Fragen, die erste!

Ihr durftet (und könnt es weiterhin) mir .. In diesem Video habe ich einige beantwortet, u.a. zum Thema: "Wie hast du einen Verlag gefunden?" Da ist sicher die eine oder andere interessante Info für euch dabei.

Freitag, 15. Juli 2011

Ich freue mich, wenn ihr meinen YouTube-Kanal abonniert und die Videos dort kommentiert und bewertet. Ein kleiner Beitrag dafür, dass mir der Spaß am Videos Drehen erhalten bleibt, denn dann weiß ich, dass sie nicht im Nirwana verhallen :-) Ich danke euch - auch fürs Anschauen!

ALBATROS [20101215] - Näheres zur Arbeitsweise

Grafik Mindmapping ist gut, Aufschreibing ist besser ;-)

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Jedenfalls für mich.

Ich habe eine professionelle Mindmapping-Software, die ich auch nutze. Zumindest gelegentlich, wie zu Beginn des ALBATROS-Projekts. Doch ich stelle ja - auch im Büroalltag bei der Ablage von Geschäfts- und Familienkorrespondenz - immer wieder fest, dass ich zu blöd zum Katalogisieren bin. Vermutlich bin ich dafür zu wenig linkshirnig veranlagt ;-) Ich will die Dinge immer in mehrere Kategorien einsortieren, weil ich später garantiert sowieso nach dem falschen Stichwort suche (daher mag ich tags, weil man davon unzählige verschiedene vergeben kann).

Deshalb halte ich mich auch viel zu sehr damit auf, wie ich die einzelnen Zweige der Mindmap benenne und welche Bildchen ich dazusortiere. Die Bilder und Einzelwörter sollen ja beim kreativen Denken helfen. Das leuchtet mir so weit auch ein. Aber wenn anderen Mindmappern ein Wort genügt, dann wirkt diese Beschränkung bei mir eher als Denkbremse, weil ich mich ja auf ein einziges Wort beschränken soll. Und dass ich mich nicht besonders gut entscheiden kann, das hatten wir ja neulich schon irgendwo. Ach nee, das war im Texttreff, aber egal.

Jedenfalls bin ich heute an einer Stelle im Rohmanuskript wieder auf eine offene Frage gestoßen. Derer gibt es natürlich viele, doch diese ist ziemlich wesentlich und hat mit der Vergangenheit meiner Antagonisten zu tun. Ich habe also die Frage genauer formuliert und in weitere Fragen unterteilt. Dann habe ich mir mein Strickzeug geschnappt, weil ich weiß, wenn ich solche Fragen bei einer monotonen Tätigkeit im Hinterkopf behalte, komme ich der Antwort näher.

Was soll ich sagen? Ich hatte kaum das Strickzeug zur Hand genommen und zwei Maschen (!) gestrickt, da kam mir schon die zündende Idee! Ich fing an, alles, was mir dazu einfiel, einfach in das Rohmanuskript zu tippen. Ich habe quasi wieder laut überlegt. Dabei bin ich auf Dinge gestoßen, die ich nochmal recherchieren musste und habe auch die Überlegungen dazu laut gedacht. Das ist für mich so viel wertvoller als ne Mindmap. Die nutze ich eher hinterher, um die Ergebnisse festzuhalten. Beim Denken ist sie für mich hinderlich. Das hätte ich nicht gedacht, aber nun habe ich das auch endlich herausgefunden :-)

Nun schreibe ich schon fast elf Jahre beruflich, aber die Aha-Erlebnisse zu meiner Arbeitsweise hatte ich alle erst in den letzten Wochen. Möglicherweise liegt es daran, dass ich nun auch mal die Zeit habe, mir das von Weitem anzusehen und drüber nachzudenken. So habe ich ja auch gelernt, dass die Wörter-Bolzerei beim NaNoWriMo eigentlich nicht meinem Naturell entspricht. Mein Rohmanuskript, mit allen Überlegungen ist inzwischen auf 87 Seiten und 24.200 Wörter angewachsen, noch nicht ganz die Hälfte dessen, was eigentlich das NaNo-Novemberziel war. Mir wurscht. Es geht kontinuierlich voran, und all den Wust extrahiere ich momentan in ein anderes Dokument (das ich auch für meine Testleserin aufbereite, denn im Rohmanuskript würde sie sich verlaufen *g*). Das sieht dann so aus:

Ich suche im Rohmanuskript nach den Stellen, die ich chronologisch in das “echte” Manuskript einfügen möchte. Wenn ich die Stelle gefunden habe, lese ich sie durch und schaue, wo sie optimierbar ist. Sprachlich überarbeite ich also, und / oder füge nähere Beschreibungen ein, etc. Das macht die Figuren für mich schon wieder plastischer. Denn auch hier gilt: Stures Abarbeiten von Figuren-Fragebögen fällt wieder in das Kategorisierungsproblem und ist nicht Petra-kompatibel. Auch das war mir früher nicht bewusst. Gerne trage ich HINTERHER in die Fragebögen ein, was ich über die Figur erfahren habe. So als Erinnerungszettel, damit nicht aus Versehen die Augenfarbe variiert. Wie die Figur charakterlich ist und wie sie aussieht, muss sie mir während der Story schon selber sagen ;-)

Wenn ich dann mit der Stelle zufrieden bin, kopiere ich sie in das “echte” Manuskript. Dort lese ich sie im Zusammenhang mit den vorherigen Szenen. Dabei fallen mir Dinge ein, die ich ergänzen möchte. Manchmal überarbeite ich es dabei sprachlich erneut. Damit ich nun aber nicht von zwei verschiedenen Versionen im Rohmanuskript und im anderen Mansukript verwirrt werde, gleiche ich die Passage im Rohmanuskript auch wieder an.

Klingt voll umständlich, ist es sicher auch, aber sehr effektiv :-)

Ich bin jedenfalls kein Mensch, der streng nach Lehrbuch arbeiten kann. Und wenn ich ehrlich bin, dann will ich das auch nicht. Ich will keine Schema-F-Plots, wo vorher schon klar ist, dass der Böse um die Ecke gucken muss, bloß weil gerade der erste Plotpoint fällig wäre und ich mich an einen 7-Stufen-Plot klammere, oder das Ganze in 12 Teile oder drei Akte untergliedere. Das kann man am Anfang mal ausprobieren um ein grundsätzliches Gefühl für Dramaturgie zu bekommen. Aber irgendwann müssen die Figuren die Geschichte so erzählen dürfen, wie sie sich zugetragen hat. Und wenn es denn, obwohl ich es mir wirklich gewünscht habe, nicht so funktioniert, dass ich für das ganze große Projekt ein detailliertes Plotgerüst erstellen kann, an dem ich dann “entlangschreibe”, dann ist es eben so und ich muss damit leben. Vielleicht muss ich auch einfach noch viel mehr Hintergrund dazu wissen, aber dann bin ich vermutlich mit der Häfte des ersten Bandes schon fertig ;-)

So what?

ALBATROS [20101208]

Grafik Neues von der ALBATROS-Front!

Mittwoch, 08. Dezember 2010

Nachdem ich mich seit NaNoWriMo-Ende wieder davon befreit habe, einfach nur viele Wörter zu produzieren (obwohl ich jetzt mit 77 Seiten eine schöne Arbeitsgrundlage habe), widme ich mich jetzt mit Wonne der Überarbeitung :-)

Ja, ich weiß, die meisten Autoren hassen das. Ich eigentlich auch. Allerdings schreibe ich normalerweise gleich so, dass ich zufrieden bin. Das bedeutet, ich tippe drauflos, damit erst einmal alles da steht und ich meine Gedanken nicht vergesse. Wenn die Szene / der Gedanke fertig zu Papier gebracht wurde, formuliere ich um, schmücke aus, passe die Stimmung an, etc., je nachdem was der Text von mir verlangt. Erst dann tauche ich gedanklich in die nächste Szene ein.

Im letzten Monat habe ich aber NUR die Gedanken festgehalten. Ich habe nun viele Seiten Roh-Rohfassung, die es wie oben umzuformulieren und auszuschmücken gilt. Dabei versuche ich die Textteile (ich habe nicht alles chronologisch geschrieben), schon möglichst an die richtige Stelle zu bringen.

Mir macht es gerade viel Spaß, weil ich nun die Figuren noch viel besser kennenlerne, tiefer ins Setting eintauche und endlich auch die Sprache bzw. Tonalität des Gesamtmanuskripts festlegen kann. Vorher habe ich den Text mehr aus der Entfernung betrachtet; er war nicht richtig “bei mir”. Jetzt hat sich das geändert und wirkt endlich wie ein homogenes Werk, bei dem man sieht, wohin der Weg gehen soll.

Das hat mich meinem Exposé noch nicht wirklich näher gebracht. Ich habe schon erwähnt, dass dieses Projekt umfangreicher werden wird, als alles, was ich bisher geschrieben habe. Da gebe ich die “Leitlinie” erst aus der Hand, weenn ich mir 100%ig sicher bin, dass ich den Plot so habe, wie ich ihn möchte. Dass ich später mit Sicherheit stellenweise davon abweichen werde, steht auf einem anderen Blatt. Aber die Idee muss ich ruhigen Gewissens als “rund” verkaufen können.

Jetzt erfreue ich mich an der Ordnung, die sich langsam einstellt und das Bild aus dem Nebel deutlich hervortreten lässt. Und wenn ich noch 100 Seiten schreiben muss, bis mir der Plot vollständig klar ist, dann muss ich das eben tun.

Außerdem habe ich kürzlich in eines meiner älteren Bücher hineingelesen und bin wirklich froh, dass ich mich seither deutlich weiterentwickelt habe :-)

ALBATROS [20101202]

Grafik Ich habe einige Zeit nichts mehr über mein neues Buchprojekt geschrieben. Das hat verschiedene Gründe.

Donnerstag, 02. Dezember 2010

Nach dem letzten Eintrag waren wir wieder auf Wohnungssuche in Zürich (und yessss! gestern kam endlich eine Zusage, und jetzt haben wir beide zugegeben, dass es eigentlich die Wohung war, die uns am besten gefallenhatte, wenn sie auch etwas weiter draußen liegt), und danach war ich erstmal völlig raus. Vor lauter Schreck hatte ich sogar den NaNoWriMo vergessen ;-)

Ich habe bis zum NaNo"Schlusspfiff” am 30. dann auch tatsächlich nicht mehr weitergeschrieben, weil auch noch so viel anderes zu erledigen war. Dass ich statt der 50.000 Wörter nur 20.000 geschrieben habe, stört mich aber nicht weiter, denn ich wollte letztlich auch nicht mehr blindwütig irgendwas schreiben, nur um auf das Pensum zu kommen. Mit den 20.000 Wörtern habe ich aber eine klare Linie vorgegeben. Oder besser: Ich weiß jetzt, wie der Hase läuft. Wesentliche Elemente sind da, die es nun zu einem Ganzen zusammenzuknüpfen gilt.

Ich recherchiere weiterhin, so lange, bis ich ausreichend Material beisammen habe um wirklich ein anständiges Exposé sowie eine möglichst genaue Kapielübersicht erstellen zu können. Bei dem Umfang, der mir vorschwebt, kann das noch einen Moment dauern.

Jedenfalls stöbere ich mit Wonne gerade reichlich Sekundärliteratur durch :-)

Was ich an der Recherche liebe. sind die neuen Erkenntnisse und Aha-Erlebnisse, die sie für den Fortgang der Story bedeuten. Schade finde ich dabei, dass ich in dieser Zeit nicht schreiben kann. Wie gerne würde ich bestimmte Figuren schon jetzt zum Leben erwecken, aber der Kontext ist nicht fertig ausgearbeitet. Und so muss ich sie noch eine ganze Weile auf ihren Einsatz warten lassen. Hoffentlich nicht zu lange - sonst entgleiten mir die Bilder, die ich bislang nur mit Notizen festhalte.

Am liebsten würde ich das fertige Buch gerne schon in den Händen halten! Nicht, weil ich die Arbeit daran scheuen würde und sie hinter mir haben wollte, sondern, weil die Arbeit an diesem Buch die aufregendste ist, die ich bisher hatte. Also,  nicht, dass wir uns falsch verstehen! Ich bin keinem Herzkasper nahe, weil ich mich dauernd über meine Texte erschrecken würde *g*, sondern ich spüre, dass es eine gute Geschichte wird, in der die Figuren mit aller Macht ans Licht wollen. Und ich bin sooo neugierig, wie das Ergebnis aussehen wird!

Nun ist es wohl mein Glück, dass Visualisierung eine gute Motivationsmethode ist. Während ich also im Geist das Buch bereits aus dem Belegexemplar-Karton hole (das Cover ist wirklich schön geworden!), schreibe ich auf die Materialisierung dieses Zustandes hin :-)

Und wieder einmal durftet ihr in der Autorin Wirrkopf schauen…

Ein Jahr mit J.K. Rowling

Im Schreibwelt-Forum habe ich gelesen, dass das Porträt der Harry Potter Autorin kürzlich auf arte lief. Da ich es verpasst habe, habe ich ein wenig gegoogelt und den TV-Beitrag in drei Teilen auf youtube gefunden, damit ihr auch etwas davon habt:

Dienstag, 30. November 2010

ALBATROS [20101118]

Grafik In den letzten beiden Tagen hatte ich viel Spaß an der Arbeit mit dem Manuskript.

Donnerstag, 18. November 2010

Ich bin gut vorangekommen (grüne Felder, yeah!) und habe mich in einen Rausch hineingeschrieben und geplottet.

Gestern habe ich morgens noch ziemlich rumgetrödelt und am Nachmittag erst die Kurve gekriegt, aber ich habe den heutigen Tag gut vorbereitet: An den Anfang des Manuskripts (den ich bei MS Word zwangsläufig nach dem Öffnen als Erstes sehe) habe ich mir einen freundlichen Morgengruß geschrieben, an den ich die Arbeitsaufgabe des Tages angehängt habe. So wusste ich am Morgen sofort, dass die beiden Protas in einer Situation stecken werden, in der sie sich näher kennenlernen werden, und wie das in etwa vonstatten geht.

So motiviert habe ich natürlich am Morgen als Erstes genau das NICHT gemacht *g*, sondern von einer anderen Textstelle inspiriert, zum wiederholten Mal notiert, um was es in meiner Geschichte überhaupt geht. Und siehe da - mir sind einige Dinge klar geworden, die ich vorher noch gar nicht wusste. Mir fiel auch einer meiner älteren Arbeitstitel ein (ich erinnere daran, dass der Kern der Geschichte bereits zehn Jahre alt ist), und damit hatte ich plötzlich einen zusätzlichen Aspekt in der Story, der alles komplexer macht.

Ich weiß gar nicht, wie oft ich in diesem Projekttagebuch schon erwähnt habe (und wohl noch erwähnen werde), dass mir Dinge bewusst wurden, Zusamenhänge klarer. Aber vielleicht wird daadurch auch deutlicher, was Schreiben bedeutet, und dass es wirkliche Arbeit ist und kein einmaliger Musenkuss.

Erinnert ihr euch an die Hummeln in meinem Kopf, die da noch vor zwei Tagen nisteten und Arbeiten fast unmöglich machten? Heute war ich dagegen von meiner eigenen Konzenrationsfähigkeit fasziniert. Als dann hier das Leben tobte, habe ich seit langer Zeit sogar mal wieder mit Musik geschrieben. Am besten geht das mit ELANE. The Silver Falls hat schon viele Manuskriptseiten begleitet. Wunderbar arrangierte mystische Musik. Dark Folk, melancholic Folk, wie auch immer. Es passt zwar thematisch nicht ganz zum Genre meines Projekts, beflügelt das Schreiben aber unglaublich. Hach.

Langsam bin ich so weit in der Materie (aktuell: 67 Seiten), dass ich meine Figuren zu verstehen beginne und zwei von ihnen so gut kennengelernt habe, dass ich mir ziemlich sicher bin, welche Handlungen ihrem Naturell entsprächen und welche nicht. Ich freu emich schon auf die anderen, die bislang keine große Rolle spielen oder noch gar nicht aufgetaucht sind. Ich weiß aber schon, dass es sie gibt :-)

Ich hoffe, wenn ich mal wieder wie vernagelt am Rechner sitze, erinnere ich mich an diese Tage, in denen Schreiben einfach nur unglaublich viel Spaß macht!


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