Begegnungen

Mittwoch, 19. September 2007

Wie, Sie kennen Wolfgang Schindler nicht? Der war mal bei 'Wetten dass….' und 'Außenseiter Spitzenreiter', jawohl. Und zwar, weil er jede noch so winzige Straße in Berlin mitsamt Postleitzahl kennt und beschreiben kann, wo sie liegt.

Also, nicht, dass ich ihn gekannt hätte. Ich habe ihn heute kennen gelernt. Ich wollte ihm nämlich einen Sitzplatz anbieten, dem alten Herrn, in der S-Bahn, als ich mit rd. 50 Kindern und 2 Lehrerinnen unterwegs zum 'Theater an der Parkaue' war, 'Krabat' schauen von Otfried Preussler.
Er wollte den Sitzplatz nicht. Sagte, er wolle anstatt zu sitzen lieber reden, und ob wir ihn nicht aus dem Fernsehen kennen würden.

- Nein, nicht wirklich.

Und dann folgte obige Information. Anschließend verlangte er unsere Straßennamen zu wissen und beschrieb alles minutiös und genau richtig. Keine Straße war ihm unbekannt. Währenddessen schmunzelten die Menschen in der S-Banh sich gegenseitig an. Es war eine äußerst freundlich Stimmung. Am Ende ließen sich die Kinder von Herrn Schindler Autogramme auf ihre BVG-Fahrscheine geben.

Umsteigen.

Mein jüngstes Kind war bereits in der S-Bahn und beugte sich zu einem jungen Hund hinunter. Mein Kind liebt Tiere und wollte sich offenbar in die Nähe des Hundes setzen. Der Hundebesitzer ging sofort auf sie los, schob sie weg, pöbelte sie an, woraufhin ich die Kleene natürlich verteidigte. Der Besitzer hate einen 3-Tage-Bart auf dem Kopf (vermutlich war der Glatzen-Rasierer kaputt), und hatte auch sonst alle Attribute, die das Vorurteil "rechte Ratte" in meinem Hirn aufblinken ließen. Sorry, so ist das eben, ich bin auch nur ein Mensch.
Er solle mein Kind in Ruhe lassen verlangte ich. Er pöbelte herum, er wolle nicht Schuld sein, wenn sie gebissen würde. Ich weiß nicht, weshalb das nette Hundchen dies hätte tun sollen, wenn ich ehrlich bin. Es sei denn, er hätte das Tier auf mein Kind gehetzt, und er sah aus, als hätte er genau dies eigentlich gerne getan. Ich riet ihm, den Hund dann nächstens nicht ohne Maulkorb in öffentlichen Verkehsmitteln zu transportieren. Als "Antwort" (irgendwie hatte ich jeweils Probleme, seine Erwiderungen als sinnvoll einzuordnen) bekam ich, das sei doch ein junger Hund, ob ich das nicht sehen würde.
Aha. Es gibt offentbar keine Maulkörbe in Hundekindergrößen oder was?

Er stieg dann bald aus, und das letzte, was er sagte war: "Scheiß Pädagogen!"

Tja, nur, dass er da bei mir an der falschen Stelle war, denn - was bin ich froh! - ich bin nicht für die 50 Kinder verantwortlich, sondern nur für vier. Und davon waren auch nur zwei dabei.

Wenigstens war die 'Krabat'-Inszenierung sehr schön, wenn auch das Ende ein wenig einfallslos war. Ein Kuss. Ein dramaturgisches No-No, wie ich finde. Ansonsten aber alles sehr rund und für die Kinder verständlich (mal abgesehen davon, dass sie Gevatter Tod nicht als solchen erkannt haben, wie ich auf einem Klogespräch mithören konnte).

Insgesamt ein interessanter Vormittag, der mir zum wiederholten Male bewies, dass die Dichte der Irren stetig zunimmt, je mehr man sich der Innenstadt nähert ;-)

Sei's drum.

Horrorszenario

Dienstag, 18. September 2007

Eben im -> Fischmarkt gefunden: -> Eine Firma, die glaubt, Videostreamingmails wären die Kommunikation der Zukunft.

Ich hoffe, dass die Leute sich irren. Textmails kann man querlesen. Viele lösche ich schon beim Blick auf den Betreff. Aber wenn so eine Videomail nun einen Betreff hätte, der in meinen Interessensfocus fällt, und mich sülzt da irgendein Schnulli voll, der mir noch mehr Zeit klaut, als das Lesen einer Mail erfordern würde - also da ginge ich die Wände hoch. Auch sehr putzig, das Beispiel im Video, in dem der Mitarbeiter einer Motorradbude dem Kunden wortreich erklärt, dass die bestellten Teile jetzt da wären. Mehr Arbeit für die Firma und mehr Arbeit für die Kunden.

Außerdem ist der Effekt der gesteigerten Aufmerksamkeit für ein Produkt oder eine Dienstleistung nur so lange messbar, wie nicht jeder Depp auf diesen Zug aufspringt. Aber die Vorstellung, nur noch solche Mails zu erhalten, lässt meine Fußnägel sich zu fröhlichen Kringeln verformen.

Bitte verschont uns!!!

Montag, heute ohne Motivation

Montag, 17. September 2007

Dieser Montag war ein echter. Oder ist - schließlich ist er noch nicht vorbei.
Er kündigte sich bereits gestern höchst PMSig an (dabei konnte das gar nicht sein), und wesentlich besser war meine Laune dann heute auch nicht.
Ich sage nur: Steuererklärung und Zahnarzt.

Ein Lichtblick, dass ich durch meine inzwischen doch sehr sparsame Bloggerei mitbekomme, dass ich offenbar doch etliche Stammleser habe, z.T. bekannt, z.T. noch nicht. Freut mich euch kennenzulernen :-)

Und nun werde ich den Restmontag angehen. Mit Rüsselgefühl von der zahnärztlichen Betäubung.

Ja, es gibt mich noch :-)

Montag, 10. September 2007

Nachdem ich nun schon besorgt angerufen wurde, ob etwas passiert sei, weil ich so lange nicht gebloggt hatte, melde ich mich doch mal wieder. Ich weiß, ihr seid im Prinzip tägliche Postings gewöhnt, aber hier war zwischendurch einiges an Trouble. Wir hatten einen kleinen eigenen Krimi im erweiterten Familienkreis und das hatte ziemliche Auswirkungen auf uns und auf meine Zeit. So sehr, dass ich vorsichtshalber den Erscheinungstermin des Krimis verschoben habe, weil ich nicht sicher war, ob ich in absehbarer Zeit wieder zum Schreiben kommen würde. Es hat sich einigermaßen rasch gelöst, aber das war vorher nicht absehbar. Und irgendwie hab ich seit dem Urlaub eine leichte Rechneraversion…. Grusle mich vor Emails, you know. Weil es einfach zuviele sind. Und zum Bloggen fehlte auch die Power.
Statt dessen hab ich die Power in den Wald getragen. Mrs. Unsportlich ist am Rumrennen, erst 2 km, am übernächsten Tag schon 4 km. Die längste Strecke, die ich je ohne Pause gejoggt bin. Es macht totalen Spaß und ich muss mich gar nicht zwingen, wie bei meinen anderen Versuchen immer, sondern im Gegenteil, ich muss mich beherrschen nicht jeden Tag die Wildschweine zu erschrecken *g*

Mir geht's jedenfalls gut :-)
Danke der Nachfrage.

Ach übrigens: Gestern bin ich nach dem Joggen an der Havel spazieren gegangen, weil das Wetter so super war. Sonne, Wind, der spezielle Geruch nach Wasser, das Rauschen des Schilfs, das Quietschen der Boote am Steg… Ich hab mir die Finger wund fotografiert. Unglaublich, dass das Berlin ist:

Hier möchte ich einfach nur sitzen und schreiben. Gehört mir aber leider nicht.

Reisetagebuch Südfrankreich (3)

Montag, 10. September 2007

Dienstag, 7.8. 2007
Am Morgen war es grau, kalt und regnerisch. Wir haben gechillt, soll heißen, der Liebste hat seinen nagelneuen Nintendo DS Lite mit Sudoko gequält, ich habe gelesen und mir außerdem Notizen zum Krimi gemacht. Die Kinder haben geschlafen, gelesen gespielt. Nachmittags sind wir zum Golfplatz gelatscht und haben für den nächsten Tag eine Tee-Time (Für die Nicht Golfer, es handelt sich um die Zeit, an der wir unsere Golfrunde starten werden, nicht um den 5 'o clock tea *g*) ausgemacht: 14:28 Uhr.. Versteh einer die Franzosen.
Mittlerweile wurde es wärmer, und die Kinder waren froh, als wir zurück waren, weil sie dann endlich den Pool stürmen konnten. Ich mache mir nicht allzu viel aus kaltem Wasser. Bisher haben nur meine Beine was vom Pool gesehen :-)
Statt dessen habe ich mir das Notebook geschnappt und mich auf die Terrasse gesetzt. Ich sprudle gerade vor Ideen über und muss das ausnutzen. Das habe ich v.a. der Tatsache zu verdanken, dass ich hier keine Internetverbindung habe. Das Haus ist ziemlich dürftig bis gar nicht ausgestattet, und so gibt es auch keinen Sonnenschirm. Wegen der Sonne musste ich mir also ein Zelt für das Notebook bauen:

Die Nachbarn schauen von ihrer Terrasse aus sehr skeptisch herüber, weil sie nicht sehen, was unter dem Zelt verborgen ist, hihi. Immer diese verrückten Deutschen, denken sie wohl ;-)

21:04 Uhr. Abendessen und ein Fläschchen Rotwein liegen hinter uns. Der Wind hat aufgefrischt, ein bleigrauer Himmel liegt über uns, und es ist wieder für Anfang August und Mittelmeer viel zu kalt. Irgendwie haben wir mit der Mediterranean Sea kein Glück. Schon im letzten Jahr Ostern in Ligurien bzw. an der Cote d'Azur war es kälter, als man von dieser Gegend gewöhnt ist. Meine Sippe spielt unten auf der Straße mit anderen Deutschen Fußball. Auch der Liebste ist als einziger Erwachsener dabei. Ich blicke auf die im spanischen stil gehaltenen Häuser unseres umzäunten Touri-Ghettos hinunter und friere ein wenig vor mich hin, während ich den Krimi weiterschreibe. Ich sehe es hier nicht als Arbeit an; ebenso gut könnte ich ja lesen, was ich zwischendurch auch tue. Genaugenommen habe ich nach drei Tagen mein erstes Buch bereits durch. Wie immer, stimmt es mich traurig, die sympathischen Figuren zu verlassen. Weiß gar nicht, ob ich noch ein Buch mit habe. Könnte höchstens von den anderen was schnorren.

Der Wind passt eher an die Nordsee und pustet mir fast die Ohren weg, aber ich genieße es. Genieße das Zwitschern der Vögel, das Zirpen der Grillen und die Tatsache, dass ich nichts renovieren, aufräumen oder putzen muss. Kann dem föhlichen Geschrei der Fußballer lauschen und dem Geklicker meiner Notebooktasten. Das Schriftstellerleben ist schön. Ich verstehe jetzt, wieso so viele Autoren woanders so gerne schreiben, fernab von ihren üblichen Verpflichtungen.

Hatte ich erwähnt, dass ich in Béziers nicht mal ein Internetcafé gefunden habe? Hier hat jemand ein WLAN-Netzwerk, aber brav WEP-geschützt. Naja, besser ist das. So bin ich wenigstens nicht abgelenkt.

P.S: Habe später festgestellt, dass es kostenloses WLAN bei McDonalds gab. Hatte aber keine Lust mein Notebook auf die Ausflüge mitzuschleppen. Béziers ist ja doch rd. 10 km weg.

Mittwoch, 8.8.2007
Ich hätte so gerne schreiben wollen, aber wir waren den ganzen Tag auf dem Golfplatz und abends so tot, dass gar nix mehr ging.

Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

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