Hartz 4 und trotzdem Gymnasium und Uni?

GrafikHeute Morgen fand ich über zig Umwege den obenstehenden Tweet von @Faserpiratin und konnte nicht anders als draufzuklicken. Denn mein erster Gedanke war: Ja, warum denn auch nicht?

Samstag, 02. Februar 2013

Nachdem ich das Posting Wenn du dann studieren gehst ... gelesen hatte, war mir klar, dass ich in meiner Schulzeit entweder auf einer Insel der Glückseligen gelebt habe, oder dass sich heute alles zum Schlechten verändert hat (was mir meine Kinder nur zum Teil bestätigten, aber dazu später mehr).

Kindheit in den 60er und 70er Jahren

Ich war ein halbes Jahr alt, als meine Eltern mit mir in eine Sozialbausiedlung zogen, wie sie in den 60er Jahren überall in den Berliner Außenbezirken entstanden. Es war eine Siedlung in Zeilenbauweise. In unserem Karrée gab es drei- bis sechsgeschossige Häuser, dazwischen viel frisch angelegter Rasen und Spielplätze. Ein Stück weiter in Richtung Grundschule lag eine Straße mit Einfamilienhäusern. Keine Villen, sondern einfache Häuschen.

1970 bin ich eingeschult worden. In meinem Karrée - und somit in meiner Grundschulklasse (wir waren 41 Kinder!) - gab es mehrere Schüler aus Familien, deren Eltern sich Klassenfahrten u.ä. nicht leisten konnten. Zum Teil wegen Arbeitslosigkeit oder weil sie einfach mal 7 Kinder hatten. Ob diese Familien dann auch “vom Amt” überprüft wurden, wie es bei der Faserpiratin der Fall war, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.

Akademikereltern gab es in meinre Klasse wenige. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass die Berufe der Eltern je Thema waren, außer bei einem Mitschüler, dessen Eltern ebenfalls Lehrer waren und sich auf Elternabenden wohl immer sehr aufplusterten, sonst hätte ich das nicht erfahren. Auch meine Eltern hatten “nur” mittlere Reife, und mein Vater war zwischendrin auch mal arbeitslos, weil die Firma, in der er angestellt war, pleite ging. Aber wie gesagt, das war nie Thema in der Schule und meine Mutter arbeitete ja auch, sodass zumindest ich keine finanziellen Einbußen bemerkte.

Unterstützung von Mitschülern und Lehrern

In der Klasse haben wir immer für die Mitschüler gesammelt, damit sie bei Klassenfahrten und Ausflügen mitfahren konnten (gibt es eigentlich heute noch die Spendensammlung für Schullandheime? Aus diesem “Topf” kam nämlich auch immer noch Geld) und glücklicherweise gab es noch Lehrmittelfreiheit, sodass nicht auch noch die Kosten für Bücher anfielen.

Außerdem haben wir von unseren Lehrern viel über Toleranz und angemessenes Sozialverhalten gelernt. Dann kam ich aufs Gymnasium. Das war nie eine Frage, weder für mich noch für meine Eltern, die zur Not ihr letztes Hemd dafür gegeben hätten, mir die Bildung zu ermöglichen, die ich mir mit meinen durchweg guten Schulnoten quasi verdient hatte. Und auch auf dem Gymnasium ging es ähnlich zu, wie auf der Grundschule. Dort gab es eine natürliche Durchmischung verschiedener sozialer Schichten. Keine Superreichen, keinen Markenwahn und ich kann mich an keine Ausgrenzung aus finanziellen Gründen erinnern. Dafür aber an etwas anderes:

“Arztpapis und Rechtsanwaltmamis”

In Berlin geht die Grundschule ja bis einschließlich 6. Schuljahr. Damals gab es auch noch keine Ausnahmen, allerdings war angedacht unsere Schule zum allerersten sog. “grundständigen Gymnasium” zu machen, d.h. zwei Klassenzüge sollten bereits ab der 5. und nicht erst ab der 7. Klasse beginnen. Für diese Schüler sollte dann auch Latein als Leistungskurs Pflicht sein.

Da war der Aufschrei unter uns Schülern groß. Die Befürchtung, nun würden “lauter Arztpapis und Rechtsanwaltsmamis ihre Kinder an unsere Schule schicken” wurde häufig laut geäußert. Wir wollten nicht, dass Bildung plötzlich ein Privileg der Besserverdienenden würde. Denn dass es diese Berufsgruppen wären, die darauf aus sind, ihre Kinder möglichst früh aufs Gymnasium zu bringen, das war uns rasch klar. Und die Reaktion lässt auch darauf schließen, dass Ärzte, Anwälte, etc. bei uns bislang nicht in Erscheinung getreten waren. Oder dass einfach niemand darüber geredet hat. Denn, wie gesagt, auch dort war Markenwahn bis dato unbekannt. Klar, manche trugen “Roots” (ich war von der Alternativen Fraktion), aber wer sich die nicht leisten konnte, wurde auch in seinen Turnschuhen nicht schief angesehen. Gedisst und gemobbt wurde natürlich trotzdem hier und da, auch wenn es längst noch nicht so hieß und auch nicht mit der Vehemenz ausgeübt wurde, wie sie heute offenbar üblich zu sein scheint. Aber nicht wegen Geldmangel. Wenn jemand keines hatte, dann konnte er nicht dafür, wieso ihn also damit ärgern? Offenbar gab es bei uns noch eine Hemmschwelle bei manchen Dingen. Wir haben aber auch nicht nachgetreten, wenn jemand schon am Boden lag, weder sinnbildlich noch buchstäblich. Etwas, das heute teilweise außer Kraft gesetzt scheint.

Kein Auto, kein Telefon, kein Urlaub? Nichts Besonderes bei uns

In meiner Clique war beispielsweise ein Mädchen, deren Eltern keinen Telefonanschluss hatten. Wir fanden das zwar seltsam (ihr Vater war angeblich einfach gegen diesen “neumodischen Schnickschnack” - Ende der 70er / Anfang der 80er *g*), aber es war halt so. Und Handys waren noch nicht erfunden. Wir haben sie deshalb aber weder gemobbt noch außen vor gelassen. Stattdessen haben wir uns entweder direkt in der Schule verabredet, oder eine von uns ist bei ihr vorbeigeradelt und hat sie informiert. Stundenlanges SMSen oder zig Messages via Facebook, bis man sich endlich auf einen Treffpunkt einigt und was man eigentlich machen will, nur um in letzter Minute alles wieder umzuschmeißen - das kenne ich nur von unseren Kindern. Gab es bei uns einfach nicht und war völlig ok so. Eltern ohne Auto waren auch nichts Besonderes.

Zeitgeist?

Ich habe mich natürlich gefragt, ob dieses relativ friedliche Zusammenleben daran lag, dass wir “alle sowieso nix hatten” (jedenfalls nichts, was andere hätte neidisch machen können). Oder ob uns unsere Mitschüler gleichgültig gewesen waren. Und ob das heute überall so ist, wie die Faserpiratin es erlebt hat.

Zum einen hatten wir tatsächlich offenbar alle etwas Besseres zu tun, als uns den Kopf darüber zu zerbrechen, welche Eltern Geld hatten und welche nicht. Wenn jemand einen gewissen Luxus besaß, wie etwa ein Ferienhäuschen im Ausland, dann deshalb, weil die Eltern in ihren “einfachen” Berufen hart dafür gearbeitet und ewig gespart hatten. Dafür gab es dann zu Hause eben öfter mal Bratkartoffeln.

Und wie ist es heute? Mein Liebster und ich (beide Akademiker mit Nichtakademiker-Eltern), wir sind weiter an den Stadtrand gezogen, in ein halbes Siedlungshaus, wo sich nun zwei Erwachsene und vier Kinder drängeln. Wir können uns einiges leisten, wissen aber auch, wie es war, als wir als Studenten mit 6 Mark am Tag zu zweit irgendwas Essbares auf den Tisch bringen mussten. Wir konnten nicht zu unseren Eltern gehen und sagen “Jetzt ist Wochenende, ich brauch ein bisschen Kohle zum Feiern”. Die hätten uns nämlich was gehustet. Für unser erstes gemeinsames Möbelstück (ein Hochbett, um in unserer Ein-Zimmer-Wohnung ein bisschen mehr Platz zu schaffen), sind wir nachts um drei aufgestanden und putzen gegangen. Unsere Kinder haben da schon deutlich mehr Luxus. Aber als ich sie gefragt habe, wie es denn bei ihnen in der Klasse ist, ob da Kinder sind, die aus finanziellen Gründen nicht mit zu den Klassenfahrten könnten, und wie sie denn damit umgingen, war ich über die Antworten erstaunt und erfreut.

Bildung nur für Reiche?

Es gibt nämlich auch heute an den Gymnasien Kinder, deren Eltern kein überflüssiges Geld haben. Als ein Mitschüler kein Geld für die Klassenfahrt hatte, hat man eben eine Lösung gefunden das Geld aufzutreiben. Keiner kommt auf die Idee, ihn deshalb schief anzusehen. Liegt es an der Klassengemeinschaft? Natürlich gab und gibt es dort Nervensägen, die es aufgrund ihrer Art anfangs etwas schwerer hatten sich zu integrieren. Aber auch diese sind mttlerweile selbstverständlicher Teil der Klassengemeinschaft; die Schüler setzen sich für sie ein und mögen sie. Und wenn sie dazu noch arm wären wie die Kirchenmäuse, würden die Mitschüler sich etwas einfallen lassen, wenn es um finanzielle Dinge ginge. Wer kein Geld für ein Geburtstagsgeschenk hat wird trotzdem eingeladen und muss nichts mitbringen. Ich finde es wirklich tröstlich, dass es offenbar noch Schüler gibt, die von ihrern Eltern so etwas wie Werte mitbekommen haben, auch wenn sie selbst eher privilegiert sind.

Ich habe aber auch schon von Grundschulmüttern gehört, die lieber keinen Antrag auf finanzielle Unterstützung bei Schulbüchern stellen, weil es vorkommt, dass Lehrer das vor der gesamten Klasse diskutieren und dann schon mal dumme Sprüche von den Mitschülen kommen. Dann wird das Geld für das nächste Schulbuchjahr eben centweise woanders gespart um dem Kind die erneute Schmach zu ersparen.

Vor diesem Hintergrund nimmt sich das, was die Faserpiratin bei ihrer Abiturfeier erlebt hat, besonders perfide aus:

Bei der Zeugnisvergabe bekamen dann unsere beiden Besten von der Schule eine nicht unerhebliche Summe Geld geschenkt. Eine Freundin aus ähnlichen finanziellen Verhältnissen und ich bekamen kaum den Mund zu. Wir beide hatten richtig gekämpft für unseren Abschluss und beide sehr gut abgeschnitten. Wir sind sehr früh selbst arbeiten gegangen - ich habe in den feinsten Häusern Nachhilfe gegeben. Wir hatten beide einen Studienplatz in Aussicht und wussten nicht, wovon wir da leben würden. Die beiden, die von unserer Schule mit Geld belohnt wurden, bekamen beide von ihren Eltern einen Laptop zum Abi.

Toleranz vs. Dummheit?

Fazit ist, ich habe nicht herausfinden können, welche Parameter gegeben sein müssen, damit sich “reiche” Kinder über Hartz 4- Kinder lustig machen. Vielleicht haben wir hier alle noch nicht genügend Kohle um die Arroganz gleich mitgepachtet zu haben. Möglicherweise muss man schon reich geboren sein (geerbt haben, wasweißich) und den Kontakt zur Wirklichkeit verloren haben um sich gegenüber denen aufzuspielen, die nichts dafür können, dass sie kein Geld haben.

Deshalb wüsste ich gerne von euch, ob ihr Ähnliches erlebt habt, wie das, was die Faserpiratin in ihrem wirklich lesenswerten Posting schreibt, sei es auf der Seite derer, die nichts haben oder als “neutraler Beobachter”. Denn dass die, die auf Hartz4-Familien herabsehen, sich hier melden, halte ich für eher unwahrscheinlich ;-)

Ich danke euch dafür, dass ihr bis hierher durchgehalten habt.

Tolerante Zeiten wünscht euch

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TXL forever!

GrafikDer eine oder andere wird schon gemerkt haben, dass ich auf den BER-Flughafen gepflegt pfeife, egal, ob er jemals fertig wird oder nicht. Ich brauche per ÖPNV zwei Stunden dorthin, im Auto immerhin noch eine Stunde. Und das zweimal pro Woche hin und zurück - nein danke.

Freitag, 25. Januar 2013

Zum Flughafen Tegel fahre ich zwölf Minuten, das dezentrale Check-in-System ist einfach genial und ich mag den kleinen Flughafen einfach. Ich bereue es inzwischen, keine Bürgerinitiative für die Offenhaltung von TXL gegründet zu haben, denn auch wenn der BER irgendwann mal für fertig erklärt wird, wird oft genug etwas so schief laufen, dass dringend eine Ausweichmöglichkeit gebraucht werden wird, weil sonst der Berlin-Tourismus massiv leiden wird. Und überhaupt - eine Metropole wie Berlin ohne zusätzlichen City-Flughafen, das geht einfach nicht!

Die BAYER-Pendler aus Wuppertal sagen schon, sie fliegen nicht mehr, wenn sie zum BER müssen, da geht Bahnfahren nämlich insgesamt schneller. Und wer weiß, wer noch alles den Flieger gegen die Bahn tauscht. Die ganze Sache ist im Prinzip mal wieder zur Provinzposse verkommen. Das können wir hier in Berlin ja ganz prima.

Ich wünschte, die ursprünglichen TXL-Pläne wären verwirklicht worden und man hätte das zweite Oktogon errichtet. Dann hätte man das steigende Passagieraufkommen besser im Griff. Und kommt mir nicht wieder mit Fluglärm: Ich bin in der Einflugschneise aufgewachsen. Würde kein Jet mehr über den Kutschi donnern, da würde mir was fehlen.

Reinickendorf lebt von und mit TXL, und ich hoffe inständig, dass der BER nie fertig wird. Zumindest nicht, so lange mein Liebster jeden Montag gen Zürich abflattert und donnerstags wieder in Berlin einschwebt. Das ginge dann nämlich nicht mehr, weil wir montagmorgens immer einen fetten Stau mit einrechnen müssten, womit aus der einen Autostunden dann doch mal locker zwei werden könnten. Und um halb vier aufstehen, wenn man bis mindestens 19:00 Uhr volle Leistung bringen muss, ist auch nicht witzig. Also müssten wir auf die gemeinsame Sonntagnacht verzichten. Hallo??? Und nur, weil jemand nicht kapieren will, dass TXL benötigt wird, auch WENN dieser BER-Unglücksflughafen je eröffnet wird. BER ist sowieso jetzt schon zu klein, wieso also diese Sturheit? Weil die Fluggesellschaften nicht flexibel genug für zwei Standorte sind? Weil jemand irgendwo ganz dick verdient, wenn nur BER offen bleibt?

Ich bin in diesem Fall gerne mal egoistisch, v.a. weil ich weiß, dass wir mit dieser Meinung nicht alleine sind.

Ja, das war mal ein Rant von mir. Und zwar anlässlich dieser wirklich witzigen Parodie Einer Lanz-Sendung, in der Markus Lanz mit Klaus Wowereit spricht. Peter Rütten hat den beiden neue Worte in den Mund gelegt und ich hab mich weggelacht. Natürlich geht es um den BER-Airport. Unbedingt anschauen, wer das Video noch nicht kennt!

Liebe Grüße

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Hurricane Sandy

Als ich das letzte Posting Und jetzt zum Wetter. überschrieb, hatte ich keine Ahnung, dass sich mein nächster Beitrag tatsächlich um ein Wetterthema drehen würde. Und zwar um das, was alle derzeit beschäftigt, nämlich der Hurricane Sandy, der gerade die amerikanische Atlantikküste erreicht hat. Und mein Liebster hockt derzeit in einem Hotel in Washington.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Natürlich habe ich mir Sorgen gemacht. Nicht nur um ihn, sondern auch um liebe Menschen, die in New York leben, wie z.B. Berlinessa, die aber bislang in Brooklyn relativ sicher zu sein scheint.
Meine größte Sorge galt natürlich trotzdem meinem Mann, und so war ich sehr froh, als er mir heute Nacht schrieb, dass er den Sturm im Hotelzimmer nicht mal richtig hören konnte. Und er schob gleich noch ein beruhigendes Video hinterher:

Video: Michael Bauer

Überhaupt ist das Web voll mit Bildern zu Sandy. Viele echte Fotos, aber auch diverse Fakes, wie dieses von der Freiheitsstatue, das aus einem Emmerich-Film entnommen sein könnte (und es vielleicht sogar ist).

Schäden in Milliardenhöhe

Ich nehme an, die meisten von euch werden sich ohnehin längst informiert haben. Leider sind auch in USA jetzt schon 13 Menschen gestorben, darunter zwei Kinder und ein Besatzungsmitglied des Filmschiffes Bounty, das gesunken ist. Der Kapitän ist bislang verschwunden, was auch kein gutes Zeichen ist. Ich frage mich auch, wie es dem Fahrradfahrer geht, der gestern an einer Uferpromenade entlangradelte (bei Hurricanewarnung?! WTF?!) und von einer Welle verschluckt wurde. Menschen wurden obdachlos, weil plötzlich die Fassade vom Haus fiel. Die New Yorker U-Bahn steht unter Wasser, ebenso wie viele Straßen und Parkhäuser. Ground Zero hat sich in einen Wasserfall verwandelt. Weiter im Landesinneren gibt es heftige Schneefälle, weil Sandy dort auf einen Wintersturm traf. Der Parketthandel der New Yorker Börse wurde zum ersten Mal seit 1888 an zwei Tagen hintereinander ausgesetzt. Wahlkampfveranstaltungen wurden abgesagt. 9.000 Flüge wurden gestrichen. Die Versicherungen rechnen mit Schäden in Höhe von 3,2 Milliarden Euro.

Weshalb berührt uns das so?

Und dann kommt immer der Moment, an dem ich mich frage, wieso ich, ebenso wie viele andere, immer so entsetzt über den Teich schauen, wenn dort etwas passiert (auch wenn nicht gerade mein Mann involviert ist), obwohl doch in vielen anderen Gegenden der Welt ständig grauenvolle Dinge geschehen. Immerhin hat Sandy ja auch schon die Karibik verwüstet und, wenn ich richtig informiert bin, dort rd. 60 Menschenleben gefordert. Und auch in Deutschland gab es Stürme und Hochwasser. Ich werde nie vergessen, wie ich beim Orkan 1972 als Achtjährige aus meinem Fenster sah, und das Flachdach des sechsgeschossigen Wohnhauses schräg gegenüber vom Haus segelte und eine Frau sich gerade noch rechtzeitig in einen Hauseingang retten konnte, bevor ihr das Ding auf edn Kopf gefallen wäre. Natürlich war ich ausgerechnet alleine zu Hause. Das Oderhochwasser ist uns ebenfalls allen noch in bester Erinnerung, wenn ich das auch nur im TV verfolgt habe.

Meine Theorie, weshalb wir gerade mit Amerika immer so mitleiden ist folgende: Viele von uns waren schon dort, für viele ist es ein Traumziel und außerdem - das lässt sich nicht bestreiten - so ziemlich das wichtigste Zentrum der Macht auf der Welt. Und auch wenn Washington die Hauptstadt ist, ist New York doch die eigentliche “Welthauptstadt”. Sag ich jetzt mal so. Ist mein Empfinden. Und offenbar das vieler Filmregisseure und von Al-Quaida. In Filmen verbrannt, vereist, überflutet, zerstört, im echten Leben der spektakuläre Angriff auf das World Trade Center - das spricht Bände. Durch diese Wertigkeit ist natürlich auch die Berichterstattung intensiver.

Katastrophenkonzenrat

Ein weiterer Faktor scheint mir zu sein, dass jede Katastrophe in einer Gegend, der wir uns verbunden fühlen, immer noch katastrophaler wirkt, je weiter sie weg ist. Nicht, dass nicht sowieso schlimm genug ist, was geschieht. Aber durch die Bilder, die immer nur das Übelste zeigen (man will ja gute Quoten haben, und wer will schon sehen, dass alles in Ordnung ist, außer denen, die um ihre Angehörigen bangen) bekommen wir hier in der Ferne quasi ein Katastrophenkonzentrat angeboten. Beispiel gefällig: Berlin in den 80ern. Man wurde von Freunden und Bekannten in Westdeutschland oder USA gerne mal gefragt, weshalb man nicht längst aus dieser Stadt weggezogen sei, wo ständig bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen. Weil in den Medien gerne die paar Straßenschlachten rund um Hausbesetzungen und Anti-Haig-Demo, etc. gezeigt wurden. In geballter Form musste das auf Außenstehende tatsächlich so wirken, als lebten wir Inselbewohner in ständiger Gefahr. Dabei bekamen wir Stadtrandfuzzis nur was davon mit, wenn wir selbst an den Demos teilnahmen. Und auch das wirkte nur halb so übel wie die anschließenden Fernsehbilder.

Womit ich nicht gesagt haben will, dass die persönlichen Schicksale der Sandy-Betroffenen nicht wirklich übel sind.

Ich bin jedenfalls heilfroh, wenn mein Liebster wieder zurück ist.  Das Meeting, weswegen er in Washington war, ist wegen Sandy natürlich abgesagt worden. Deshalb fliegt er eine Woche später noch einmal dorthin ...

Entschuldigt, falls dieses Posting ein bisschen hektisch klingt.

Sandy - Rückenwind für Obama?

Noch eine Überlegung: Je nachdem wie souverän Präsident Obama mit der Sturmkatastrophe umgeht, kann ihm dieses Naturereignis m.E. für die Wahl zugute kommen. Romney als Präsident wäre eine - ja, wieder dieses Wort - Katastrophe für die gesamte westliche Welt, da nicht nur ich annehme, dass wir dann schneller wieder einen kalten Krieg haben, als wir “Katastrophe” sagen können. Ich hoffe sehr, dass die Amerikaner das mehrheitlich auch so sehen und dass Obama Sandy als “Rückenwind” nutzen kann um noch ganz viele Pluspunkte zu sammeln. Just my 2 Cents.

Wie habt ihr die Ereignisse um den Hurricane erlebt? Geht es “euren” Leuten dort drüben gut? Oder kann euch dieser ganze Sturm mal ganz gepflegt am Allerwertesten entlangblasen?

Alles Liebe

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10 Jahre writingwomans Autorenblog

GrafikIch bin zu spät. Ich weiß nicht, wie das passieren konnte, aber ich habe mein eigenes Blogjubiläum verpennt. Am 22. September 2002 erblickte mein Blog das Licht der Welt. Wer die Blogosphäre ein wenig kennt, weiß vielleicht, wie viele Blogs die ersten paar Monate nicht überstehen. Deshalb bin ich schon ein bisschen stolz darauf, dass ich euch in den vergangenen zehn Jahren an meinen Gedanken rund ums Schreiben teilhaben lassen konnte. Aber auch Dinge, die mich berührten oder die einfach Spaß machten kamen immer wieder vor und ich werde auch weiterhin "artfremde" Dinge bloggen. Denn ich habe vor, dieses Blog auch in den nächsten zehn Jahren weiterzuführen und hoffe, dass ihr mir auch weiterhin treu bleibt oder dass ich euch neu zu meiner Leserschaft zählen darf.

Donnerstag, 04. Oktober 2012

Klar, zwischendurch herrschte hier auch Funkstille. Mal, weil ich meine anderen Blogs gefüttert habe, mal, weil ich gelegentlich auch ein Offline-Privatleben habe oder einfach, weil ich glaubte, nichts zu erzählen zu haben. Ganz sicher jedoch nicht, weil Blogs ja in unregelmäßigen Abständen immer totgesagt werden. Auf jeden Fall ist autorenblog.writingwoman.de nicht im virtuellen Mülleimer gelandet und auch kein Wörterfriedhof in den Weiten des Internets. Es gibt mich hier noch und das wird auch so bleiben.

Zehn Jahre, das ist so ein Jubiläum an dem man Resümee zieht, also mache ich das jetzt auch mal.

Dass ich überhaupt blogge, kann ich ruhigen Gewissens Susi Ackstaller in die Schuhe schieben. Die Texttreff-Gründerin hat ein paar Tage vor dem 22. September 2002 ihr Textblog aus der Taufe gehoben - damals noch bei blogspot.com. Darüber berichtete sie auch im Texttreff, dem tollen Netzwerk, dem ich schon so lange angehöre, und ich dachte: Cool, das will ich auch! Kurz darauf war ich ebenfalls bei blogspot.com angemeldet. Das war so spontan, dass das Blog (jahaaa - vor zehn Jahren hatte noch niemand in Frage gestellt, dass es DAS Blog heißt *g*) zunächst ein paar Monate unter dem Namen Familienblog lief. Aber schnell war klar, dass ich ohnehin hauptsächlich über meine Arbeit bloggte, so dass ich das Blog kurzerhand in Autorenblog umbenannte. Noch immer war es bei Blogspot gehostet.

Irgendwann bin ich mit meinen Inhalten zu Wordpress umgezogen. Dort war ich nach einiger Zeit jedoch unzufrieden und die Updates, die man eigentlich hätte machen sollen, nervten auch. Vermutlich hatte ich Glück, dass niemals etwas passiert ist, denn dadurch, dass ich die Updates hartnäckig ignoriert hatte, gab es wohl eklatante Sicherheitslücken.

Ich habe mir das Blog, meine Hauptseite writingwoman.de und alles Drum & Dran schließlich im Jahr 2008 professionell durch Carola und Oliver von blogwork.de aufsetzen lassen. Seither laufen diese Seiten mit einer Expression-Engine-Software und ich muss nichts tun außer zu bloggen, weil die beiden sich um die Technik kümmern, hach! Und weil es so schön ist, kamen 2009 noch die Blogs bauerngartenfee.de und treffpunkt-twitter.de dazu :-) Derzeit wird noch an etwas ganz Neuem geschraubt, aber dazu verrate ich erst mehr, wenn es so weit ist. Denn eigentlich geht es in diesem Beitrag speziell um das Blog, das ihr gerade lest.

Ihr dürft und durftet mir also beim Schreiben und konzipieren über die Schulter schauen. Das war von Anfang an der Sinn dieses Blogs. In unregelmäßigen Abständen schreibe ich hier beispielsweise über die Fortschritte (gelegentlich auch Rückschritte *g*) zu Konzeption und Manuskript meiner Fantasy-Trilogie, die im Blog den Kategorienamen ALBATROS erhalten hat. Aber auch Tipps für (angehende) Kollegen in Schrift und Video waren mir immer wichtig. So ist meine kleine Serie zum Thema Erste Hilfe bei Schreibblockaden so gut angekommen, dass Auszüge daraus jetzt sogar in Schulbüchern für den Deutschunterricht zu finden sind.

Da ich sehr vielseitig interessiert bin, habe ich auch immer mal wieder Abstecher in andere kreative Bereiche gemacht. So habe ich viele Einträge zum Thema Kunst gebloggt, deren erfolgreichster wohl Schon mal über ein Skizzenbuch nachgedacht ist, den ich euch immer noch wärmstens ans Herz legen möchte.

Aus meinen Versuchen etwas zu zeichnen, ist auch die Cartoonfigur Pabbles entstanden, die zumindest einen einzigen Fan hat, nämlich die Freundin meines Kollegen Tom Finn, die mich immer wieder anpiekst, damit ich einen neuen Pabbles-Cartoon oder Comic-Strip zeichne. Ich bin auch wieder fällig, denn sie vermisst die Kleine. Zurecht - das letzte mal erschien Pabbles vor einem Dreiviertel Jahr hier im Blog *hüstel*

Übrigens - ich liebe es abzuschweifen ... - wisst ihr, wieso sie Pabbles heißt und nicht Pebbles? Es kommt von PABbles. PAB, wie Petra A. Bauer :-)

Zwischenzeitlich hatte ich ja immer mal Bedenken, wenn ich hier zu weit vom Thema Schreiben abschweife, aber in verschiedenen Blogkommentaren wurde mir versichert, man sei immer sehr gespannt darauf, was mir so als nächstes einfällt :-)

Apropos Blogkommentare: Wenn ich mir anlässlich von zehn Jahren im WWW etwas wünschen dürfte, dann, dass die Kommentare wieder mehr in den Blogs stattfinden und nicht verteilt auf alle möglichen Social Networks. Hier, das ist sowas wie “Zuhause”. Und in meinem Haus habe ich das Hoheitsrecht und nicht Mark Zuckerberg oder sonstwer. Ich muss also nicht ständig im Hinterkopf behalten, dass alles, was ich hochgeladen habe irgendwann einfach weg sein könnte. Das wäre nämlich sehr bedauerlich, v.a. wenn man mal wieder in Erinnerungen schwelgen möchte, wie ich es heute anlässlich dieses Blogpostings tat. Und ich finde es beinahe unglaublich, wie viel ich in diesen Jahren geschrieben, gemalt, gezeichnet und fotografiert habe. Etliche Videos und ein bisschen Musik habe ich auch gemacht :-)

Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich in den letzten zehn Jahren begleitet haben und natürlich auch bei allen, die meine Bücher gekauft haben. Ich hoffe, ihr haltet mir weiterhin die Treue. Vielleicht seid ihr aber auch heute zum ersten Mal hier, und dann heiße ich euch hiermit herzlich willkommen. Vielleicht begleitet ihr mich ja auch eine Weile auf meiner Reise durch die kreativen Gefilde des Lebens.

Und bevor ich jetzt noch vollkommen schwülstig und rührselig werde, mache ich euch mal lieber noch rasch auf meinen neu erschaffenen Rezensenten-Club aufmerksam. Nach 15 veröffentlichten Büchern hing ich in einer Phase der Neuorientierung fest (auch ein Grund, weshalb es hier zwischenzeitlich ruhig war), weshalb ich auch keine neuen Bücher veröffentlicht hatte. Das wird sich aber demnächst wieder ändern (geplant ist: noch vor Weihnachten). Und dann gibt es auch wieder etwas zu rezensieren. Dafür (bei Intresse jedoch auch für meine bisher erschienenen Bücher) ist ab sofort die Rezensenten-Liste eröffnet, für die ihr euch bewerben könnt, wenn ihr ein Bücherblog besitzt oder Buchbesprechungen auf YouTube bzw. in Bücherforen schreibt. Ihr bekommt dann Rezensionsexemplare zugeschickt, aber bevor ich mich wiederhole - ihr könnt das alles hier nachlesen.

Wenn ihr noch Fragen zum Blog, zu mir oder zu irgendetwas anderem haben solltet, könnt ihr diese unter fragen at writingwoman.de stellen.

Und nun ist aber Schluss mit dem Posting. Danke fürs Durchhalten!

Liebe Grüße von

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die sich jetzt wieder der Krimiüberarbeitung zuwendet :-)

Füße zuerst!

Heute Morgen habe ich die Homepage des Londoner Fotografen Tim Robinson entdeckt, der eine schöne Idee hatte: Bei seinen Reisen hat er irgendwann begonnen, seine Füße und die seiner Freundin ins Bild zu halten. Irgendwann waren auch Babyfüße mit drauf. Und dabei fiel mir ein, dass ich in der Schweiz zufällig auch ein "Feet first"-Foto geschossen habe :-)

Montag, 13. August 2012

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Guten Morgen!

Eigentlich sollte es nur ein Morgengruß für meine Blogleser werden und für Instagram. Und dann war es plötzlich Streets of London.

Dienstag, 17. Januar 2012

Lookin' at the world over the rim of her teacup ...



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Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

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