Hurricane Sandy

Als ich das letzte Posting Und jetzt zum Wetter. überschrieb, hatte ich keine Ahnung, dass sich mein nächster Beitrag tatsächlich um ein Wetterthema drehen würde. Und zwar um das, was alle derzeit beschäftigt, nämlich der Hurricane Sandy, der gerade die amerikanische Atlantikküste erreicht hat. Und mein Liebster hockt derzeit in einem Hotel in Washington.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Natürlich habe ich mir Sorgen gemacht. Nicht nur um ihn, sondern auch um liebe Menschen, die in New York leben, wie z.B. Berlinessa, die aber bislang in Brooklyn relativ sicher zu sein scheint.
Meine größte Sorge galt natürlich trotzdem meinem Mann, und so war ich sehr froh, als er mir heute Nacht schrieb, dass er den Sturm im Hotelzimmer nicht mal richtig hören konnte. Und er schob gleich noch ein beruhigendes Video hinterher:

Video: Michael Bauer

Überhaupt ist das Web voll mit Bildern zu Sandy. Viele echte Fotos, aber auch diverse Fakes, wie dieses von der Freiheitsstatue, das aus einem Emmerich-Film entnommen sein könnte (und es vielleicht sogar ist).

Schäden in Milliardenhöhe

Ich nehme an, die meisten von euch werden sich ohnehin längst informiert haben. Leider sind auch in USA jetzt schon 13 Menschen gestorben, darunter zwei Kinder und ein Besatzungsmitglied des Filmschiffes Bounty, das gesunken ist. Der Kapitän ist bislang verschwunden, was auch kein gutes Zeichen ist. Ich frage mich auch, wie es dem Fahrradfahrer geht, der gestern an einer Uferpromenade entlangradelte (bei Hurricanewarnung?! WTF?!) und von einer Welle verschluckt wurde. Menschen wurden obdachlos, weil plötzlich die Fassade vom Haus fiel. Die New Yorker U-Bahn steht unter Wasser, ebenso wie viele Straßen und Parkhäuser. Ground Zero hat sich in einen Wasserfall verwandelt. Weiter im Landesinneren gibt es heftige Schneefälle, weil Sandy dort auf einen Wintersturm traf. Der Parketthandel der New Yorker Börse wurde zum ersten Mal seit 1888 an zwei Tagen hintereinander ausgesetzt. Wahlkampfveranstaltungen wurden abgesagt. 9.000 Flüge wurden gestrichen. Die Versicherungen rechnen mit Schäden in Höhe von 3,2 Milliarden Euro.

Weshalb berührt uns das so?

Und dann kommt immer der Moment, an dem ich mich frage, wieso ich, ebenso wie viele andere, immer so entsetzt über den Teich schauen, wenn dort etwas passiert (auch wenn nicht gerade mein Mann involviert ist), obwohl doch in vielen anderen Gegenden der Welt ständig grauenvolle Dinge geschehen. Immerhin hat Sandy ja auch schon die Karibik verwüstet und, wenn ich richtig informiert bin, dort rd. 60 Menschenleben gefordert. Und auch in Deutschland gab es Stürme und Hochwasser. Ich werde nie vergessen, wie ich beim Orkan 1972 als Achtjährige aus meinem Fenster sah, und das Flachdach des sechsgeschossigen Wohnhauses schräg gegenüber vom Haus segelte und eine Frau sich gerade noch rechtzeitig in einen Hauseingang retten konnte, bevor ihr das Ding auf edn Kopf gefallen wäre. Natürlich war ich ausgerechnet alleine zu Hause. Das Oderhochwasser ist uns ebenfalls allen noch in bester Erinnerung, wenn ich das auch nur im TV verfolgt habe.

Meine Theorie, weshalb wir gerade mit Amerika immer so mitleiden ist folgende: Viele von uns waren schon dort, für viele ist es ein Traumziel und außerdem - das lässt sich nicht bestreiten - so ziemlich das wichtigste Zentrum der Macht auf der Welt. Und auch wenn Washington die Hauptstadt ist, ist New York doch die eigentliche “Welthauptstadt”. Sag ich jetzt mal so. Ist mein Empfinden. Und offenbar das vieler Filmregisseure und von Al-Quaida. In Filmen verbrannt, vereist, überflutet, zerstört, im echten Leben der spektakuläre Angriff auf das World Trade Center - das spricht Bände. Durch diese Wertigkeit ist natürlich auch die Berichterstattung intensiver.

Katastrophenkonzenrat

Ein weiterer Faktor scheint mir zu sein, dass jede Katastrophe in einer Gegend, der wir uns verbunden fühlen, immer noch katastrophaler wirkt, je weiter sie weg ist. Nicht, dass nicht sowieso schlimm genug ist, was geschieht. Aber durch die Bilder, die immer nur das Übelste zeigen (man will ja gute Quoten haben, und wer will schon sehen, dass alles in Ordnung ist, außer denen, die um ihre Angehörigen bangen) bekommen wir hier in der Ferne quasi ein Katastrophenkonzentrat angeboten. Beispiel gefällig: Berlin in den 80ern. Man wurde von Freunden und Bekannten in Westdeutschland oder USA gerne mal gefragt, weshalb man nicht längst aus dieser Stadt weggezogen sei, wo ständig bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen. Weil in den Medien gerne die paar Straßenschlachten rund um Hausbesetzungen und Anti-Haig-Demo, etc. gezeigt wurden. In geballter Form musste das auf Außenstehende tatsächlich so wirken, als lebten wir Inselbewohner in ständiger Gefahr. Dabei bekamen wir Stadtrandfuzzis nur was davon mit, wenn wir selbst an den Demos teilnahmen. Und auch das wirkte nur halb so übel wie die anschließenden Fernsehbilder.

Womit ich nicht gesagt haben will, dass die persönlichen Schicksale der Sandy-Betroffenen nicht wirklich übel sind.

Ich bin jedenfalls heilfroh, wenn mein Liebster wieder zurück ist.  Das Meeting, weswegen er in Washington war, ist wegen Sandy natürlich abgesagt worden. Deshalb fliegt er eine Woche später noch einmal dorthin ...

Entschuldigt, falls dieses Posting ein bisschen hektisch klingt.

Sandy - Rückenwind für Obama?

Noch eine Überlegung: Je nachdem wie souverän Präsident Obama mit der Sturmkatastrophe umgeht, kann ihm dieses Naturereignis m.E. für die Wahl zugute kommen. Romney als Präsident wäre eine - ja, wieder dieses Wort - Katastrophe für die gesamte westliche Welt, da nicht nur ich annehme, dass wir dann schneller wieder einen kalten Krieg haben, als wir “Katastrophe” sagen können. Ich hoffe sehr, dass die Amerikaner das mehrheitlich auch so sehen und dass Obama Sandy als “Rückenwind” nutzen kann um noch ganz viele Pluspunkte zu sammeln. Just my 2 Cents.

Wie habt ihr die Ereignisse um den Hurricane erlebt? Geht es “euren” Leuten dort drüben gut? Oder kann euch dieser ganze Sturm mal ganz gepflegt am Allerwertesten entlangblasen?

Alles Liebe

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Und jetzt zum Wetter.

In den letzten Tagen bin ich gut vorangekommen mit ALBATROS. Nix Aufregendes ist passiert, daher habe ich mich dazu auch nicht gemeldet.

Dienstag, 23. Oktober 2012

Ich habe den Szenenplan vorangebracht, aber gestern war mir viel mehr nach Schreiben. Das ist bei Schriftstellern so - manchmal müssen sie einfach schreiben :-) Da hilft kein Recherchieren und kein Plotten, da wollen Wörter auf den Bildschirm. Und im besten Fall führt das wieder zu neuen Plot-Ideen.

Fünf Seiten habe ich gestern geschrieben, weitere fünf überarbeitet. Dabei habe ich ziemlich viel gestrichen und verschoben, was dem Text eindeutig gut getan hat. Eine nagelneue Figur ist auch aufgetaucht, die der Geschichte mehr Tiefe verleiht. Und irgendwie gehörte sie auch einfach da hin.

Heute habe ich zwischendrin wieder geswitcht und ein weiteres Krimikapitel überarbeitet, da ich die Überarbeitung ja doch langsam fertig haben will. Und jetzt hänge ich ein bisschen in der Luft.

Kennt ihr das, wenn ihr von der ganzen Welt genervt seid obwohl überhaupt niemand da ist? Und obwohl es gar keinen Grund dafür gibt? Ich schiebe das jetzt mal ganz dreist aufs Wetter.

Bei “Wetter” fällt mir ein, das ist ja auch so ein Element, das eine Geschichte rund und stimmig machen kann. Man muss ja nicht das gesamte Buch dem Wetterthema unterordnen, wie es beispielsweise Wolf Haas tat, bei Das Wetter vor 15 Jahren. Kann ich übrigens sehr empfehlen, das Buch. Aber die meisten Storys gewinnen, wenn man das Gefühl hat, alles ist, wie im echten Leben. Da bewegen wir uns ja auch nicht im luftleeren Raum. Außerdem bekommen die Figuren etwas zu tun. Sie frösteln, sie spannen einen Schirm auf oder sie spannen extra keinen auf, weil sie denken “Ich bin doch nicht aus Zucker!” Oder das Wetter beeinflusst die gesamte Handlung. Beispielsweise, wenn ein Schneesturm einen Flugzeugstart verhindert oder eine Gruppe von Wanderen dazu zwingt sich irgendwo in der Eiseskälte einen Unterschlupf zu suchen, damit sie nicht erfrieren. Und selbst wenn es keine dramatischen Auswirkungen auf die Protagonisten hat, so macht es einen Text doch lebendig.

Ihr könnt euch ja mal den Spaß machen, euch beispielsweise einen Wallander-Krimi ohne die Wetter-Elemente vorzustellen. Dann wäre die Stimmung schlagartig nicht so niedergedrückt. Oder nehmt euch ein anderes Buch, überprüft es auf Wetterverhältnisse und stellt euch vor, wie der Text ohne diese Passagen wirken würde. Oder wieviel Wetter überhaupt so in Büchern vorkommt und auf welche Weise es mit em Text verwoben ist. Und welche Autoren wetter-affiner sind als andere.

Bücher-Analyse kann wirklich Spaß machen, auch wenn man andere Aspekte untersucht. Allerdings empfehle ich Bücher zu verwenden, die ihr schon einmal gelesen habt. Schließlich wollt ihr euch ja zuallererst von der Geschichte mitreißen lassen. Danach könnt ihr das Buch (oder Teile davon) unter verschiedenen Aspekten nocheinmal durchforsten. Lehrreich ist es allemal.

Und ich schau jetzt mal, dass ich heute noch was gebacken kriege.


Liebe Grüße

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Ich bin mal nebenan - bei Nicole Rensmann

Grafik"Ich bin mal nebenan" schreibe ich immer, wenn mich jemand für sein Blog interviewt hat. Heute müsste es eigentlich heißen: "Ich bin schon länger nebenan". Denn irgendwie hatte ich es offenbar versäumt, auf das Interview im Blog von Nicole Rensman hinzuweisen. Dabei war das *hüstel* schon vor ziemlich genau drei Jahren.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Keine Ahnung, wie es dazu kam. Das Interview steht unter dem Titel Mütter sind stille Helden und außer mir hat Nicole noch drei andere Autorenkolleginnenmütter interviewt, u.a. auch Jutta Wilke (Wie ein Flügelschlag, Holundermond).

Ich habe gestern nach diesem sensationellen Fußballspiel (hat man das schon erlebt, nach einer Führung von 4:0 noch unentschieden zu spielen? Hut ab für die Schweden!) noch ein wenig in Nicoles Blog gestöbert und bin total zufällig wieder auf dieses Interview gestoßen. Dann hab ich in meinem Blog gekramt und bemerkt, dass ich es gar nicht verlinkt hatte. Total dämlich; vermutlich lag es daran, dass ich vor drei Jahren vor lauter Deadlines kaum noch aus den Augen schauen konnte. Sorry, liebe Nicole, aber ich hole das ja jetzt nach :-)

Also, denkt dran - das Interview ist alt. Bei allen Befragten hat sich sicher einiges verändert. Trotzdem lesenswert :-)

Wer Nicole nicht kennt: Sie ist ebenfalls Autorin, hat kürzlich die Erzählung Niemand veröffentlicht und führt seit 2002 Autoreninterviews für das Printmagazin phantastisch!

 

Fantasy kommt von Fantasie

Ha! Eine Binsenweisheit zum Tage? Naja, mag sein. Aber da das (m)ein Projekttagebuch ist, sollten auch Gedanken zu eigentlich logischen Dingen erlaubt sein.

Dienstag, 16. Oktober 2012

Und die Logik ist es im Prinzip auch, die mir gelegentlich einen Streich spielt. Also Logik im weitesten Sinne.

ALBATROS spielt ja - wie schon häufiger erwähnt - vor historischem und mythologischem Hintergrund. Ich muss mich da oft bei der Nase packen und schütteln: HINTERGRUND, Mädel! ES IST NICHT DIE STORY! Schließlich will ich weder eine Dokumentation noch einen historischen Roman schreiben. Aber da liegt auch schon die Krux. Die Wissenschaftlerin in mir (Ja auch Gesellschaftswissenschaftler, was ich ja de facto bin, sind Wissenschaftler. Noch so eine Binse!) versucht die historischen Fakten genau so einzuarbeiten, wie sie waren. Und wenn in der Mythologie eine Göttin ihr Unwesen treibt, denkt diese vernünftige, analytische Ecke in meinem Hirn: Das muss jetzt aber bitte so bleiben. Da kann ich jetzt keinen Mann draus machen, sonst verwirre ich die Leser. Und die finden das dann möglicherweise völlig unlogisch bzw. unrealistisch.

Ach du liebes Lieschen!

Du liebe, vernünftige Ecke in meinem Hirn: Wenn ein wenig Vernunft angebracht wäre, meldest du dich doch sonst auch nicht. Oder nicht immer. Könntest du also bitte meinen Roman in Ruhe lassen? Meinen FANTASY-Roman? Da hat Realismus doch nichts zu suchen! Auch wenn ich die Sparte Magischer Realismus gewählt habe, heißt das ja nicht, dass ich die Wahrheit nicht so lange biegen und zwirbeln kann, bis sie zu meiner Geschichte passt, und nicht umgekehrt. Wichtig ist doch, dass ich als Autorin ganz selbstverständlich damit umgehe und sage: Doch, das ist jetzt genau so und nicht anders. Weil es MEINE Welt ist.

Vielleicht wäre alles einfacher, wenn die Geschichte im Jahre 4735 auf dem durchsichtigen Planeten Frkmynalikowskaja spielen würde, wo nur Gedanken wohnen, die sich gegenseitig das Leben schwer machen. Oder so. Nun habe ich mir aber blöderweise die Erde ausgesucht. Im Jahre 2012 und rd 500 Jahre vorher. Hier gibt es Schwerkraft, Könige, und Menschen, die an etwas so Seltsames wie Götter glaubten und es - was ich noch viel seltsamer finde - auch heute noch tun. Eigentlich ist das schon Fantasy genug :-D Aber sich sklavisch an die Fakten zu halten, wann welcher König was getan hat und wer welchen Gott wie genannt hat, das ist einfach nur ... ach, mir fehlt das Wort dafür.

Dämlich wäre ganz hübsch, aber es trifft den Kern nicht ganz. Mit kompliziert und überflüssig kommen wir der Sache schon näher. Natürlich könnte ich die Fakten tatsächlich so belassen und die Geschichte quasi dazwischenweben. Aber dann bekomme ich die Schere aus Realität und Fantasie nie aus meinem Kopf. Außerdem machte es den ganzen Plot tasächlich zu kompliziert.

Ich will doch nur meine Geschichte erzählen. Und wenn da jemand übermenschliche Kräfte haben sollte, dann gibt es keinen Grund, weshalb beispielsweise ein tatsächlich gelebt habender König in meiner Geschichte nicht einfach eine Königin sein kann. Oder ein königlicher Mops. Oder ein umgestülpter Wassereimer. Aber das meiner Hirn-Ecke klarzumachen ist nicht ganz einfach.

Es ist nicht so, dass ich keine Fantasie hätte. Sonst hätte ich nicht schon so viele Bücher geschrieben. Aber meine Fantasie neigt dazu, sich an realen Gegebenheiten zu orientieren und in diesem Rahmen die Geschichten zu spinnen. Das muss ich ihr noch austreiben.

Versteht ihr, wie ich das meine oder war das gerade zu verschwurbelt?

Jedenfalls ist es keine Gesetzesübertretung, in einem Fantasy-Roman die Geschichte zu biegen, wie man es will. Dazu habe ich ein hübsches Zitat von Markus Heitz für euch, aus einem Video-Interview mit der Lausitzer Rundschau:

Markus Heitz hatte irgendwo mal den Satz gelesen: Die Katholische Kirche kennt 60 Drachenheilige. Er wusste überhaupt nicht, was das sein soll und hat recherchiert. Dabei hat er sogar über 80 Drachenheilige ausfindig gemacht und die Nachfahren dieser Drachenheiligen in die 20er Jahre verlegt: “Ich hab die 20er Jahre ein bisschen modifiziert, also die Nazis sind jetzt draußen und die russische Revolution ist ausgefallen, weil das alles zu kompliziert wird. Dann habe ich den Drachen auch verschiedene Gesichter und Eigenschaften gegeben, wie sie sie auch schon aus der Mythologie mitbringen, was total spannend ist. Und alles nur, weil ich über diesen Satz gestolpert bin.”

Stimmt, so funktioniert das mit den Ideen. Aber einfach die Historie zu verändern bis sie passt, das ist es, wogegen meine Hirn-Ecke sich sträubt. Aber das kriege ich auch noch hin. Ich muss mich wohl einfach mal ein bisschen locker machen :-)

Oder wie seht ihr das? Wie sehr würdet ihr euch in einem Fantasy-Roman an die Fakten halten? Oder seid ihr sowieso eher die Liebhaber völlig frei erfundener Welten? Ich würde mich freuen, wenn darüber eine Diskussion zustande käme, egal ob ihr Autorenkollegen oder Leser seid.

Liebe Grüße

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Antagonisten

Mit dem oder den Antagonisten hatte ich bei ALBATROS bisher die meisten Probleme

Montag, 15. Oktober 2012

Ihr Lieben, ich hoffe, ihr hattet ein schönes Wochenende! Zumindest in Berlin war das Wetter traumhaft und hat mich so beflügelt, dass ich am Samstag zum ersten Mal im Leben 10 Kilometer gejoggt bin, yeah!

An dem Tag war ich dann auch bald recht müde und untätig, aber am Sonntag waren die Kinder sportmäßig alle (!) ausgeflogen, sodass mein durchgepustetes Hirn in aller Ruhe stürmen konnte *g*

Ich hatte ganz zu Beginn der Arbeit an ALBATROS ja die Schwierigkeit, unterschiedliche Ebenen übereinanderzubringen (historische, mythologische, reale), und dabei hat sich der Antagonist besonders gewehrt. Es war auch nicht ganz einfach herauszufinden, WER eigentlich der Hauptfeind sein sollte. Da waren mehrere, die Interesse gehabt hätten, meiner Protagonistin das Leben schwer zu machen. Da ich jedoch eine Trilogie konzipiere, ist es sinnvoll, zusätzlich “Etappenfeinde” zu haben. Der Hauptfeind steht im Showdown des dritten Teils, aber in den Bänden davor dürfen gerne auch noch andere Bösewichter zu bekämpfen sein.

Gestern habe ich nochmal recherchiert, und da würden sich zwei anbieten, die ohnehin mit meinem Hauptfeind im Zusammenhang stehen. Allerdings frage ich mich noch, ob ich es mir (und meinen Lesern) so einfach machen will. Und je länger ich darüber nachdenke, umso eher komme ich zu dem Schluss, dass ich das lieber nicht tue. Obwohl es möglich ist, dass es gar nicht so einfach wird, wie ich jetzt glaube.

Außerdem habe ich einige interessante Fakten über meine Protagonisten erfahren, die sie mir bisher noch nicht erzählt hatten. Auch mein Hauptfeind hat mir ein bisschen was Privates von sich verraten, was gut ist, weil er ja nicht durch und durch böse sein soll. Angeblich gibt es das nämlich nicht. Obwohl ich mir bei manchen Zeitgenossen da wirklich nicht sicher bin.

Übrigens hat eines der Symbole inzwischen eine stärkere Bedeutung gewonnen als gedacht, was ganz hervorragend in die Story passt.

Ich bin jetzt an dem Punkt angelangt, an dem die Geschichte zu jeder Tages- und Nachtzeit präsent ist. D.h., mir fallen unerwartet Dinge ein, die ich sofort notieren muss oder ich grüble bei Alltagstätigkeiten wie Duschen oder Putzen daran herum. Das ist stets ein gutes Zeichen, weil es bedeutet, das sich die Figuren und die ganze Geschichte nicht mehr beiseite schieben lassen. Sowas funktioniert aber nur, wenn ich die Chance habe, auch wirklich dranzubleiben. Mit den Arbeitsprotokollen ist es glücklicherweise auch nach Unterbrechungen einfacher geworden die wichtigsten Dinge rasch wieder in den Kopf zu bekommen. Trotzdem nerven Unterbrechungen, weil ich dann immer die innere Pause-Taste drücken muss, wie jetzt auch gleich wieder. Dabei würde ich auf den Termin auch ohne die Arbeit am Plot liebend gerne verzichten.

Naja, wat mutt, dat mutt.

Liebe Grüße

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Symbole in der Fantasy

Heute habe ich mich den Symbolen in meiner ALBATROS-Geschichte zugewendet. Symbole spielen überall in der Literatur und in Filmen eine Rolle, doch in der Fantasy bekommen sie häufig noch ein stärkeres Gewicht.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Symbole in Geschichten sind so alt wie die Menschheit. Nehmen wir nur den Apfel: Früher war er eindeutig besetzt als Symbol für Sünde und Sexualität. Heute denken wir dabei gerne mal an Computer. Je nachdem, welche Geschichte wir schreiben, bekommt der Leser etwas anderes zu deuten.

Smbole sind Andeutungen, Sinnbilder, Gleichnisse.

Gerade in der Fantasy-Literatur sind Symbole häufig ein Sinnbild für die Suche nach etwas. Es können allgemeinverständliche Symbole aus der Mythologie verwendet werden, oder aber der Autor verleiht einem (beliebigen) Gegenstand symbolische Macht.

Einige Beispiele:

  • Der heilige Gral - oft Symbol für das ewige Leben, z.B. in Indiana Jones und der letzte Kreuzzug
  • Der Ring in Herr der Ringe - Symbol für grenzenlose Macht
  • Die Macht in Star Wars, mit der sowohl Gutes als auch Schlechtes getan werden kann.
  • Der Stab Haschevet aus Ralf Isaus Neschan-Trilogie - Symbol für die Rettung der Welt (Der Stab muss in den “Garten der Weisheit” gebracht werden, weil das Reich Neschan sonst vom Bösen übernommen wird)
  • Die Blume Lumina, die zurück zu ihrem Platz im Garten Eden soll, um das Paradies neu erstehen zu lassen, in Kai Meyers Buch von Eden

Symbole werden auch eingesetzt um dem Leser zu zeigen: Achtung, gleich passiert etwas!

Ich habe mich also heute mit der Symbolik bei ALBATROS beschäftigt und dabei - quasi zwangsläufig - die Geschichte wieder ein Stück weiter entwickelt. Einiges ergibt sich beinahe automatisch aus der Mythologie, die der Geschichte zugrundeliegt. Wieder anderes ist schon in der historischen Ebene explizit als Symbol angelegt worden. Ich habe darüber schon recherchiert, doch es ist umfangreicher als ich erwartet hatte, sodass ich mir ein oder zwei Elemente davon herauspicken werde um euch - die potenziellen Leser - nicht mit Symbolen zu erschlagen. Denn auch hier ist weniger sicher mehr. Wenn ich bedenke, welchen Umfang ich für die Trilogie anstrebe, dann ist es wichtig, die Grundidee möglichst einfach zu halten. Viel wichtiger ist es, den Weg dorthin so interessant wie möglich zu gestalten.

Im Grunde kann jeder Autor dieselbe Grundidee auf völlig andere Weise schreiben. Vielfach ist das Muster ohnehin gleich:

Ahnungsloser Normalo erhält einen Auftrag plus symbolträchtigem Gegenstand, mit dem er die Welt vor dem Bösen retten soll.

Je nachdem WIE ahnungslos der Mensch ist, welches Alter, welche Stärken und welches Geschlecht er hat und welche Weggefährten ihm zur Seite stehen, stellt er sich dem Bösen (das sich auch jeder Autor anders vorstellt) auf seine ganz eigene Art entgegen. Ob die Vorgabe für alle Autoren ein geweihter Nachttopf oder eine “wahnsinnig interessante neue Pflanze” (na, aus welchem Musical ist dieses Zitat?) ist, spielt dabei keine Rolle. Mag die Symbolik gleich oder ähnlich sein - jede Geschichte wird doch einzigartig werden, schon durch die Subjektivität des jeweiligen Autors.

Außerdem kann man die Symbole plump oder subtil verwenden. Das wiederum ist eine Frage des Handwerks und der Entwicklung der eigenen Fähigkeiten.

Nun denn - mögen meine Symbole ihre Macht entfalten ;-)

Liebe Grüße

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