Entschleunigung und Komasaufen

GrafikGut, dass der Iron Buchblogger-Bot mich immer dran erinnert, wenn ich in der Woche noch nix gebloggt habe. Diesmal allerdings unnötig, denn ich hätte heute sowieso. Gebloggt also. Es gibt so Tage. Da denkt man, ach, wieso nicht das tun, wovon sowieso alle immer denken das ein Blog das ist: ein Tagebuch nämlich. Stimmt zwar nicht generell, kann man aber machen.

Samstag, 19. Oktober 2013

Heute Morgen klopfte dann also mal wieder ein Rezensionsexemplar an. Also der Postbote, mit dem Buch. Genaugenommen hat er geklingelt, aber so ist das mit Wortspielen, die klappen mal und mal überhaupt nicht. Fakt ist jedenfalls, dass ich damit zwei weitere Buchrezis fürs Lifestyleblog drüben habe. Haben werde. Eine Frage habe ich dann aber noch: Wieso wird in den kleinen, braunen Päckchen nicht immer auch gleich die passende Zeit zum Lesen und Rezensieren dazugeliefert? Das würde die Sache vereinfachen. Und vor allem beschleunigen.

Apropos beschleunigen:

Ich feile an Texten und Musik für einen Song. Das würde ich auch gerne beschleunigen. Entschleunigung kann ja jeder. Da muss man sich einfach nur in eine Ecke setzen und warten, bis viel Zeit vergangen ist. Aber bis zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Song fertig haben, hallo, das ist mal ne Herausforderung. Vor allem, wo ich mich gestern klampfend und singend ernsthaft fragte, weshalb das immer alles nach 70er-Jahre-Protestsong klingt, was am Ende bei meinen Versuchen herauskommt, auch wenn ich gegen nix protestiere. Ich habe inzwischen so meine Vermutungen. Ist nämlich alles sehr horizonterweiternd, Liedanalysen* und so. Nur eben nicht gerade sehr beschleunigend.

*Wieso klingt das bei Band XY so, und bei mir scheiße? Welche Stilmittel benutzen die? Wie machen andere Bands das?

Es hilft auch nicht, wenn man beim Song-Rumprobieren auf dem Fußboden hocken muss. Früher war das vielleicht kreativitätsfördernd, von wegen “arme, geschundene Künstlerseele” und so, aber so richtig zwanzig bin ich ja nicht mehr und meine Knochen nehmen mir das durchaus übel. Dafür haben wir aber jetzt Bescheid bekommen, dass unsere Wohnzimmermöbel sich immerhin nach zweieinhalb Monaten dazu herabgelassen haben, sich von Italien nach München zu begeben. Und nur eine Woche später, sollen sie dann auch schon hier sein. Die haben das echt drauf mit der Entschleunigung. Davon könnte man sich glatt ne Scheibe abschneiden. Wenn man es nicht eilig hätte und mit der Gitarre gern bequem sitzen würde.

Gib Glas, ich will Spaß!

Heute Morgen stand ich dann im Wohnzimmer an der Stelle, an der ich ab der nächsten Woche nicht mehr stehen können werde, weil da dann unser entschleunigtes Sofa stehen wird, so es nicht noch einen Gang zurückschaltet. Ich stand also da und guckte aufs Fensterbrett, von dem der Philo mir mithilfe dreier brauner Blätter mitzuteilen versuchte, dass er gerne ein Glas Wasser hätte. Also, er schrie “Wasser!”. Das mit dem Glas, war dann meine Idee, weil das Badezimmer mit der Gießkanne drin gerade besetzt war. In der Küche stand ein Glas, das gestern noch Barolo beherbergt hatte. Der letzte Tropfen hatte sich am Glasboden kristallin verfestigt. Das brachte mich zu der großen Frage, ob ein Tropfen Wein im Gießwasser den Philo nicht glücklich machen würde. Glücklicher, als wenn er uns immer nur beim Weintrinken zusehen muss. Ich meine:

Hat so eine Pflanze nicht auch mal das Recht auf ein bisschen Spaß?

Und Spaß macht die Sauferei ja, wie man kürzlich an Matthias Schweighöfer sehen konnte, der sich mit

Joghurt

Joko und Klaas beim Circus #Halligalli im Komasaufen übte. Vor laufender Kamera im deutschen Fernsehen, zu einer Zeit, in der Jugendliche durchaus wach und fernsehfähig sind. Die Moralapostelin (es gab gar keine Apostelinnen, stimmt’s? Jaja, tolles Vorbild, das Zeug, was so im Großen Märchenbuch steht) in mir empörte sich heftigst darüber. Weil es schließlich die Erwachsenen (über diesen Begriff muss ich demnächst auch mal länger nachdenken) sind, die sich darüber aufregen, dass Jugendliche sich ins Koma saufen. Und dann sowas auch noch zeigen. Die Petra in mir amüsierte sich köstlich über des niedlichen Matthias Schweighöfers Gekicher.

Ironie am Rande:

Der Club im Märkischen Viertel, in der sich ein Jugendlicher mit einer von mir inzwischen vergessenen Menge Tequila (Wodka?) fast oder ganz tot soff, was zu Recht für mächtig Aufregung sorgte, hieß (oder heißt immer noch) Halligalli.

Jedenfalls beschloss ich, dem Philo den Spaß gründlich zu verderben und ihm keinen Wein zum Frühstück zu gönnen. Warum wir Nichtpflanzen beim Frühstück dann auf Interviews kamen, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Ist aber auch egal.

Die vollkommen Toten Hosen

 

K3: Du könntest ja mal alte Künstler interviewen.
Ich: Mmmmmmh.
K3: Wie wäre es, wenn du Campino fragst?

Hust. Alte Künstler. Campino. Der arme Kerl ist gerade mal 50. Das ist nicht gerade alt, in einer Zeit, in der Frauen immer häufiger mit 46 oder 47 ihr erstes Kind bekommen. Gut, dass er das nicht gehört hat. Obwohl ich bei allen fünf Konzerten der “Krach der Republik”-Tour, denen ich beiwohnen durfte (Hamburg, zweimal Berlin, Köln und Düsseldorf, yeah!), immer gedacht habe: Der Junge kippt eines Tages mit nem Herzinfarkt von der Bühne. Weil er immer 120% gibt. Ach, was sag ich: 150. Die ganze Band eigentlich. Vermutlich der beste Tod, den er sich vorstellen könnte, wenn man mal von der anderen Variante absieht, die Männer ja angeblich bevorzugen. You know, what I mean.

Tja. und der Tod ist ja wohl die entschleunigtestetete Sache der Welt.

Auf ein langes, langes Leben, Campino, mit mindestens 30 weiteren DTH-Jahren! Ich werde euch in den nächsten zwei Jahren echt vermissen.

T-Shirt DTH-Tourfinale 2013 Düsseldorf

Wir sehen uns auf der nächsten Tour.

Petra
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Pyro bei DTH in Düsseldorf

Ich würde gerne ein Buch schreiben, habe aber leider gar keine Zeit dafür.

Grafik"Wie schreibe ich ein Buch?" Jeder Autor bekommt diese Frage früher oder später gestellt. Und ich habe beschlossen euch darauf hier im Autorenblog zu antworten. Beim letzten Mal habe ich erzählt, dass im Prinzip jeder Mensch Autor werden kann. Heute kommt die Zeitfrage: Woher nehme ich die Zeit ein Buch zu schreiben?

Samstag, 12. Oktober 2013

“Ich würde gerne ein Buch schreiben, habe aber leider gar keine Zeit dafür.”
“Na, dann lass es! Niemand verlangt das von dir!”

Diese Antwort liegt mir häufig auf der Zunge, wenn ich den “keine Zeit” Satz höre. Und ich höre ihn praktisch jedes Mal, wenn mich jemand kennenlernt und erfährt, dass ich Autorin bin. “Ich will ja auch ein Buch schreiben. Aber ich habe leider gar keine Zeit dafür.” Ja, ihr Lieben, man HAT die Zeit für solche Dinge selten. Aber wenn es euch wirklich wichtig ist, dann müsst ihr euch die Zeit NEHMEN.

Es schwingt ja auch immer unterschwellig der Satz mit: “So viel Zeit wie du möchte ich auch mal haben!”, wobei hartnäckig die Tatsache ignoriert wird, dass Schreiben mein Beruf ist. Ich würde einem Tierpfleger im Zoo auch nicht neiden, dass er den ganzen Tag mit Tieren zu tun hat. Es ist eben sein Job, für den er bezahlt wird. Das mag bei Musikern, Künstlern und eben Autoren leider selten jemand begreifen. Weshalb wir ja auch ständig gratis arbeiten sollen, aber das steht auf einem anderen Blatt und soll ein andermal erzählt werden (und an einer Stelle habe ich auch schon darüber geschrieben, und zwar beim Thema Lesungen).

Wie wichtig ist es für euch, tatsächlich ein Buch zu schreiben?

Also, wenn du glaubst, keine Zeit für dein Buchprojekt zu haben, dann NIMM sie dir.  Zeit hat man nämlich nie, wenn es danach geht etwas umzusetzen, was Arbeit macht. Seien es tägliche Sporteinheiten oder tägliche Manuskriptseiten. Aber wenn man etwas wirklich will, dann findet man auch Zeit dran zu arbeiten. Ansonsten gehe ich davon aus, dass es euch nicht wichtig genug ist. Sonst wärt ihr nämlich kreativ genug um irgendwo die Möglichkeit zum regelmäßigen Schreiben herzunehmen.

Relativ oft ist dieses “Ich will auch ein Buch schreiben!”, ohnehin nur so halbherzig dahin gesagt. Meist dann, wenn mein Gesprächspartner davon überzeugt ist, ein unglaublich interessantes Leben zu führen. Von denen würde allerdings nie jemand das Bücherschreiben wirklich in die Tat umzusetzen. Es klingt nur unglaublich gut, so etwas zu behaupten (denken diese Menschen. Solcherart zugetextete Autoren denken das nicht *g*).

Aber es gibt die anderen - und zu denen zähle ich euch. Sonst würdet ihr diesen Beitrag nämlich nicht lesen.

Regelmäßige Termine bringen euch weiter

Am besten, ihr tragt euch Schreibzeiten in den Terminkalender ein, als wäret ihr selbst euer Kunde, für den es Termine einzuhalten gilt. Noch besser ist es, wenn ihr dafür auch eine feste Zeit habt und nicht nur alle sieben Pfingsten mal einen Schreibtermin eintragt. Meist muss man dafür etwas anderes opfern, z.B. Schlaf, wie der Jurist John Grisham. nachdem er beschlossen hatte, der Welt mitzuteilen, welche grausamen Geschichten tatsächlich auf der Welt passieren:

John Grisham begann nun konsequent, an einem Buch zu schreiben. Er stand um 5 Uhr morgens auf, um einige Stunden daran zu arbeiten, bevor er in die Arbeit musste. Wie besessen tippte er Zeile für Zeile und nutzte jede freie Minute für sein Buch. John Grisham brauchte drei Jahre und eine große Portion Ausdauer, um seinen ersten Roman „Die Jury“ zu vollenden.

Quelle: Motivationsgeschichten

Das wäre also eine Methode, sich Schreibzeit abzuzwacken: Morgens eine halbe Stunde oder Stunde früher aufstehen oder abends später schlafen gehen. Oder beides. Ihr solltet es nur regelmäßig machen, dann bekommt ihr auch etwas weggeschafft und das Durchhalten bis zur letzten Zeile fällt euch leichter. Und wenn ihr kurze Zeitfenster wählt, bleibt auch keine Zeit zum Prokrastinieren. Dann geht ihr gleich in die Vollen bei eurem Text. Und wenn ihr jeden Tag nur einen Satz schreibt, habt ihr in ein paar Jahren auch ein Buch zusammen.

TV killed the Schreib-Shootingstar

 

Schaut ihr viel Fernsehen? Wenn es euch mit dem Bücherschreiben ernst ist: lasst die Kiste aus! Habt ihr euch mal ernsthaft eingestanden, wieviel Zeit ihr damit verschwendet, Werbung und drittklassige Serien zu gucken? Nur, weil sich das irgendwie eingebürgert hat, und ihr nach einem anstrengenden Tag gerne auf dem Sofa hängt und euch berieseln lasst? Dagegen ist auch absolut nichts einzuwenden. Aber dann erzählt mir nicht, ihr hättet keine Zeit ein Buch zu schreiben. Sagt lieber: Ich bin zu faul mir die Arbeit mit so einem Buch zu machen. Dazu ist mir das alles nicht wichtig genug. Oder sagt am besten gar nichts;-)

Es ist nämlich oft so, dass Leute gar kein Buch schreiben wollen, sondern gerne eines geschrieben HÄTTEN. Am besten ohne etwas davon zu bemerken. Nach dem Motto: “Hups, wie schön, da liegt ganz plötzlich ein dicker Wälzer auf dem Tisch in der Buchhandlung, und da steht mein Name drauf!” Aber so läuft det nich. Also setzt euch hin und überlegt, auf welche Tätigkeiten ihr verzichten könntet, oder welche ihr reduzieren könnt, um ein bisschen Schreibzeit freizuschaufeln. Und die nutzt ihr dann für das Buchmanuskript und nichts anderes.

Ich wünsche euch dabei viel Erfolg!

Beim nächsten Mal spreche ich dann über das Thema: Erst lesen, dann schreiben 
Liebe Grüße

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Alle Beiträge zum Themenspecial Wie schreibe ich ein Buch? findet ihr hier.

Grundsätzliches:

Figuren

Handlung entwerfen (Plotten)

Kommende Buchrezensionen und Frage an euch

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Hier haben sich allerlei Rezensionsexemplare angesammelt. Ich komme derzeit zwar kaum zum Lesen, aber ich ackere mich nach und nach da durch.

Samstag, 05. Oktober 2013

Übrigens: Wer weitere Infos zu meiner Arbeit an Albatros vermisst: Daran arbeite ich wegen des Lifestylemagazins und diverser anderer Projekte derzeit eher in homöopathischen Dosen. Jedenfalls gibt es keine bahnbrechenden neuen Entwicklungen, die ich hier verkünden könnte.

Wer noch kein Stammleser ist: Es gab bei mir einen Break nach 15 Buchveröffentlichungen. Ich hatte in einem Jahr so viele Manuskripte gleichzeitig fertigzustellen, dass ich völlig leergeschrieben war und die Zeit danach nutz(t)e, mich völlig neu zu sortieren. Was u.a. dazu führte, dass ich das lang geplante Lifestylemagazin für berufstätige Mütter endlich realisieren konnte. Außerdem lassen die Entwicklungen auf dem Buchmarkt und in der Verlagswelt derzeit vieles in einem anderen Licht erscheinen.

Mein Plan, evtl. meinen allerersten Krimi als eBook neu aufzulegen und evtl. den von den Lesern lang ersehnten zweiten Teil (der damals an ungünstigen Vertragsbedingungen scheiterte, obwohl das Buch schon halb fertig war) auf diesem Wege auch endlich zu veröffentlichen, hakt bisher an meiner Unentschlossenheit. Seid ihr denn trotzdem noch an Fortsetzungen von Robina Bernhardt und Holger Schultze-Diepersdorf interessiert, auch wenn so viel Zeit ins Land gegangen ist? Soll ich? Sagt mal was, bitte. Ich brauche Entscheidungshilfe ;-)

Alles Liebe

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Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

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Themenspecial:
Wie schreibe ich ein Buch?

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