Ich bin bereit 

Nun ist es also so weit. Nach über acht Jahren ist meine Schreiblust zurückgekehrt. Vielleicht noch nicht mein Schreib-Mojo - das muss ich erst noch zeigen. Aber ich halte es nicht mehr für ausgeschlossen, wieder Autorin zu sein. Wie das laufen wird - ob ich mich um die Veröffentlichung in einem Verlag bemühen werde, ob ich mich dem Selfpublishing widme, ob unter meinem Namen oder einem anderen - das ist alles überhaupt noch nicht relevant. Wichtig ist, dass ich wieder schreiben will.

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Ich bin bereit. Foto (ohne Text): Anja Kaiser - fotolia.de

In den letzten Tagen fielen viele Dinge zusammen. Über eines davon habe ich im letzten Blogposting geschrieben.

Dann habe ich gestern Fragen für ein Einzelcoaching mit Astrid Rabus im Rahmen der School of Slow beantwortet. Eine davon lautete:

Was ist dein Traumprodukt? (unabhängig von Machbarkeit oder Verkaufbarkeit)

Da war ich zunächst sehr ratlos.

Früher war mein Traumprodukt immer ein Bestseller (besser mehrere) in einem großen Publikumsverlag. Aber jetzt? Du bringst mich mit deiner Frage ganz schön ins Grübeln, weil ich glaube, dass ich gar kein Traumprodukt mehr habe.

Dann dachte ich laut über dies und das nach, bis mir plötzlich Folgendes in den Sinn kam:

Allerdings merke ich immer mehr, wie sehr mir das Schreiben fehlt. Ich habe vielleicht zu früh aufgegeben, als es mit meiner Wunsch-Agentin nicht geklappt hat, weil ich offenbar immer an den “Schubladen” der großen Verlage vorbeikonzipiert habe. “Ein paar Jahre zu früh, drei Jahre zu spät, haben Sie nicht mal was mit einer lesbischen Protagonistin, am besten über 50?”

Und da wusste ich, das ich wirklich wieder schreiben will. Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass gerade Buchmesse war. Ich habe nichts davon verfolgt, habe aber einige Nach-Buchmesse-Stimmen mitbekommen. Und von Kollegen gehört, die ebenfalls mit dem Schreiben aufgehört haben, unter anderem, weil der Buchmarkt sie genervt hat. Das spielte bei mir auch mit hinein, aber vor allem war ich demotiviert weil nichts mehr richtig geklappt hatte, und ich auch mit meinen Projekten nicht voran kam.

Natürlich sitzt mir noch ein wenig die Angst im Nacken, ich könnte auch im nächsten Manuskript wieder steckenbleiben. Aber dann ist das eben so. Vielleicht ist es dann nicht das richtige Thema. Oder eine ungeeignete Perspektive. Und vielleicht muss ich auch die ganzen alten Ideen abschütteln, um eine neue, unverbrauchte zu finden. Allerdings lässt mich ein Motiv schon seit über 18 Jahren nicht los, und das hat sicher auch etwas zu sagen.

Nun, da ich wieder bereit bin, in die Welt der Wörter und Geschichten einzutauchen, muss ich nichts überstürzen. Ich kann das sacken lassen, im Ideenteich baden, und schauen, was davon an mir hängen bleibt und näher untersucht wird.

Liebe Grüße vom Schreibtisch
Petra

Foto (ohne Text): Anja Kaiser - fotolia.de

Keine Zeit für Verzweiflung?

Ich lese sehr gerne den Newsletter von Austin Kleon, den meisten bekannt durch sein Buch "Steal like an artist", bzw. Alles nur geklaut - 10 Wege zum kreativen Durchbruch. In der aktuellen Ausgabe lautet sein verlinkter Blogbeitrag "No Time for Despair". Darunter ein Zitat von Toni Morrison, das mich dazu inspiriert hat, hier mal wieder etwas zu schreiben:

Montag, 15. Oktober 2018

Toni Morrison was once on the phone admitting how upset and depressed and unable to work she was when her friend interrupted her:

Zitat

Und dann fiel es mir wieder ein: Das Klischee (oder die Tatsache?) dass Künstler am besten sind, wenn sie leiden. Und dass ich gerade richtig gut sein müsste, weil ich nämlich wirklich leide. Gerade läuft so vieles schief - auch reichlich Dinge, mit denen ich eigentlich nichts zu tun habe(n sollte), die aber trotzdem MIR an die Backe genagelt werden. Kurz: Ich habe massive Schlafstörungen, immer wieder Angstattacken (noch sind sie leicht, aber wie lange noch?) fühle mich grässlich - und kann nicht arbeiten.

Das liegt nicht nur an der mangelnden Zeit. Es liegt an der Lähmung, die mich tagtäglich befällt, wenn ich mit meinem Verdrängungsmechanismus beschäftigt bin. Wer soll da arbeiten können?

Mal überlegen. Der Künstler?

Dabei rede ich gar nicht unbedingt vom Schreiben (obwohl ich merke, wie sehr mir das fehlt), sondern von allem, was ich gerade tue, bzw. eigentlich tun möchte. Doch anstatt mich in die Aufgabe(n) zu verbeißen, und alles mit hineinzulesen, was mich gerade quält, lasse ich mich von jedem kleinen Misserfolg vom Arbeiten abhalten. Kritik, egal, aus welcher Ecke sie kommt, bringt mich sofort dazu, zu denken, ich wäre dann wohl auf dem Holzweg.

Ich bin noch ungeduldiger als sonst, wenn nicht alles sofort funktioniert. Andere haben doch auch sofort Erfolg! Dass das nicht stimmt, weiß ich natürlich selber, aber mein innerer Bedenkenträger spielt sich gerade zum Obermacker bei mir auf. Alles, was ich anpacke ist scheiße, alle sind böse zu mir (naja, nicht alle natürlich, meine Familie und einige wichtige Freunde sind großartig, wie immer), und jede Aufgabe, um die ich mich kümmern soll, drückt mich noch mehr nieder als sonst immer.

Aber vielleicht sollte ich diese negative Energie, die mich ständig in unterschiedlicher Form umgibt, tatsächlich lieber in einen Kreativbooster verwandeln. Alle sind fies und gemein? Dann zeige ich ihnen eben, was ne Harke ist!

Keine Zeit für Verzweiflung! Zeit zum Zähne zusammenbeißen! Zeit, um den ganzen Mist in kreative Energie zu verwandeln! Das ist mein verdammter Job!

Für morgen nehme ich mir eine überschaubare Aufgabe vor und gebe mein Bestes. Und wenn das nicht funktioniert, mache ich eben weiter. Ich muss mich an meine Künstlerseele erinnern und mich nicht ständig vom Leben davon abhalten lassen, das zu tun, was ich eigentlich möchte und brauche.

Mitunter brauche ich eben einen kleinen Anstoß. Ein Wort, einen Satz, ein längst vergessenes Gefühl. Damit ich nicht im Sumpf verschwinde, sondern stolz das tue, wofür ich gemacht wurde. Egal, wer versucht, das zu boykottieren.

Passt auf euch auf!
Petra

Pabbles Makeover

Falls ihr mich noch kennt *hüstel* erinnert ihr euch vielleicht auch an meine Cartoonfigur Pabbles, die hier im Blog jetzt auch direkt über die Subdomain pabbles.writingwoman.de zu erreichen ist. Das ist aber nicht das einzige, was sich verändert hat:

Samstag, 14. April 2018

Pabbles von Petra A. Bauer 2018 im neuen Look.

Kurz zur Erinnerung: Pabbles entstand bereits im Jahr 2007. Ursprünglich war sie zur Illustration meines Autorenlebens gedacht, aber sie begann irgendwann ein Eigenleben zu entwickeln. Arbeitstechnisch lief es so, das ich eine Feinlinerzeichnung anfertigte, diese einscannte und in PAINT bearbeitete. Paint. Ja, wirklich. Ich hatte keine andere Bildbearbeitungssoftware und ich war schon immer eine Freundin umständlicher Lösungen ...

Nun habe ich aber Adobe Illustrator, und das nicht ohne Grund: Ich habe derzeit nicht die Nerven an einem Manuskript zu arbeiten, bzw. überhaupt an einem Plot herumzudenken. Dazu würde ich nämlich ziemlich viel Ruhe am Stück benötigen, und die gibt es hier einfach nicht. Miss Kleinkind ist schon ziemlich fordernd und auch der Rest der Familie möchte natürlich beachtet werden. Und der Garten, der auch gerade ein umfangreiches Makeover erfahren hat (eigentlich sind wir noch mittendrin), braucht bedeutend mehr Aufmerksamkeit, als er in den letzten Jahren von mir bekommen hat. Sonst ist das Unkraut bald wieder der Gewinner und das hatten wir jetzt lange genug.

Was aber auch in kurzen Zeitabschnitten realisierbar ist, ist zeichnen. Ich kann sowohl Stift als auch Ai einfach links liegen lassen, wenn jemand etwas von mir will. Und ich muss dabei nicht befürchten, dass mir eine Idee verloren geht. Ich habe aber nicht nur die Arbeit in meinem Skizzenbuch wieder aufleben lassen, sondern arbeite mich mit Kursen in Adobe Illustrator ein. Und da ich gleichzeitig an einer 100-Tage-Challenge auf Instagram teilnehme, habe ich diese auch genutzt um die arme Pabbles aus ihrem Paint-Dasein zu erlösen. Erste Amtshandlung war ein neues Profilbild für Pabbles’ Facebookseite. Nämlich das, was ihr oben sehen könnt.

Ich habe mich bemüht nicht zu viel an ihr zu verändern. Es sind also absichtlich nicht allzu viele Details enthalten.

Falls euch interessiert, was ich sonst noch so zu Papier bzw. Monitor bringe, könnt ihr das auf Instagram bei @planningpabbles sehen. Einiges davon auch auf der o.g. Facebookseite, aber ALLES gibts nur auf Insta.

Liebe Grüße

Petra

Blogparade: Meine Schreibzimmer - Wo schreibe ich?

Toni Scott von little-edition.de hat mich nochmal an die Schreibzimmerblogparade von Ricarda Howes schreibsuechtig.de erinnert, die ich beinahe vergessen hätte. Und nachdem Toni offenbar auch schon diverse Schreibplätze hatte, will ich euch mal von meinen erzählen:

Montag, 24. Juli 2017

Mein Arbeitsplatz am Küchentisch 2017

Mein Arbeitsplatz am Küchentisch 2017

Mein Schreiben begann an einem weißen Schreibtisch, den meine Großeltern mir geschenkt hatten. Dort schrieb ich in mein Tagebuch, dort schrieb ich meinen 16 Brieffreundinnen aus Finnland, Schweden, Großbritannien, Australien, USA, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Italien und Jugoslawien. Und dort entstanden auch die ersten Geschichten.

Ich war zwar auch oft mit meinen Freundinnen unterwegs, aber am liebsten war ich doch allein am Schreibtisch, eingekuschelt in Decken, weil ich Unweltschutz damals verdammt ernst nahm und die Heizung in meinem Zimmer nicht einschaltete.

Erster Umzug

Als ich mit 18 zu meinem zukünftigen-und-heute-noch-Mann zog, habe ich nicht viel mehr geschrieben, als die Aufzeichnungen für meine Uni, die mal an Michas Schreibtisch, mal am Couchtisch und mal im Hochbett entstanden. Doch halt - nachdem ich ein modernes Märchenbuch gelesen hatte, schrieb ich ein Märchen auf der alten Olympia-Schreibmaschine meiner Mutter. Die stand auf dem weißen Schreibtisch, der irgendwann mit eingezogen war. Damit wurde es eng, da wir in einer 1-Zimmer-Wohnung lebten. Fünfeinhalb Jahre lang. Ich tippte am weißen Schreibtisch Michas Diplomarbeit auf einer geborgten Kugelkopfmaschine und seine Doktorarbeit auf unserem Atari, den wir uns extra dafür gekauft hatten.

Zweiter Umzug

Als ich schwanger wurde, zogen wir ein paar Straßen weiter in eine zweieinhalb Zimmer große Neubauwohnung. Den Schreibtisch (nicht mehr der weiße, der war zu groß) mit unserem Atari mussten wir ins Schlafzimmer quetschen, wo ich meine Diplomarbeit schrieb. Auf dem Bett sitzend, weil für einen Schreibtischstuhl kein Platz mehr war.  Die Anekdoten über unseren Sohn schrieb ich per Hand am Tisch in der Ess-Ecke des Wohnzimmers. Aber mehr habe ich nicht geschrieben.

Dritter Umzug

Nachdem unsere Tochter geboren wurde, zogen wir in ein Haus am Stadtrand, das von den Quadratmetern her zunächst nicht größer war, als unsere Zweieinhalbzimmerwohnung. In den ersten Jahren mit zwei, dann drei Kindern, war an Schreiben nicht zu denken. Trotzdem bin ich irgendwann mit unserem zweiten Sohn im Autositz zu unserer Lokalzeitung gefahren. Mit einem ausgedruckten Artikel, den ich zu einer Veranstaltung geschrieben hatte. Ich hatte nämlich langsam Angst zu verblöden. Er wurde 1:1 gedruckt und ich bekam weitere Aufträge.

Mit Kind Nr. 4, unserer zweiten Tochter, zog dann irgendwann auch unser erster PC ein und meine erste Website, die 1998 noch von jedem “Homepage” genannt wurde, entstand mit Baby an der Brust. Der Computertisch stand anfangs im Wohnzimmer.


Im Jahr 2000 zog ich mit meiner Schreibecke und Computer in den Keller, wo ich auch die ersten Schreibaufträge für Familienmagazine erhielt und die ersten Fantasybücher schrieb, die immer um die Seite 70 herum ihren Geist aufgaben ;-)

Dort hatte ich zum ersten Mal seit meiner Kindheit wieder einen Platz zum Konzentrieren und einigeln.

Meine ersten kleinen Kinderbücher sowie den Ratgeber “Mama im Job” schrieb ich dann allerdings auf dem Dachboden. Ich war aus dem stickigen, dunklen Keller ausgezogen und hatte mir ein kleines Büro auf einer Hälfte des Dachbodens eingerichtet. Obwohl wenig Platz war, stellte ich den Schreibtisch mehrmals um ;-)

Dort oben schrieb ich noch mehr Bücher, z. B. meinen Debütkrimi “Wer zuletzt lacht, lebt noch”. Die Kinder wussten, dass sie mich nicht alle zehn Minuten stören durften, und das funktionierte prima. Da oben schrieb ich überhaupt mein erstes Buch, unter das ich ENDE setzen konnte, obwohl ich es nie veröffentlicht habe. Es war an der Zeit gewesen, mal weiter als bis Seite 70 zu schreiben, und das gelang mir erst dort oben.

Als ich dann mein erstes Notebook bekam, wanderte ich durchs Haus: Mal schrieb ich am Küchentisch, mal saß ich im Korbsessel in der Bücherregal-Ecke. Und viele meiner Langenscheidt-Bücher entstanden im Bett auf dem Dachboden, da ich damals wegen starker Rückenschmerzen zeitweise nur liegend schreiben konnte.

Das Büro

2012 richtete ich mir ein Büro im Gartenhaus ein, auf das ich sehr stolz war. Nachteil: In dem Haus ist es schweinekalt, sogar im Hochsommer. Deshalb habe ich es viel seltener genutzt, als ich vorhatte. Und seit das Babytörtchen geboren wurde, kann ich mich sowieso nicht mehr dorthin verkrümeln, denn wer sollte sonst auf die Kleine aufpassen, wenn die Törtchenmama arbeitet?

Ecke in meinem Kreativzimmer

Nachdem Kind 2 ausgezogen war, übernahm ich ihr Zimmer und machte ein Kreativzimmer daraus, das ich auch sehr liebte. Ich konnte dort schreiben, nähen, was auch immer. Leider hat der komplett gestörte Ex von K4 mir dieses Zimmer mit den Möbeln zugestellt, die aus ihrem Zimmer raus sollten und das ergab dann weitere Probleme, weshalb ich nur noch sehr selten in dem Zimmer bin. Unter anderem aber eben auch wegen der Kleinen, genau wie beim Gartenhaus.

Das Ende vom Lied: Ich sitze entweder mit Laptop im Sessel oder mit Mac am Küchentisch. Und dass ich überhaupt noch zum Bloggen komme, grenzt an ein Wunder. Ans Bücherschreiben ist mit der Süßen absolut nicht zu denken, weil ich fürs Plotten Ruhe brauche, und die habe ich mit ihr einfach nicht. Außerdem ist es wenig hilfreich, wenn ich nichts liegen lassen kann. Plotkärtchen müssen immer wieder weggeräumt werden, und so kann ich einfach keine Handlung entwerfen. Wenn ich mal ne halbe Stunde Ruhe habe, würde ich schon mindestens die doppelte Zeit brauchen, um mich wieder in das Buchprojekt einzuarbeiten. Also belasse ich es bei gelegentlichen Notizen, die ich vielleicht irgendwann einmal verwenden kann.

Ganz, ganz selten, schreibe ich mal ein einem Café, wie das schon Natalie Goldberg empfahl. Und es wird noch seltener, weil ich ja praktisch nie mehr alleine unterwegs bin. Dabei bin ich in Cafés immer sehr produktiv. Ich mag die Atmosphäre, und die kriege ich auch nicht mit noch so viel Coffitvity-Sound hin.

Ein eigenes Schreibzimmer - und vor allem ungestörte Zeit, es zu benutzen - ist also auch für mich sehr wichtig, um etwas Vorzeigbares zustande zu bringen. Aber ich will gar nicht meckern, denn ich genieße die Zeit mit der Kleinen - sie wird sowieso viel zu schnell groß.

Liebe Grüße

Petra

 

Über Stilfragen und den (Un)Sinn von Perfektion

Gestern hat Johanna Fritz auf Instagram gefragt, ob wir schon einen eigenen Zeichenstil haben. Diese Frage hatte ich mir auch schon gestellt:

Mittwoch, 22. März 2017

Habe ich einen eigenen Zeichenstil?

@planningpabbles ist mein Instagram-Account für Zeichnungen, Planerkram, etc., auf dem ich auch meine Zeichnungen zur #365doodleswithjohannafritz Challenge veröffentliche, und was ich sonst so zeichne. Und da kann man durchaus sehen, dass ich Schwarz mag. Gerne auch mal dickere, schwarze Linien. Ich habe schon länger die äußeren Linien dicker gezeichnet als die inneren. Mich erinnert das teilweise an bleiverglaste, bunte Fenster.

Und es hat mich gefreut, dass man das anscheinend auch erkennt.

Ich habe mir beispielsweise auch abgewöhnt, eine Vorzeichnung mit Bleistift zu machen. Das sah immer irgendwie merkwürdig aus. Ich nutze Bleistift (oder “Bleier”, wie wir in der Schule sagten), nur noch, um ggf. ganz zart die Bildaufteilung zu skizzieren. Was aber nur interessant ist, wenn ich ein Bild abzeichne (siehe nächstes Posting).

Inzwischen zeichne ich direkt mit Fineliner los. Hier nutze ich entweder Office-Line Fineliner 0..4 mm oder einen der schwarzen Copic Multiliner, die es sogar ab 0,05 mm gibt.

Dass ich früher die Bleistiftvorzeichnungen gemacht habe, lag daran, dass ich Angst hatte, Fehler zu machen. Die Zeichnungen sollten hinterher “gut” aussehen. Auf jeden Fall sahen sie langweilig aus, so viel kann ich schon mal sagen. Inzwischen mag ich meine Fehler. Schaut doch mal den “Waschturm” aus dem Hühnerposting an: Da geht die Linie der rechten Seite von Trockner und Waschmaschine direkt durch die geöffnete Tür des Trockners. Was daran liegt, das mir vorher nicht klar war, dass ich die Tür lieber offen zeichnen wollte. Und, ist das nun schlimm? Ich finde nicht.

Vor allem nicht, nachdem ich nochmal The Creative License von Danny Gregory* hervorgeholt habe, das ich mir vor neun Jahren kaufte. Da schreibt er nämlich sinngemäß (natürlich finde ich die Stelle jetzt nicht wieder), dass man ein Foto machen könne, wenn man das Ganze absolut realistisch haben will. Und dass die kleinen “Fehler” (mitunter ist es ja nur die Sichtweise oder die Technik), das Bild erst zu eurem eigenen machen. Das mag vielleicht nicht für Gemälde gelten, die im Museum hängen sollen (andererseits hat Picasso ja auch nicht gerade fotorealistisch gemalt), aber es gilt in jedem Fall für euer Skizzenbuch. Dort geht ihr mit einer bestimmten Haltung ans Zeichnen heran. Wenn ihr euer Frühstück zeichnen wollt, arrangiert ihr es vielleicht vorher nochmal und zeichnet es aus einem bestimmten Winkel. Das Brötchen, das ihr heute Skizziert, würdet ihr morgen vielleicht ganz anderes festhalten. Es gibt an sich kein Richtig und Falsch. Nur ein “Ich mache das jetzt.”

Lest dazu doch auch meinen Beitrag: Schon mal über ein Skizzenbuch nachgedacht?

Und auch ich habe es in einem Workshop schon geschafft, Menschen davon zu überzeugen, dass es völlig egal ist, ob sie glauben, dass sie nicht zeichnen können. Wichtig ist, dass sie es tun. Und das taten sie dann auch. Manche sind heute noch dabei.

FUN FACT:

Beinahe überall auf der Welt hören Kinder (leider) mit ca. elf Jahren auf zu zeichnen. Oft, weil ihnen in der Schule jegliche Kreativität ausgetrieben wird.
Japan bildet da allerdings eine Ausnahme, weil die Jugendlichen so gerne Manga-Fanfiction zeichnen.

Und auch da kommt es nur darauf an, die Hand in Bewegung zu halten und umzusetzen, was IHR in der Vorlage seht. Zeichnen ist eine sehr subjektive Art, an Dinge heranzugehen. Objekte zu SEHEN und der Hand dann auch noch mitzuteilen, wie sie das bitteschön ZU PAPIER BRIGEN soll, sind dabei noch zwei Paar Schuhe.  Und das ist gerade das Interessante. Und es ist spannend, diesen Lernprozess an sich selber zu beobachten. Denn, dass die Auge-Hand-Koordination bei täglichem Üben immer besser wird, daran kommt ihr gar nicht vorbei. Hauptsache ihr vergesst das WOrt PERFEKTION. Sonst verliert ihr ganz schnell die Lust am Zeichnen.

#365doodleswithjohannafritz

Die gestrige Aufgabe hieß “Lippenstift” und dazu fiel mir tatsächlich etwas ein, weil ich auch Text zu meinen Zeichnungen sehr gerne mag:

Immer der gleiche Lippenstift ...

Kennt ihr das auch? Und irgendwie ist die Vorliebe für gleiche Lippenstiftfarben ja auch eine Frage des Stils :-)

Bis bald und liebe Grüße

Petra

*Affliate-Link - Mit einem Klick könnt ihr unsere Arbeit unterstützen. Wir danken euch von Herzen Vielen herzlichen Dank!

Warum ich kein Huhn sein möchte und Wissenswertes über Midoris.

Ich wollt' ich wär' ein Huhn, ich hätt' nicht viel zu tun, ich legte jeden Tag ein Ei und nachmittags wär ich frei ... Die Vorstellung, den ganzen Tag nichts anderes tun zu KÖNNEN, macht mich schon beim Zuhören wuschig.

Montag, 20. März 2017

Natürlich chille ich gerne mal. Wer tut das nicht? Aber mit Krallen und Hirnen, die weder zum Tippen, noch zum Stricken, noch zum Zeichnen, etc.  fähig sind, würde ich auf freie Nachmittage mal sowas von pfeifen ...

Daher der Titel vom heutigen Challenge-Doodle.

Ich wollt ich wär ein Huhn. Nicht.

Und dann hatte ich gestern ja angedroht, ich würde im Keller die Waschmaschine zeichnen, und das tat ich dann auch :-)

Mein Wasch-Center im Keller

Gefällt mir besser als in der Realität. Ist nämlich aufgeräumter :-D

Und dann brachte mir die Post heute ein wunderhübsches Travelnotebook von ZLYC*. Also, laut heute entdeckter Versandbestätigung lag es wohl schon seit Freitag im Regen und entsprechend durchgeweicht war der Karton auch, aber das wunderhübsche Schätzchen hat zum Glück keinen Schaden genommen.

Traveler's Notebook von ZLYC

Ich habe mich fürs Erste für die preiswerte Variante entschieden, denn für die echten Midoris** oder Pedoris** kann man locker von 40 Euro aufwärts zahlen. Das wäre an sich kein Problem, aber es ist ja nicht so, dass ich keine Notizbücher hätte ... Ich besitze allerdings vor allem Moleskines* und selbst gemachte Notizhefte von Kind 3, der diese in seiner schulischen Ausbildung (Druck- und Medientechnik) gefertigt hat. Also wollte ich erst einmal ausprobieren, wie ich mit dieser Art von Notizbuch klarkomme.

** Midori, Pedori, Traveler’s-Notebook, hä?

Der Witz an Midoris oder Traveler’s Notebooks ist im Prinzip, dass es anstelle einer festen Bindung einen oder zwei Gummis im Innern gibt, in die man kleine Heftchen einklemmen kann. Diese Hefte könnt ihr durchaus auch selbst herstellen, es gibt jedoch auch entsprechende Nachfüllpackungen, in diversen Varianten. So könnt ihr flexibel mit euern Notizprojekten sein. Ihr kauft mit einem Midori also im Grunde eine NotizbuchHÜLLE, meist incl. einer ersten Füllung.
Das Original (Midori)stammt aus Japan. Das Pedori wird von der Österreicherin Petra Matzinger gefertigt. Die Hüllen der Doris (so der Oberbegriff) sind aus echtem Leder, und es ist erwünscht, dass man recht bald Gebrauchsspuren sieht.

Hier kann man gut die Gummikonstruktion des Traveler's Notebook erkennen.

Hier kann man gut die Gummikonstruktion des Traveler’s Notebook erkennen.

Ich habe mir dieses Traveler’s Notebook genau für diesen Zweck gekauft: Ich will Reisen darin festhalten. Wir fahren im Sommer in die Toscana und ich möchte dort viel zeichnen und Fotos machen, die ich (so mich der Geburtstags-Gott erhört *g*) vor Ort mit einem Canon Selphy* ausdrucken und direkt in das Notizbuch einkleben möchte. Viel zu viele schöne Fotos gammeln nämlich auf meiner Festplatte herum, und ich möchte unsere Urlaubserinnerungen diesmal zeitnah festhalten.

Zeichnen und Planer befüllen ist so eine wunderbar kontemplative Tätigkeit, und das brauche ich momentan. Diese Arbeit hat eine andere Qualität als das Stricken, das mir zwar auch sehr geholfen hat, mit der Nerverei der letzten Monate klarzukommen, wo ich mich aber zu sehr in meiner eigenen “Höhle” befand. Mit den Zeichnungen geht ein ganz anderer kreativer Prozess vonstatten, der mich wieder offener für die Welt macht. Und auch deshalb bin ich froh, dass ich kein Huhn bin.

Liebe Grüße

Petra

*Affliate-Link - Mit einem Klick könnt ihr meine Arbeit unterstützen. Ich danke euch von Herzen Vielen herzlichen Dank!


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