!

Petra van Cronenburg fragte mich heute auf meiner Facebook-Autorenseite, ob es mich nicht furchtbar unter Druck setzen würde, hier über den Fortgang des Manuskripts zu berichten, auch wenn es vielleicht mal gar nicht klappen will. Die Frage ist natürlich berechtigt, aber ich sehe es eher als Ansporn. Und wenn es wirklich mal nichts zu berichten gibt, nehme ich mir eben die Freiheit, einfach nichts dazu zu sagen ;-)

Weiterer Ansporn ist auch mein Wordtracker Ich habe ihn wieder auf Null gesetzt (was ich Anfang des Jahres geschrieben habe, ist ja eh in der Tonne)  und so voreingestellt, dass ich mit dem täglichen Pensum ganz gemütlich in vier Monaten 400 Seiten geschrieben haben könnte.

Es wird schon lebendig

Es ist auch sehr motivierend, dass die Geschichte schon zu einem frühen Zeitpunkt so lebendig ist, dass sie mich bis in den Schlaf verfolgt. Nachts wach liegen, an die Figuren denken und neue Ideen bekommen, findet normalerweise erst zu einem viel späteren Zeitpunkt statt.

Und die Ebook-Serie?

Die eKrimi-Serie liegt jetzt natürlich erst einmal auf Eis, was nicht heißt, dass ich sie nie realisieren werde, aber das ist eine komplett andere Baustelle. Es gibt ja genügend Autoren, die zweigleisig fahren, aber warten muss es jetzt trotzdem. Multitaskerin war ich noch nie ;-)

Ich hoffe, euch interessieren die Einblicke in meine Manuskriptarbeit. Falls ja - stay tuned!

Liebe Grüße

Petra

Rohmanuskript Stand 2. März 2015:


9 Normseiten, 2.280 Zeichen

Meine Notizbox

Im letzten Eintrag schrieb ich vom Neubeginn meines ALBATROS-Buchprojekts, und dass dabei kein Stein auf dem anderen blieb. Ich habe mich als Autorin wiedergefunden, meinen ganz eigenen Arbeitsstil entwickelt und bin mit der Geschichte gut vorangekommen.

Sonntag, 01. März 2015

ALBATROS-Karteikasten für Notizen zu Figuren, Orten,  Völkern, Gegenständen, etc. Foto: Petra A. Bauer

ALBATROS-Karteikasten für Notizen zu Figuren, Orten,  Völkern, Gegenständen. Foto: Petra A. Bauer

Ich war ja immer relativ davon begeistert, mit Papyrus Autor zu arbeiten, v.a. wegen der Datenbankanbindung zu Figuren und Orten. Ich klicke auf den Namen einer Figur und springe direkt zum dazugehörigen Datensatz, wo ich alle wichtigen Notizen zur Figur finde. Eigentlich sehr praktisch. Und trotzdem für meine Arbeitsweise mitunter nicht geeignet. Das mag jetzt seltsam klingen, aber ich brauche gelegentlich Dinge zum Anfassen. Und ich neige zur (von außen betrachtet) Umstandskrämerei. Diese bringt bei mir allerdings viel schneller kreative Prozesse in Gang.

Beispiel gefällig?

Weil ich drei Meter von Rechner entfernt war, mein Notizbuch aber neben mir lag, notierte ich Plot-Ideen bzw, Ideen zu Figuren handschriftlich. Am nächsten Tag übertrug ich die Notizen in eine Evernote-Notiz. Es ging um einen bestimmten, bis dato nicht sehr wesentlichen, Aspekt im Leben der Protagonistin. Plötzlich tippe ich “HALT!”. Und statt einfach weiter die Notizen zu übertragen, stelle ich eine Frage zu dem, was ich übertragen habe. Die Frage führt zur nächsten und im Laufe des nächsten Absatzes beantworte ich diese nicht nur, sondern habe einen Namen für das, was ich zuvor erfunden habe, und was sehr wichtig für die Protagonistin und die gesamte Geschichte sein wird. Die Quintessenz dessen notiere ich zusätzlich ganz oldschool auf einer Karteikarte, obwohl man mir nun wirklich ncht vorwerfen kann, technikfeindlich zu sein ;-)

Aus einem Produktkarton (und Buchstaben-Geschenkpapier, weil mich der Produktaufdruck abgelenkt und wuschig gemacht hat) habe ich einen kleinen Kasten extra für das neu begonnene Manuskript gebastelt, wie ihr oben im Foto sehen könnt. Ich habe dort folgende Einteilungen gemacht:

  • Haupt-Protagonistin
  • weitere Figuren
  • Völker
  • Orte
  • Gegenstände

(spätestens jetzt werdet ihr gemerkt haben, dass es sich um eine Geschichte mit phantastischen Elementen handelt)

Zeichnungen

Wie ihr auf dem Foto vielleicht erkennt, habe ich den Notizen auch Zeichnungen beigefügt. Habe für eine Figur nach bestimmtem Stichwort eine Google-Bildersuche gestartet und das am besten passende Foto gezeichnet. Beim Zeichnen fiel mir etwas ganz Bestimmtes auf, das wieder wichtig für die Figur und die gesamte Geschichte wurde. Wenn ihr so wollt, behandle ich die Geschichtenentwicklung wie ein Gesamtkunstwerk.

Manuskript

Auch das Manuskript selbst entsteht über Umwege. In einer weiteren Evernote-Notiz experimentiere ich mit Sätzen und Story-Fragmenten. Was mir davon am besten gefällt kopiere ich in das Manuskript-Dokument. Momentan sind es noch Lit-Bits, d.h. Fragmente, die u. U. später an verschiedenen Stellen des Manuskripts auftauchen werden, die ich jedoch möglichst schon in der Reihenfolge des voraussichtlichen Erscheinens einsortiere. Im Grunde fülle ich beim Weiterarbeiten Lücken auf.

Wenn ich das so aufschreibe, klingt es WIRKLICH alles andere als einfach. Aber das passt zu mir: Ich bin noch nie den einfachen Weg gegangen. Mein verschwurbeltes ADS-Gehirn möchte mit allen Sinnen arbeiten. Und was für andere Menschen kompliziert aussieht, ist für mich genau der richtige Weg.

Es hat nur ziemlich lange gedauert, bis ich das erkannt und akzeptiert habe.

Wenn das Projekt veröffentlicht ist, kann ich gerne mal die Notizen dazu als Schreibtagebuch veröffentlichen, wenn ihr das möchtet (vermutlich ist das für Psychologen aufschlussreicher als für angehende Autoren, haha). Jetzt geht das noch nicht, weil ich damit wirklich alles verrate, was ich gerade schreibe.

Das Wichtige daran ist für mich auf jeden Fall der wiedergewonnene Spaß am Schreiben. Das ist echt unbezahlbar. Ich kann es kaum abwarten, bis das Manuskript fertig ist. Allerdings müsst ihr (und ich) da noch einiges an Geduld aufbringen, da ich für den ersten Band mindestens 400 Seiten geplant habe.

Schönen Sonntag noch!

Liebe Grüße

Petra

Rohmanuskript Stand 1. März 2015:

5 Normseiten, 1.172 Zeichen

Alles fällt an seinen Platz

Neben ALBATROS recherchiere ich derzeit für ein weiteres Projekt - ich will es hier im Blog mal WILLIAM nennen. Heute verrate ich, wie ich darauf kam und auch einiges zu meiner Arbeitsweise.

Donnerstag, 12. April 2012

Die Idee zu WILLIAM entstand bei der Überarbeitung eines älteren Exposés. Eigentlich mag ich die Idee, und ich hatte auch schon viel Recherchezeit und -material investiert. Die Reihe, für die ich es ursprünglich angeboten hatte, überlebte leider nicht bis mein Manuskript “dran” gewesen wäre, und so dachte ich darüber nach, was ich stattdessen damit anfangen könnte.

Ursprünglich wäre es ein relativ kurzes Buch geworden - es hätte ja bestimmte Reihenparamenter erfüllen müssen. Da ich darauf nun keine Rücksicht mehr nehmen muss, ließ ich meine Gedanken schweifen. Wie könnte ich es anstellen, die “kleine” Story in eine “große” Geschichte einzubetten? Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich mag dicke Bücher lieber als dünne und Trilogien / Reihen lieber als Einzeltitel. Je länger man die liebgewonnenen Figuren begleiten darf, umso besser. Also folgte noch mehr Recherche, die mir neue Zusammenhänge offenbarte und den Plot in eine Richtung führte, mit der ich vorher nicht gerechnet hätte.

Auch heute bin ich nach stundenlangem Bücherwälzen und Webseitenschmökern wieder mit Riesenschritten vorangekommen und freue mich sehr, wie sich auch hier die Puzzleteile wieder wunderbar zusammenfügen. Wie ich in der Überschrift schon schrieb: Alles fällt an seinen Platz, und ich habe den Eindruck, als wäre die Geschichte vorher schon da gewesen und hat nur darauf gewartet, dass ich endlich darauf komme, wie die Einzelteile zusammengehören.

Ich habe das Rad nicht neu erfunden - aber das ist bei der Vielzahl der Bücher und Geschichten auch nicht mehr möglich. V.a. weil ich mythologische Elemente zugrunde lege, kam es vor, dass ich dachte, ach, das gab es doch da und da auch schon so ähnlich. Würde ich mich davon beeinflussen lassen, könnte ich auch auf der Stelle meinen Beruf an den Nagel hängen. Letztlich habe ich aber meine eigene Erzählstimme und meine eigenen Figuren und darauf kommt es an. Und darauf, dasss ich den Eindruck habe, dass es stimmig ist. Eine Geschichte, wie aus einem Guss. Und ich habe das Gefühl, dass es mir diesmal auch gelingen wird, den Plot vorab so zu erstellen, dass er von Anfang an ein Schreibgerüst für mich wird, und nicht erst, nachdem ich die Hälfte des Buches geschrieben habe.

Bei der heutigen Recherche sind mir sogar einige Dinge untergekommen, die ich für ALBATROS verwenden werde.

Meine Sammlung wächst und wächst, und wen es interessiert, WIE ich das Zeug sammle, dem sei es hier verraten: Mit meinem Lieblingstool Evernote. Evernote ist seit 2009 mein meistgenutztes Programm. Alles, was ich interessant finde und / oder mir irgendwie merken muss, wird als Evernote-Notiz vermerkt. Ich kann vom Laptop, iPhone oder iPad Ideen, Fotos, etc. eingeben, die ständig untereinander synchronisiert werden. Mit vorher festgelegten Tags strukturiere ich das Ganze. Ich habe extra Notizbücher für meine Buchprojekte, sowie eine eigene Tag-Struktur. So kann ich festlegen, ob die Notiz z.B. unter

  • Figuren
  • Settings
  • Konflikte
  • Plot
  • Brainstorming
  • Recherche

oder unter einen anderen Begriff fällt. Auf diese Weise finde ich alles rasch wieder.

Außerdem habe ich eine “Schreibtagebuch”-Notiz, in die ich alles hineinschreibe, worüber ich mir beim Schreibprozess Gedanken mache. So eine Art General-Brainstorming. Dort bin ich schon häufig auf die besten Ideen gekommen - gerade erst vorgestern wieder im Flieger von Zürich nach Berlin.

Ferner habe ich eine Excel-Arbeitsmappe angelegt, wo ich ebenfalls Ideen notiere bzw. in Form bringe. Auf Seite 1 befindet sich der Szenenplan, wo ich alle Ideen eintrage und jederzeit durch Umherschieben die Reihenfolge verändern kann, wenn es für den Plot nötig wird.

Auf Seite 2 habe ich die Figuren gelistet, damit ich in meinem Evernote-Notizenwust nicht irgendwann eine Figur übersehe. Ich notiere den Namen, und auch ob sie tendenziell eher gut oder eher böse angelegt ist (niemand ist ja nur gut und nur böse - das wäre ziemlich langweilig).
In der dritten Spalte schreibe ich auf, wo der Leser der Figur begegnen wird. In Spalte vier gibt es Stichworte, die die Funktion der Figur beschreiben, die sie für die Story haben wird.

Ich fülle keine Fragebögen zu den Figuren aus - ich lerne sie so gut kennen, dass ich nach und nach weiß, wie sie ticken. Natülich notiere ich ein paar Stichworte, aber ich beantworte keine Fragen á la: Was hat deine Figur für Hobbys? Wovor fürchtet sie sich am meisten? Das weiß ich intuitiv und muss es auch nicht auswendig lernen. Ein paar wichtige Stichpunkte zum Erinnern kommen dann lediglich auf eine Karteikarte - die brauche ich zum Herumschieben, wenn ich mal überlegen muss, welche Konfrontation stattfinden soll.

Auf Seite 3 liste ich die Settings auf, die vorkommen sollen und werden. Die weden zwar auch im Szenenplan jeweils kurz angemerkt, ausführlichere Stichworte dazu finden sich jedoch in der speziellen Setting-Liste. Anmerkungen notiere ich jeweils in Kommentarfeldern zu den jeweiligen Zellen, weil ich dort keiiner Platzbeschränkung unterliege.

Dies alles könnte ich auch in Papyrus Autor machen. Ich besitze es auch und habe Unschuldsengel damit geschrieben. Seither sind vier neue Papyrus-Versionen erschienen und ich müsste mich total neu einarbeiten. Also arbeite ich mit den Tools, die ich ohnehin täglich nutze und fahre sehr gut damit.

Mit welchen Tools sammelt und sortiert ihr euer Recherchematerial?

Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

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