Blick in den SPIEGEL

In den Spiegel schauen und sich selbst sehen - normal? Nicht wenn es sich um die Kulturbeilage des SPIEGEL handelt. Der SPIEGEL brachte am 27.4.2009 vorab exklusiv Auszüge aus dem Interview, das Sie nun hier in voller Länge lesen können.

Montag, 27. April 2009

SPIEGEL: Waren Sie schon online präsent, bevor Sie einen Verlag hatten?

Petra A. Bauer: Ja, lange vorher. Die ersten Buchveröffentlichungen hatte ich im Jahr 2004. Im Internet tummle mich seit 1997 und hatte 1998 meine erste private Homepage. Damals hatte ich mir selbst HTML beigebracht und viel herumexperimentiert.

Das Netz faszinierte mich schon, als ich bei Freunden eine DFÜ-Anlage gesehen hatte. Das war so eine, bei der man noch einen Telefonhörer auf das Modem legen musste. Das wollte ich auch, aber damals - mitten im Studium - fehlte das Geld für Computer. Ich wusste jedoch damals schon, dass ich irgendwann ebenfalls auf der Datenautobahn fahren würde, weil Kommunikation einfach eine tolle Sache ist.

Ich habe mich schon immer sehr gerne mit anderen ausgetauscht. Als Kind hatte ich Brieffreunde in der ganzen Welt. Im Grunde ist mein Spaß an der Kommunikation im Web nur eine logische Folge daraus. Zum professionellen Schreiben kam ich letztlich durch die Kommunikation auf Mailinglisten. So bekam ich die ersten Text- und Buchaufträge, ohne aktiv zu akquirieren.

Seit über sechs Jahren blogge ich, seit zwei Jahren habe ich einen äußerst aktiven Twitteraccount (@writingwoman). Im November 2008 habe ich mithilfe von Blogwork meine Website komplett relaunched. Die Webdesignerin Carola Heine kennt mich schon länger und konnte das Portal genau auf meine Bedürfnisse zuschneiden.

So verbessere ich meine Online-Präsenz immer weiter.


SPIEGEL: Wie wichtig ist die Online-Präsenz für Ihr Eigenmarketing?

Petra A. Bauer: Sehr wichtig. Über mein Portal www.writingwoman.de finden mich
Leser, Kollegen, Fernsehredakteure, Auftraggeber und Verlage. Ich werde auch schnell gefunden, weil ich schon so lange online und dementsprechend gut platziert bin.

Und auch die restliche Internetpräsenz in Foren und - noch viel wichtiger - auf den social network Plattformen spielt inzwischen eine wesentliche Rolle. Interessanterweise habe ich sowohl mit dem Bloggen als auch mit dem Twittern just for fun angefangen, ohne damit bewusst Selbstvermarktung betreiben zu wollen.

Ich habe Spaß am Spielen, mag aber keine sinnfreien Spiele. Mein Spielzeug ist das Internet und die Möglichkeiten des social networking. Selbstmarketing wurde es in dem Moment, als ich z.B. auf Twitter gefragt wurde: “writingwoman, was schreibst du denn so?”. Dann habe ich darauf geantwortet. Ich mag keine Aufdringlichkeiten. Leider fallen gerade bei Twitter Neulinge gerne mit der Marketing-Tür ins Haus.

Meine Webdesignerin hat mal den treffenden Satz gesagt: “Das Internet geht nicht mehr weg.” Also muss man langfristig denken. Durchsetzen werden sich diejenigen, die dabei bleiben, aktuell bleiben, für frischen Content sorgen.


SPIEGEL: Wie viel Zeit stecken Sie in Ihre Internet-Präsenzen?

Petra A. Bauer: Ein bis zwei Stunden täglich, vorsichtig geschätzt. Seit dem Relaunch ist es zeitintensiver geworden, weil ich neben dem Autorenblog auch andere Blogs betreibe, Treffpunkt Twitter zum Beispiel oder bauerngartenfee.de.

Die Videos für das Gartenblog und die Fotodokumentationen sind natürlich pure Zeitfresser. Außerdem recherchiere ich viel nebenher. Und twittere immer mal wieder, wie es gerade passt. Ich muss nur alles gut dosieren, denn auch die Manuskripte müssen geschrieben werden. Das ist jedoch eine völlig andere Art kreativ zu arbeiten, bei der ich viel störanfälliger bin.

Unterm Strich arbeite ich genauso viel, wie andere, die täglich in ein Büro fahren und angestellt arbeiten. Was ich jedoch an meiner Arbeit schätze: Ich bin zu Hause für meine Familie immer greifbar, und ich kann selbst bestimmen, was ich wann bearbeite. Das würde ich für keine Festanstellung aufgeben.


SPIEGEL: Entsteht dort eventuell gar etwas wie ein “Nebenwerk”?

Petra A. Bauer: Da bin ich sogar ziemlich sicher. Ich habe meinem Agenten dazu auch schon eine Idee unterbreitet, die er gerne weiterverfolgen möchte. Nun muss ich sie “nur noch” ausarbeiten. Aber wer weiß, was noch alles daraus entsteht, denn wie oben bereits gesagt: Ich denke langfristig im Netz.


SPIEGEL: Bekommen Sie online viele Feedbacks Ihrer Leser?

Petra A. Bauer:  Durchaus. Allerdings kommentieren die wenigsten direkt im Blog. Etliche schreiben mich per Mail an. In letzter Zeit kommt das Feedback vor allem über Twitter, manchmal auch über Facebook, XING oder youtube. Man kann mich ja auf sehr vielen Kanälen erreichen.

Und natürlich reagiere ich auf das Feedback - falls es mir nicht versehentlich durchrutscht. Auch das kommt natürlich vor und ist nicht böse gemeint.


SPIEGEL: Beeinflussen solche Feedbacks Ihre Texte?

Petra A. Bauer: Da ich keine literarischen Texte online stelle, sondern Informationen biete oder aus meinem Schriftstelleralltag plaudere, beziehen sich die Kommentare auf den Inhalt der Postings, nicht auf den Stil oder die Form von Texten. Ich bin offen für konstruktive Vorschläge, d.h., wenn jemand einen besonderen Wunsch hat, worüber ich berichten soll, tue ich das gerne, wenn es ins Konzept passt. Aber die Form wird nicht davon beeinflusst. Ich unterliege schon genügend Beschränkungen, weil ich von einem Buchprojekt vorher natürlich nicht allzuviel verraten kann. Das wünschen die Verlage auch nicht.

SPIEGEL: Können Sie etwas anfangen mit dem Bild des einsamen Schreibgenies? Machen die Möglichkeiten des Internets Sie während der Arbeit weniger einsam?

Petra A. Bauer: Genie ist ein großes Wort, das nur wohldosiert angewendet werden sollte. Einsamer Autor trifft es eher, denn der Schreibprozess an sich ist eine einsame Tätigkeit - es sei denn, man schreibt grundsätzlich zu zweit, was ja auch vorkommt.

Doch ich bin alleine, wenn ich die Figuren ersinne, den Plot ausdenke und ebenfalls beim Formulieren der Sätze. Dabei hilft auch das Netz nicht. Dort kann ich mir höchstens sanfte Tritte in den Hintern abholen, wenn ich nicht in mein Manuskript hineinfinde. Und ich kann dort Gleichgesinnte treffen, die auch gerade nicht vorwärts kommen.

Gemeinsame Prokrastination macht dann tatsächlich weniger einsam. So ist das Internet mein virtuelles Großraumbüro, in dem ich bei einer Tasse Tee ein Schwätzchen mit Kollegen halte, oder auch Tipps austausche. Doch die eigentliche Arbeit am Manuskript bleibt trotzdem ein einsamer Akt.

SPIEGEL:  Lesen Sie Blogs anderer Autoren?

Petra A. Bauer: Gelegentlich, doch es wird immer mehr zur Zeitfrage. Außerdem habe ich mehr Blogs gelesen, als ich noch keine RSS-Feeds abonniert hatte. Die Feeds suggerieren, dass ich nichts verpassen kann - und dann sammeln sie sich oft ungelesen.

Wenn ich Zeit übrig habe (haha, schöner Scherz *g*), lese ich eher in Autorenforen mit und poste auch, aber auch das wird immer seltener, da ich aktuell bis über das Jahresende mit Projekten ausgelastet bin.

Unheimliche Begegnung der bärigen Art

Bald ist es wieder so weit: Networkingtreffen mit dem Lieblingsnetzwerk in der wendländischen Pampa! Eine Oase im Arbeitsalltag, auf die wir uns alle in jedem Jahr sehr freuen. Für 2009 waren alle Plätze innerhalb von elf Minuten ausgebucht.

Mittwoch, 22. April 2009

Fünfzig Frauen arbeiten in diesen vier Tagen jeweils sehr hart an ihrer beruflichen Weiterbildung. Spaß inklusive. Geradezu legendär ist auch die Rundumverpflegung im Seminarhaus: Vier äußerst reichhaltige Mahlzeiten pro Tag, sehr bio und so lecker, dass noch keine von uns diesem Kalorieninferno freiwillig entflohen wäre. Vor diesen Treffen eine Diät zu beginnen ist in etwa so sinnvoll, als würde man einen Garten frisch anlegen und anschließend eine Horde Wildschweine hindurchtreiben.

Abends, wenn wir uns gestatten, das Business hinten anstehen zu lassen, wird es gemütlich: Wir plaudern bis in die frühen Morgenstunden. Doch im letzten Jahr landete eines Abends eine Schüssel mit Gummibärchen auf einem der Tische. Falls Sie das für einen sprachlichen Lapsus halten, kann ich Sie beruhigen: Die Schüssel kam aus dem Nichts, wie ein Ufo. Niemand wollte es gewesen sein, keine von uns wollte die Verantwortung dafür übernehmen, und so kann ich mit vollem Recht von ‚landen’ sprechen. Fortan liefen die Gespräche in eine vollkommen andere Richtung:

A.: „Wir haben doch gerade erst gegessen!“ A. suchte sich ein rotes Gummibärchen heraus und reichte die Schüssel stöhnend weiter.

B: „Waah, stell die nicht zu mir, sonst ess ich die noch!“ B. nahm sich ein Gummibärchen, griff noch zweimal zu und schob die Schüssel nach links.

C: „Ich bin sooo satt!“ C. nahm sich ein Gummibärchen, ließ die Schüssel stehen und pickte sich immer wieder welche heraus. Nur weiße.

B. hatte inzwischen die leere Tüte entdeckt: „Da haben acht Stück SECHSUNDSECHZIG Kalorien!“

C.: „Ups, ich hatte deutlich mehr als acht!“ Sie brachte die Schüssel mit listigem Blick an den Nebentisch und wandte sich dem Büffet zu. „Furchtbar diese Fresserei hier immer!“ Sprach’s und nahm sich noch eine nächtliche Portion Kartoffelsalat. B. und A. taten es ihr nach.

Business as usual.

Sommer! - Zumindest in meinem neuen Manuskript

Und Liebe kommt auch drin vor :-) Keine kriminellen Verstrickungen, doch leicht hat es meine Hauptfigur trotzdem nicht.

Montag, 20. April 2009

Diesmal ist es also ein Frauenroman, den ich für Langenscheidt schreibe, nachdem ich kürzlich den dritten Mädchenroman beendet hatte.
Der Schwierigkeitsgrad ist A2, das Buch ist also für Menschen, die einfache englische Sätze verstehen. Und natürlich gibt es wieder Vokabelangaben. Aber - und das unterscheidet die Lernlektüren für Erwachsene von den Kinderkrimis und Mädchenromanen - es gibt zusätzliche Übungen, die direkt mit dem Text korrespondieren. Für die Übungen ist jemand anders zuständig - ich liefere das zweisprachige Manuskript.

Wie immer ist der Fließtext deutsch und der größte Teil der Dialoge ist in englisch geschrieben, wobei sich das Englisch logisch aus dem Zusammenhang ergeben muss, damit es nicht aufgesetzt wirkt.

Meine Protagonistin Annika hat Berlin im Flieger verlassen und ist nun in einer wunderbaren Stadt angekommen, wo sie sich gleich mehreren Herausforderungen stellen muss - menschlich und beruflich.

Das Buch wird im Herbst 2009 erscheinen.

Wladimir Kaminer

"Ich bin fest davon überzeugt, dass es, für einen der schreiben will, das wichtigste ist, sein Thema zu finden und einen Zugang zu diesem Thema." Am Osterwochenende war Wladimir Kaminer in der Textmanufaktur in Leipzig. Ich auch.

Freitag, 17. April 2009

Dass das Seminar “Humor in der Literatur” über Ostern laufen würde, hatte ich zu spät bemerkt, und so durfte der Liebste diesmal zu Hause am Ostersonntagmorgen durch den Garten hoppeln, während ich mich in Leipzig befand.

Ich hatte Wladimir Kaminer zuvor noch nie live erlebt. Seine Sichtweise auf Literatur ist sehr erfrischend, und die Gedanken philosophisch.
André Hille von der Textmanufaktur hat Wladimir Kaminer einige Fragen zu seinem Autorendasein gestellt.

Wladimir Kaminer liest auf seinen Lesungen übrigens immer neue Texte. Die alten könne man ja in seinen Büchern nachlesen. Solltet ihr die Gelegenheit haben, ihn auf einer Lesung zu erleben, lasst euch das also nicht entgehen.

Als er am Bahnhof aus meinem Auto stieg, wünschte er mir viel Erfolg. Ich ihm auch :-)

Link:
Es war gar nicht komisch gemeint, aber alle lachten. Interview mit Wladimir Kaminer

Wieder ein Manuskript fertig

Nach San Francisco Love Affair und Heart of Glass ist nun der dritte Band meiner Langenscheidt-Mädchenromane der Girls in Love-Reihe fertig geschrieben.

Samstag, 04. April 2009

Die Überarbeitete Version ist aktuell wieder im Lektorat, und ich vermute, es sind höchstens noch Kleinigkeiten zu ändern oder zu ergänzen. Sobald ich Näheres verraten darf, werde ich das natürlich tun.

Genauer gesagt hoffe ich wirklich, dass nciht mehr viel daran zu machen ist, weil ich nahtlos im Anschluss an das Manuskript gerade einen drigenden Textauftrag bearbeite und noch ein weiteres Buch (diesmal ein Frauenroman für Langenscheidt) mit der Deadlinekeule droht.

Das restliche Leben habe ich dann mal auf später verschoben ;-)

Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

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