NaNoWriMo-Tag 1 im Liveticker

Ich schreibe in diesem Jahr tatsächlich in den NaNoWriMo hinein. Es ergab sich einfach so. Nach Tagen des krank Herumliegens bin ich offenbar ausgeruht genug und voll kreativer Power. Und ihr seid jetzt quasi live dabei. Updates findet ihr unten, also in chronologischer Reihenfolge.

Samstag, 01. November 2014

NaNoWriMo - Tag 1

Irgendwie passt es doch gerade gut, das bereits erwähnte sich anschleichende Projekt als NaNoWriMo-Manuskript zu benutzen. Das wäre dann tatsächlich das erste Mal, dass ich zum Nationalen Schreibmonat etwas total Neues anfange. In diesem Fall möchte ich ein Exposé einreichen, für ein interessantes Projekt, bei dem man sich freuen würde, wenn ich dafür schriebe. Mehr kann ich noch nicht sagen. Aber ich hoffe, dass sich das bald ändert.

Den späten Abend vor Mitternacht habe ich zum Brainstorming genutzt. Eine erste Idee hatte ich ja schon: Sogar eine Einstiegsszene existierte halbleserlich in mein Notizbuch gekliert. Was auf dem Foto auf meinem Notebook liegt, ist eine rudimentäre MindMap. Ich hab ja manchmal Probleme bei der Erstellung von Mindmaps, aber in diesem Fall habe ich ziemlich intuitiv Fragen gestellt, anstatt einfach nur Stichworte zu notieren. So nach dem Motto: wer hat was warum gemacht, und welche Verbindung besteht da eigentlich? Also jede dieser Fragen hat ihren eigenen “Zweig”. Das mit den Fragen hätte ich schon früher mal machen sollen, denn endlich hat Mindmapping für mich auch mal funktioniert! Ganz plötzlich konnte ich einen Zusammenhang herstellen und hatte die fehlende Zweitidee.

Dabei habe ich noch etwas Interessantes entdeckt. Stichwort:

Soundtrack beim Schreiben

Ich sage ja immer, Musik beim Schreiben lenkt mich eher ab, und das stimmt im Allgemeinen auch. Es sei denn, ich brauche bestimmte Musik, um eine besondere Stimmung zu erzeugen. Was aber völlig absurd ist: Offenbar klappt es für mich sehr gut zu plotten und zu schreiben, während ich Autorenlesungen lausche, bzw den Fragestunden danach. Das sollte ja noch viel eher ablenken, aber es ist für mich wie ene Geräuschkulisse nebenher, obwohl ich das nicht gerade leise gestellt habe. Teilweise höre ich sogar zu, manchmal höre ich nur meine Schreibstimme. Verstehe das, wer will ;-)

Sooo, jetzt also live:

(das Einbetten von Tweets hat auch schon mal besser geklappt)

Die ersten Wörter

00:00 Uhr: Ich beginne damit, die Szene aus meinem Notizbuch in Papyrus Autor zu übertragen. Bis gleich!

00:28 Uhr: 397 Wörter. Teils aus den Notizen abgetippt, teils mit neuen Ideen versehen. Jetzt sind meine Notizen fertig übertragen und das Übliche passiert, das immer geschieht wenn ich plötzlich aus einer Welt auftauche und erst einmal überlegen muss, wie es weiter geht: Ich kriege Hunger. Offenbar befinde ich mich endgültig auf dem Weg der Genesung ;-)

Wörter zähle ich übrigens diesmal nicht mehr in Word, da ich ja mit Papyrus Autor schreibe. Stattdessen lasse ich online zählen, mit woerter-zaehlen.de. Da könnt ihr euren Text einfach per Copy & Paste einfügen. Das Tool kann offenbar nicht nur zählen, sondern auch den Text analysieren, aber das habe ich noch nicht ausprobiert.
Nachtrag: Es zählt die Häufigkeit der einzelnen Wörter, also wie oft ihr “die”, “später” oder “Donaudampfschifffahrtskapitän” benutzt habt.

Erfreulich übrigens, dass in diesem Jahr das NaNoWriMo-Word-Count-Widget von Anfang an funktioniert. Keine Bugs in diesem Jahr :-)

Ich hole mir jetzt was zu futtern. See ya later!

00:48 Uhr: Habe eben unten bei den Kindern (die sind schon groß und haben Ferien, nur, falls sich jemand wundert) ein Wort aufgeschnappt, das sich sofort festgesetzt hat. Ich werde jetzt die MindMap erweitern und grübeln, wie ich den Begriff in die Handlung einbauen könnte.

Früher habe ich ja immer einfach drauflos geschrieben - also genau das, was man beim NaNoWriMo ja auch tun soll. Da ich aber a) ein kurzes Exposé für meine potenziellen Auftraggeber benötige und b) inzwischen schätzen gelernt habe, wieviel einfacher es ist, wenn ich beim Schreiben ein Gerüst habe, an dem ich entlang schreiben kann, muss ich jetzt eben die Arbeit machen, die andere NaNo-Teilnehmer in den Wochen zuvor bereits erledigt haben. Aber da wusste ich von dem Projekt noch nichts. Außerdem ist es doch so: Niemand bekommmt Haue, wenn er die 50.000 Wörter nicht erreicht. Was die NaNoWriMo-Aktion mit all dem erreichen will, ist doch letztlich, die Autoren zum Schreiben zu bringen. Aufgrund des hohen Pensums wird dabei fast automaisch der innere Zensor ausgeschaltet, der so häufig Grund für unangenehme Schreibblockaden ist. Für mich ist es ein Anstoß - nicht der Anspruch am 30. November ein fertiges Manuskript zu haben. Sollte das der Fall sein, würde ich mich natürlich auch nicht wehren ;-)

Dann werde ich also mal grübeln. Und das tue ich nicht nur in der MindMap sondern auch im Manuskript; das klappt meist recht gut (und bringt Wörter *g*)

01:13 Uhr: Ich kam gerade noch dazu, das aufgeschnappte Wort auf der MindMap zu notieren, damit ich es nicht vergesse, da drängelte sich die Anschlussszene zu Szene 1 vor und ich habe den Film, der in meinem Kopf dazu ablief, rasch aufgeschrieben. So habe ich jetzt 635 Wörter, ohne im Manuskript herumgrübeln zu müssen. Ich schreibe die Szene gleich weiter, muss mir nur eine Strickjacke holen. Ich will auch nicht ewig machen heute, obwohl es mich freut, dass ich zur alten Nachtarbeiter-Form zurückfinde. Ich konnte schon immer nachts am besten arbeiten - das setzt allerdings voraus, dass ich den Tag auch später beginnen darf. Und das geht definitiv nur in den Schulferien, auch wenn die Kinder immer sagen ich müsse nicht mit ihnen aufstehen. Das finde ich aber total blöd. Ausschlafen, wenn sonst niemand im Haus ist, fühlt sich außerdem seltsam an. Wisst ihr, was ich meine?

02:10 Uhr: 1.123 Wörter schon. Eigentlich wollte ich langsam ins Bett gehen, aber die Szene flutscht nur so. Und mir fehlen ja auch nur noch d. 500 Wörter bis zum Erreichen des Tagespensums von 1.667 Wörtern. Das ist der tägliche Schnitt, den man schaffen sollte, um nach 30 Tagen, die 50.000 Wörter tatsächlich zu erreichen. Die magische Zahl, die aus dem gelben Kästchen im Word-Count-Widget ein grünes Kästchen macht. Natürlich könnte ich erstmal schlafen und nachher weiterschreiben, aber vormittags bin ich - v.a. nach langer Nacht - ziemlich lange im Zombie-Modus, und wer weiß, ob ich dann wieder so gut in den Text hineinfinde. Außerdem muss ich im November noch so viel anderes tun, wie ich kürzlich schrieb, dass ein bisschen Puffer ganz gut ist. Also weiter im Text.

02:55 Uhr: 1.690 Wörter - das Kästchen ist grün, das Pensum geschafft und ich bin mitten drin in der Story! Ich habe mich beim Schreiben schon lange nicht mehr so wohl gefühlt. Nun fangen allerdings meine Schultern an wehzutun und kurz vor drei ist auch absolut eine Zeit, zu der man ins Bett gehen darf. Ich hoffe, es prasseln jetzt keine weiteren Ideen auf mich ein, die ich notieren muss, anstatt zu schlafen.

Gute Nacht und stay tuned - ich werde auch weiterhin live berichten. Heute noch den ganzen Tag in diesem Posting, morgen in dem zum 2. Tag, etc.

12:20 Uhr: 1.765 Wörter. Sitze mit Frühstück und Latte Macchiato wieder am Rechner. Bin seit halb zehn wach, habe aber gemütlich im Bett gelesen. Inspirierende Dinge :-) Jedenfalls ist mir ein neues Puzzleteil eingefallen, das auch Szene beleben wird, die mir in der Nachschau doch alss relativ unspannend erscheint. Schon notwendig, aber die gewisse Würze fehlt. Außerdem bringt die Idee mich weiter, was den Plot angeht, den ich doch schnellstmöglich so weit geklärt haben möchte, dass ich eine bis zwei Seiten Exposé daraus machen und raussschicken kann. Dazu werde ich mich vielleicht der Matrix-Methode von Richard Norden bedienen, die ich vorhin entdeckt habe und äußerst viel versprechend finde. Genügend Karteikärtchen habe ich auf jeden Fall da.

Meine NaNoWriMo-Writing-Buddies waren übrigens auch sehr fleißig. Klaudia vom Vienna Writers Blog hat schon über 6.000 Wörter an ihrem neuen Buch geschrieben. Chapeau!

Was mir auffällt: Das Schreiben dieses Livetickers beflügelt meine Arbeit ungemein. Ich überlege ernsthaft, das auch nach dem Ende des NaNoWriMo weiterzuführen. Das nämlich ECHTES “über die Schulter gucken” - der Grund, weshalb ich dieses Autorenblog vor über zwölf Jahren gestartet hatte. Deshalb frage ich euch gleich mal: Wie findet ihr diesen Schreib-Liveticker? Möchtet ihr das gerne öfter lesen?

Das Forum ist fertig!

16:18 Uhr: Holy Moly, ich habe tatsächlich die letzten vier (!) Stunden damit zugebracht, die dösige Datenbank für das Forum zum Laufen zu bringen, von dem ich kürzlich sprach. Nachdem der freudliche Mann vom Support mich auf zwei Fehler aufmerksam gemacht hatte, wollte ich das “mal eben” in Ordnung bringen. Uff. Das war wie anno 1997 / 98, als ich mir html beigebracht hatte und mitunter Stunden und Tage mit der Suche nach fehlenden spitzen Klammern oder Anführungsstrichen verbrachte. Mit dem Unterschied, dass damals ein Säugling, aka Kind 4, an meiner Brust hing ;-) Aber an solchen Daten- und Codefummeleien konnte ich mich schon immer festbeißen.

Nach allem, was ich vom Support an Infos bbekam, dürfte es jetzt eigentlich gar nicht laufen (falscher Pfad eigentlich), aber ich freue mich einfach, dass es endlich klappt. Ich musss ja nicht verstehen, weshalb ;-)

Ich denke auch mal lieber nicht darüber nach, wie viele Wörter ich in den vier Stunden hätte schreiben können (das gesamte NaNo-Pensum für morgen, vermute ich), sondern werde das Forum jetzt noch anpassen, damit es auch genutzt werden kann und ich es nicht wieder auf die lange Bank schiebe.

23:35 Uhr: In einer knappen halben Stunde bricht der zweite NaNoWriMo-Tag an, und ich muss gestehen, dass ich mich heute tatsächlich vorwiegend um die Einrichtung des WRITINGWOMAN FORUMs gekümmert habe. Ich habe mich da jetzt bis zum bitteren Ende durchgebissen, und ihr könnt es jetzt benutzen :-) Leider konnte ich die Farben nicht anpassen und es ist auch noch vollkommen leer (bis auf meine Beiträge), aber das ist ja klar, wenn es bis zu diesem Moment noch niemand kannte. Also kommt zahlreich, registriert euch (Gäste bekommen nicht viel zu sehen) - ich freue mich sehr auf euch! Leser, Kollegen, Neugierige, alle sind herzlich willkommen!

Und ich werde jetzt hier noch brainstormen, damit ich ab 00:00 Uhr schon mal ein bisschen für Tag 2 schreiben kann. Wir sehen uns dann im nächsten Posting - oder im WRITINGWOMAN FORUM

Liebe Grüße

Petra

Alle NaNoWriMo-Liveticker-Einträge:

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06. Nov. 2014
07. Nov. 2014
08./ 09. Nov. 2014
10. Nov. 2014

NaNoWriMo 2014

Heute ist Halloween - das geht inzwischen wieder voll an mir vorbei. Der große Hype bei uns in der Gegend ist so acht bis zehn Jahre her. Aber morgen ist der 1. November. Autoren wissen, was das bedeutet: Es ist der Startschuss zum NaNoWriMo, dem National Novel Writing Month, der alljährlich total unpassend kurz vor Weihnachten stattfindet, wenn man eigentlich keine Zeit hat.

Freitag, 31. Oktober 2014

NaNoWriMo-Teilnehmerin 2014

Ich habe in den letzten Jahren immer am Nationalen Schreibmonat teilgenommen, der eigentlich ein Internationaler ist. Erklärt habe ich das u.a. schon hier, hier und hier, also spare ich mir das Intro heute.

Im letzten Jahr habe ich an einem alten Stoff gearbeitet, in diesem Jahr wird es ähnlich sein, da ich mich ja intensiv um die eKrimiReihe kümmern möchte. Es sei denn, ich enscheide mich noch rasch, das sich anschleichende Projekt in dieser Zeit zu beackern. Das würde eigentlich ganz gut passen, wenngleich ich die Reihe trotzdem parallel bearbeiten will. Und dann wären da noch die Kolumne und der andere Beitrag für mindart, die ich auch in der nächsten Woche abliefern soll, wie ich heute erfuhr. Achja, und ein Radio-/ Fernsehauftritt für die BBC steht auch noch an. Ist mir auch erst seit heute bekannt. Immer schön den November voll machen. Wenn ich noch weiter nachdenke: 2 Jungsgeburtstage und ein paar Tage als Umzugshelferin beim Liebsten in der Schweiz - öh, das wird knapp.

Aber - hey! - auch wenn es, wie immer, nicht ganz regelkonform ist: Das Ziel ist es, 50.000 Wörter zu schreiben. Wie ich die letztlich die aufteile und wo ich sie schreibe ist ja letztlich mein Bier, wa?

Wobei ich langsam bezweifle, dass ich das schaffe, wenn die Tastatur meines neuen Notebooks nicht endlich aufhört, nach ein paar Wörtern immer lustig den Cursor IRGENDWO HIN zu setzen. Mitunter wird versehentlich ein ganzer Abschnitt markiert und überschrieben. Alle paar Sekunden STRG+Z ist auch nicht so der Hit.

Note to self: endlich den Acer-Support anrufen.

Ist jemand von euch auch beim NaNoWrimo dabei? Wer von euch Lust hat, mich zu seinem Writing Buddy zu machen, ich bin writingwoman23

So, zwanzig vor zwei, vielleicht sollte ich mal schlafen gehen. Quarkwickel hab ich schon um den Hals (Halsschmerzen sind wieder da, juchhu), vielleicht werde ich irgendwann mal müde. Kranksein UND Schulferien verlegt den gesamten Tag für alle um Stunden nach hinten. Die Nachbarn freuen sich sicher ;-)

Einen erfolgreichen NaNoWriMo wünscht euch

Petra

P.S.: Das Word-Count-Widget füge ich diesmal hier im Beitrag ein:

Zeitplanung

Da ich unter Druck am besten arbeiten kann, habe ich heute meine Zeitplanung erstellt. Was ich bis Ende des Jahres geschafft haben will und in welchen "Häppchen", hatte ich neulich schon für mich definiert. Da eine Reihe jedoch auch von regelmäßiger Veröffentlichung lebt, habe ich versucht herauszufinden, was realistisch ist.

Montag, 20. Oktober 2014

Zeitplanung eKrimiReihe von Petra A. Bauer

Natürlich werde ich auch dabei noch detaillierter - spätestens wenn ich weiß, wann Lektorat und Grafiker fertig sein können. Und das Lektorat kann ja erst anfangen, wenn Band 1 so weit ist.

Der Plan sieht trotzdem erst einmal vor, Band 1 und 2 im Februar 2015 zu veröffentlichen, Band 3 im Juli und Band 4 im November.

Besagter erster Band wird gerade heftig von mir bearbeitet. Passagen, die mich schon länger genervt haben (v.a. bei Lesungen), fliegen in hohem Bogen raus. Ich stelle Szenen um, verändere die Struktur, stocke das Personal so auf, wie es die neue Form verlangt, und tippe den Rest des Textes ab. Ich könnte die verbleibenden Textpassagen natürlich per Copy & Paste aus dem alten Manuskript einfügen, habe aber festgestellt, dass das neuerliche Tippen dem Text insgesamt gut tut, da ich dabei gleich Holperstellen ausmerze oder alle nochmal anders schreibe, auch wenn ich vorher dachte, ich könne es so lassen.

Wozu der Aufwand?

“Warum schreibt sie dann nicht gleich was völlig Neues?”, höre ich euch fragen. Oder zumindest wäre das wohl meine Frage, wenn ich das in einem anderen Autorenblog lesen würde.

Der Grund sind einige meiner Figuren, die sowohl meinen Lesern als auch mir damals ans Herz gewachsen sind. Weshalb ich den von den Lesern gewünschten zweiten Band nie veröffentlicht habe - obschon er halb fertig geschrieben war - hatte ich schon öfter erzählt. Inzwischen bin ich aus mehreren Gründen davon überzeugt, dass diese Entscheidung auch richtig war.

Trotz allem hatte ich seit damals immer wieder überlegt, eine andere Form der Veröffentlichung zu wählen, da man schlecht mit dem zweiten Teil einer (potenziellen) Reihe zu einem anderen Verlag wechseln kann. Dann kam viel anderes dazwischen, aber jetzt ist der geeignete Zeitpunkt gekommen, um die Ärmel hochzukrempelnn und zu tun, was getan werden muss :-)

Wie findet ihr die Entscheidung, die ersten beiden Bände gleichzeitig zu veröffentlichen - oder zumindest ganz knapp nacheinander? Welche Alternative besser wäre, die Frage stelle ich mir auch noch. Ich tendiere mehr zu “gleichzeitig”. Welche Erfahrungen habt ihr (als Autor oder Leser) damit gemacht?

Liebe Grüße

Petra

 

Grammatik ist Glückssache

Auch in der deutschen Sprache gibt es unregelmäßige Verben. Und die sollte man kennen. Ganz besonders, wenn man Journalist in einem bekannten Musikmagazin ist.

Samstag, 17. Mai 2014

Was ist das Präteritum von

Ich wundere mich über gar nichts mehr. Und ich bin auch nicht sicher, wie viele meiner Leser das Präteritum von “erringen” kennen. Aber eins ist klar: Bei der miesen Honorargestaltung in der deutschen Medienlandschaft, muss sich niemand mehr wundern, wenn Heino erringte anstatt errang.

Ich vermute, dasss der Journalist (der Name steht nicht beim Artikel, nur der Name der Zeitungsredaktion) sehr wohl weiß, wie die richtige Wortform lautet, und ihm mache ich auch keinen Vorwurf. Der Vorwurf geht an die Geiz-ist-geil-Mentalität unserer Gesellschaft, wo Dienstleistungen nich tmehr nach Qualität ausgesucht werden, sondern danach, wer sie am billigsten anbieten kann.

Obendrauf kommt der Druck. Gerade wo durch das Internet alles immer schneller fertig werden muss und jede Meldung online steht, sobald das jeweilige Statement den Mund des Zitierten verlassen hat. Uns allen unterlaufen Fehler. Auch mal peinliche, wie der im Foto - obwohl wir es besser wissen. Aber unter Zeitdruck entdeckt man das nicht. Und die Schlussredaktion hat heute auch keine Zeit mehr, nochmal alles in Ruhe nachzuprüfen.

Aktualität zu Lasten von Quälität kann also nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

 

Familienverhältnisse

Wie schreibe ich ein Buch?In meiner kleinen Serie Wie schreibe ich ein Buch? weiche ich heute von meiner angepeilten Reihenfolge ab und liefere euch einen kleinen Exkurs, der zum Thema "Figuren" gehört. Die richtige Reihenfolge bzw. Struktur all dieser Schreibratgeber-Postings könnt ihr auf der Themenspecial-Hauptseite nachschauen.

Mittwoch, 09. April 2014

Bei meinem Debut vor rund 10 Jahren hatte ich den typischen Anfängerfehler begangen: meine Figuren hatten praktisch keine Vergangenheit und v.a. keine Familie. Das war jetzt für die Story vielleicht erstmal nicht so überaus relevant und es hatte auch keine Priorität, solche Dinge in dem recht beschränkten Platz unterzubringen. Doch nun kommt ein “ABER”:

Fiktiver Stammbaum

Vergangenheit und Familienverhältnisse sind mitunter wichtig, um zu verstehen, weshalb Figuren in bestimmten Situation so handeln, wie sie handeln und nicht anders. Im Prinzip ist es wie im richtigen Leben: Wenn einem der Partner oder die Eltern für sie wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit verschweigen, reagiert man auf bestimmte Verhaltensweisen eher verständnislos. Ihr begreift vielleicht gar nicht, weshalb eure Mutter immer so hysterisch ist, wenn ihr abends im Dunkeln unterwegs seid. Viellleicht ist ihr als Jugendliche nachts etwas passiert, was sie nie erzählt hat. Nur ein Beispiel, aber ihr versteht, worum es geht?

Plausibiliätsprüfung

Das heißt aber nicht, dass ihr lang und breit erklären müsst, was genau im Leben der Protagonisteneltern geschehen ist. Wenn es passt, kann dies natürlich auch Teil der Story sein. Aber ihr müsst es dem Leser nicht unbedingt auf die Nase binden. Wichtig ist, dass IHR ALS AUTOREN um die Vergangenheit und das gesellschaftliche Umfeld eurer Figuren wisst. Damit haucht ihr den Figuren Leben ein. Sie werden für euch plastischer und handeln plausibler. Denn es gibt Dinge, die eure Figuren niemals tun würden. Und die Erklärung dafür liegt häufig jenseits dessen, was die Leser wissen (müssen). Trotzdem ergibt sich ein stimmigeres Bild, als wenn ihr die Ideen nur spontan aus der Luft greift.

Was also letztlich auch für ein dünneres Buch wichtig ist, wiegt umso schwerer, wenn ihr eine Serie plant. Denn Dinge aus der Vergangenheit reichen oft genug so weit in die Zukunft, dass wir selbst nicht ahnen, was sie in unserem eigenen Leben noch anrichten können. Wie viel wichtiger wird es da erst für unsere Figuren! Schließlich sind wir es, die sie von einem Schlamassel in den anderen führen. Wir entscheiden, wer in einer brenzligen Situation cool bleibt und wer unter den Tisch flüchtet. Und nur wir wissen, weshalb das so ist. Also lohnt es sich, sich darüber intensive Gedanken zu machen, auch wenn dies vielleicht nie in Worte gefasst im Manuskript auftauchen wird.

Was ich heute getan habe

Ich hatte schon seit einiger Zeit eine Idee für einen zusätzlichen Handlungsstrang, der die Eltern meiner Hauptfigur betrifft und später in der Reihe eine wichtige Rolle spielen soll. Also habe ich heute über Daten und Verwicklungen nachgedacht und Stammbäume gezeichnet. Dabei stellte sich heraus, dass die Idee zwar im Prinzip gut ist, aber in dieser Konstellation ungeanhte Probleme aufwirft. Entweder würde ich diese im Laufe der Serie kreativ lösen müssen, oder ich stelle die Fakten der Vergangenheit VOR dem Schreiben nochmal um. Zack! Ich kann das! Ich bin die Göttin meiner Figuren, die Schöpferin meiner Geschichte. Was nicht passt, wird passend gemacht. Aber immer so, dass es noch nachvollziehbar bleibt.

Folglich sollte ich also das Ende dieses Handlungsstrangs in Einklang mit der Vergangenheit bringen. Es muss auch nicht das Ende sein, aber ein zukünftiges Etappenziel auf jeden Fall. Trotzdem ist es gut, wenn ihr wisst, was ihr zum Schluss etwa erreichen wollt.

Tools

Ich habe hier schon häufiger Papyrus Autor erwähnt (weil ich es gut finde, nicht, weil ich dafür bezahlt würde - Affiliate-Links o.Ä. werden in meinen Publikationen als solche ausgewiesen) und möchte dabei zwei Features erwähnen, die gerade beim heutigen Thema hilfreich sind:

Da ist zum einen die Timeline bzw. der Zeitstrahl. Ihr könnt dort die Ereignisse eines einzigen Tages oder von mehrern hundert Jahren unterbringen, Zeitspannen optisch verkürzen oder aufweiten. Und das Beste: Die Timeline wird aus euren geschriebenen Kapiteln und Szenen generiert und ihr könnt zwischen Manuskript und Zeitstrahl hin und her springen und sogar erkennen, welche eurer Figuren jeweils beteiligt sind.

Hier gibt es ein sehr gutes Papyrus-Video zum Zeitstrahl.

Ebenfalls äußerst nützlich ist der sog. Geistertext. Damit könnt ihr Informationen in euer Manuskript schreiben, die in der Leserfassung nicht zu sehen sind. Aber ihr wisst, was los ist bzw. war und die Infos werden auch in der Zeitleiste angezeigt. Die Jugend des Opas könnt ihr also in der Chronologie sehen und rasch nachschauen, was da nochmal wichtig war und wer alles eine Rolle spielte. Ich finde das großartig!

Nun werde ich noch weiter am Stammbaum herumgrübeln und das Problem lösen.

Liebe Grüße


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Alle Beiträge zum Themenspecial Wie schreibe ich ein Buch? findet ihr hier.

Grundsätzliches:

Figuren

Handlung entwerfen (Plotten)

 

Erst lesen - dann schreiben!

Wie schreibe ich ein Buch?Wie schreibe ich ein Buch? Als Autorin werde ich das häufig gefragt. Meist im selben Atemzug mit Ich hab dafür aber eigentlich keine Zeit. Bedauerlich. Denn mit dem Schreiben alleine ist es ohnehin nicht getan. Vorher müsst ihr nämlich ganz viel lesen.

Mittwoch, 19. März 2014

Eigentlich ist es ja auch ganz logisch: Wenn man nicht (gerne) liest, kann man auch nicht (vernünftig) schreiben. Schließlich lernen wir bei Lesen unterschiedlichster Bücher von diversen Autoren in verschiedenen Genres viel über Stil, Ausdrucksweise, Spannungsaufbau, etc.

Wenn ich also sage, dass vor dem Schreiben das Lesen steht, meine ich keine Schreibratgeber. Obwohl das auch nicht schaden kann, aber darum soll es heute nicht gehen.

Ebook lesen

Foto: Julien Crist, pixelio.de

Bewusstes Lesen

Ich erinnere mich noch genau, wie ich die Wallander-Romane von Henning Mankell beim Lesen zerpflückt habe. Bzw. zerpflücken WOLLTE. Ich wollte herausfinden, wie er das macht mit der Spannung. Ich las zunächst sehr aufmerksam - und plötzlich hatte ich schon wieder zehn Seiten verschlungen und dabei vor lauter Spannung vergessen, auf die Stilmittel zu achten ;-) Das ging mir auch beim zweiten Lesen so, bis ich schließlich zu Zettel und Stift griff und mir nebenbei Notizen machte.

Ich notierte Redewendungen, ob und wann er uns über gewissen Tatsachen im Unklaren ließ, wie er die Figuren agieren ließ, und so weiter.

Keine Kopien

Damit ihr mich nicht falsch versteht: Das Ziel sollte nicht darin bestehen, einen bestimmten Stil zu kopieren, damit ich am Ende so schreiben konnte, wie Henning Mankell. Und es soll auch nicht euer Ziel sein, den Stil eures Lieblingsautors zu imitieren. Denn ihr braucht euren eigenen Stil. Es ist immer etwas trübe, zu schreiben, wie irgendjemand anders. Ich finde es auch deprimierend, wenn auf einem Buchcover oder auf dem Rückseitentext beispielsweise steht: Für Fans von Simon Beckett. Dann denke ich immer, oh, hat da jemand keinen eigenen Stil entwickelt?

Die Buchanalyse soll euch lediglich helfen zu verstehen. Deshalb ist es sinnvoll, möglichst viele Bücher von unterschiedlichen Autoren zu analysieren. Am besten auch von Genres, in denen ihr gar nicht schreiben wollt. Das hilft dabei, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu begreifen. Ihr lernt dadurch viel über den Umgang mit Sprache, könnt euren aktiven Wortschatz erweitern (ohne Witz, ihr könnt Wörter, die ihr selten benutzt in ein Vokabelheft schreiben, für spätere Verwendung) und viel über die unterschiedlichen Mittel von Plot- und Spannungsaufbau lernen.

“Das kann ich auch von Schreibratgebern lernen!”

Mag sein. Aber auch ein Arzt lernt nicht nur aus Büchern. Er seziert Tote um das ganze direkt am Objekt zu lernen. Das bereits geschriebene Buch ist sozusagen die Leiche für Autoren: wir sezieren es, um daran zu lernen und unsere Fähigkeiten nachhaltig zu verbessern. Unser medizinisches Lehrbuch ist der Schreibratgeber (oder das Themenspecial Wie schreibe ich ein Buch? in writingwomans Autorenblog *g*), der uns die Basics zeigt und anhand dessen wir in den “Leichen” Gefundenes bestimmen können.

Wenn ihr also Bücher zum Zweck des Schreibenlernens aufmerksam lest, schnappt euch Zettel und Papier oder euer favorisiertes Notizprogramm und achtet auf Folgendes:

  • Sprachliche Stilmittel
  • verwendete Wörter (schreibt euch interessante Wörter in ein Vokabelheft)
  • Verhältnis zwischen Fließtext und Dialogen
  • Wie schreibt der Autor Dialoge?
  • Plotaufbau (Wendepunkte, etc.)
  • Spannungsaufbau = wie spielt der Autor mit Wissen und Nichtwissen bei den Figuren und beim Leser
  • Was gefällt euch an dem Text besonders gut
  • Was stört euch am Text? Was würdet ihr besser machen?

Wenn ihr das an mehreren Büchern erprobt (auch an solchen, die man landläufig “schlechte” Bücher nennt, wie immer man das definieren will), habt ihr schon einen sehr guten Eindruck davon, wie das Handwerkszeug von Autoren beschaffen sein muss. Und dann geht es ans Üben. Oder habt ihr noch keinen blassen Schimmer worüber ihr eigentlich schreiben wollt? Dann schaut beim nächsten Mal hier vorbei, wenn es heißt: Worüber soll ich bloß schreiben?

Liebe Grüße

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Alle Beiträge zum Themenspecial Wie schreibe ich ein Buch? findet ihr hier.

Grundsätzliches:

Figuren

Handlung entwerfen (Plotten)

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