Berlin erwacht

Kennt ihr das? Auf einmal ereilt euch im Radio ein Lied, das euch mit Lichtgeschwindigkeit einen Flashback in eure Jugend verpasst, euch dazu bringt, noch länger im Auto sitzen zu bleiben, obwohl ihr eigentlich schon angekommen seid, und euch mit leiser Melancholie zurücklässt? Das ist mir gerade auf dem Weg zurück vom Flughafen passiert. Im Bermuda-Dreieck von radioeins spielten sie Berlin erwacht von Bob Telden.

Montag, 17. März 2014


Das Lied ist 1969 erschienen (ein Cover von “Paris s’enleve”), wurde aber auch später im SFB häufig gespielt. Ich sehe organgefarbene Gardinen, rieche die klare Luft an einem 1. September an meinem Kinderzimmerfenster, liege in meinem Klappbett neben dem schnarrenden Radiowecker um 6:00 Uhr morgens und habe Kopfkino zu den Beschreibungen des Liedes ... Es hat mich immer mit einer heiligen Ehrfurcht vor unserer großartigen Stadt erfasst, und die Flöte im Hintergrund war das Zwitschern der erwachenden Vögel. Und wer kennt eigentlich noch den Begriff “Gogo-Girl”? ;-)

Menschen, die in den letzten Jahren aufgewachsen sind, werden den Effekt vielleicht mit Schwarz zu Blau von Peter Fox haben (“Guten Morgen Berlin, du kannst so hässlich sein, so dreckig und grau”).

Was ist euer Flashback-Song?

Liebe Grüße aus Berlin - immer noch.

Petra
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Notizen aus der Berliner Provinz

Wenn man in Berlin am Stadtrand lebt, befindet man sich, sobald man das Haus verlässt, in einer großen Facepalm-Zone. Es gibt jedenfalls genügend Situationen in denen ich mir gerne mit der Hand gegen die Stirn patschen und den Kopf schütteln möchte. Und gelegentlich tue ich das auch tatsächlich.

Samstag, 01. Februar 2014

Heute war wieder so ein Tag. Morgen Nacht findet der Superbowl statt. K3 und ich werden uns die Nacht um die Ohren schlagen (nebenan bei mama-im-job.de wird es Superbowl-Liveblogging geben!), einen Eimer Spicy Chicken von KFC vernichten und dazu Samuel Adams trinken. So weit der Plan.

Heineken

Das Bier zu bekommen, war in früheren Jahren nie ein Problem. EIne Zeit lang stand es sogar bei Reichelt herum. Diesmal nicht, also fuhren wir zu Getränke Hoffmann, das eigentlich auch immer gut sortiert war (ich gehe da nur schon seit Jahren nicht mehr hin, da wir praktisch nur MIneralwasser trinken und für das bisschen Bier fahre ich nicht extra woanders hin).

Wir suchten den Laden ab. Nix. Also gibt ich zur Kasse und fragte die Kassiererin (deutlichst jenseits der 50, eher älter), wo sie denn das Sam Adams versteckt hätte.

Kassiererin guckt in Zeitlupe, fragt dann: Was?
Ich, schon leicht irritiert: Samuel Adams. Wo?
Kassiererin: Wat soll denn dat sein?
Ich: Moment, Sie arbeiten in einem Laden, wo es massenweise Bier gibt und kennen Samuel Adams nicht? Das gab es doch hier sonst immer
Kassiererin guckt immer noch langsam. Das kenne ich nicht.
Kunde, auch alt, dem Aussehen nach Bier nicht gerade abgeneigt: Det sachtma jaaaanüscht.
Ich: Amerikanisches Bier. Das müssen Sie doch kennen.
Kassiererin und Kunde sind sich einig: Amerikanisches Bier schmeckt doch nicht.
Ich: Das ist doch egal. Morgen ist Superbowl. Außerdem ist Sam Adams nach deutschem Reinheitsgebot gebraut, das schmeckt nicht so plörrig, wie das andere Zeug.
Kassiererin: Nee, also sowat hamwa nich.

Nach kurzer Überlegung beschließen wir 5 Kilometer weiter in die Stadt zu fahren und es bei einem größeren Getränke Hoffmann zu versuchen. Vorher war an dieser Stelle ein sehr gut sortiertes Bierlager, wo es das Sam Adams immer gab. Wir irren durch den Laden und schnell ist klar: Hier ist auch nix. Aber ich wollte nicht aufgeben.
An der Kasse zwei Jungs, etwa Mitte bis Ende 20.

Ich: Hi, es kann doch nicht wirklich sein, dass es bei euch auch kein Sam Adams gibt?
Die Jungs gucken nicht wesentlich schneller als ihre Kollegin im anderen Getränkemarkt.
Der eine: Wer?
Ich, langsam, zum Mitschreiben: Sa-mu-el Adams
Der andere: Is dis n Sekt oder wat?
Ich: Ey, das ist nicht euer Ernst - ihr seid hier umgeben von Bier und kennt Sam Adams nicht? Amerika? Superbowl?
Die Jungs: Amerikanisches Bier? Das schmeckt doch nicht.
Ich: Das ist doch egal. Morgen ist Superbowl, da muss das sein, egal, wie es schmeckt.
Der eine: Ich kenne gar kein Amerikanisches Bier.
Ich: Budweiser? Miller? Gibt es alles auch in der Lightversion und schmeckt dann nur noch nach Wasser.
Der andere: Ja, Bud hab ich schon mal gehört.
Der eine: Das kann ich mir ja bestellen, wenn ich im Hardrock Café den Superbowl gucke. Aber da muss man immer ein Jahr vorher reservieren.

Die Info half nicht wirklich weiter, aber die waren wenigstens nett. Wir griffen dann frustriert zu Heineken, wie ihr euch wohl anhand des Fotos bestimmt schon gedacht habt. Das stammt zwar aus Holland, ist aber bei den Amerikanern trotzdem beliebt. Und sowohl Samuel Adams als auch Heineken haben in jedem Jahr ein Superbowl-Commercial:

 

Das dazu. Vorher bei Reichelt kam übrigens eine alte Dame quer an die Kasse und beklagte sich, dass nirgendwo jemand wäre, der ihr eine Beratung geben könnte. Dabei wedelte sie mit einem Beutel, in dem sich Kartoffeln befanden. Der produzierende Bauer muss sehr schlau gewesen sein, denn die Kartoffeln waren extra klein und es stand “Mikrokartoffeln” auf dem Beutel.

Alte Dame: Kann man diese Mikrokartoffeln auch als normale Kartoffeln benutzen?

Das sind Fragen, die die Welt bewegen. Jedenfalls die Welt am Stadtrand von Berlin.
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re:publica 2013 live -Tag 2

Mein Introtext ist verschwunden . Egal, re:publica-fast-Liveblogging (ich komm gar nicht hinterher), Tag 2

Dienstag, 07. Mai 2013

Tag 2, 7. Mai 2013
((Heute nicht umgekehrt chronologisch,  das fand ich leseunfreundlich gestern, zumindest, wenn man am Schluss alles zusammen lesen möchte. Wenn ihr nach Updates gucken möchtet, müsst ihr heute dann bitte runterscrollen)

11:45 Uhr, endlich in der Station Berlin. Vorher noch Küchenschrämke abgebaut und Handwerkern hinterhertelefoniert. Und wie gestern schon, war niemand zu sehen, obwohl 5.000 Leute hier rumrennen.

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Ich schrub es im letzten Jahr schon: Station Berlin ist das alte Postamt 77 am Gleisdreieck, wo ich als Studentin Pakete sortiert habe. Als re:publica-Location gefällt es mir aber besser ;-)

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Ich fand dann aber doch, nämlich meine Romberg-Mädels von Balkontosen und Cactus Pravtice. Aber bevor ich davon erzähle und das Foto hochlade, und mit wem ich eine angeregte Unterhaltung hatte, muss ich jetzt dringend was futtern! Bis gleich!

So, im stehend in der Futterschlange bloggen geht auch :-)

Also jetzt das versprochene Foto:

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Cactus-Practice, Balkonrosen und Bauerngartenfee (also ich, wer das noch nicht weiß)

Eigentlich bin ich ja nur dort hinauf gegangen, um für euch mal den Hof der Station Berlin von oben zu fotografieren:

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Als ich ankam, hatte ich noch das getwittert:

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Im Hof tauchte sie dann auch noch auf:

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Freundlicherweise hat mir dann Sara Kuttner herself wieder in Erinnerung gebracht, wie “Dings” nochmal heißt:

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———- to be continued, jetzt erstmal live von der Yarnbombing-Session: Wie Internet das Crafting verändert und Crafting das Internet verändert.—-

Für mich, die ich in den 80ern in der Schule, im Hörsaal, stehend an der Bushaltestelle, etc. gestrickt habe, ist es mehr so ein Dėja vu ;-) Und auch mit Yarnbombing / Guerillaknitting habe ich mich schon befasst. Daran sieht man schon, dass “Handarbeiten” zunehmend im öffentlichen Raum stattfindet.

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Foto: Kiki Haas und Daniela Warndorf, Stage 5

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Foto: Daniela Warndorf

Daniela hat im Rahmen des Craftings auch Social Commerce Plattformen wie Etsy, Dawanda, Spreadshirt vorgestellt.

Kiki geht intensiver auf Ravelry ein:

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Ravelry ist eine riesige Crafting-Community, im Grunde ein Facebook für Stricker, Häkler, Näher, etc., hab jetzt keine Lust auf Gendersprech.

Der Handarbeitsmarkt legt jedenfalls stark zu - da gibt es offenbar noch viel zu verdienen. Durch das Internet wird die Nachfrage angeheizt, weil auch immer neue Techniken auftauchen und ggf. spezielles Material erfordern

Bei der Frage, wo über das Crafting berichtet wird, ist interessant, dass die Leute, die 10 bis 20 Jahre stricken, die sind, die in ihren eigenen Blogs darüber berichten. Die Neu-Crafter nutzen eher Facebook, Pinterest, etc

Bei der nächsten Session auf derselben Stage haben die Veranstalter die Beliebtheit unterschätzt: Stage 5 war völlig überfüllt. @karrierebibel Jochen Mai (der sich zum Vorjahr optisch ziemlich verändert hat, by the way, interesting, hat jetzt ne charmante Öko-Optik, und ich komme mir grad vor wie ne Klatschreporterin, haha) und @punktefrau berichteten über Bewerbung 2.0. Kreative Onlinebewerbung halt, die Christine (Nachnamen muss ich gleich nochmal nachgucken) selbst durchexerziert hat:

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Foto:Christine @punktefrau, Jochen Mai @karrierebibel

Sehr viel Info in sehr kurzer Zeit, ich komme kaum hinterher. Das muss ich dann höchst unlive später nochmal zusammenfassen.

TXL forever!

GrafikDer eine oder andere wird schon gemerkt haben, dass ich auf den BER-Flughafen gepflegt pfeife, egal, ob er jemals fertig wird oder nicht. Ich brauche per ÖPNV zwei Stunden dorthin, im Auto immerhin noch eine Stunde. Und das zweimal pro Woche hin und zurück - nein danke.

Freitag, 25. Januar 2013

Zum Flughafen Tegel fahre ich zwölf Minuten, das dezentrale Check-in-System ist einfach genial und ich mag den kleinen Flughafen einfach. Ich bereue es inzwischen, keine Bürgerinitiative für die Offenhaltung von TXL gegründet zu haben, denn auch wenn der BER irgendwann mal für fertig erklärt wird, wird oft genug etwas so schief laufen, dass dringend eine Ausweichmöglichkeit gebraucht werden wird, weil sonst der Berlin-Tourismus massiv leiden wird. Und überhaupt - eine Metropole wie Berlin ohne zusätzlichen City-Flughafen, das geht einfach nicht!

Die BAYER-Pendler aus Wuppertal sagen schon, sie fliegen nicht mehr, wenn sie zum BER müssen, da geht Bahnfahren nämlich insgesamt schneller. Und wer weiß, wer noch alles den Flieger gegen die Bahn tauscht. Die ganze Sache ist im Prinzip mal wieder zur Provinzposse verkommen. Das können wir hier in Berlin ja ganz prima.

Ich wünschte, die ursprünglichen TXL-Pläne wären verwirklicht worden und man hätte das zweite Oktogon errichtet. Dann hätte man das steigende Passagieraufkommen besser im Griff. Und kommt mir nicht wieder mit Fluglärm: Ich bin in der Einflugschneise aufgewachsen. Würde kein Jet mehr über den Kutschi donnern, da würde mir was fehlen.

Reinickendorf lebt von und mit TXL, und ich hoffe inständig, dass der BER nie fertig wird. Zumindest nicht, so lange mein Liebster jeden Montag gen Zürich abflattert und donnerstags wieder in Berlin einschwebt. Das ginge dann nämlich nicht mehr, weil wir montagmorgens immer einen fetten Stau mit einrechnen müssten, womit aus der einen Autostunden dann doch mal locker zwei werden könnten. Und um halb vier aufstehen, wenn man bis mindestens 19:00 Uhr volle Leistung bringen muss, ist auch nicht witzig. Also müssten wir auf die gemeinsame Sonntagnacht verzichten. Hallo??? Und nur, weil jemand nicht kapieren will, dass TXL benötigt wird, auch WENN dieser BER-Unglücksflughafen je eröffnet wird. BER ist sowieso jetzt schon zu klein, wieso also diese Sturheit? Weil die Fluggesellschaften nicht flexibel genug für zwei Standorte sind? Weil jemand irgendwo ganz dick verdient, wenn nur BER offen bleibt?

Ich bin in diesem Fall gerne mal egoistisch, v.a. weil ich weiß, dass wir mit dieser Meinung nicht alleine sind.

Ja, das war mal ein Rant von mir. Und zwar anlässlich dieser wirklich witzigen Parodie Einer Lanz-Sendung, in der Markus Lanz mit Klaus Wowereit spricht. Peter Rütten hat den beiden neue Worte in den Mund gelegt und ich hab mich weggelacht. Natürlich geht es um den BER-Airport. Unbedingt anschauen, wer das Video noch nicht kennt!

Liebe Grüße

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Friederike - Berlin, Tauentzienstraße

Dienstag, 15. Mai 2012

RiekeTauentziehn500

Foto: Petra A. Bauer | Jacke: Primark (London), Schuhe: Intersport Voswinkel

Woher kommst du?
Berlin. Ganz im Norden.

Wo gehst du hin?
Zu Peek & Cloppenburg.

Suchst du was Bestimmtes?
Ich brauche ein Kleid für den Abiball.

Bist du allein unterwegs?
Meine kleine Schwester und meine Mutter sind dabei. Irgendjemand muss das Kleid ja schließlich bezahlen (lacht).

Was macht ihr danach?
Ne Kleinigkeit essen und dann weitershoppen. Schuhe für den Ball brauche ich ja auch noch.

RiekeTauentziehn2_500

“Geh doch endlich an dein Handy!”

dachte ich gestern am Tauentzien, als ein Dudelsack-Klingelton einfach kein Ende nahm. Kurz darauf musste ich an den Vortrag von Felix Schwenzel auf der re:publica denken, der in der Gleichung gipfelte: Virtualität gleich Realität. Auf der Kreuzung stand nämlich ein leibhaftiger Dudelsackspieler.

Mittwoch, 09. Mai 2012

Dudelsack-Män500


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Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

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