Touch my Soul

Es kommt nicht mehr so häufig vor, dass ich weine. Bei meiner Trauung war ich vor Glück total in Tränen aufgelöst und sonst weine ich eher nur auf Beerdigungen, vor Wut - oder bei Musik.Aber auch da längst nicht immer. Ehrlich gesagt unterdrücke ich das oft genug auch, aber gestern ist mir das nicht gelungen.

Montag, 22. Juni 2015

Klavier

Dazu muss ich ein bisschen Ausholen: Ich habe die Wiederholung der letzten “Sing meinen Song”-Folge gesehen. Wer die Sendung nicht kennt: Xavier Naidoo hat Musiker aus unterschiedlichen Genres um sich geschart, die in jeder Folge die Songs eines anderen Musikers interpretieren. In der Folge (ich glaube, es ist die erste, die ich von der Sendung überhaupt gesehen habe) war der “Stargast” Hartmut Engler von Pur.

Nun fand ich Pur immer schrecklich, aber mehr als das nervige Abenteuerland kenne ich eigentlich auch nicht. War jedenfalls nie so meine Richtung und ich glaube auch nicht wirklich, dass ich ein großer fan werde. Aber darauf kommt es auch gar nicht an, bei dem was ich erzählen will.

Einmal fand ich Hartmut Engler äußerst sympathisch. Er erinnert mich von der Mimik an einen guten Freund und er wirkt so herrlich normal und auf dem Teppich geblieben. Er war von der Interpretation seiner Lieder sehr beeindruckt (mir gefiel die Interpretation durch Stefane Heinzmann und Andreas Bourani zunächst am besten). Und dann kam Daniel Wirtz, von dem ich bislang noch nie gehört hatte, wie ich zugeben muss. Er hatte sich das Lied “Immer wenn sie diesen Tango hört” ausgesucht. Hartmut Engler hatte darin seine Oma besungen, die ein schweres Leben hatte und deren Mann zu dem Zeitpunkt schwer krank war und bald darauf starb. Die beiden haben sich für Eigenheim und Kinder aufgeopfert und hatten sonst nichts, außer dass sie selten mal tanzen gegangen sind und es dann wohl eine ziemliche Magie zwischen ihnen gab. Das ist jetzt frei wiedergegeben, wie ich es in Erinnerung behalten habe.

Und dann sang Daniel Wirtz dieses Lied. Da war nix Hartes zu spüren, was man wohl hätte erwarten können. Sehr gefühlvoll und der Text hat bei mir Kopfkino ausgelöst. Nicht von meiner eigenen Omi, aber mir fiel Vieles dazu ein, was den Wasserstand deutlich über Normalnull trieb. Und dann saß Hartmut Englert da, der dieses Song ja geschrieben hatte und ihn zum alleresten Mal von jemand anderem hörte. Und er weinte. Da hab ich dann richtig mitgeweint, weil mich das Gesamtpaket wirklich sehr berührt hat.

Und ist es nicht das, was alle Künstler wollen? Menschen berühren, Herzen berühren?

Das Foto oben ist Ende 2013 entstanden, als ich mich intensiv mit Musik beschäftigte und zwei Songs geschrieben und aufgenommen habe. Leider habe ich mich ausbremsen lassen, obwohl ich schon lange nichtmehr so mit Herzblut bei einer Sache war, wie damals. Eines der Lieder habe ich vor einer größeren Gruppe von Freunden gesungen - der Liebste hat mich auf der Gitarre begleitet.

Einer der Zuhörer hat geweint, weil ich offenbar die für ihn passenden Worte fand.

Das fand ich damals schon ziemlich unglaublich und war sehr gerührt, dass ich jemanden so bewegen konnte.

Ich habe mich mit Rob Lynch darüber unterhalten, einem britischen Musiker, der mich damit verblüfft hat,. dass er meinen Namen noch wusste, als wir nach seinem zweiten Konzert aufeinander trafen. Obwohl ich nicht einmal damit gerechnet hatte, dass er mich wiedererkennen würde. Als er hörte, dass mein Song jemanden zu Tränen gerührt hatte, sagte er nur:

“Jackpot.”

Langsam dämmert mir, dass es das wirklich war.

Ich habe gemerkt, dass mir die intensive Beschäftigung mit der Musik fehlt. Das war seit langem etwas, das ich wirklich mit Herzblut betrieben hatte, auch wenn ich kein Instrument anständig spielen und nicht wirklich komponieren kann. Aber wenn ich jemanden mit meinem Lied zum Weinen gebracht habe, darf ich dann so einfach aufhören?

Ein bisschen mehr dazu habe ich im Beitrag Barbara Sher hat mich aus dem Konzept gebracht geschrieben.

Meine Karriere - wat nu?

Der letzte Eintrag stammt von der Leipziger Buchmesse, und wenn es euch interessiert, dann könnt ihr nebenan lesen, weshalb es hier so lange ruhig war. Aber das ist nicht der einzige Grund:

Dienstag, 26. Mai 2015

Meine Karriere - wat nu? Foto: Petra A. Bauer 2015

Neben all dem bevorstehenden Babychaos und der bereits erfolgten Möbelräum- und Aufbauaktion, war ich kürzlich auch beim jährlichen Workshopwochenende mit meinen geliebten Textinen. Diese intensiven Wochenenden (ich habe seit 2005 an allen teilgenommen, von damals 25 Teilnehmerinnen zu heute 123 Frauen), bringen nicht nur jedes Mal einen enormen Kreativitätsschub, sondern werfen manchmal auch existenzielle Fragen auf. Zum Beispiel:

WIE GEHT ES WEITER?

Ich habe diverse Workshops besucht, z.B. zu den Themen “Potenziale deiner unternehmerischen Persönlichkeit”, Selfpublishing, Evernote und Fotografie. Und habe viele andere tolle Workshops verpasst, weil Zerteilen nicht zu meinen Kernkompetenzen gehört.

Gerade bei den unternehmerischen Potenzialen bin ich wieder in die Falle getappt, die man Hochstaplersyndrom nennt (hier habe ich Tipps zusammengestellt, wie man das Hochstaplersyndrom überwinden kann). Ich habe meine erreichten Ziele kleingeredet, und bei der Aufgabe, zwanzig Gründe zu finden, weshalb ich eine gute Unternehmerin bin, wäre es mir leichter gefallen, 50 zu finden, weshalb ich es nicht bin.
Dü-dümmmm ....

Was mich am meisten ärgert: Das ist dieses scheiß Frauending. Männer stellen sich einfach hin und sagen:

ICH BIN GROSSARTIG!

Das bin ich auch, aber ich vergesse es immer wieder. Ich habe im Leben schon so viel erreicht, aber da ich dazu neige, alles in Heller und Pfennig zu messen, ist mein Ego ständig am ducken.

Und dass ich ein Entscheidungsfindungsproblem habe (Prioritäten setzen fällt mir ADS-bedingt wahnsinnig schwer), steht definitiv fest und macht mich zunehmend unglücklicher. Es arbeitet sich nicht besonders gut, wenn ich ständig meinen Fokus verliere.

Also habe ich beschlossen, mich intensiver dem zu widmen, was ich eigentlich will. Was ich gerne mag, was ich überhaupt nicht mag. Was ich gemacht habe, was andere mögen und was ich mal vertiefen könnte. Was ich total gerne mal ausprobieren würde. Und dann habe ich von all den DIngen versucht Schnittmengen zu bilden. Das habe ich mit einer Art Sketchnotemindmapping gemacht. Ganz analog mit Stiften im Notizbuch.

MEDIUM WECHSELN

Ich habe nämlich kürzlich mal meinen Arbeitsplatz leergeräumt (ja-haaaa, das kommt vor! *g*). Und kaum hatte ich diese enorme freie Fläche, schon hatte ich das unbändige Bedürfnis zu zeichnen und mit Stiften herumzukritzeln. Das war sehr befreiend, weil ich mich oft seh eigeengt fühle, obwohl ich durch das Internet ja mit der ganzenWelt verbunden bin. Aber immer nur Tippen tötet meine Kreativität.

Ich kann aus dieser Erfahrung heraus nur empfehlen, öfter mal das Medium zu wechseln. Warum nicht mal irgendwas basteln, um den eigenen Wünschen und Bedürfnissen näherzukommen? Oder um die Schlüsselszene eines Plots auszuarbeiten? Kein Mensch zwingt euch, am Rechner sitzen zu bleiben, wenn ihr euch lieber bewegen wollt oder etwas anderes mit euren Händen tun möchtet.

Ich habe durch diese Form des Nachdenkens zwar noch kein konkretes Projekt am Start, das ich als nächstes realisieren will (einige langfristige Sachen laufen ja eh nebenher), aber ich hatte einige Aha-Effekte. Und ein paar vielversprechende Ideen, die ich weiter ausarbeiten und dann umsetzen möchte.

OMA IM JOB

Und dann fällt mir wieder ein, dass ich gar keine Ahnung habe, ob ich in nächster Zeit überhaupt etwas anderes tun kann, als ein weinendes Baby zu beruhigen, während meine Tochter in der Schule ist. Und dann werde ich ja sehen, was meine Tipps bei mama-im-job.de eigentlich wert seind ;-)  Naja, immerhin bin ich ja deutlich älter und langsamer als junge Mütter, also zählt das nicht so ganz.

Auf jeden Fall bleibt alles spannend - mein weiterer Karriereweg auf der einen Seite und das Baby-Überraschungsei auf der anderen Seite.

Stay tuned ;-)

Alles Liebe

Petra

 

 

Leipziger Autorenrunde auf der Leipziger Buchmesse 2015

Auf der Frankfurter Buchmesse war ich länger nicht mehr, u.a. weil diese häufig mit den Herbstferien zusammenfällt und wir dann mit der Familie unterwegs sind. Aber Leipzig, das ist eine Stunde 45 mit dem Auto entfernt und deshalb bin ich eigentlich in jedem Jahr dort - oft auch mit dem einen oder anderen Kind. Aber diesmal war die Familie im Olympiastadion (wo ich eigentlich auch sein wollte, Hertha gegen Schalke) und ich habe am Messesamstag an der Leipziger Autorenrunde teilgenommen. Twitter Hashtag: #lar15

Sonntag, 15. März 2015

Glashalle bei der Leipziger Buchmesse 2015. Foto: Petra A Bauer

Glashalle bei der Leipziger Buchmesse 2015. Foto: Petra A Bauer

Bei der Autorenrunde gibt es unzählige Tische mit Referenten zu unterschiedlichen Themen und interessierte Autoren, die sich auf die Tische verteilen.

Ich habe mich als erstes an den Tisch von Emily Bold gesetzt, die über ihren Weg zum Thema Selfpublishing berichtet hat. Sie hatte pinkfarbene Kugelschreiber und ebensolche Labellos als Giveaway mitgebracht, weil sie ganz richtig festgestellt hat, dass Messeflyer mit all den anderen Messeflyern ungelesen im Altpapier landen.

Außerdem verriet Emily: “Ich bevorzuge beim Schreiben die Missionarsstellung!” Das bedeutet: Sie schreibt in Word und benutzt Papyrus Author nur zum Überarbeiten.

Beim Tischgespräch mit Emily Bold. Foto: Petra A. Bauer.

Beim Tischgespräch mit Emily Bold. Foto: Petra A. Bauer.

Während Matthias Matting von der Selfpublisherbibel an meinem zweiten Tisch über Neuigkeiten im Bereich des Selfpublishing sprach, habe ich meinen Selfie-Stick ausgepackt und einen Teil der Autorenrunde von oben fotografiert.

Ich habe mich gefreut, endlich auch Wibke Ladwig live und in Farbe kennenzulernen, die ich als @sinnundverstand schon lange verfolge. Ihr Thema war Show, don’t tell - Storytelling in Social Media Weil man als Autor ja nicht auf Facebook als allererstes mitteilt, dass man ein Buch geschrieben hat und das jetzt alles sofort kaufen müssen ;-)

Tischgespräch mit Wibke Ladwig. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Tischgespräch mit Wibke Ladwig. Foto: Petra A. Bauer 2015.

Die nächste Tischrunde habe ich ausgelassen und mich stattdessen in die Hölle der vollen Gänge auf der Messe gestürzt. Ich weiß schon, weshalb ich sonst nie samstags zur Messe fahre ...

Übervolle Leipziger Buchmesse 2015. Foto: Petra A. Bauer

Übervolle Leipziger Buchmesse 2015. Foto: Petra A. Bauer

Ich wäre beinahe zu spät zur 15:00-Uhr-Runde gekommen, weil einfach kein Durchkommen war. Ich bin für Schnelläuferspuren ;-)

Ich habe mich auch sehr gefreut, Zoe Beck zu treffen, weil wir es in Berlin irgendwie nie hinkriegen, uns mal zu sehen. Sie sprach über die Position von Autoren in Verlagen und wie man diese verbessern kann.

Zoe Beck über die Position von Autoren innerhalb ihres Verlags. Foto: Petra A. Bauer 2015

Zoe Beck über die Position von Autoren innerhalb ihres Verlags. Foto: Petra A. Bauer 2015

Die letzte Runde bestritt meine DeLiA-Kollegin Britta Sabbag. Es ging um mein Lieblingsthema: “Warum Prokrastination für Autoren wichtig sein kann”. Nun weiß ich, dass Britta im Schlafanzug schreibt und dass sie einen geschwätzigen Briefträger hat, der ihr verriet, dass Eckhard von Hirschhausen ihm auch immer im Schlafanzug die Tür öffnet :-D

Es waren noch viele Kollegen dort, die ich zumindest dem Namen nach kannte. Mit einigen habe ich auch kurz geplauscht, bei manchen habe ich jetzt erst gesehen, dass sie auch dort waren. Ich kenne die genaue Teilnehmerzahl nicht, aber ich sage mal: sehr viele ;-)

Hauptorganisator war wieder Leander Wattig, der Initiator von Ich mach was mit Büchern und zig anderen tollen Projekten. Das Catering-Team hatte ein Herz für Biertrinker und so stießen Leander und ich auf eine gelungene Veranstaltung mit dem passenden Getränk an ;-) Nach so vielen Stunden konzentrierten Zuhörens war das echt prima :-)

Leander Wattig und Petra A. Bauer. Ich habe leider vergessen, nach dem Namen der Fotografin zu fragen. Danke!

Leander Wattig und Petra A. Bauer. Ich habe leider vergessen, nach dem Namen der Fotografin zu fragen. Danke!

Es war sehr inspirierend und motivierend und ich komme gerne im nächsten Jahr wieder. Seid ihr dann auch dabei? Oder wart ihr dort und wir haben uns nicht gesehen?

Liebe Grüße

Petra

Roh-Manuskript Stand 20. März 2015:


18 Normseiten, 4.719 Zeichen

No Angels

Nein, hier ist nicht die Popgruppe gemeint. Es soll heute allerdings um Geflügeltes gehen - einmal um das ALBATROS-Manuskript und dann um Engel. No Angels deshalb, weil ich es eigentlich mit Engeln nicht so habe.

Donnerstag, 05. März 2015

Zeichnung einer mir unbekannten Engel-Statue. Von Petra A. Bauer 2015

Zeichnung einer mir unbekannten Engel-Statue. Von Petra A. Bauer 2015

Gestern Abend lag ich im Bett und wollte meiner neu erwachten Lust auf Zeichnungen nachgeben. Ich finde Statuen toll zum Zeichnen, allerdings steht in unserem Schlafzimmer keine herum. Also gab ich “Statue” bei der Google-Bildersuche ein, und neben einem antiken Diskuswerfer und Nappi (ob Napoleon sauer geworden wäre, wenn ich ihn so nenne? Vermutlich hätte er mir den Krieg erklärt) entdeckte ich eine Engelstatue, die mich sofort fasziniert hat. Ich glaube, es war die Anmut und Erotik, die darin mitschwang. Außerdem finde ich Flügel toll.

Das Foto fand ich auf Deviantart bei neverfading_stock, wo ich den Engel inzwischen auch in anderen Posen fand und mich deshalb frage, ob es eine echte, große Statue ist, die ich da gezeichnet habe, oder einfach eine kleine Figur. Letztlich spielt es keine Rolle, denn es hat Spaß gemacht sie zu zeichnen, während nebenher Big Bang Theory lief ;-)

Zurück zu No Angels: Ich glaube nicht an die Existenz von Engeln, sondern halte die Däniken-Variante von Astronauten für tausend Mal wahrscheinlicher. Menschen, die fliegen. Fliegen? Das können doch nur Vögel! Also dichtet man den Menschen Flügel an und fertig ist der Engel. Aber dazu hat bestimmt jeder seine eigene Theorie.

Da ich Atheistin bin, glaube ich auch nicht an Schutzengel o.Ä. - bestenfalls im übertragenen Sinn. Und Esotherik regt mich auf. Ich mag einfach ästhetische Dinge und es kann durchaus passieren, dass ich diese oder andere Engel-Statuen weiterhin zeichne. Aber man möge mich bitte nicht für eine Engels-Gläubige halten.

ALBATROS

Nachdem das also geklärt wäre, kurz noch was zum Manuskript. Ich schrieb ja schon häufiger, dass im Projekt mit dem Arbeitstitel ALBATROS in keiner der zahlreichen Varianten je ein Vogel vorgekommen wäre (fragt mich bitte nicht, wie ich dann zu diesem Namen kam - ich weiß es nicht mehr).

Gestern fragte ich mich dann: “Warum eigentlich?” Und ab sofort kommt im Manuskript ein Vogel vor. Ein ganz besonderer Vogel, der mir jetzt schon viel Spaß macht. Dass ich darauf nicht viel früher gekommen bin!

So, nun aber weiter am Manuskript schreiben und ein bisschen Entrümpeln will ich auch noch.

Liebe Grüße

Petra

Roh-Manuskript Stand 4. März 2015:


14 Normseiten, 3.476 Zeichen

Kunstsalon am Dienstag bei Susanne Haun

Schon zum fünften Mal lud meine Freundin Susanne Haun zum Kunstsalon am Dienstag in ihr Atelier ein. Ich war zum ersten Mal dabei und von dem Abend sehr angetan. Die Schwerpunktthemen lauteten: Kunstsammlungen und ihr Verhältnis zu Blumenbildern bzw. Kunst und Ökonomie. Den Abend hat Ulli Gau mitgestaltet, die auch einige ihrer Fotocollagen mitgebracht hatte

Mittwoch, 04. März 2015

Skizze - Eindrücke vom Kunstsalon am Dienstag. Petra A. Bauer 2015

Skizze - Eindrücke vom Kunstsalon am Dienstag. Petra A. Bauer 2015

Susanne und ich kennen uns schon seit 1985. Vielleicht erinnert ihr euch an den Künstlerplausch, den ich mit ihr und Andreas Mattern gehalten hatte?

Obwohl wir nicht sehr weit auseinander wohnen (Reinickendorf und Wedding sind Nachbarbezirke), sehen wir uns trotzdem nicht so oft, wie es schön wäre (das haben wir nicht mal geschafft, als wir im selben Ortsteil wohnten), und so haben wir uns beide gefreut, dass es zu diesem Anlass geklappt hat. Es war recht voll rund um den Tisch (14 oder 15 Leute) - entsprechend lange dauerte die Vorstellungsrunde. Viele der Anwesenden hatten mit Kunst im weitesten Sinne zu tun: Theater, Literatur und Bildende Kunst. Viele interessante Sichtweisen zum Thema.

Susanne Haun eröffnet den Kunstsalon. Rechts: Ulii Gau. Foto: Petra A. Bauer

Susanne Haun eröffnet den Kunstsalon. Rechts: Ulii Gau. Foto: Petra A. Bauer

Nachdem Ulli Gau einiges über Blumen erzählt hat und die Bedeutung, die sie für sie selbst und andere (z.B. Rilke und andere Dichter) haben, startete Susanne die Powerpointpräsentation zum Thema Kunst und Ökonomie. Das Verhältnis Sammler / Künstler.

Kunst und Ökonomie. Das Verhältnis Sammler / Künstler.

Kunst und Ökonomie. Das Verhältnis Sammler / Künstler. Mir gefallen die Spektralfarben im Bild, die mein iPhone sich selbst ausgedacht hat. Die Wand war nämlich weiß.

Vieles war mir nicht bewusst, wie z.B. die Abhängigkeiten von Sammlern, Künstlern und dem gesamten Kunstmarkt. Man könnte meinen, Sammler dürfen einfach sammeln, was sie hübsch finden, ohne einen Schwerpunkt herauszuarbeiten. Schließlichist es meist ihr eigenes Geld, das sie dafür ausgeben. Doch das wird ihnen vom Kunstmarkt / der Kunstszene oft zum Vorwurf gemacht, sodass bunt gemischte Sammlungen im Ansehen fallen. Fallen können auch Künstler, und zwar sehr tief, wenn ein Sammler plötzlich alle Bilder des Künstlers auf den Markt wirft und lieber einen anderen Künstler sammelt.

Natürlich sind vor allem die großen Sammlungen gemeint, von wohlhabenden Privatleuten, Institutionen, etc. Kleine Privatsammler spielen keine wichtige Rolle, v.a. wenn sie auch noch kleine Formate sammeln, die wenig Geld kosten und einbringen.

Interessant auch, dass viele Künstler sich (und vor allem anderen) nicht eingestehen wollen, dass sie mit ihrer Kunst auch Geld verdienen wollen oder müssen. Es scheint bei den Künstlern verpönt zu sein, Kunst und Geld im gleichen Zusammenhang zu nennen. Doch ebensowenig wie Autoren und Musiker von Luftbouletten und Sonnenklößchen leben können, kriegen Künstler das fertig. Zwar können nur rd. 5% der Berliner Künstler auch wirklich von ihrer Kunst leben, aber auch die anderen Künstler malen sicher nicht, um ihre Bilder zu verschenken. Kunst und Ökonomie gehören untrennbar zusammen.

Zwänge

Dabei kamen wir auch auf das Thema “Auftragsarbeiten”. Beinahe jeder Künstler arbeitet auch im Kundenauftrag. Doch in der Kunst scheint es noch schwieriger zu sein, die Wünsche und Vorstellungen der Auftraggeber zu treffen, als bei der Arbeit mit Texten. Stellt euch einfach vor, ihr gebt ein Porträt in Auftrag und erkennt euch darin nicht wieder. Oder ihr findet es potthässlich ... Alles schon dagewesen.

Also fühlen auch Künstler sich bei freier Arbeit wohler.

Es wurden noch viele Aspekte im Verhältnis Künstler zu Sammler angesprochen, aber das könnt ihr in der Zusammenfassung der Powerpoint-Folien in Susannes Blog lesen.

Ich habe mich übrigens nicht getraut, mein Skizzenbuch am Tisch herauszuholen. Ich zeichne zu selten um gute Skizzen zu machen, und wollte den o.g. Effekt (“Waaas? Das soll ich sein?”) nicht live und in Farbe haben ;-) So entstand die Skizze oben erst heute Morgen anhand eines Fotos. Was im übrigen viel schwieriger ist, als “on location” zu skizzieren, wie ich wieder feststellen durfte.

Aber gestern Abend war ich noch so inspiriert, dass ich schnell noch ein schiefes “Selfie” gekritzelt habe:

Skizzenselfie. Petra A. Bauer 2015

Skizzenselfie. Petra A. Bauer 2015

Ich kann diese Veranstaltungsreihe für Kunstinteressierte jedenfalls sehr empfehlen. Schaut doch öfter in Susannes Blog vorbei, um den nächsten Kunstsalon-Termin zu erfahren.

Und demnächst stelle ich euch ein neues Buch zum Thema Urban Sketching vor, das mir sehr gefallen hat.

Wenn ihr mehr zum Thema bei mir im Blog lesen möchtet: KUNST hat eine eigene Kategorie.

Und hier findet ihr Susannes eigenen Beitrag zum 5. Kunstsalon am Dienstag
Liebe Grüße

Petra

P.S: Nebenan bereite ich offenbar den diesjährigen Angriff der Killertomaten vor ;-)

Roh-Manuskript Stand 4. März 2015:


14 Normseiten, 3.476 Zeichen

Einfacher, als gedacht

Draußen tobt nachmittäglicher März-Hagel mit heftigen Sturmböen - so ganz und gar nicht zu dem Foto passend, das ich heute für diesen Beitrag ausgesucht habe. Doch das macht nichts, es soll ja um den Arbeitsfortschritt an meinem ALBATROS-Manuskript gehen, und der kann sich durchaus sehen lassen.

Montag, 02. März 2015

Autorin auf Wiese. Foto: © Merlindo - fotolia.de

Foto: © Merlindo - fotolia.de

Heute Mittag habe ich angefangen mit dem Weitermachen (*g*), denn ich habe mir für den Anfang 800 Wörter pro Tag vorgenommen, um mich nicht wieder selbst zu erschrecken ;-) Wichtig ist, dass ich diesmal täglich dranbleibe, um gar keine “Löcher” mehr aufkommen zu lassen, die dazu führen, dass ich den Kontakt zu den Figuren und somit zur Story verliere. Es ist nämlich immer sehr lästig, alles immer wieder von vorne durcharbeiten zu müssen, weil ich schon wieder vergessen habe, wie ich eigentlich weitermachen wollte. So ging mir das oft, als ich durch meinen Perfektionsanspruch den Widerwillen am Manuskript entwickelt hatte. So wie es jetzt läuft, ist es viel besser.

Ich kenne dich, ich mag dich

Ich bin sehr verblüft, wie leicht mir die Umstellung auf die neue “Hülle” der Hauptprotagonistin fiel, nennen wir sie hier einmal A.

A. ist die Trägerin der Kernidee. In der allerallerersten Version aus dem Jahr 2000 hieß sie noch S. (aus Gründen, die ich euch erklären werde, wenn der Zeitpunkt gekommen ist), und war viel jünger.

Die letzte A. war im gleichen Alter wie die neue, hatte aber ein vollkommen anderes Wesen. Recht spröde, geheimnisvoll und sie wollte ganz offensichtlich zu viel auf einmal. Vermutlich ist die Story auch u.a. daran gescheitert.

Mit der neuen A. bin ich sofort warm geworden, obwohl - oder weil? - sie auch ein komplett neues Setting mitgebracht hat. A. lebt jetzt, hat eine Bürde mitgebracht und ist mir alles in allem sehr sympathisch.

Zu viel Druck? Nö, Ansporn!

Petra van Cronenburg fragte mich heute auf meiner Facebook-Autorenseite, ob es mich nicht furchtbar unter Druck setzen würde, hier über den Fortgang des Manuskripts zu berichten, auch wenn es vielleicht mal gar nicht klappen will. Die Frage ist natürlich berechtigt, aber ich sehe es eher als Ansporn. Und wenn es wirklich mal nichts zu berichten gibt, nehme ich mir eben die Freiheit, einfach nichts dazu zu sagen ;-)

Weiterer Ansporn ist auch mein Wordtracker Ich habe ihn wieder auf Null gesetzt (was ich Anfang des Jahres geschrieben habe, ist ja eh in der Tonne)  und so voreingestellt, dass ich mit dem täglichen Pensum ganz gemütlich in vier Monaten 400 Seiten geschrieben haben könnte.

Es wird schon lebendig

Es ist auch sehr motivierend, dass die Geschichte schon zu einem frühen Zeitpunkt so lebendig ist, dass sie mich bis in den Schlaf verfolgt. Nachts wach liegen, an die Figuren denken und neue Ideen bekommen, findet normalerweise erst zu einem viel späteren Zeitpunkt statt.

Und die Ebook-Serie?

Die eKrimi-Serie liegt jetzt natürlich erst einmal auf Eis, was nicht heißt, dass ich sie nie realisieren werde, aber das ist eine komplett andere Baustelle. Es gibt ja genügend Autoren, die zweigleisig fahren, aber warten muss es jetzt trotzdem. Multitaskerin war ich noch nie ;-)

Ich hoffe, euch interessieren die Einblicke in meine Manuskriptarbeit. Falls ja - stay tuned!

Liebe Grüße

Petra

Rohmanuskript Stand 2. März 2015:


9 Normseiten, 2.280 Zeichen


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Buchveröffentlichungen der Berliner Autorin Petra A. Bauer

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