ESC-Liveblogging

Ich mache heute mal spontan drüben bei jawl.net Liveblogging beim Eurovision Song Contest mit.

Samstag, 26. Mai 2012

Sonst twittere ich ja eher live mit, aber so ist das auch mal wieder lustig.

Wenn ihr vorab mal schauen wollt, wer da alles unsere Gehörnerven strapazieren wird (sprich: Die Teilnehmer des ESC 2012), schaut einfach hier.

Ich glaube ja nicht wirklich, dass Unser Star für Baku Roman Lob in Aserbaidschan mit Standing Still einen Blumentopf gewinnen kann, auch wenn das Lied ganz nett ist. Aber lassen wir uns gemeinsam überraschen!

Besonders lustige / wissenwerte / interessante Beiträge poste ich vielleicht auch hier - das entscheide ich aber spontan.

Jetzt erstmal Fußball schauen (Deutschland - Schweiz, EM-Testspiel) :-)

Bis nachher!

UPDATE:

Zwischenstand um 22:00 Uhr: Viele Wallewalle-Kleider, gute Stimmen, reichlich Schnarchlieder. Und der bösen Königin aus Albanien hat jemand mächtig auf den Fuß getreten. Nichts, wo ich sagen würde, yeah, das ist das Siegerlied! Den meisten Unterhaltungswert boten bislang die ineinandersteckbaren Ömchen aus Russland, die keinen Ton trafen und immer was von “Schlumpf” sangen.

Aber von der Optik her, bevorzuge ich dann doch die italienische Version von Amy Winehouse. Sehr hübsch, die Dame.

Mal gucken, was noch so kommt. Roman Lob war ja auch noch nicht.

UPDATE 22:24 Uhr

Schweden war interessant, und die Frau war seeeeehr hübsch. Diese Haaaare! #Neid
Der Beitrag der Türkei ist irgendwie, ähm ... eigenwillig.

UPDATE 22:33 Uhr

Spanien war nicht der Rede wert.
Deutschland: Vor Beginn des ESC dachte ich, Roman Lob hätte keine Chance, aber im Gegensatz zu den Schnarchliedern ist das wenigstens geradlinig und sauber. Gute Stimme. Und ohne die Mütze wäre der Gesang noch besser ;-)


UPDATE 22:45 Uhr

Malta tralala. Mazedonien, och nö.
Und Irland die New Romantics wiederentdeckt. Spacig mit explodiertem Pudel auf dem Kopf. Und leider können sie nicht singen.


UPDATE 23:00 Uhr

Die Moldawier sind ja mal lustig. Und das Lied hat auch Ohrwurmpotenzial. Serbien und Ukraine sind irgendwie an mir vorbeigerutscht, Muss aufregend gewesen sein.

Jetzt geht das Voting los und ich stell den Läppi mal beiseite, bevor er mich ganz verbrutzelt.


UPDATE 23:35 Uhr

Nach fünf Votings können wir eigentlich getrost davon ausgehen, dass Deutschland beim Kampf um den Sieg sowas von gar keine Rolle spielen wird. Mir gefielen Schweden und Moldawien gut, und die sind ja ganz gut weit vorne.

Ansonsten denke ich, dass die eigentlichen europäischen Länder eher nach der Musik voten und weiter im Osten werden die Lieblingsländer unterstützt.

UPDATE 23:45 Uhr

Schweden fürt nach 15 Votings mit 28 Punkten. Ich schau jetzt vom Bettchen aus weiter und sage hier mal gute Nacht in die Runde. Ich nehme an, der Sieger morgen heißt Schweden.

Friederike - Berlin, Tauentzienstraße

Dienstag, 15. Mai 2012

RiekeTauentziehn500

Foto: Petra A. Bauer | Jacke: Primark (London), Schuhe: Intersport Voswinkel

Woher kommst du?
Berlin. Ganz im Norden.

Wo gehst du hin?
Zu Peek & Cloppenburg.

Suchst du was Bestimmtes?
Ich brauche ein Kleid für den Abiball.

Bist du allein unterwegs?
Meine kleine Schwester und meine Mutter sind dabei. Irgendjemand muss das Kleid ja schließlich bezahlen (lacht).

Was macht ihr danach?
Ne Kleinigkeit essen und dann weitershoppen. Schuhe für den Ball brauche ich ja auch noch.

RiekeTauentziehn2_500

“Geh doch endlich an dein Handy!”

dachte ich gestern am Tauentzien, als ein Dudelsack-Klingelton einfach kein Ende nahm. Kurz darauf musste ich an den Vortrag von Felix Schwenzel auf der re:publica denken, der in der Gleichung gipfelte: Virtualität gleich Realität. Auf der Kreuzung stand nämlich ein leibhaftiger Dudelsackspieler.

Mittwoch, 09. Mai 2012

Dudelsack-Män500

Geld verdienen mit Blogs in Deutschland

GrafikEigentlich hätte ich schon wieder die Überschrift meines vorletzten Postings nehmen können: "Wir müssen reden!" Geld verdienen mit Blogs scheint in Deutschland ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, während es in den USA durchaus an der Tagesordnung ist - entsprechenden Arbeitseinsatz vorausgesetzt (Content, Content und naochmal Content!). Einmal ist es ein Reichweitenproblem, nicht zuletzt wegen der Sprachbarriere. Es gibt einfach mehr englischsprechende Menschen als deutschsprachige. Aber zum anderen scheint es ein massives Mentalitätsproblem zu geben - und das lässt sich offenbar nicht so leicht beseitigen.

Montag, 07. Mai 2012

Ich schrieb im letzten Blogposting über die Session zur Blogvermarktung auf der re:publica, dass die Vortragenden keine neuen Ideen dazu hatten. Immerhin hat die Werbewirtschaft die Blogger entdeckt, seit Werbemöglichkeiten in Printmedien weniger werden. Und einige Marketingmenschen setzen sogar mehr auf die Relevanz des Blogs als auf die Reichweite.

So weit, so gut. Während es jedoch völlig selbstverständlich ist, in Printmedien eine bestimmte Summe für eine Anzeige oder gar einen redaktionellen Beitrag zu zahlen, wird selbst ein Millionenklickblog wie Frag die Gurus als “Honorarangebot” für einen Link oder gar ein Blogposting, noch immer mit Produktpröbchen abgespeist. Zwei Lippenstifte für ein Posting, das mehrere hundert Euro wert ist. Ich würde gerne mal das Gesicht einer Anzeigenverwalterin der - sagen wir mal BRIGITTE (Print!) - sehen, wenn eine Kosmetikfirma dort mit einem solchen Angebot um die Ecke käme. Aber wir Blogger sollen dafür sogar noch dankbar sein.

Biete Keks für Elefanten

Ja, Himmel - wann soll man denn je angemessen für die viele Arbeit entlohnt werden, die man mit der redaktionellen Bearbeitung der Blogs hat? Ich habe kürzlich an einem Posting mit vielen Fotos und extrem vielen Links (die ja auch erst einmal im halben Web zusammengesucht werden müssen) geschlagene fünf Stunden gesessen. Und das nicht, weil ich so langsam wäre, sondern weil ich meine Arbeit gewissenhaft mache und Bildbearbeitung und Verlinkung eben auch Zeit brauchen. Fünf Stunden, für die ich weder einen PR-Stundensatz noch ein mickriges Zeilenhonorar veranschlagen kann. Einfach, weil ich in dem Fall mein eigener Chef bin.

Natürlich macht mir Bloggen Spaß. Genau wie es dem Musiker, über den ich im vorletzten Posting berichtete, Spaß macht neue Songs aufzunehmen und auf Tour zu gehen. Claudia macht professionelles Fotografieren Freude, ebenso, wie es meiner Künstlerfreundin Susanne Spaß macht zu zeichnen. Carola baut gerne schöne Webseiten, ebenso, wie ich gerne Bücher schreibe. Oder Lesungen halte ...

Aber bedeutet es denn, dass man seine Arbeit zum Kotzen finden muss, damit sie angemessen bezahlt wird?

Und als hätte ich es geahnt, rief just während ich diese Zeilen schrieb (ohne Witz!) jemand an, der wieder wollte, dass ich gratis ein Blogposting in meinem Gartenblog über sein Produkt schreiben soll “weil ich die Werbeausgaben klein halten muss, ich hab ja erst vor drei Monaten angefangen”. Zum Teufel nochmal, ich blogge seit zehn Jahren und was habe ich finanziell davon? Monatliche Adsense-Einnahmen von knapp zwanzig Euro, aber das auch erst seit kurzem, vorher lagen sie im einstelligen Bereich.

Mag sein, dass ich etwas falsch mache, aber so lange auch die BlogLESER sagen: “Huh, in dem Blog steht irgendwo das Wort Shop, das ist ja kommerziell, und kommerzielle Blogs lese ich nicht!” (Leser belauscht, nachdem bauerngartenfee.de im letzten Jahr den ersten Platz bei der Superblogwahl belegte) wird sich auch nichts ändern. Alles gratis haben wollen, aber dann bitte auch ohne Werbung, so funktioniert das irgendwann nicht mehr.

Wobei das zwei verschiedene Paar Schuhe sind: einmal Gewerbetreibende, die im besten Fall Gratiswerbung erwarten, im schlimmsten Fall Gratiscontent und auf der anderen Seite Blogkonsumenten, die nicht mal Werbung sehen wollen, egal ob der Blogger dafür bezahlt wird oder nicht. Irgendwo läuft doch da etwas gewaltig schief.

Umdenken!

Ihr merkt ja auch, dass ich in meinen drei Blogs sehr unregelmäßig blogge. Ich würde problemlos nie wieder ein Buch schreiben (die Autorentätigkeit macht allerdings leider auch zu viel brotlosen Spaß ... s.o.) und meinen Lebensunterhalt komplett mit Bloggen bestreiten, wenn es denn funktionieren würde. Aber ich mache mir da langsam keine Illusionen mehr: So lange sich in der deutschen Mentalität nicht grundlegend etwas ändert, würde ich dabei verhungern.

Virtuelle Werbung wird weiterhin zunehmen

Aber kann das wirklich das Ende der Fahnenstange sein? Wir stehen erst ganz am Anfang des Internetzeitalters, verglichen mit der Menschheitsgeschichte. Auch wenn meiner Meinung nach weder Printmagazine noch papierene Bücher je ganz aussterben werden (dazu gibt es zu viele Papierschnüffler *g*), wird das Segment kleiner werden. Damit werden die gedruckten Werbemöglichkeiten weiter eingeschränkt und die Online-Werbemöglichkeiten müssen zwangsläufig erweitert werden.

Also muss weiter an der Akzeptanz von Blogs gearbeitet werden. Einer der Vortragenden der Blogvermarktungssession sagte sinngemäß, dass er auch “tote” Blogs kauft und mit Werbung bestückt, denn “Werbung, die irgendwo steht, wird auch von irgendjemandem wahrgenommen”. Und je häufiger man ein Markenlogo sieht, umso eher hat man es im Kopf. Dazu muss man kein Werbefachmann sein. Firmen könnten also auch Bannerplätze oder Textlinks in Blogs mit einigen hundert Lesern täglich kaufen. Dass man die anderes vergütet als Blogs mit Millionen von Klicks, ist klar. Aber so können sich Blogger Zeit für mehr Blogbeiträge kaufen. Denn professionelles Bloggen ist ein Fulltimejob.

So wie ich momentan blogge, nämlich, wenn ich Lust dazu habe, oder mit höherer Frequenz und höherwertigem Content, wenn ich wieder mal versuche, ob sich die Einnahmen nicht doch irgendwie steigern lassen, kann ich natürlich kein Einkommen erwarten, das dem eines Managers entspricht. Aber ich bekomme auch nicht annähernd so viel, wie eine Gelegenheitsputzfrau. Stundenlohn? Hier bitte hysterisches Gekicher einfügen (das könnt ihr auch im Hinterkopf behalten, wenn ihr mal wieder einen Schriftsteller fragen wollt, ob er vom Schreiben leben kann). Die Adsense-Einnahmen bei hoher und niedriger Veröffentlichungsfrequenz machen vielleicht vier Euro Unterschied im Monat aus.

Und Affiliate-Links?

Nachdem Google vor einigen Monaten seinen Algorythmus grundlegend änderte, sind einige six-figure-income-Blogger in den USA unsanft erwacht, weil ihre Adsense-Einnahmen so dramatisch zurückgegegangen waren. So haben sie ihre Strategie überdacht und vermehrt auf Affiliate-Links gesetzt, allen voran Amazon. Das mag vielleicht in den USA und hierzulande bei Elektronik-Testblogs ganz gut laufen, wie z.B. netbooknews.de. In meinen Blogs funktioniert es nicht. Und bei vielen anderen auch nicht. Ebenso wenig wie mit anderen Affiliate-Link-Anbietern, wo ich aus sicherer Quelle weiß, dass auch dort die Einnahmen deutlich zurückgehen, auch bei hochklickigen Blogs.

Sind die Deutschen werbemüde?

Das wage ich nicht zu beurteilen. Ich latsche so tunnelblickartig durch die Welt, dass ich ohnehin nur Dinge wahrnehme, die mir quer in den Weg springen und ich zwangsläufig drüber fallen muss. Ich bin also kein Maßstab. Aber ich weiß von anderen, dass sie manchen Bloggern den Klick auf z.B. einen Amazonlink einfach nicht gönnen. Echt. Da suchen sie lieber direkt auf Amazon. Unglaublich eigentlich. Und sooo deutsch. Vielleicht hat deshalb auch Flattr nicht so wirklich funktioniert, das Micropaymentsystem, das im Grunde die eingezahlten Beträge der daran teilnehmenden Blogger in der Blogosphäre einmal im Kreis umverteilt.

(Update v. 14.02.2013: Offenbar hat Flattr die Flaute überwunden, siehe Was ist eigentlich Flattr, und weshalb sollte man da mitmachen? Überhaupt scheint sich in den letzten Monaten in der Sichtweise zum bezahlten Bloggen einiges zu bewegen, wie auch die Diskussion um die Unterscheidung von Blogger und Branded Content-Autor zeigt)

Ich habe insgesamt den Eindruck, dass das Grundproblem in diesem Land eher im Nicht-gönnen-Können liegt. Im Gegensatz zu vielen anderen Bloggern verlinke ich tatsächlich auf interessante Blogbeträge von Bloggern, auch und gerade, wenn sie im selben Segment bloggen. Viele andere tun das nicht. Extremer Linkgeiz herrscht hierzulande, dabei lebt das Internet von Verlinkung, sonst wäre es doch kein Netz sondern ein Haufen von parallel verlaufenden Einbahnstraßen.

Das ist auch so einne Binsenweisheit, aber offenbar kann man es ja gar nicht oft genug sagen. Wenn mir ein Blog gefällt, kommt es auf meine Blogroll. Gerade auf bauerngartenfee.de ist es auch gleichzeitig eine Erinnerungsroll, damit ich nicht vergesse, wo ich gerne vorbeischaue. Das sind die Links, die man setzen sollte, ebenso wie Links auf bestimmte Blogbeiträge.

Linktausch? Najaaa…

Kommt dann aber jemand mit einem Linktauschangebot, ist es meist jemand, der etwas zu verkaufen hat und sich kostenlose Werbung erhofft. Ich bin durchaus auch Gabstbeiträgen gegenüber offen, sowohl bei mir im Blog als auch meine Beiträge woanders. ABER: Nicht, so lange ich damit wieder kostenlos für ein Produkt werbe.

Was ich auch dreist fand: Ich wurde um einen Linktausch gebeten. Ich verlinke normalerweise nicht auf Aufforderung, aber thematisch passten die Blogs ganz gut, auch wenn das jetzt nicht mein Lieblingsblog geworden wäre. Ich habe also die Seite in meiner Blogroll (in diesem Fall bei Treffpunkt Twitter) aufgenommen. Statt eines Backlicks kam der Blogger plötzlich mit einem Pagerankvergleich um die Ecke und forderte (!) deshalb einen zweiten Link zu seinem Blog, und zwar in einem viel geklickten Blogbeitrag. Den ich der VG-Wort gemeldet hatte und den ich nicht verändern werde, weil sonst der Zähler wieder auf Null gesetzt wird. Wer den Hintergrund nicht kennt: Damit ein Blogbeitrag bei der VG Wort (eine Art GEMA für Autoren) vergütet wird, muss er erst eine bestimmte Anzahl an Klicks erreichen.

Wie gesagt, ich verlinke normalerweise gerne, weil das ja auch wichtig ist, aber das war garantiert das erste und letzte Mal, dass ich auf ein Link"tausch”-Angebot eingegangen bin. Ich suche mir selbst aus, wen ich wie verlinken möchte. Und zwingen lasse ich mich zu gar nichts. Das hat mit dem oben von mir erwähnten Linkgeiz auch nichts zu tun, sondern damit, wie Menschen miteinander umgehen.

Wenn ich also in einem Blog ein interessantes Posting entdecke, werde ich auch weiterhin dafür sorgen, dass es in einem meiner Blogs erwähnt und verlinkt wird. So, wie es auch sein sollte.

Fazit

Wir haben also den Geiz der Gewerbetreibenden plus den Linkgeiz der Blogger. Beides ist nicht wirklich hilfreich, wenn man als Blogger in hoher Frequenz Qualität liefern möchte. Der Widerwillen gegen Werbung bei Bloglesern ist eine weitere Hürde, zumindest für die Blogger, die die Befürchtung haben, dadurch leser zu verlieren. Es muss dringend auf allen Seiten ein Umdenkprozess einsetzen, dann kann jeder davon profitieren. Die Werbewirtschaft findet neue Plattformen und vielleicht sogar neue FORMEN der Werbung. Die Blogosphäre wird um intressante Beiträge reicher, und auch kleine Blogs könnten wenigstens einen Teil ihrer Unkosten wieder einspielen.

Dazu wäre ein bisschen mehr Einigkeit und Großzügigkeit nötig.

Aber das kriegen wir hin, oder?

Grafik: © Petra A. Bauer, 2013



Flattr this

Was ist eigentlich Flattr und weshalb sollte man da mitmachen?

Zugeflauscht auf dem Affenfelsen

re:publica 12 Die Tage 2 und 3 der diesjährigen re:publica waren geprägt von Treffen am "Affenfelsen", den treppenförmigen Gebilden in der Mitte der großen Halle, die zum Meet & Greet mit alten und neuen Bekannten einluden. (Hier geht es zu Tag 1)

Montag, 07. Mai 2012

Natürlich habe ich auch einige Sessions besucht, aber die Zwischenzeit war geprägt vom Gespräch mit netten Menschen. Und nett waren sie echt alle (siehe ganz unten)!

Und die Stimmung war riesig:

Seifenblasen

V.l.n.r.: @babsannette @writingwoman  @claudine, abgeschossen von @Buchkolumne

Ich startete den zweiten re:publica-Tag mit Social TV – Trends and Visions. Es traf sich gut, dass ich sowieso noch nicht ganz wach war, denn im Prinzip war es eine Werbeveranstaltung für nacamar, die im Livestreaming-Sektor unterwegs sind. Der Vortragende, Uwe Schnepf, trat allen Ernstes in Anzug und Krawatte auf. Auf der re:publica! Kleiner Tipp: beim nächsten Mal vorher informieren, um was für eine Veranstaltung es sich handelt, zu der man eingeladen ist ...

Es wurde u.a. ein Second Screen vorgestellt, mit dem man sich auf dem Fernseher während einer laufenden Sendung, mit anderen Menschen austauschen kann, die gerade dieselbe Sendung sehen. Äääähm, gab es da nicht was ...?

socialTV

Danach ging ich zu Let’s streit - Wer darf mich wie tracken? mit Stephan Noller und Fallk Lüke. Eigentlich war das alles ganz unaufgeregt. Cookies scheinen eine relativ große Akzeptanz zu genießen und manche wünschen sich Anwendungsmöglichkeiten wie: “Wer mit diesem Hotel nicht zufrieden war, fand auch dieses und dieses Hotel scheiße” um sich vor unliebsamen Überraschungen zu schützen.

Auf Foodblogs - Verfall oder Rettung der Esskultur hatte ich mich schon vorher gefreut - nicht nur, seit meine Tochter angefangen hat zu foodbloggen.

foodblogs1

Die Runde, bestehend aus Stevan Paul, Sebastian Dickhaut, Nicole Stich und Vijay Sapre, wurde sympathisch moderiert von Inés Gutiérrez, den meisten vermutlich besser bekannt als Kaltmamsell. Ob bloggende Köche, die Kochbücher schreiben, kochende Blogger, die Kochbücher schreiben, bloggend kochende Zeitungsherausgeber - alle lieben was sie tun. Die Blogger können allerdings wieder mal nicht davon leben, siehe mein Posting zu Tag 1 (Sascha Pallenbergs Session).

foodblogs2

V.l.n.r.: Vijay Sapre, Sebastian Dickhaut, Inés Gutiérrez, Nicole Stich, Stevan Paul.

Interessant: Die einen essen besser und bewusster, seit sie foodbloggen, die anderen haben vor lauter Arbeit weniger Zeit gut zu essen. Das war zu befürchten ;-)

Den Rest des zweiten Tages verbrachte ich mit Gesprächen am Affenfelsen und begann den nächsten Tag mit einer Veranstaltung zum Thema Blogvermarktung. Nix Neues, keine neuen Ideen. Werbemöglichkeiten in Printmedien werden weniger, so dass die Werbewirtschaft die Blogger entdeckt hat, und einige setzen sogar mehr auf die Relevanz des Blogs als auf die Reichweite.

Dazu habe ich hier eben aus besonderem Anlass (jemand wollte mal wieder ein Gratis-Posting) eine Menge geschrieben, jedoch verdient dies eindeutig einen eigenen Blogbeitrag, daher habe ich es hierhin ausgelagert: Geld verdienen mit Blogs in Deutschland.

Soylent Green, äh, the Internet is people! war ein unterhaltsamer Vortrag von Felix Schwenzel, u.a. darüber, dass Kontrollverlust bereits bei der Bratwurst beginnt und Realität und Virtualität eigentlich dasselbe sind.

Ein echtes Highlight war der Auftritt von @Regsprecher, dem Regierungssprecher Steffen Seibert, der sehr locker über die Social Media Nutzung der Bundesregierung sprach und dabei “mehr Sympathiepunkte für die Regierung gesammelt hat, als diese in den letzten gefühlt hundert Jahren”, wie e13KiKi im Hinausgehen feststellte.

Lobend erwähnen möchte ich die Indische Lammcurry-Suppe, die das Catering gezaubert hat - ein großer Napf für 3,- Euro und noch leckerer als die Gulschsuppe an Tag zuvor. Alle Helfer und sogar die Leute von der Security machten einen total entspannten Eindruck, wie in jedem Jahr bisher. Vielen Dank dem Team um Johnny Häusler, das “meine” bisher beste re:publica (es war meine dritte) auf die Beine gestellt hat. Die Location wünsche ich mir fürs nächste Jahr wieder, mitsamt Affenfelsen und den floating Monoblocks, die man überall mit hin nehmen konnte und so IMMER einen Sitzplatz bekam, egal wie voll die jeweilige Veranstaltung war. Station-Berlin schon deshalb (abgesehen von meinem Nostalgieflash, weil ich dort vor über 25 Jahren Pakete von Zühgen in Rollcontainer gepackt habe), weil nebenan dieses geniale Parkhaus Gleisdreieck liegt, sodass ich ohne Parkplatzsorgen dort aufschlagen konnte. Der gleichnamige der U-Bahnhof ist noch näher. Es muss echt nicht immer Mitte sein - Berlin hat auch andere Bezirke :-)

Und diese Idee ist gut:

augmentedreality

aber ich werde mir wohl doch der Einfachheit halber einen Satz T-Shirts mit meinem Twitternamen anfertigen ;-)

Rund 4.000 Menschen nahmen an der re:publica 2012 teil, und ich konnte nicht mal mit 1% von allen reden. Manchmal reichte es gar nur zu einem “Wir sehen uns noch!”  Wer sich sicher ist, mit mir geplauscht zu haben und sich auf folgender Liste nicht findet, möge nicht beleidigt sein - mein Gedächtnis ist saumäßig. Oder ich kannte den Namen nicht. Ich bin eh schon stolz, dass mir so viele wieder eingefallen sind. Beim nächsten Mal mache ich die Liste gleich vor Ort *g* Auf jeden Fall habe ich mich gefreut, mit euch allen IRL das Blogger-Klassentreffen 2012 zu zelebrieren ;-)

CU next year!

 

 

 

“Wir müssen reden!”

re:publica 12Neue re:publica, neue Location - und doch bleibt alles beim Alten. Eindrücke vom ersten Tag der re:publica 2012.

Mittwoch, 02. Mai 2012

Friedrichstadtpalast und Kalkscheune platzten bei der re:publica 2011 endgültig aus allen Nähten, und so findet das gigantische Bloggertreffen in diesem Jahr erstmals dort statt, wo ich rd. 25 Jahre zuvor als Studentin Pakete aus Zügen und von Rutschen hievte, um sie letztlich in Rollcontainer mit der passenden Postleitzahl für die Weiterreise zu verteilen: Station-Berlin, ehemals bekannt als Postamt 77, größter Paketumschlagplatz Deutschlands.

Das alte Paketamt in der Luckenwalder Straße macht sich sehr prima als Standort der #rp12. Kompliment an die Veranstalter. Um uns aber nicht gleich zu sehr zu verwöhnen, gab es zumindest kein WLAN. Das heißt, theoretisch gab es das schon, es wollte nur nicht mitspielen. Kennen wir alles aus der Kalkscheune, gehört offenbar zur re:publica dazu. Schwamm drüber.

Die erste Session, die ich besucht habe, war Der gläserne Künstler in der ein Musiker und seine Band (beim Label Audiolith)minutiös vorgerechnet haben, was sie in einem Jahr verdient und ausgegeben haben. Nicht überraschend, dass es erschreckend wenig war. Überraschend indes die strahlende Reaktion der Musiker: “Wenig? Das ist doch nicht wenig!” Alles eine Sache der Sichtweise also, und die Jungs haben offenbar ihren Spaß. Schade nur, dass es bei so viel Künstlerfreude auch insgesamt nicht besser werden wird mit den Gagen und Honoraren. Nicht falsch verstehen: Ich bin absolute Verfechterin von kreativen Jobs, die so richtig Spaß machen. Ich bin schließlich nicht umsonst Autorin. Aber so lange wir uns alle selbst ausbeuten um unseren Job auch tun zu dürfen, dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn wir weiterhin unterirdisch bezahlt werden.

Die Überschrift dieses Postings bezieht sich übrigens auf einen Satz aus der Session von Sascha Pallenberg, der sinngemäß sagte: “In jedem Jahr komme ich vollkommen euphorisch von der re:publica zurück. So viele Blogger, so viele tolle, neue Ideen! Und dann ist drei Wochen später die Luft wieder raus. Wir müssen reden!” Und dann zeigte er den Unterschied zwischen US-Bloggern und deutschen Bloggern auf, der in der Tat sehr ernüchternd und auf deutscher Seite von Neid geprägt ist. Und wenn ich Diskussionen von deutschen Bloglesern mitbekomme, die Blogs meiden, die “so kommerziell aussehen. da kam sogar das Wort ‘Shop’ vor!”, kann ich mir auch nicht vorstellen, wie Blogs hierzulande jemals die Bedeutung bekommen sollen, die ihnen zusteht. Zumal man ja auch nicht mal eben - Zitat von Sascha aus dem letzten Jahr - zwischen Tagesschau uns Wetterbericht bloggen kann und dann glaubt, man könne damit etwas werden. Bloggen ist ein Fulltimejob. Und so lange es in Deutschland schwierig bis unmöglich ist, allein mit dem Bloggen ein Einkommen zu generieren, das es überhaupt ermöglicht diesen Fulltimejob auszuüben, so lange wird es schwierig sein, außerhalb der Blogosphere (oder sogar nur innerhalb) als Blogger wahrgenommen zu werden. Soll heißen, so manchem Blog, das erfolgreich startete, ist die Luft ausgegangen. Sei es aus finanziellen Gründen oder aus Mangel an Wertschätzung.

“Wir müssen handeln!”, möchte ich dagegen den Frauen zurufen, die immer noch darüber diskutieren, wieviel Zuspruch sie sich von ihren Freundinnen geben lassen mussten, bis sie sich überhaupt auf ein Podium trauen. Immer noch wird über Frauenquote und Feminismus geredet, während gleichzeitig ein irrationaler Respekt vor Dingen herrscht, über die man einfach nicht mehr nachdenken sollte, wenn man in der Gesellschaft ernst genommen werden will. Stellt euch bitte mal einen Mann vor, der sagt: “Ich habe ein wichtiges Thema, über das ich echt gerne reden würde. Aber dann müsste ich mich ja da vorne aufs Podium stellen und vor Menschen reden.” Und dann nehmen ihn seine Kumpels alle ganz fest in den Arm und sagen: “Markus, das schaffst du schon, wir stehen alle hinter dir.” Kennt ihr so einen? Ich nicht. Männer bereiten ihren Vortrag vor, atmen ggf. einmal tief durch, treten aufs Podium und sagen, was sie zu sagen haben. Oder vielleicht haben sie auch mal zittrige Knie oder innere Widerstände, aber dann ist das eben so und sie machen das nicht zum Thema ihres Vortrags. Es sei denn, es wäre Comedy.

Selbstverständlichkeit und Professionalität hatte ich inzwischen auch bei Frauen erwartet, damit man sich mal Inhalten widmen kann. Leider kam ich mir vor, wie bei Steinzeitwebgrrls reloaded. Ich glaube daran, dass es Zeit wird, endlich Selbstbewusstsein zu entwickeln. Männer und Frauen sind unterschiedlich, ticken anders, so wird es immer sein, und ich halte es keineswegs für erstrebenswert, alles aneinander anzugleichen. Männer haben vor langer Zeit gelernt, ihre Fähigkeiten zu ihrem Vorteil zu nutzen. Die nachwachsende Frauengeneration tut dies anscheinend noch immer nicht. Und das finde ich erschreckend. Oder vielleicht bin ich auch einfach bloß enttäuscht, dass sich so gar nichts entwickelt hat. Der Netzwerkgedanke ist toll und prima, und auch mein bestes Netzwerk besteht ausschließlich aus Frauen. Allerdings ohne dass das ständig thematisiert werden muss und das Wort “Feminismus” ist in diesem Zusammenhang auch noch kein einziges Mal gefallen.  Weil es nicht nötig ist, wenn man unverkrampft an die Sache herangeht. Nix für ungut.

Beinahe hätte ich die interessante Selfpublishing-Session vergessen zu erwähnen, in der einmal ziemlich wertfrei über unterschiedliche Methoden des Selfpublishing gesprochen wurde, sei es Print oder eBook. Wolfgang Tischer, Leander Wattig, Johnny Häusler, Sebastian Posth, Ulrike Langer und Nicole Sowade hatten ziemlich kluge Dinge dazu zu sagen.

Ich habe auch viele Leute (wieder) getroffen, viele andere dagegen im Gewühl der 4.000 gar nicht gefunden, aber dazu mehr im nächsten Posting.

Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

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