Leipziger Autorenrunde auf der Leipziger Buchmesse 2015

Auf der Frankfurter Buchmesse war ich länger nicht mehr, u.a. weil diese häufig mit den Herbstferien zusammenfällt und wir dann mit der Familie unterwegs sind. Aber Leipzig, das ist eine Stunde 45 mit dem Auto entfernt und deshalb bin ich eigentlich in jedem Jahr dort - oft auch mit dem einen oder anderen Kind. Aber diesmal war die Familie im Olympiastadion (wo ich eigentlich auch sein wollte, Hertha gegen Schalke) und ich habe am Messesamstag an der Leipziger Autorenrunde teilgenommen. Twitter Hashtag: #lar15

Sonntag, 15. März 2015

Glashalle bei der Leipziger Buchmesse 2015. Foto: Petra A Bauer

Glashalle bei der Leipziger Buchmesse 2015. Foto: Petra A Bauer

Bei der Autorenrunde gibt es unzählige Tische mit Referenten zu unterschiedlichen Themen und interessierte Autoren, die sich auf die Tische verteilen.

Ich habe mich als erstes an den Tisch von Emily Bold gesetzt, die über ihren Weg zum Thema Selfpublishing berichtet hat. Sie hatte pinkfarbene Kugelschreiber und ebensolche Labellos als Giveaway mitgebracht, weil sie ganz richtig festgestellt hat, dass Messeflyer mit all den anderen Messeflyern ungelesen im Altpapier landen.

Außerdem verriet Emily: “Ich bevorzuge beim Schreiben die Missionarsstellung!” Das bedeutet: Sie schreibt in Word und benutzt Papyrus Author nur zum Überarbeiten.

Beim Tischgespräch mit Emily Bold. Foto: Petra A. Bauer.

Beim Tischgespräch mit Emily Bold. Foto: Petra A. Bauer.

Während Matthias Matting von der Selfpublisherbibel an meinem zweiten Tisch über Neuigkeiten im Bereich des Selfpublishing sprach, habe ich meinen Selfie-Stick ausgepackt und einen Teil der Autorenrunde von oben fotografiert.

Ich habe mich gefreut, endlich auch Wibke Ladwig live und in Farbe kennenzulernen, die ich als @sinnundverstand schon lange verfolge. Ihr Thema war Show, don’t tell - Storytelling in Social Media Weil man als Autor ja nicht auf Facebook als allererstes mitteilt, dass man ein Buch geschrieben hat und das jetzt alles sofort kaufen müssen ;-)

Tischgespräch mit Wibke Ladwig. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Tischgespräch mit Wibke Ladwig. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Die nächste Tischrunde habe ich ausgelassen und mich stattdessen in die Hölle der vollen Gänge auf der Messe gestürzt. Ich weiß schon, weshalb ich sonst nie samstags zur Messe fahre ...

Übervolle Leipziger Buchmesse 2015. Foto: Petra A. Bauer

Übervolle Leipziger Buchmesse 2015. Foto: Petra A. Bauer

Ich wäre beinahe zu spät zur 15:00-Uhr-Runde gekommen, weil einfach kein Durchkommen war. Ich bin für Schnelläuferspuren ;-)

Ich habe mich auch sehr gefreut, Zoe Beck zu treffen, weil wir es in Berlin irgendwie nie hinkriegen, uns mal zu sehen. Sie sprach über die Position von Autoren in Verlagen und wie man diese verbessern kann.

Zoe Beck über die Position von Autoren innerhalb ihres Verlags. Foto: Petra A. Bauer 2015

Zoe Beck über die Position von Autoren innerhalb ihres Verlags. Foto: Petra A. Bauer 2015

Die letzte Runde bestritt meine DeLiA-Kollegin Britta Sabbag. Es ging um mein Lieblingsthema: “Warum Prokrastination für Autoren wichtig sein kann”. Nun weiß ich, dass Britta im Schlafanzug schreibt und dass sie einen geschwätzigen Briefträger hat, der ihr verriet, dass Eckhard von Hirschhausen ihm auch immer im Schlafanzug die Tür öffnet :-D

Es waren noch viele Kollegen dort, die ich zumindest dem Namen nach kannte. Mit einigen habe ich auch kurz geplauscht, bei manchen habe ich jetzt erst gesehen, dass sie auch dort waren. Ich kenne die genaue Teilnehmerzahl nicht, aber ich sage mal: sehr viele ;-)

Hauptorganisator war wieder Leander Wattig, der Initiator von Ich mach was mit Büchern und zig anderen tollen Projekten. Das Catering-Team hatte ein Herz für Biertrinker und so stießen Leander und ich auf eine gelungene Veranstaltung mit dem passenden Getränk an ;-) Nach so vielen Stunden konzentrierten Zuhörens war das echt prima :-)

Leander Wattig und Petra A. Bauer. Ich habe leider vergessen, nach dem Namen der Fotografin zu fragen. Danke!

Leander Wattig und Petra A. Bauer. Ich habe leider vergessen, nach dem Namen der Fotografin zu fragen. Danke!

Es war sehr inspirierend und motivierend und ich komme gerne im nächsten Jahr wieder. Seid ihr dann auch dabei? Oder wart ihr dort und wir haben uns nicht gesehen?

Liebe Grüße

Petra

Roh-Manuskript Stand 20. März 2015:


18 Normseiten, 4.719 Zeichen

No Angels

Nein, hier ist nicht die Popgruppe gemeint. Es soll heute allerdings um Geflügeltes gehen - einmal um das ALBATROS-Manuskript und dann um Engel. No Angels deshalb, weil ich es eigentlich mit Engeln nicht so habe.

Donnerstag, 05. März 2015

Zeichnung einer mir unbekannten Engel-Statue. Von Petra A. Bauer 2015

Zeichnung einer mir unbekannten Engel-Statue. Von Petra A. Bauer 2015

Gestern Abend lag ich im Bett und wollte meiner neu erwachten Lust auf Zeichnungen nachgeben. Ich finde Statuen toll zum Zeichnen, allerdings steht in unserem Schlafzimmer keine herum. Also gab ich “Statue” bei der Google-Bildersuche ein, und neben einem antiken Diskuswerfer und Nappi (ob Napoleon sauer geworden wäre, wenn ich ihn so nenne? Vermutlich hätte er mir den Krieg erklärt) entdeckte ich eine Engelstatue, die mich sofort fasziniert hat. Ich glaube, es war die Anmut und Erotik, die darin mitschwang. Außerdem finde ich Flügel toll.

Das Foto fand ich auf Deviantart bei neverfading_stock, wo ich den Engel inzwischen auch in anderen Posen fand und mich deshalb frage, ob es eine echte, große Statue ist, die ich da gezeichnet habe, oder einfach eine kleine Figur. Letztlich spielt es keine Rolle, denn es hat Spaß gemacht sie zu zeichnen, während nebenher Big Bang Theory lief ;-)

Zurück zu No Angels: Ich glaube nicht an die Existenz von Engeln, sondern halte die Däniken-Variante von Astronauten für tausend Mal wahrscheinlicher. Menschen, die fliegen. Fliegen? Das können doch nur Vögel! Also dichtet man den Menschen Flügel an und fertig ist der Engel. Aber dazu hat bestimmt jeder seine eigene Theorie.

Da ich Atheistin bin, glaube ich auch nicht an Schutzengel o.Ä. - bestenfalls im übertragenen Sinn. Und Esotherik regt mich auf. Ich mag einfach ästhetische Dinge und es kann durchaus passieren, dass ich diese oder andere Engel-Statuen weiterhin zeichne. Aber man möge mich bitte nicht für eine Engels-Gläubige halten.

ALBATROS

Nachdem das also geklärt wäre, kurz noch was zum Manuskript. Ich schrieb ja schon häufiger, dass im Projekt mit dem Arbeitstitel ALBATROS in keiner der zahlreichen Varianten je ein Vogel vorgekommen wäre (fragt mich bitte nicht, wie ich dann zu diesem Namen kam - ich weiß es nicht mehr).

Gestern fragte ich mich dann: “Warum eigentlich?” Und ab sofort kommt im Manuskript ein Vogel vor. Ein ganz besonderer Vogel, der mir jetzt schon viel Spaß macht. Dass ich darauf nicht viel früher gekommen bin!

So, nun aber weiter am Manuskript schreiben und ein bisschen Entrümpeln will ich auch noch.

Liebe Grüße

Petra

Roh-Manuskript Stand 4. März 2015:


14 Normseiten, 3.476 Zeichen

Kunstsalon am Dienstag bei Susanne Haun

Schon zum fünften Mal lud meine Freundin Susanne Haun zum Kunstsalon am Dienstag in ihr Atelier ein. Ich war zum ersten Mal dabei und von dem Abend sehr angetan. Die Schwerpunktthemen lauteten: Kunstsammlungen und ihr Verhältnis zu Blumenbildern bzw. Kunst und Ökonomie. Den Abend hat Ulli Gau mitgestaltet, die auch einige ihrer Fotocollagen mitgebracht hatte

Mittwoch, 04. März 2015

Skizze - Eindrücke vom Kunstsalon am Dienstag. Petra A. Bauer 2015

Skizze - Eindrücke vom Kunstsalon am Dienstag. Petra A. Bauer 2015

Susanne und ich kennen uns schon seit 1985. Vielleicht erinnert ihr euch an den Künstlerplausch, den ich mit ihr und Andreas Mattern gehalten hatte?

Obwohl wir nicht sehr weit auseinander wohnen (Reinickendorf und Wedding sind Nachbarbezirke), sehen wir uns trotzdem nicht so oft, wie es schön wäre (das haben wir nicht mal geschafft, als wir im selben Ortsteil wohnten), und so haben wir uns beide gefreut, dass es zu diesem Anlass geklappt hat. Es war recht voll rund um den Tisch (14 oder 15 Leute) - entsprechend lange dauerte die Vorstellungsrunde. Viele der Anwesenden hatten mit Kunst im weitesten Sinne zu tun: Theater, Literatur und Bildende Kunst. Viele interessante Sichtweisen zum Thema.

Susanne Haun eröffnet den Kunstsalon. Rechts: Ulii Gau. Foto: Petra A. Bauer

Susanne Haun eröffnet den Kunstsalon. Rechts: Ulii Gau. Foto: Petra A. Bauer

Nachdem Ulli Gau einiges über Blumen erzählt hat und die Bedeutung, die sie für sie selbst und andere (z.B. Rilke und andere Dichter) haben, startete Susanne die Powerpointpräsentation zum Thema Kunst und Ökonomie. Das Verhältnis Sammler / Künstler.

Kunst und Ökonomie. Das Verhältnis Sammler / Künstler.

Kunst und Ökonomie. Das Verhältnis Sammler / Künstler. Mir gefallen die Spektralfarben im Bild, die mein iPhone sich selbst ausgedacht hat. Die Wand war nämlich weiß.

Vieles war mir nicht bewusst, wie z.B. die Abhängigkeiten von Sammlern, Künstlern und dem gesamten Kunstmarkt. Man könnte meinen, Sammler dürfen einfach sammeln, was sie hübsch finden, ohne einen Schwerpunkt herauszuarbeiten. Schließlichist es meist ihr eigenes Geld, das sie dafür ausgeben. Doch das wird ihnen vom Kunstmarkt / der Kunstszene oft zum Vorwurf gemacht, sodass bunt gemischte Sammlungen im Ansehen fallen. Fallen können auch Künstler, und zwar sehr tief, wenn ein Sammler plötzlich alle Bilder des Künstlers auf den Markt wirft und lieber einen anderen Künstler sammelt.

Natürlich sind vor allem die großen Sammlungen gemeint, von wohlhabenden Privatleuten, Institutionen, etc. Kleine Privatsammler spielen keine wichtige Rolle, v.a. wenn sie auch noch kleine Formate sammeln, die wenig Geld kosten und einbringen.

Interessant auch, dass viele Künstler sich (und vor allem anderen) nicht eingestehen wollen, dass sie mit ihrer Kunst auch Geld verdienen wollen oder müssen. Es scheint bei den Künstlern verpönt zu sein, Kunst und Geld im gleichen Zusammenhang zu nennen. Doch ebensowenig wie Autoren und Musiker von Luftbouletten und Sonnenklößchen leben können, kriegen Künstler das fertig. Zwar können nur rd. 5% der Berliner Künstler auch wirklich von ihrer Kunst leben, aber auch die anderen Künstler malen sicher nicht, um ihre Bilder zu verschenken. Kunst und Ökonomie gehören untrennbar zusammen.

Zwänge

Dabei kamen wir auch auf das Thema “Auftragsarbeiten”. Beinahe jeder Künstler arbeitet auch im Kundenauftrag. Doch in der Kunst scheint es noch schwieriger zu sein, die Wünsche und Vorstellungen der Auftraggeber zu treffen, als bei der Arbeit mit Texten. Stellt euch einfach vor, ihr gebt ein Porträt in Auftrag und erkennt euch darin nicht wieder. Oder ihr findet es potthässlich ... Alles schon dagewesen.

Also fühlen auch Künstler sich bei freier Arbeit wohler.

Es wurden noch viele Aspekte im Verhältnis Künstler zu Sammler angesprochen, aber das könnt ihr in der Zusammenfassung der Powerpoint-Folien in Susannes Blog lesen.

Ich habe mich übrigens nicht getraut, mein Skizzenbuch am Tisch herauszuholen. Ich zeichne zu selten um gute Skizzen zu machen, und wollte den o.g. Effekt (“Waaas? Das soll ich sein?”) nicht live und in Farbe haben ;-) So entstand die Skizze oben erst heute Morgen anhand eines Fotos. Was im übrigen viel schwieriger ist, als “on location” zu skizzieren, wie ich wieder feststellen durfte.

Aber gestern Abend war ich noch so inspiriert, dass ich schnell noch ein schiefes “Selfie” gekritzelt habe:

Skizzenselfie. Petra A. Bauer 2015

Skizzenselfie. Petra A. Bauer 2015

Ich kann diese Veranstaltungsreihe für Kunstinteressierte jedenfalls sehr empfehlen. Schaut doch öfter in Susannes Blog vorbei, um den nächsten Kunstsalon-Termin zu erfahren.

Und demnächst stelle ich euch ein neues Buch zum Thema Urban Sketching vor, das mir sehr gefallen hat.

Wenn ihr mehr zum Thema bei mir im Blog lesen möchtet: KUNST hat eine eigene Kategorie.

Und hier findet ihr Susannes eigenen Beitrag zum 5. Kunstsalon am Dienstag
Liebe Grüße

Petra

P.S: Nebenan bereite ich offenbar den diesjährigen Angriff der Killertomaten vor ;-)

Roh-Manuskript Stand 4. März 2015:


14 Normseiten, 3.476 Zeichen

Einfacher, als gedacht

Draußen tobt nachmittäglicher März-Hagel mit heftigen Sturmböen - so ganz und gar nicht zu dem Foto passend, das ich heute für diesen Beitrag ausgesucht habe. Doch das macht nichts, es soll ja um den Arbeitsfortschritt an meinem ALBATROS-Manuskript gehen, und der kann sich durchaus sehen lassen.

Montag, 02. März 2015

Autorin auf Wiese. Foto: © Merlindo - fotolia.de

Foto: © Merlindo - fotolia.de

Heute Mittag habe ich angefangen mit dem Weitermachen (*g*), denn ich habe mir für den Anfang 800 Wörter pro Tag vorgenommen, um mich nicht wieder selbst zu erschrecken ;-) Wichtig ist, dass ich diesmal täglich dranbleibe, um gar keine “Löcher” mehr aufkommen zu lassen, die dazu führen, dass ich den Kontakt zu den Figuren und somit zur Story verliere. Es ist nämlich immer sehr lästig, alles immer wieder von vorne durcharbeiten zu müssen, weil ich schon wieder vergessen habe, wie ich eigentlich weitermachen wollte. So ging mir das oft, als ich durch meinen Perfektionsanspruch den Widerwillen am Manuskript entwickelt hatte. So wie es jetzt läuft, ist es viel besser.

Ich kenne dich, ich mag dich

Ich bin sehr verblüft, wie leicht mir die Umstellung auf die neue “Hülle” der Hauptprotagonistin fiel, nennen wir sie hier einmal A.

A. ist die Trägerin der Kernidee. In der allerallerersten Version aus dem Jahr 2000 hieß sie noch S. (aus Gründen, die ich euch erklären werde, wenn der Zeitpunkt gekommen ist), und war viel jünger.

Die letzte A. war im gleichen Alter wie die neue, hatte aber ein vollkommen anderes Wesen. Recht spröde, geheimnisvoll und sie wollte ganz offensichtlich zu viel auf einmal. Vermutlich ist die Story auch u.a. daran gescheitert.

Mit der neuen A. bin ich sofort warm geworden, obwohl - oder weil? - sie auch ein komplett neues Setting mitgebracht hat. A. lebt jetzt, hat eine Bürde mitgebracht und ist mir alles in allem sehr sympathisch.

Zu viel Druck? Nö, Ansporn!

Petra van Cronenburg fragte mich heute auf meiner Facebook-Autorenseite, ob es mich nicht furchtbar unter Druck setzen würde, hier über den Fortgang des Manuskripts zu berichten, auch wenn es vielleicht mal gar nicht klappen will. Die Frage ist natürlich berechtigt, aber ich sehe es eher als Ansporn. Und wenn es wirklich mal nichts zu berichten gibt, nehme ich mir eben die Freiheit, einfach nichts dazu zu sagen ;-)

Weiterer Ansporn ist auch mein Wordtracker Ich habe ihn wieder auf Null gesetzt (was ich Anfang des Jahres geschrieben habe, ist ja eh in der Tonne)  und so voreingestellt, dass ich mit dem täglichen Pensum ganz gemütlich in vier Monaten 400 Seiten geschrieben haben könnte.

Es wird schon lebendig

Es ist auch sehr motivierend, dass die Geschichte schon zu einem frühen Zeitpunkt so lebendig ist, dass sie mich bis in den Schlaf verfolgt. Nachts wach liegen, an die Figuren denken und neue Ideen bekommen, findet normalerweise erst zu einem viel späteren Zeitpunkt statt.

Und die Ebook-Serie?

Die eKrimi-Serie liegt jetzt natürlich erst einmal auf Eis, was nicht heißt, dass ich sie nie realisieren werde, aber das ist eine komplett andere Baustelle. Es gibt ja genügend Autoren, die zweigleisig fahren, aber warten muss es jetzt trotzdem. Multitaskerin war ich noch nie ;-)

Ich hoffe, euch interessieren die Einblicke in meine Manuskriptarbeit. Falls ja - stay tuned!

Liebe Grüße

Petra

Rohmanuskript Stand 2. März 2015:


9 Normseiten, 2.280 Zeichen

Meine Notizbox

Im letzten Eintrag schrieb ich vom Neubeginn meines ALBATROS-Buchprojekts, und dass dabei kein Stein auf dem anderen blieb. Ich habe mich als Autorin wiedergefunden, meinen ganz eigenen Arbeitsstil entwickelt und bin mit der Geschichte gut vorangekommen.

Sonntag, 01. März 2015

ALBATROS-Karteikasten für Notizen zu Figuren, Orten,  Völkern, Gegenständen, etc. Foto: Petra A. Bauer

ALBATROS-Karteikasten für Notizen zu Figuren, Orten,  Völkern, Gegenständen. Foto: Petra A. Bauer

Ich war ja immer relativ davon begeistert, mit Papyrus Autor zu arbeiten, v.a. wegen der Datenbankanbindung zu Figuren und Orten. Ich klicke auf den Namen einer Figur und springe direkt zum dazugehörigen Datensatz, wo ich alle wichtigen Notizen zur Figur finde. Eigentlich sehr praktisch. Und trotzdem für meine Arbeitsweise mitunter nicht geeignet. Das mag jetzt seltsam klingen, aber ich brauche gelegentlich Dinge zum Anfassen. Und ich neige zur (von außen betrachtet) Umstandskrämerei. Diese bringt bei mir allerdings viel schneller kreative Prozesse in Gang.

Beispiel gefällig?

Weil ich drei Meter von Rechner entfernt war, mein Notizbuch aber neben mir lag, notierte ich Plot-Ideen bzw, Ideen zu Figuren handschriftlich. Am nächsten Tag übertrug ich die Notizen in eine Evernote-Notiz. Es ging um einen bestimmten, bis dato nicht sehr wesentlichen, Aspekt im Leben der Protagonistin. Plötzlich tippe ich “HALT!”. Und statt einfach weiter die Notizen zu übertragen, stelle ich eine Frage zu dem, was ich übertragen habe. Die Frage führt zur nächsten und im Laufe des nächsten Absatzes beantworte ich diese nicht nur, sondern habe einen Namen für das, was ich zuvor erfunden habe, und was sehr wichtig für die Protagonistin und die gesamte Geschichte sein wird. Die Quintessenz dessen notiere ich zusätzlich ganz oldschool auf einer Karteikarte, obwohl man mir nun wirklich ncht vorwerfen kann, technikfeindlich zu sein ;-)

Aus einem Produktkarton (und Buchstaben-Geschenkpapier, weil mich der Produktaufdruck abgelenkt und wuschig gemacht hat) habe ich einen kleinen Kasten extra für das neu begonnene Manuskript gebastelt, wie ihr oben im Foto sehen könnt. Ich habe dort folgende Einteilungen gemacht:

  • Haupt-Protagonistin
  • weitere Figuren
  • Völker
  • Orte
  • Gegenstände

(spätestens jetzt werdet ihr gemerkt haben, dass es sich um eine Geschichte mit phantastischen Elementen handelt)

Zeichnungen

Wie ihr auf dem Foto vielleicht erkennt, habe ich den Notizen auch Zeichnungen beigefügt. Habe für eine Figur nach bestimmtem Stichwort eine Google-Bildersuche gestartet und das am besten passende Foto gezeichnet. Beim Zeichnen fiel mir etwas ganz Bestimmtes auf, das wieder wichtig für die Figur und die gesamte Geschichte wurde. Wenn ihr so wollt, behandle ich die Geschichtenentwicklung wie ein Gesamtkunstwerk.

Manuskript

Auch das Manuskript selbst entsteht über Umwege. In einer weiteren Evernote-Notiz experimentiere ich mit Sätzen und Story-Fragmenten. Was mir davon am besten gefällt kopiere ich in das Manuskript-Dokument. Momentan sind es noch Lit-Bits, d.h. Fragmente, die u. U. später an verschiedenen Stellen des Manuskripts auftauchen werden, die ich jedoch möglichst schon in der Reihenfolge des voraussichtlichen Erscheinens einsortiere. Im Grunde fülle ich beim Weiterarbeiten Lücken auf.

Wenn ich das so aufschreibe, klingt es WIRKLICH alles andere als einfach. Aber das passt zu mir: Ich bin noch nie den einfachen Weg gegangen. Mein verschwurbeltes ADS-Gehirn möchte mit allen Sinnen arbeiten. Und was für andere Menschen kompliziert aussieht, ist für mich genau der richtige Weg.

Es hat nur ziemlich lange gedauert, bis ich das erkannt und akzeptiert habe.

Wenn das Projekt veröffentlicht ist, kann ich gerne mal die Notizen dazu als Schreibtagebuch veröffentlichen, wenn ihr das möchtet (vermutlich ist das für Psychologen aufschlussreicher als für angehende Autoren, haha). Jetzt geht das noch nicht, weil ich damit wirklich alles verrate, was ich gerade schreibe.

Das Wichtige daran ist für mich auf jeden Fall der wiedergewonnene Spaß am Schreiben. Das ist echt unbezahlbar. Ich kann es kaum abwarten, bis das Manuskript fertig ist. Allerdings müsst ihr (und ich) da noch einiges an Geduld aufbringen, da ich für den ersten Band mindestens 400 Seiten geplant habe.

Schönen Sonntag noch!

Liebe Grüße

Petra

Rohmanuskript Stand 1. März 2015:

5 Normseiten, 1.172 Zeichen

Alles auf Anfang!

Vergesst alles, was ihr je über ALBATROS gehört und gelesen habt! Oder nehmt es nur zum Anlass, mal zu schauen, mit welchen Irrungen und Wirrungen Autoren gelegentlich zu kämpfen haben. Ich fange nämlich nochmal ganz von vorne an. Übrig geblieben ist nichts als die 15 Jahre alte Kern-Idee und der Name der Protagonistin.

Donnerstag, 26. Februar 2015

Völliger Neubeginn

Euch dürfte ja nicht entgangen sein, dass ich seit geraumer Zeit ziemliche Probleme mit meinem Selbstverständnis als Autorin hatte. Aus diversen Gründen, die ich hier und heute nicht alle noch einmal aufzählen mag. Nur so viel: Mir war die Freude am Fabulieren unter meinen eigenen Ansprüchen verlorengegangen. Außerdem setzte ich die ganze Zeit darauf, alte Projekte neu zu beleben (woran ja erstmal nix Schlimmes ist), aber das hat mir beim Bewältigen dieses Schreib-Lochs auch nicht wirklich geholfen.

Was mir dagegen geholfen hat, war eine ausführliche Diskussion mit meinen Mädels von DeLiA beim virtuellen Autorenstammtisch. Sie haben nicht nur von ihren eigenen Erfahrungen berichtet (die teilweise sehr genau meinen gleichen), sondern mir auch liebevoll den Kopf zurecht gerückt. Ich solle doch mal den Anspruch fallen lassen, dieses eine, ganz besondere Buch schreiben zu wollen, das nicht in der Masse der Veröffentlichungen gleich wieder vergessen ist.

Das klingt vielleicht nach einem seltsamen Ratschlag, wirkte aber von null auf hundert ausgesprochen befreiend. Zusammen mit einer anderen Bemerkung, die mich sehr glücklich und zuversichtlich gemacht hat.

Und, was soll ich sagen? Ich habe mein Krampf-Projekt heute aufgelöst. Ich hatte für das ALBATROS-Projekt (in dem nie ein Vogel vorkam *g*) zwei Ideen, die ich unbedingt in einer einzigen Story verarbeiten wollte. Die Zeitebene war seltsam und die Antagonisten immer noch ein bisschen (oder ziemlich doll) unklar, obwohl ich mir das schöngeredet hatte. Ich hatte die Einstiegsszenen zigmal umgeschrieben, hatte Schwierigkeiten mit diversen Darlings, die ich alle nicht killen wollte, und mir das Leben damit super schwer gemacht. Also habe ich einfach ALLE Darlings gekillt :-)

Ich erzähle euch eine Geschichte

Ich konzentriere mich jetzt auf eine der beiden Kern-Ideen (die andere kommt eben in ein anderes Manuskript, das ist doch toll!) und darauf, einfach wieder eine Geschichte zu erzählen. Ich bin doch eine Geschichtenerzählerin und kein Perfektionsroboter! Ich werde es nie auf die Reihe kriegen, ein voll ausgereiftes Exposé zu schreiben, und wenn doch, dann ist die Story in meinem Kopf bereits erzählt - dann muss ich sie nicht mehr schreiben. Also lasse ich die Einfälle langsam kommen, schreibe mit und lasse mich (in gewissen Grenzen) überraschen. Meine Figuren sollen mir nicht auf der Nase herumtanzen, wenn ich etwas Bestimmtes mit ihnen vorhabe, aber am Anfang dürfen sie mir gerne die Richtung zeigen.

Ich habe heute bereits sehr viel geschrieben, und war verblüfft, welche Art von Geschichte sich dabei herauskristallisiert. Sogar die Gegend in der sie spielt, hat mich überrascht, aber es war plötzlich einfach da. Was nicht heißt, dass ich mich nicht noch anders entscheiden kann. Ich bin ja ganz am Anfang. Aber ich habe die Lust am Fabulieren wiedergefunden, und das ist in meinem Fall die Hauptsache.

Wollt ihr wissen, wie ich das gemacht habe?

Ich habe eine Evernote-Notiz, die “Schreibtagebuch” heißt. Dort habe ich zunächst hineingeschrieben, was mich in Bezug auf die DeLiA-Diskussion beschäftigt und weitergebracht hat. Dann habe ich “laut” darüber nachgedacht, ob ich etwas völig Neues anfange, oder zumindest eine Idee meines Herzensprojekts benutze, und wenn ja, welche. Daraufhin habe ich mir wichtige Fragen in Bezug auf Figuren und deren Fähigkeiten gestellt und so gut es ging beantwortet. Einiges habe ich stichwortartig auf Karteikarten notiert. In einer anderen Evernote-Notiz habe ich ein paar erste Sätze ausprobiert und das, was ich behalten wollte, in ein .doc kopiert.*** Zwei Seiten stehen da nun und ich habe gerade mehr Ideen als ich verkraften kann ;-)

*** .doc bzw .odt, weil mich in Papyrus Autor die ganzen Formatierungen und Datenbankanbindungen wieder nur total ablenken würden, und das kann ich gerade gar nicht brauchen.

Das Schöne ist aber, dass ich merke, ich erzähle wirklich eine Geschichte und erfülle keine Vorgaben. Ob ich dafür später einen Verlag finde, ist für mich in diesem Moment völlig unerheblich. Ich hatte mal gesagt, ich schreibe keine Zeile mehr ohne Vertrag, aber glücklicherweise kann ich meine Meinung ja ändern.

Und ich bin sicher, dass ich damit gar nicht so verkehrt liege.

Danke für eure Unterstützung, Mädels!

Liebe Grüße

Petra


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Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

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