Klare Entscheidungen treffen!

Wie schreibe ich ein Buch? In meinem Themenspecial Wie schreibe ich ein Buch?, geht es heute um einen Aspekt des Plottens. Es klingt wie eine Binsenweisheit, aber wenn ihr euch die Handlung ausdenkt, müsst ihr irgendwann Nägel mit Köpfen machen, wohin die Story denn nun gehen soll.

Dienstag, 23. Februar 2016

Manchmal trifft mich die Erkenntnis, weshalb etwas nicht funktioniert hat, plötzlich und unerwartet, wie ein Schlag mit der Keule. Da ich euch diese Beulen gerne ersparen möchte, lasse ich euch an meinen Fehlern teilhaben, auf dass ihr daraus lernen könnt.

Die Autorin Petra A. Bauer mit Bad Hair Day bei der Arbeit: Entscheidungen treffen!

Die Autorin Petra A. Bauer mit Bad Hair Day bei der Arbeit: Entscheidungen treffen! Foto: Julia Bauer

Meine neueste Erkenntnis betrifft die Sache mit den Entscheidungen. Mein letztes Exposé kam einfach nicht zustande, weil ich offenbar selber nicht so genau wusste, wo die Story hin sollte. Während des Schreibens am Manuskript besteht meine Arbeitsweise aus einer Mischung aus Plotten und Schreiben. Ich entwerfe einen Teil der Handlung und schreibe so am Rohmanuskript, dass der Plot quasi ein Stückchen vorneweg flattert.

Rohmanuskript bedeutet bei mir, dass auch alle Anmerkungen mit einfließen, die ich während des Schreibens habe. Und im erwähnten Fall kamen verdammt oft Sätze vor, wie “Vielleicht könnte XY mit AB durch den Park gehen und sie werden dort überfallen?” Oder: “XY könnte zu AB gehen und dort von 123 erfahren. Oder soll es ihr doch lieber MN sagen? Bei welcher Gelegenheit?”

Damals habe ich mir eingeredet, dass ich nur Ideen aufschrieb, wie es weitergehen könnte. Aber mit den vielen Vielleichts und könnte, hätte, würde bin ich letztlich nicht vorangekommen. Weil ich mich nicht getraut habe, mich für einen Weg zu entscheiden. Zum Teil, weil ich dachte, dass etwas vielleicht nicht funktionieren könnte und ich mir Möglichkeiten offen lassen wollte. Denn eine Entscheidung für etwas bedeutet auch gleichzeitig eine Entscheidung gegen alles andere. Story of my life ...

Wichtig: die innere Logik

Falls ihr keinen historischen Roman schreibt, wo ihr euch an klare Fakten halten solltet, schafft ihr die Fakten selbst (und selbst beim historischen Roman müsst ihr ja auswählen WELCHE Fakten ihr verwenden möchtet). Wir Autoren sind die Schöpfer unserer Geschichten. Wir entscheiden, was passiert und wie die Umstände sind. Im Prinzip ist es völlig egal, für welche Variante wir uns entscheiden, so lange die Geschichte am Ende plausibel ist.

Die Story muss in sich stimmig sein. Die Entscheidungen, die wir treffen, legen den Grundstein für das, was weiterhin passiert. Und wenn zu viele Vielleichts darin vorkommen, wie sollen wir dann wissen wie sich die Handlung denn nun wirklich weiter entwickelt?

Was nicht passt, wird passend gemacht

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir etwas, was wir einmal festgelegt haben, später nicht mehr rückgängig machen können. Wenn sich im Laufe der Zeit heraussstellt, dass etwas der Logik der Geschichte abträglich ist, könnt ihr es natürlich anpasssen. Wichtig ist nur, dasss ich euch zunächst für eine Variante entscheidet. Dann könnt ihr nämlich auch einfach den Rest passend machen. Weltenbauer können vermutlich ein Lied davon singen, denn dabei kommt es noch mehr auf die innere Logik an, v.a. wenn auch noch physikalische Phänomene auftauchen, die in unserer Welt so nicht vorkommen.

Bei den meisten von uns wird es allerdings nicht so kompliziert werden. Ein einfaches Beispiel: Einer meiner Protagonisten soll ein Japaner sein. Dieser hat nun eine Eigenschaft, die in Japan eigentlich nicht üblich ist. Schon habe ich mich durch meinen nervigen Zweifler aus dem Konzept bringen lasssen und überlegt, ob er nicht auch Chinese sein könnnte, was dazu besser passen würde. Dann wurde mir klar, dass ich das nicht wollte. Ich hatte mich für Japan entschieden und hatte Gründe dafür. Also muss ich in der Geschichte einen plausiblen Grund (er-)finden, weshalb dieser Japaner eine Eigenschaft besitzt, die man normalerweise in China erwarten würde. Und dadurch wird die Story doch auch gleich wieder facettenreicher.

Die eigenen Zweifel nicht auf die Leser übertragen

Wenn schon das Plotten ohne richtige Entscheidungen schwierig ist, solltet ihr diesen Fehler im Manuskript nicht auch noch machen. Ich habe doch tatsächlich neulich den blöden Satz geschrieben: “Sie überlegte, ob ihm dieses Unternehmen gehörte oder ob er nur ein professioneller Visitenkartenverteiler war, falls es sowas überhaupt gab.”

Falls es sowas überhaupt gab! Wenn es meine Geschichte ist, dann gibt es sowas! Wenn es Phantastik ist, gibt es das sowieso. Und wenn es keine Phantastik ist, dann wird es trotzdem selbstverständlich, wenn wir als Autoren selbstverständlich damit umgehen.

Mir ist dieser Teilsatz schon beim Schreiben aufgestoßen. Ich wusste, es gibt diese Leute, die für ein paarMarkfuffzich diese “Wir kaufen dein Auto”-Kärtchen in die Seitenscheiben von Autos stecken. Aber eigentlich läuft sonst ja niemand herum und verteilt Visitenkarten an Leute. Das wären dann eher Flyer. Aber es ist egal. In der Zeit, in der Welt, an dem Ort wo meine Story spielt, GIBT es offenbar professionelle Visitenkartenverteiler. Darauf musss ich auch nicht näher eingehen. Aber ich darf auch nicht meine eigenen Zweifel an die Leser weitergeben. Das ist unprofessionell und schmälert das Lesevergnügen. Wer möchte schon eine Geschichte lesen, in der der Autor selber nicht weiß, was er will?

Also noch einmal: Entscheidet euch für eine Möglichkeit und arbeitet damit. Zusätzliche Erkenntnisse könnt ihr später noch einbauen und die Variante ggf. anpassen. Aber der Weg sollte keiner mit mehreren Abzweigungen sein, weil ihr euch sonst gleich am Anfang verlauft.

Liebe Grüße

Petra

Alle Beiträge zum Themenspecial Wie schreibe ich ein Buch? findet ihr hier.

Grundsätzliches:

Figuren

Handlung entwerfen (Plotten)

Leipziger Autorenrunde auf der Leipziger Buchmesse 2015

Auf der Frankfurter Buchmesse war ich länger nicht mehr, u.a. weil diese häufig mit den Herbstferien zusammenfällt und wir dann mit der Familie unterwegs sind. Aber Leipzig, das ist eine Stunde 45 mit dem Auto entfernt und deshalb bin ich eigentlich in jedem Jahr dort - oft auch mit dem einen oder anderen Kind. Aber diesmal war die Familie im Olympiastadion (wo ich eigentlich auch sein wollte, Hertha gegen Schalke) und ich habe am Messesamstag an der Leipziger Autorenrunde teilgenommen. Twitter Hashtag: #lar15

Sonntag, 15. März 2015

Glashalle bei der Leipziger Buchmesse 2015. Foto: Petra A Bauer

Glashalle bei der Leipziger Buchmesse 2015. Foto: Petra A Bauer

Bei der Autorenrunde gibt es unzählige Tische mit Referenten zu unterschiedlichen Themen und interessierte Autoren, die sich auf die Tische verteilen.

Ich habe mich als erstes an den Tisch von Emily Bold gesetzt, die über ihren Weg zum Thema Selfpublishing berichtet hat. Sie hatte pinkfarbene Kugelschreiber und ebensolche Labellos als Giveaway mitgebracht, weil sie ganz richtig festgestellt hat, dass Messeflyer mit all den anderen Messeflyern ungelesen im Altpapier landen.

Außerdem verriet Emily: “Ich bevorzuge beim Schreiben die Missionarsstellung!” Das bedeutet: Sie schreibt in Word und benutzt Papyrus Author nur zum Überarbeiten.

Beim Tischgespräch mit Emily Bold. Foto: Petra A. Bauer.

Beim Tischgespräch mit Emily Bold. Foto: Petra A. Bauer.

Während Matthias Matting von der Selfpublisherbibel an meinem zweiten Tisch über Neuigkeiten im Bereich des Selfpublishing sprach, habe ich meinen Selfie-Stick ausgepackt und einen Teil der Autorenrunde von oben fotografiert.

Ich habe mich gefreut, endlich auch Wibke Ladwig live und in Farbe kennenzulernen, die ich als @sinnundverstand schon lange verfolge. Ihr Thema war Show, don’t tell - Storytelling in Social Media Weil man als Autor ja nicht auf Facebook als allererstes mitteilt, dass man ein Buch geschrieben hat und das jetzt alles sofort kaufen müssen ;-)

Tischgespräch mit Wibke Ladwig. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Tischgespräch mit Wibke Ladwig. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Die nächste Tischrunde habe ich ausgelassen und mich stattdessen in die Hölle der vollen Gänge auf der Messe gestürzt. Ich weiß schon, weshalb ich sonst nie samstags zur Messe fahre ...

Übervolle Leipziger Buchmesse 2015. Foto: Petra A. Bauer

Übervolle Leipziger Buchmesse 2015. Foto: Petra A. Bauer

Ich wäre beinahe zu spät zur 15:00-Uhr-Runde gekommen, weil einfach kein Durchkommen war. Ich bin für Schnelläuferspuren ;-)

Ich habe mich auch sehr gefreut, Zoe Beck zu treffen, weil wir es in Berlin irgendwie nie hinkriegen, uns mal zu sehen. Sie sprach über die Position von Autoren in Verlagen und wie man diese verbessern kann.

Zoe Beck über die Position von Autoren innerhalb ihres Verlags. Foto: Petra A. Bauer 2015

Zoe Beck über die Position von Autoren innerhalb ihres Verlags. Foto: Petra A. Bauer 2015

Die letzte Runde bestritt meine DeLiA-Kollegin Britta Sabbag. Es ging um mein Lieblingsthema: “Warum Prokrastination für Autoren wichtig sein kann”. Nun weiß ich, dass Britta im Schlafanzug schreibt und dass sie einen geschwätzigen Briefträger hat, der ihr verriet, dass Eckhard von Hirschhausen ihm auch immer im Schlafanzug die Tür öffnet :-D

Es waren noch viele Kollegen dort, die ich zumindest dem Namen nach kannte. Mit einigen habe ich auch kurz geplauscht, bei manchen habe ich jetzt erst gesehen, dass sie auch dort waren. Ich kenne die genaue Teilnehmerzahl nicht, aber ich sage mal: sehr viele ;-)

Hauptorganisator war wieder Leander Wattig, der Initiator von Ich mach was mit Büchern und zig anderen tollen Projekten. Das Catering-Team hatte ein Herz für Biertrinker und so stießen Leander und ich auf eine gelungene Veranstaltung mit dem passenden Getränk an ;-) Nach so vielen Stunden konzentrierten Zuhörens war das echt prima :-)

Leander Wattig und Petra A. Bauer. Ich habe leider vergessen, nach dem Namen der Fotografin zu fragen. Danke!

Leander Wattig und Petra A. Bauer. Ich habe leider vergessen, nach dem Namen der Fotografin zu fragen. Danke!

Es war sehr inspirierend und motivierend und ich komme gerne im nächsten Jahr wieder. Seid ihr dann auch dabei? Oder wart ihr dort und wir haben uns nicht gesehen?

Liebe Grüße

Petra

Roh-Manuskript Stand 20. März 2015:


18 Normseiten, 4.719 Zeichen

Autorenstammtisch #17

Mela Eckenfels hatte 2013 (oder schon 2012?) den Autorenstammtisch ins Leben gerufen. Ich war anfangs dabei, schrieb aber dann so wenig und hab es auch öfter verplant. Dann gab es eine längere Stammtisch-Pause, aber eben haben wir uns in sehr kleiner Besetzung (Mela und ich), immerhin zum 17. Stammtisch getroffe. Themen: "Was bringt uns der NaNoWriMo noch?" und Selfpublishing.

Montag, 12. Januar 2015

Die Technik war übrigens lustig: In den ersten rd. 10 Minuten ist Mela zu sehen, die restliche Zeit dann ich. Die jeweils andere ist dann nur als Hörspiel dabei ;-)

Viel Spaß und wir freuen uns über Kommentare!

Liebe Grüße

Petra

Praktischer Wordtracker für Autoren

Bei Mela hatte ich im letzten Jahr den Tooltipp für einen Wortzähler gefunden, bei dem man seine täglichen und monatlichen Schreibziele festlegen und den Fortschritt ablesen konnte. Eine tolle Motivation, v.a. außerhalb des NaNoWriMo. Svenja, die diese Excel-Sheets erstellt, hat nun auch den Wordtracker für 2015 zum freien Download auf ihrer Homepage. Kann ich nur empfehlen!

Mittwoch, 07. Januar 2015

Screenshot Wordtracker 2015

Meine ersten Einträge für dieses Jahr lauten noch NULL. Ich habe nämlich erst heute meinen ersten Arbeitstag. Oder so was Ähnliches. Ich finde in dieses Arbeitsjahr nur sehr langsam hinein. Unter anderem, weil wir über den Jahreswechsel bei Freunden in Norddeutschland waren und ich von dort aus am Montag ich meinen Liebsten bei seiner neuen Arbeitsstelle in der Nähe von Hamburg abgesetzt habe. Gestern habe ich noch im Haus rumgeräumt (bin längst nicht fertig), und heute versuche ich mich mit der Planung für 2015 zu beschäftigen.

Falls ihr das reichlich spät findet - ich hatte ja 2014 schon einen groben Zeitplan für die eKrimiSerie erstellt. Den halte ich mittlerweile für überarbeitungsbedürftig und außerdem hadere ich - wie immer - mit meinen unterschiedlichen Kreativ-Zweigen. Und suche nach einer Methode, mit der ich es schaffe, an meinen vollkommen unterschiedlichen Projekten so zu arbeiten, dass alles möglichst gleichmäßig verteilt zu seinem Recht kommt. Einen Bereich hatte ich 2014 nämlich ganz vernachlässigt, was mich im Nachhinein sehr ärgert. Leider lässt sich mein Fokus auf den jeweiligen Bereich nicht so einfach an- und ausknipsen. Wenn ich einen Plan machen würde, á la: Am Montag Projekt A, DIenstag Projekt B, Mitttwoch Projekt C, etc. dann könnt ihr Gift drauf nehmen, dass ich am Dienstag lieber Projekt D bearbeiten würde. ADS ist nicht unbedingt hilfreich, wenn man vielfältige Interessen hat.

Und wenn dann noch Urlaub ist, dann geht das Gedankenkarussell erst richtig los, weil mein unterbeschäftigtes Hirn dann die Lücken füllen muss. So auch diesmal wieder. Lassen wir uns also gemeinsam überraschen, was ich in diesem Jahr ausbrüten werde ;-)

Um das Schreiben endlich weniger holprig zu gestalten, habe ich noch im letzten Jahr eine kabellose Tastatur / Maus fürs Notebook gekauft, und nun kann ich endlich tippen, ohne ständig versehentlich Text zu löschen. Das war ja doch ziemlich nervig.

Ich wünsche euch allen ein fantastisches (Schreib-) Jahr 2015!

Alles Gute -

Petra

Blick zurück (und noch mehr Erkenntnisse)

Oh. My. Gosh. Interessehalber habe ich mal ein uraltes Manuskript hervorgekramt. Genauer: Das erste Manuskript, das ich je zu Ende geschrieben habe. Glaubt mir, ihr wollt das nicht lesen. Click here for English version

Samstag, 06. Dezember 2014

Das allererste Manuskript, das ich je fertig geschrieben habe. Screenshot: Petra A. Bauer

Das allererste Manuskript, das ich je fertig geschrieben habe. Screenshot: Petra A. Bauer

Das Manuskript ist 2004 / 2005 entstanden, und ich hatte vorher schon einiges geschrieben. Meine virtuelle Schublade war voll mit 70-Seiten-Buchanfängen. Ich fand, es war an der Zeit, auch mal etwas zu Ende zu schreiben. Dabei sollte mir ein Jugendbuchwettbewerb helfen. Ich nahm letztlich nicht daran teil (war wohl auch besser so *g*), da ich die Deadline aus diversen Gründen nicht halten konnte. Aber irgendwann bin ich fertig geworden - einfach, weil ich mir beweisen wollte, dass ich in der Lage bin, ein ganzes Buch bis zum Ende zu schreiben. Es sind 163 Seiten geworden. Und, wie ich mittlerweile fürchte, 163 Seiten gähnende Langeweile.

Ich bin eben über die ersten beiden Seiten nicht hinaus gekommen, weil ich beinahe eingeschlafen wäre. Es passiert im Grunde nix. Einen Schmunzler hab ich mir abgerungen und das war es. Hab ein paar Seiten weiter gescrollt, da fiel mir zumindest grob wieder ein, worum es ungefähr ging. Also die Handlung. Das Oberthema weiß ich noch genau: Hochbegabung bei Jugendlichen Ich fürchte, ich wollte missionieren ... Nach so langer Zeiit ist es, als würde ich das Manuskript von jemand anderem lesen.

So im Nachhinein ist es mir peinlich, dass ich den Kram einer Agentur angeboten hatte. Aber vor rd. 10 Jahren hatte ich eben noch nicht so viel Schreiberfahrung. Und ich hatte auch beim Lesen anderer Autoren nicht auf die Stilmittel geachtet. Verwunderlich hingegen, dass die Agentin dieses MS zwar nicht wollte (sie hatte Argumente genannnt, die ich heute als vorgeschoben betrachte, vermutlich, weil sie nicht sagen wollte, dass sie auch beinahe eingeschlafen wäre), mich jedoch ermutigte, ihr weitere Sachen zu schicken. Was ich nicht tat, weil ich danach fünf Jahre lang ausgelastet war, was Buchverträge anging. So etwas Einschläferndes habe ich aber nicht mehr geschrieben ;-)

Es ist noch kein Meisterautor vom Himmel gefallen

Schreiben ist ein ewiger Lernprozess. Nur durch Schreiben, schreiben, schreiben und ganz viel lesen kann man besser werden. Wenn ich heute Bücher lese, die ich nicht so hundertpozentig toll finde, dann überlege ich mir, woran das liegen könnte. Und gewinne weitere Erkenntnisse, um mein eigenes Schreiben zu verbessern. Aber dass es damals SO schlimm war, das hätte ich nicht gedacht. Und ich bin mit Sicherheit davon ausgegangen, dass es toll war, was ich schrieb ;-)

Etwas, was sich Schreibanfänger vielleicht hinter die Ohren schreiben sollten. Der Text ist lange nicht so geil, wie du denkst. Und auch den großartigen “Debut"romanen sind viele hunderttauend Zeichen mittelmäßiger bis schlechter Schreiberei vorangegangen. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, aber wieviele Sechser im Lotto gibt es schon?

Ich wünsche auch allen einen schönen Nikolaustag! Ich hoffe, ihr hattet was Hübsches im Stiefel.

Alles Liebe

Petra

Flashback: My first script of a book

Oh. My. Gosh.
Today I found the first script of a book. I’ve ever completed. Believe me - you wouldn’t want to read it.

I wrote it between 2004 and 2005. I’ve written a lot before, but never completed anything. Mit virtual drawer was full of 70-page-beginnings. This was not satisfying and I decided to change that. I wanted to prove myself that I’m able to finish a book. I wrote 163 pages. 163 pages of deadly boredom, I guess. I can’t tell exactly, for I nearly fell asleep after 2 Pages.

Nothing happens. I smiled once. I randomly read another page and remembered what the story was about: Gifted children. I obviously wanted to evangelize potential readers. After such a long time it was like reading the script of another person.

Meanwhile I published 15 books. Less boring ;-) Learning to write is a lifelong process. The secret behind being a good - or even an excellent - author is writing, writing, writing and reading, reading, reading. Also reading “bad” books. I often think about why I don’t like a certain book and analize it. So I can improve my own writinng.

I’m kinda shocked that this early fiction novel was THAT bad. And I’m sure, in 2005 I was convinced that I’ve written a really great story ;-)

If you’re an beginner in writing you should be aware of the fact, that your story isn’t as awesome as you think. And all these successful “debutants” have written several 100,000 characters of mediocre or bad texts. Exeptions confirm the rule, but how many lottery winners do you know?

 

Familienverhältnisse

Wie schreibe ich ein Buch?In meiner kleinen Serie Wie schreibe ich ein Buch? weiche ich heute von meiner angepeilten Reihenfolge ab und liefere euch einen kleinen Exkurs, der zum Thema "Figuren" gehört. Die richtige Reihenfolge bzw. Struktur all dieser Schreibratgeber-Postings könnt ihr auf der Themenspecial-Hauptseite nachschauen.

Mittwoch, 09. April 2014

Bei meinem Debut vor rund 10 Jahren hatte ich den typischen Anfängerfehler begangen: meine Figuren hatten praktisch keine Vergangenheit und v.a. keine Familie. Das war jetzt für die Story vielleicht erstmal nicht so überaus relevant und es hatte auch keine Priorität, solche Dinge in dem recht beschränkten Platz unterzubringen. Doch nun kommt ein “ABER”:

Fiktiver Stammbaum

Vergangenheit und Familienverhältnisse sind mitunter wichtig, um zu verstehen, weshalb Figuren in bestimmten Situation so handeln, wie sie handeln und nicht anders. Im Prinzip ist es wie im richtigen Leben: Wenn einem der Partner oder die Eltern für sie wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit verschweigen, reagiert man auf bestimmte Verhaltensweisen eher verständnislos. Ihr begreift vielleicht gar nicht, weshalb eure Mutter immer so hysterisch ist, wenn ihr abends im Dunkeln unterwegs seid. Viellleicht ist ihr als Jugendliche nachts etwas passiert, was sie nie erzählt hat. Nur ein Beispiel, aber ihr versteht, worum es geht?

Plausibiliätsprüfung

Das heißt aber nicht, dass ihr lang und breit erklären müsst, was genau im Leben der Protagonisteneltern geschehen ist. Wenn es passt, kann dies natürlich auch Teil der Story sein. Aber ihr müsst es dem Leser nicht unbedingt auf die Nase binden. Wichtig ist, dass IHR ALS AUTOREN um die Vergangenheit und das gesellschaftliche Umfeld eurer Figuren wisst. Damit haucht ihr den Figuren Leben ein. Sie werden für euch plastischer und handeln plausibler. Denn es gibt Dinge, die eure Figuren niemals tun würden. Und die Erklärung dafür liegt häufig jenseits dessen, was die Leser wissen (müssen). Trotzdem ergibt sich ein stimmigeres Bild, als wenn ihr die Ideen nur spontan aus der Luft greift.

Was also letztlich auch für ein dünneres Buch wichtig ist, wiegt umso schwerer, wenn ihr eine Serie plant. Denn Dinge aus der Vergangenheit reichen oft genug so weit in die Zukunft, dass wir selbst nicht ahnen, was sie in unserem eigenen Leben noch anrichten können. Wie viel wichtiger wird es da erst für unsere Figuren! Schließlich sind wir es, die sie von einem Schlamassel in den anderen führen. Wir entscheiden, wer in einer brenzligen Situation cool bleibt und wer unter den Tisch flüchtet. Und nur wir wissen, weshalb das so ist. Also lohnt es sich, sich darüber intensive Gedanken zu machen, auch wenn dies vielleicht nie in Worte gefasst im Manuskript auftauchen wird.

Was ich heute getan habe

Ich hatte schon seit einiger Zeit eine Idee für einen zusätzlichen Handlungsstrang, der die Eltern meiner Hauptfigur betrifft und später in der Reihe eine wichtige Rolle spielen soll. Also habe ich heute über Daten und Verwicklungen nachgedacht und Stammbäume gezeichnet. Dabei stellte sich heraus, dass die Idee zwar im Prinzip gut ist, aber in dieser Konstellation ungeanhte Probleme aufwirft. Entweder würde ich diese im Laufe der Serie kreativ lösen müssen, oder ich stelle die Fakten der Vergangenheit VOR dem Schreiben nochmal um. Zack! Ich kann das! Ich bin die Göttin meiner Figuren, die Schöpferin meiner Geschichte. Was nicht passt, wird passend gemacht. Aber immer so, dass es noch nachvollziehbar bleibt.

Folglich sollte ich also das Ende dieses Handlungsstrangs in Einklang mit der Vergangenheit bringen. Es muss auch nicht das Ende sein, aber ein zukünftiges Etappenziel auf jeden Fall. Trotzdem ist es gut, wenn ihr wisst, was ihr zum Schluss etwa erreichen wollt.

Tools

Ich habe hier schon häufiger Papyrus Autor erwähnt (weil ich es gut finde, nicht, weil ich dafür bezahlt würde - Affiliate-Links o.Ä. werden in meinen Publikationen als solche ausgewiesen) und möchte dabei zwei Features erwähnen, die gerade beim heutigen Thema hilfreich sind:

Da ist zum einen die Timeline bzw. der Zeitstrahl. Ihr könnt dort die Ereignisse eines einzigen Tages oder von mehrern hundert Jahren unterbringen, Zeitspannen optisch verkürzen oder aufweiten. Und das Beste: Die Timeline wird aus euren geschriebenen Kapiteln und Szenen generiert und ihr könnt zwischen Manuskript und Zeitstrahl hin und her springen und sogar erkennen, welche eurer Figuren jeweils beteiligt sind.

Hier gibt es ein sehr gutes Papyrus-Video zum Zeitstrahl.

Ebenfalls äußerst nützlich ist der sog. Geistertext. Damit könnt ihr Informationen in euer Manuskript schreiben, die in der Leserfassung nicht zu sehen sind. Aber ihr wisst, was los ist bzw. war und die Infos werden auch in der Zeitleiste angezeigt. Die Jugend des Opas könnt ihr also in der Chronologie sehen und rasch nachschauen, was da nochmal wichtig war und wer alles eine Rolle spielte. Ich finde das großartig!

Nun werde ich noch weiter am Stammbaum herumgrübeln und das Problem lösen.

Liebe Grüße


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Alle Beiträge zum Themenspecial Wie schreibe ich ein Buch? findet ihr hier.

Grundsätzliches:

Figuren

Handlung entwerfen (Plotten)

 


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